Luthers unheiliger Geist

LutherEin Säulenheiliger der protestantischen Kirche, er war alles andere als ein Vorbild. Martin Luther (1483-1546) gilt als Begründer der deutschen Reformation. Mit seinen 95 Thesen, die dieser 1517 angeblich an die Stadtkirche zu Wittenberg genagelt haben soll, protestierte er gegen den kirchlichen Ablaßhandel und löste damit eine breite Volksbewegung aus, welche die frühbürgerliche Revolution einleitete. Luthers Thesen wurden bald überall in Deutschland bekannt. Später jedoch, im Bauernkrieg, verurteilte er das revolutionäre Vorgehen der Aufständischen aufs Schärfste. Seine 1522 erschienene „Treue Vermahnung zu allen Christen, sich zu hüten vor Aufruhr und Empörung“ hat ihre demagogische Wirkung sogar bis heute nicht verfehlt. 

Sie zeigt Luther als einen „Gegner der Gewalt, die die Unterdrückten anwenden, um mit den Unterdrückern fertig zu werden“, zugleich aber als einen „Anhänger der Gewalt, welche die Unterdrücker anwenden, um die Unterdrückten niederzuhalten oder niederzuwerfen“ (Alfred Meusel). Sein Einfluß auf die deutsche Schriftsprache ist bedeutend. Und so wird Luther heute als deutscher Nationalheld verehrt. Doch man muß gelesen haben, welche Ansichten er vertrat. Seine Äußerungen sind oft derart menschenverachtend und zynisch, daß man ihn ohne weiteres als geistigen Wegbereiter des deutschen Faschismus bezeichnen kann. Und nicht selten haben sich die Nazis auch auf ihn berufen.

In abstoßender Weise ließ Luther sich über das „feurige Ende“ der Juden aus, über das Ersäufen behinderter Menschen, und rechtfertigte das Abschlachten der aufständischen Bauern. Martin Luther steht für Klassenhaß gegenüber den Unterdrückten, für Frauen-feindlichkeit und für einen wütenden Antisemitismus. Auch seine Liebedienerei gegenüber den Fronherren und Fürsten ist schließlich bekannt. Doch ungeachtet dessen feiert ihn die evangelische Kirche und mit ihr die ganze frömmelnde und „patriotische“ bürgerliche Öffentlichkeit als wichtigen historischen Gesellschaftsgestalter. Ja, er wird sogar als faszinierende Persönlichkeit beschrieben. Etwas ähnliches äußerte auch schon Hitler. Wann endlich trennt sich die evangelische Kirche von diesem falschen Propheten? Hier nun ein paar Luther-Zitate, die dies belegen:

Luther über den Gehorsam gegenüber der Obrigkeit

„Ich möchte mich fast rühmen, daß seit der Zeit der Apostel das weltliche Schwert und die Obrigkeit noch nie so deutlich beschrieben und gerühmt worden ist wie durch mich. Sogar meine Feinde müssen das zugeben. Und dafür habe ich doch als Lohn den ehrlichen Dank verdient, daß meine Lehre aufrührerisch und als gegen die Obrigkeit gerichtet gescholten und verdächtigt wird. Dafür sei Gott gelobt!“

„Christen verzichten darauf, sich gegen die Obrigkeit zu empören.“

„Denn freilich streiten die Christen nicht, noch gibt es bei ihnen eine weltliche Obrigkeit. Ihre Herrschaft ist eine geistliche Herrschaft, und dem Geiste nach sind sie niemandem als Christus allein unterworfen. Mit Leib und Besitz aber sind sie dennoch der weltlichen Obrigkeit unterworfen und Gehorsam schuldig. Wenn sie nun von der weltlichen Obrigkeit zum Kriege aufgerufen werden, sollen und müssen sie kämpfen, aus Gehorsam, nicht als Christen, sondern als Glieder und als untertänige, gehorsame Leute, dem Leibe und dem zeitlichen Besitze nach.“

„Wenn es rechtmäßig zugeht, hat die Obrigkeit mit ihren Untertanen nichts anderes zu tun, als das Recht zu bewahren, Gericht zu halten und Urteile zu fällen. Wenn sie sich aber empören und auflehnen, wie es jüngst die Bauern taten, ist es recht und billig, gegen sie mit Gewalt vorzugehen.“

„Das Amt eines Richters ist hoch zu achten. Es ist ein göttliches Amt, ob er nun mit dem Munde Recht spricht oder es als Scharfrichter mit der Faust vollzieht.“

Wöllfe„An sich ist das Amt des Schwertes recht und eine göttliche, nützliche Ordnung, und Gott will, daß sie nicht verachtet, sondern gefürchtet und geehrt wird und Gehorsam genießt. Anderenfalls soll es nicht ungerächt bleiben, wie der heilige Paulus Römer 13,2 schreibt. Denn er hat eine doppelte Herrschaft unter den Menschen aufgerichtet: eine geistliche, durch das Wort und ohne Schwert, wodurch die Menschen fromm und gerecht werden sollen, so daß sie mit dieser Gerechtigkeit das ewige Leben erlangen. Solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Wort, das er den Predigern aufgetragen hat. Die andere Herrschaft ist weltlich durch das Schwert, damit diejenigen, die nicht durch das Wort fromm und gerecht für das ewige Leben werden wollen, dennoch durch diese weltliche Herrschaft gezwungen werden, fromm und gerecht zu sein vor der Welt. Und solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Schwert.“ (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) …

Der Pöbel braucht eine harte Obrigkeit!

„Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. Darum rate ich, daß ein jeder, der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will, mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife.“ (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

„Steche, schlage, würge hie, wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmer mehr erlangen“.(Luther über die aufständischen Bauern, Weimarer Ausgabe 18, S.357f.)

„Es ist besser, wenn Tyrannen hundert Ungerechtigkeiten gegen das Volk verüben, als daß das Volk eine einzige Ungerechtigkeit gegen die Tyrannen verübt.”

Luthers Meinung über Frauen

„Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen.“ (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz & Gelberg, 1997, S. 111)

„Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, daß die Männer durch sie geboren werden.“

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Laß sie nur tot tragen, sie sind darum da.”

„Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, daß sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.“ (Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551)

Luther über behinderte Kinder

„Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt … so halte ich dafür … daß es wahre Teufel sind.“

Luther über die Juden

Luther_Juden„Wie es unmöglich ist, daß die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen läßt, die Schlange ihr Stechen: so wenig läßt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann.“ (Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd.62, S.375)

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, daß sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“ (Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff.)

„Darum wisse Du, lieber Christ, und Zweifel nichts dran, daß Du, nähest nach dem Teufel, keinen bittern, giftigern, heftigern Feind habest, denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“ (Luther: Handbuch der Judenfrage, S.182)

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, daß man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.. Zum andern, daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …“ (Luther: Handbuch der Judenfrage, S.233-238)

„Wenn ein Dieb zehn Gülden stiehlet, so muß er henken; raubet er auf der Straßen, so ist der Kopf verloren. Aber ein Jüde, wenn er zehn Tunne Goldes stiehlet und raubet durch seinen Wucher, so ist er lieber denn Gott selbs.“
(Luther: Von den Jüden und ihren Lügen. Erlanger Ausg. Bd.32. S.244)

„Denn es gibt viele Schwätzer, Ungehorsame und Schwindler… die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muß man zum Schweigen bringen…es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen.“ (Paulusbrief an Titus 1, Verse 10-16)

Anmerkung:
In einem Gespräch sagte Adolf Hitler 1923: „Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen“ (1923). Die Reichskristallnacht fand in der Nacht zu Luthers Geburtstag statt und auch bei den Nürnberger Prozessen beriefen sich die Nazis ausdrücklich auf Luthers Anti-Juden-Schriften. Die Judenverfolgung ist also keine Erfindung der Nazis, sondern hat kirchliche Tradition. Hitler sagte: „Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher.“

Angesichts der eindeutigen Fakten ist es längst nicht mehr akzeptabel, wenn die protestantische Kirche den üblen Demagogen und Volksverhetzer Martin Luther als Vorbild verkauft, z.B. in einer Unterrichtsbroschüre zum LUTHER-Film für die Klassen 7-13. Doch es werden weiterhin massenhaft Filme und Bücher über diesen Mann auf den Markt geworfen, in den Schulen werden ‚fromme‘ Legenden verbreitet, Museen werden mit lobhudelnden Relikten eines zweifelhaften Luther-Kults bestückt, um diesen als eine „faszinierende Persönlichkeit“ erscheinen lassen.

Hubertus Mynarek, einer der prominentesten Theologen und Kirchenkritiker des 20.Jahrhunderts, schreibt in seinem Buch „Die neue Inquisition“: „Nach heutigem Rechtsverständnis war Luther ein Krimineller, den der Staatsanwalt sofort verhaften ließe wegen Volksverhetzung (§130 StGB ), Anstiftung zum Mord (§§26,211), […] zum Landfriedensbruch (§§26,125) und […] zu schwerer Brandstiftung (§§26,306).“ Die eindringlichen Teufels-Heimsuchungen im Spielfilm LUTHER lassen den Kirchengründer sogar als Psychopath erscheinen. Wenn die protestantische Kirche einen (Ersatz-)Heiligen benötigt – den Heiligenkult hatte Luther bekanntlich ebenso radikal abgelehnt wie eine „lutherische“ Kirche –, so sollte sie besser den protestantischen Humanisten und Reformator Thomas Müntzer ehren.

Quellen:
Der Theologe: So spricht Martin Luther.
Der Theologe: Ein Mahnmal für die Opfer der Kirche.
Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können
Projektwerkstatt: Martin Luther – ein Vorbild und „deutscher Held“?
Prof.Dr. Uwe Hillebrand: Lehren der christlichen Kirchen

Für die Schulen – zum Verteilen:

pdfimages  Luthers unheiliger Geist

Luther genug.png

Zum Vergrößern bitte HIER klicken!


Siehe auch:
Gegen die religiöse Verblödung der Menschheit
Dunkelmännertum
Der kirchliche Hofstaat

… und das ist nicht nur in Rußland so:

dorogie_chasi_02.jpg

ROLEX – ist das zu erkennen???

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38 Antworten zu Luthers unheiliger Geist

  1. jauhuchanam schreibt:

    „Wann endlich trennt sich die evangelische Kirche von diesem falschen Propheten?“

    Süß, die Frage.
    Denn wie kann sich etwas falsches von einem falschen trennen?

    Erst, wenn ein Mensch erkennt, dass die „Katholische Kirche“ keine Kirche ist und auch keine Religion, sondern ein seit jeher international agierendes Handelsunternehmen – nämlich ein Menschen-Handelsunternehmen, wird er auch erkennen, dass auch die sogenannte „Evangelische Kirche“ nur eine der vielen Filialen Roms ist.

    Kurz Übersicht. Nur „Katholische Kirche“. Zahlen von 2006. Der Aufbau der Nicht „Katholischen Kirchen“ ist ähnlich. http://www.kathpedia.com/index.php?title=Weltkirche

    Aufbau der Stratokratie.

    Vorstandsvorsitzender Papst (1)
    Landes-Geschäftsführer Kardinäle (212)
    Gebiets-Leiter Bischöfe (4’784)
    Geschäftsstellen-Leiter Priester (405’891)
    Abteilungsleiter Diakone (32’324)

    Mönche (55’030)
    Nonnen (767’459)
    Überwacher Missionare (186’467)
    Blockwarte Katechisten „Lehrer“ (2’940’798)

    organisiert in/von 33 Orden und 23 Kirchen mit entsprechenden Funktionen: Geheimdienst = Inquisition (wohl Dominikaner), Militärischer Abwehrdienst (wohl Jesuiten), Militär (vor allem Malteser Ritter)

    • sascha313 schreibt:

      hahaha… ganz so bitterböse war ich nicht. Danke für den Hinweis! Aber wenn man’s so nimmt, ist das natürlich richtig: ein riesiges mafiöses Unternehmen. Und die Pfaffen und ihre Lakaien werden natürlich alle vom Staat bezuschußt oder bezahlt! Selbst wenn heute die Kirchenmitglieder immer weniger werden…

      • jauhuchanam schreibt:

        Auch sonst zahlens die Deppen über
        Zahlreiche Schulen und Bildungseinrichtungen stehen in kirchlicher Trägerschaft:
        64’073 Vorschulen mit 6’312’115 Schülern
        91’090 Grundschulen mit 27’975’541 Schülern
        38’277 Sekundarstufen mit 15’868’173 Schülern
        Weiterführende Schulen mit 1’830’149 Schülern
        Kirchliche Universitäten mit 2’399’022 Studenten
        Weltweit befinden sich insgesamt 83’522 Pflegeeinrichtungen und Wohlfahrtsinstitute in kirchlicher Trägerschaft:
        5’246 Krankenhäuser
        17’224 Krankenstationen
        648 Leprastationen
        14’927 Alters- und Behindertenheime
        10’163 Waisenheime
        10’932 Kindergärten
        13’866 Eheberatungsstellen
        10’516 andere Institute.

        Und über ihre Aktien- und Gesellschafteranteile sind sie grob geschätzt zu 90% an allen Konzernen und Unternehmen der Welt beteiligt.

  2. Harry 56 schreibt:

    Das seit Jahrhunderten altbewährte Bündnis von „Thron & Altar“ wurde mit Gründung der BRD 1949 ganz selbstversändlich wieder energisch fortgesetzt, bis hin zu echten NATO-Bischöfen in majestätischen Kostümen, Arm in Arm mit Herrn Adenauer….., welche öffentlich auf Kirchentagen – und dazu noch in Westberlin, also inmitten der DDR! – den Segen des Herrn für dieses aggressive Militärbündnis herabflehten.
    Dass alle heutigen Pfaffen der bundesdeutschen „Staatskirchen“ praktisch BEAMTE dieses Staates sind, sollte da eigentlich niemanden mehr verwundern….

  3. Pingback: Gegen die religiöse Verblödung der Menschheit | Sascha's Welt

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    Gestern sendete Phoenix eine Dokumentation über Thomas Müntzer. Verständlich, dass er im Westfernsehen nicht geliebt wird, sondern als der „ungehorsame, abgefallene Priester“ gebrandmarkt wird. In der Doku wird auch auf das Panorama Tübkes zum Bauernkrieg hingewiesen. Und zwar mit folgenden Worten: „In der DDR wurde von der frühbürgerlichen Revolution gesprochen. Heute sprechen wir von Aufständen unzufriedener Bauern.“ Es versteht sich, dass diese „Doku“ nicht etwa die Lebenslage der Bauern dokumentierte, die unter der Leitung Müntzers kämpften, sondern sich ganz auf Müntzer konzentrierte, der Luther, das „sanftlebende Fleisch zu Wittenberg“, deshalb nicht mochte, weil er nicht derselben Ansichten wie Müntzer war. Von den Gründen, die oben zitiert werden, erfuhr der Zuschauer allerdings wenig bis nichts. Das hätte zur Entlarvung des duckmäuserischen Luthertums geführt, was offensichtlich vermieden werden sollte, um keine Religion zu „verunglimpfen“.

    Dieses ganze religiöse Getöse geht mir in diesem Land einfach auf den Nerv. Wir ehemaligen DDR-Bürger wissen, welche Rolle gerade die evangelischen Pfarrer bei der Konterrevolution gespielt haben (Luthers Worte zur Obrigkeit negierend. Ach nee!), welche Rolle sie auch in jedem Krieg gespielt haben, getreu Luthers Worten zum Gehorsam der Untertanen gegenüber der Obrigkeit, und welche Rolle sie in den gegenwärtigen Kriegen der BRD spielen – so allein durch ihre Existenz auf den heutigen Schlachtfeldern das Zusammengehen von Staat und Kirche beweisend. Das widerspricht den Worten von Jesus, der den Frieden predigte, und dem Grundgesetz. Die Pfaffen müssten eigentlich nächtlich vom Teufel heimgesucht werden, wenn sie so wahre Glaubenshüter wären, wie sie von sich selbst behaupten.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Hanna! Das ganze schwarze Gesindel (und dazu gehören auch Pfarrerstöchter und Pfarrerswitwen!) ist einfach nur heuchlerisch und verlogen. Sanftmütigste Freundlichkeit und untertänigster Gehorsam gegenüber den staatlichen Maßgaben. Na klar, daher kommt ja auch deren horrendes Vermögen und die alljährlichen Zuschüsse…. Dafür aber tiefste Verachtung, ja Haß, gegenüber allen Atheisten.
      Kommt noch hinzu, mit welchen Blödheiten die die Kinder in den Schulen beeinflussen.

  5. Karl schreibt:

    Ich habe von Friedrich Engels über den Bauernkrieg gelesen, da werden Luther und Müntzer charakterisiert. Meine Frage ist, in der DDR gab es das Lutherjahr 1983? Anlass war der %00 Geburtstag, Da wurden in Erfurt ein Lutherdenkmal erichtet und eingeweiht, dann gab es den Fünfteiler „Luther“, der rechtzeitig zum Geburtstag gesendet wurde… Frage ist, wie ging man in den Film mit Luther um, wurde das auch angesprochen? Wäre nett, wie Ihr das seht, da ich die Filme nicht sah. Den einzigsten, den ich gesehen habe, war der Film (jetzt auf DVD) über Thomas Müntzer „Denn ich sah eine neue Erde“ mit Wolf Kaiser in der Hauptrolle als Thomas Münzter. Danke.

  6. Hanna Fleiss schreibt:

    Karl, das habe ich mich gefragt, was es soll: Lutherjahr? Ich nehme an, das gehört in die Kirchenpolitik der SED, die ja zum Ziel hatte, die Kirchen nicht zu verärgern (obwohl die DDR wusste, dass sich dort die Konterrevolution sammelte – oder weil?), und außerdem gab es in der DDR ja so eine Welle, bislang verpönte Größen als „große Deutsche“ hinzustellen, zum Beispiel auch Bismarck. Ich hatte da nur noch auf Schopenhauer gewartet, und hätte es die DDR weiter gegeben, wäre sicher auch Schopenhauer zum „großen Deutschen“ erklärt worden. Da hatte der Revisionismus schon ganz ordentlich gegriffen, sowohl auf dem Gebiet der Geschichtsschreibung, als auch in der Kirchenpolitik, besonders aber auf dem Gebiet von Kultur und Kunst.

    Den Luther-Film mit Ulrich Thein habe ich vor Jahren gesehen, sehr lange her, das war in einem anderen Leben. Ich kann mich nicht erinnern, dass Luthers Auslassungen gegen die Juden und gegen die Bauern besonders hervorgehoben worden wären, das ging alles so in einem nicht ganz klaren Sowohl-Alsauch unter, eher so eine Art Bilderbuch „Aus dem Leben Luthers“. Erwähnt wurde natürlich Luthers Aufruf wider die räuberischen Bauern, daran kann ich mich erinnern. Nicht aber erinnern kann ich mich daran, dass auch nur ein einziges Wort gegen die Kirche mit der nötigen Konsequenz von Marxisten gesagt worden wäre. Was allerdings bei mir noch hängengeblieben ist, das ist die klare Stellungnahme des Films gegen die Unterdrückung der revolutionären Bauernschaft durch Fürsten und sonstiges Gesindel. Natürlich wurde die Bibelübersetzung erwähnt als großes Werk, was sie ja auch ist, aber unterm Strich würde ich sagen, der Film, wie er war, hätte auch eine Westproduktion sein können, mit einigen Einschränkungen. Gelebt hat er vor allem durch die Darstellung Luthers durch Ulrich Thein, dessen Spiel viele Schwächen des Drehbuchs übersehen ließ. Es war eben für Leute, die in der Materie standen, schon erkennbar, dass der Revisionismus gerade auch die Filmmacher im Griff hatte. Tut mir leid, mehr kann ich dir aus dem Hut auch nicht dazu mitteilen.

    Wo hast du die DVD des Müntzer-Films mit Wolf Kaiser erstanden? Daran wäre ich sehr interessiert, ich mochte den Mackie Messer wie kaum einen DDR-Schauspieler. Er war einfach Klasse. Und ist so schlimm geendet.

    • Karl schreibt:

      Hallo Hanna, vielen Dank für deine Antwort. Den Film „Denn ich sah eine Neue Erde“ habe ich bei Thalia bekommen: thalia.de Es ist ein Buchladen. Kann man auch Online bestellen. Es ist übrigens ein Zweiteiler. Den Film, den Du mir empfohlen hast, werde ich mir bei Veoh anschauen. Das Mit der Anbiederei an die Kirche sehe ich genauso; was mich ägert oder wundert, ist eben, dass man nach den XX. Parteitag das Stalindenkmal geschliffen hat, der mehr geleistet hat für die Menschheit, als ein Luther oder der Alte Fritz, der unter den Linden stand. Wie gesagt vielen Dank noch mal.

  7. Hanna Fleiss schreibt:

    Karl, noch ein Nachsatz: Es gibt einen DEFA-Film zu Thomas Müntzer nach dem Theaterstück von Friedrich Wolf. In dem Film findet man das, was man später an DEFA-Filmen so sehr vermisst hatte: den eindeutigen Klassenstandpunkt. Er muss in den fünfziger Jahren gedreht worden sein, als es in der DDR noch den Marxismus-Leninismus gab. Das Westfernsehen hatte ihn um das Jahr 2000 herum mal gezeigt, ich hatte ihn mir mitgeschnitten als einmalige Gelegenheit.

    • Doed schreibt:

      Ich kenne die Filme nicht. Aber einen eindeutigen Klassenstandpunkt? Wozu eindeutig? Ich glaube das westliche System lebt gerade von diesem unterschwelligen Einstreuen dessen Anschauung. Ist es allzu offensichtlich wirkt es plump und lässt die Leute abstumpfen. Nicht jeder will den ganzen Tag Parteiparolen hören. Das hängt verständlich irgendwann zum Hals raus.

      • sascha313 schreibt:

        Doed, die bürgerliche Propaganda hat sich schon immer dieser Methoden bedient, und immer wenn klare Worte angesagt waren (d.h. ein klarer Klassenstandpunkt gefragt war), wurde dies als „kommunistische Propaganda“ (als „Parteiparolen“) verunglimpft. Gehen wir mal weg davon: das wissenschaftliche Denken beginnt damit, daß man Tatsachen untersucht, Zusammenhänge herstellt und Gesetzmäßigkeiten herausfindet. Nichts anderes ist gemeint, wenn wir hier von einem „klaren Klassenstandpunkt“ reden. Es gibt eben nur eine historische Wahrheit, und nicht unendlich viele. Das ist Marxismus. Und das kann man nachlesen, bei Marx, Engels usw.

      • Rheinlaender schreibt:

        Hallo Doed. Ich 61 Jahre alter Wessie und mag auch keine hohlen Partei-Phrasen / Auswendig-Lern-Begriffe wie „Klassenstandpunkt“ oder „Maximalprofit“ … Diese Worte habe ich in den Kapitalbänden von Marx / Engels NICHT gefunden.
        Diese Worte haben nur Sinn, wenn man sie einfach erklären und mit praktischen Inhalten füllen kann. Zum Begriff Klassenstandpunkt habe ich eine gute Beschreibung bei kommunisten-online gefunden.

        Der negative Begriff „Maximalprofit“ wird sogar überwiegend von RECHTEN Sozialdemokraten, Grünen und patriotischen Kapitalismus Fans verwendet. Was Positives zum Begriff „Klassenstandpunkt“: Als ich vor 45 Jahren in der Fabrikarbeiter-Ausbildung war, war den Arbeitern dort folgendes bewusst: Wir können ohne die Kapitalisten, ohne die höheren Angestellten, ohne die Beamten, ohne die selbständigen Gastwirte, Versicherungsvertreter, … Aber die können nicht ohne uns. Orginal Ton „Alles was Du mit den Augen siehst, wird von Uns produziert“ und die da Oben sind ohne Uns NICHTS“

        In der Praxis (70 Jahre) war das in unserem Stadtteil so, dass wir teure Autos beschädigt haben, weil die ja sowieso nur kriminellen Schmarotzern gehörten. Und? Das wurde bei uns allgemein begrüsst. Und: Das war auch unabhängig davon, ob ein Arbeiter CDU oder DKP wählte. Es war Konsens.

      • sascha313 schreibt:

        Sehr gut, rheinlaender – hättest ja auch hier mal nachsehen können. Da steht das nämlich auch🙂
        G.Gagina: Über den Klassenstandpunkt – Und darum geht es eben heute: Wie kann man vom spontanen Klasseninstinkt zum Bewußtsein – also zum WISSEN – kommen!

  8. Hanna Fleiss schreibt:

    Doed, du hast dich vermutlich viel zu sehr daran gewöhnt, dass du deine Umwelt und vor allem dich selbst nicht begreifst. Weil dir das so suggeriert wird, du sollst auch weder dich selbst noch deine Zeit wirklich begreifen. Wenn du dem auf den Leim gehst, dann kommt so etwas heraus, dass du nämlich es als ganz normal empfindest, dass dir die Welt unerklärlich erscheint. Aber du scheinst dich mit dieser Sicht ganz gut zu fühlen, so gerätst du nicht in Widerspruch zu deiner Umwelt, und die Kollegen, Verwandten und Nachbarn haben dich lieb. Du musst wissen, was zu dir passt.

    • Doed schreibt:

      Ich kann mit deinem Text nicht viel anfangen. Das trifft eigentlich überhaupt nicht zu. Ich würde aber nicht behaupten, dass ich die Welt begreife. Dann bräuchte ich die Texte von Sascha auch nicht mehr zu lesen. Und im meinem Umfeld kritisiere ich genug.

  9. Hanna Fleiss schreibt:

    Doed, was „trifft eigentlich überhaupt nicht zu“? Beim Kritisieren kommt es doch immer auf den Standpunkt an, den Klassenstandpunkt. Und wenn du hier bei Sascha was lernen willst, musst du dich öffnen, in ein verschlossenes Hirn geht nichts hinein. Die Westparolen hier einzubringen, das halte ich nicht gerade für die beste Methode, etwas zu lernen.

    • Doed schreibt:

      Hast du es eigentlich irgendwie auf mich abgesehen? Oder verstehst du nicht was ich sagen will? Es geht nicht darum den Klassenstandpunkt zu negieren oder zu behaupten es gäbe keine Klassen, sondern, dass die offensichtliche Propaganda unwirksam (geworden) ist.
      Wenn mein Hirn so verschlossen ist, wäre ich wohl kaum hier, sondern würde ich blind das nachplappern was uns die Medien vorsetzen. Ich bin aber keinesfalls so offen, dass ich alles blind glaube was mir vorgesetzt wird (was eigentlich auch eine verschlossene Denkweise ist). Schon gar nicht, weil die Zeit sich geändert hat und wir in einem anderen Land leben, als im zaristischen Russland. Die Leute sind verhältnismäßig satt und bequem geworden. Die Arbeiterbewegung am Boden und völlig denunziert. Das politische Interesse tendiert in der Masse der jüngeren Generation gegen 0. Also wie sieht denn deine Lösung aus? Als glühender Verfechter von Stalin wirst du leicht auf die Stufe eines Nazis gestellt. Stalin wurde völlig kompromittiert. Auch meine Meinung bezüglich ihn ist nicht abgeschlossen. Eine sachliche Auseinandersetzung mit der Person oder dem Sozialismus allgemein ist aber kaum möglich. Lügen sind überall gestreut, aber geglaubt wird von den meisten nur was die Konzernmedien vorsetzen. Und diese Meinungshoheit gilt es als ersten Schritt zu brechen.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Doed, ich muss noch einmal zurückkommen auf die Parteiparolen. Ich habe bei Kurt Gossweiler in diesem Zusammenhang eine sehr wichtige Stelle in seinem Buch zum Revisionismus gefunden. Dabei geht es um den Gebrauch von „Parteiparolen“. Ich will, verstehe mich richtig, dir nichts vorwerfen, dir aber diese Stelle nicht vorenthalten.

        Gossweiler schreibt im Zusammenhang mit der Bereitschaft der Gewerkschaftsführer um 1933, sich „zum Stützpfeiler eines solchen militärfaschistischen Regimes umzufunktionieren…“:
        „Die Erinnerung an diese Wende- und Wandlungsfähigkeit von Führern der Freien Gewerkschaften wachzuhalten, scheint mir gerade in Zeiten wie der unsrigen notwendig, um ähnlichen Entwicklungen rechtzeitig entgegentreten zu können. Es heißt auch hier, den Anfängen wehren. Solche Entwicklungen beginnen allemal mit Aufrufen, die ‚überholten Klassenkampfparolen‘ über Bord zu werfen, wie sie just von der Abteilung Grundsatzfragen der IG Metall in der Broschüre ‚Reform und Erneuerung der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit in der IG Metall‘ vom August 1994 verbreitet werden. So heißt es in dieser Broschüre, eine Modernisierung und Weiterentwicklung der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit sei notwendig, weil die Bildungsstätten der Gewerkschaften zu einem ‚Refugium sozialistischen Paukens‘ geworden seien. ‚Inhaltliches Kernstück der grundlegenden Seminare‘ – so weiter im Text – ‚ist der sogenannte Interessengegensatz bzw. der Grundwiderspruch zwischen Arbeit und Kapital. Diese allen Seminaren der IG-Bildungsarbeit zurundeliegende Basisphilosophie spaltet Betrieb und Gesellschaft säuberlich in zwei sich feindlich gegenüberstehende Lager. Damit wird ein bipolares Denken gefördert. … Dieses Freund-Feind-Denken steht … im Widerspruch zu den Lebenserfahrungen der Seminarteilnehmer.‘ Von da ist es nicht mehr weit zu Parolen wie ‚Volksgemeinschaft statt Klassenkampf!'“

      • Doed schreibt:

        Ich habe nichts gegen die Klassengegensätze an sich gesagt. Die Interesse aller Akteure zu berücksichtigen ist das A und O. Es ging mir lediglich darum, wie man es den Menschen näherbringt. Man muss nicht alles als kommunistisch benennen, was kommunistisch ist. Klar, als Partei kann man das machen, aber im Fernsehen permanente Parteipolitik sehen? Wenn du bspw. mal RTL schaust und dich über Bertelsmann (Senderinhaber) erkundigst, dann wirst du erstaunt sein, was da einfach mal so nebenbei für Ansichten gestreut werden. Das sind nur Sekunden Informationsschnipsel in den Sendungen. Und das passiert alles ohne den Liberalismus/Kapitalismus zu preisen.

      • sascha313 schreibt:

        Na, klar, Doed. Die brauchen auch nicht immer einen großen Aufmacher. Da werden Informationen gestreut, die sickern so tröpfchenweise ins Gehirn. Die Kommunisten waren stets dafür, offen ihre Ansichten zu verbreiten (Manifest) – aber an sich braucht Wissenschaft kein Etikett, nur setzt sie sich in der Gesellschaft nicht von alleine durch, da es hier um Interessen und Besitzverhältnisse geht. Die Bourgeoisie wird immer alles tun, um die Verbreitung der Lehren von Marx zu verhindern, zu entstellen, zu fälschen, nur damit alles so bleibt wie es war…
        Aber warum soll man denn die Interessen der Ausbeuterklasse „berücksichtigen“?

      • Doed schreibt:

        Mit berücksichtigen meinte ich nicht, ihnen nachzukommen, sondern der Vorsicht wegen.

  10. sascha313 schreibt:

    Naja, ich will mich ja nicht einmischen – aber sagen wir mal so: das Thema war ja Luther. Und da trifft – wie auch bei eurem Dialog – zu, daß man Luther ebensogut von der kirchlichen (bürgerlichen) Seite aus sehen kann, wie von der Seite der arbeitenden Menscheit. Das ist gemeint mit Klassenstandpunkt. Und es ist auch klar, Doed, daß sich jeder irgendwann einen Standpunkt zu eigen macht, den er für richtig hält. Ich finde es jedenfalls gut, daß Du hier liest. Ich versuche immer Themen aufzugreifen, die die Gegenwart durchschaubar machen. Und erkennen und die Welt begreifen kann man eben nur, wenn man wissenschaftlich an die Sache herangeht. Das wirst Du sicher auch wollen…

    Lenin hat mal gesagt: „Die Menschen waren in der Politik stets die einfältigen Opfer von Betrug und Selbstbetrug, und sie werden es immer sein, solange sie nicht lernen, hinter allen möglichen moralischen, religiösen, politischen und sozialen Phrasen, Erklärungen und Versprechungen die Interessen dieser oder jener Klassen zu suchen.“ (W.I. Lenin: „Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus“, 1913, Werke, Bd.19, Dietz-Verlag, Berlin 1977, S. 8.) Das ist übrigens sehr lesenswert! Wir haben da alle noch viel zu lernen!
    Aber bitte: Geht achtsam miteinander um!

  11. Hanna Fleiss schreibt:

    Doed, nein, nicht dass ich wüsste, dass ich es auf überhaupt jemanden abgesehen hätte, aber allgemein habe ich es auf alle abgesehen, auch und besonders auf die, die hier nicht schreiben.

    Ich gehe ja in vielem mit, was du schreibst. Und ich bin wie du der Ansicht, dass die Parolenschreierei ausgedient hat, die dem Sozialismus so sehr geschadet hat, weil dahinter nicht die Überzeugung der Arbeiter stand, ja ihre vom Westen beeinflussten Ansichten einfach negierten, statt dass die Partei darauf eingegangen wäre und die Dinge zurechtgerückt hätte. Sie hat die wichtigste Gelegenheit verpasst, mit den Arbeitern ins Gespräch zu kommen.

    Gossweiler beklagt diese Vorgehensweise der Partei sehr in seinem Brief an Hermann Matern nach dem 17. Juni 1953 (in: „Wider den Revisionismus“, Verlag zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung). Aber ist es denn eine leere Parteiparole, wie du schreibst, wenn vom Klassenstandpunkt gesprochen wird? Das ist meine Frage zu deinem Kommentar.

  12. Tankist schreibt:

    Lieber Doed, ich kann Hannas Fragen an Dich sehr gut nachvollziehen. Du beschreibst die Situation, völlig in Ordnung. Gehe da in vielen Punkten konform mit Dir. Anderer Meinung bin ich in Sachen Lösung.

    Die Lösung wurde durch Marx, Engels und Lenin beschrieben und durch Stalin und Ulbricht umgesetzt. Gerade die Haltung zu Stalin ist der Prüfstein. Die Übernahme der Produktionsmittel durch das Proletariat ist nicht ohne die Diktatur des Proletariats zu machen. Das bedeutet Führung durch die Avantgarde, die Kommunistische Partei, das bedeutet beharrliche Überzeugungs-und Bildungsarbeit bei den Massen, das bedeutet aber auch die Unterdrückung- und wenn nötig- die Liquidierung der Konterrevolution.

    Natürlich waren und sind die breiten Massen nicht an Politik interessiert, logischerweise herrscht ein Klima, welches angeblich das Individuum in den Mittelpunkt stellt. Natürlich? Logisch? Ja, der Klassenfeind hat gesiegt und sichert so seinen Sieg ab. Luther, Dühring, Hitler, Merkel….alles nur Figuren, im Kern geht es um die Entpolitisierung der Massen zu deren ungehinderter Ausbeutung und deren Nutzung als Kanonenfutter für die nächsten Kriegsprofite. Diese fleißigen und schlauen (bitte nicht mit intelligent verwechseln) Deutschen eignen sich offensichtlich besonders gut dafür. Ihre „Individualität“ dürfen sie kreditbelastet in anonymen Reihenhaussiedlungen ausleben, ihre Arbeitskraft der Ausbeutung und dem Mobbing in den Konzernen ausliefern.

    Nur zwei Beispiele:
    * Als deren Führer zum Feldzug gegen den Bolschewismus schrie, schrien die Deutschen noch lauter „Jawollll, mein Führer“. Dies ein Beispiel für die Verblödung der Massen im Imperialismus.
    * Als Stalin befahl, die Naziverbrecher, geschlagen in der Schlacht „Bagration“ (Vernichtung der Heeresgruppe Mitte im Sommer 1944) am 17. Juli 1944 durch Moskau zu führen, standen hunderttausende Moskauer an den Straßenrändern. Sie schwiegen und sahen auf den Feind hernieder. Das ist ein Beispiel für Klassenbewußtsein.

    Doed, ich stecke hier jetzt schon 27 Jahre im „Freiheitlich Demokratischen Umerziehungslager“, werde täglich vollgemüllt. Wenn es mir zu bunt wird, helfen zwei Lieder: Ernst Busch „Das Lied vom Klassenfeind“, Chor der Sowjetarmee „Der Heilige Krieg“. Für Frieden und Sozialismus, ich bin bereit!!! Nachsatz: gibt da auch was vom Oktoberklub: „Da sind wir aber immer noch“. Fakt ist, es geht halt nicht ohne Kampf und Diktatur des Proletariats

  13. Hanna Fleiss schreibt:

    Tankist, du erwähnst den „Heiligen Krieg“. Im Zusammenhang mit diesem Lied hatte ich ein Erlebnis, das ziemlich tief ging. Es war die Abschlussveranstaltung der Roten Armee vor ihrem Abzug aus der DDR. Zuerst das übliche: Tänze, Volkslieder, russische und auch deutsche. Und dann traten zehn Sänger in einer Reihe vor und begannen zu singen: „Der Heilige Krieg“. Und irgendwas sagte mir, als ich dieses Lied hörte: Nein, das ist nicht das Ende, dieses Volk, das durch die faschistische Hölle gegangen ist, das um das Recht der Menschheit auf Leben gekämpft hat, nein, es wird, wenn es ernst wird, immer zu den Völkern stehen, es war ein Versprechen. Das waren so meine Gedanken. Und ich sah viele ältere Menschen, denen es sicher genauso ging, sie standen ergriffen und stumm. Es dauerte, bis Beifall kam. Dieses Lied hat etwas aufgerichtet in mir. Entschuldige, das musste ich loswerden.

  14. Tankist schreibt:

    Hanna, ganz herzlichen Dank für Deine Worte! Ich fühle das auch so.Ja, dieses Lied, diese Hymne ist ein Schwur an die Menschheit. Die Nazis standen 30 km vor dem Roten Platz, vor dem Leninmausoleum, es war der 24. Jahrestag der Oktoberrevolution. Stalin sprach zu seinen Soldaten:“Euch erwartet ein Kampf auf Leben und Tod, ein Kampf zur Befreiung der Menschheit. Erweist Euch als würdig.“

    Was die Imperialisten der jungen Sowjetunion und ihren Menschen aufgezwungen haben, war brutal. So wie man heute in Washington und Berlin vom Sieg über Russland träumt, so planten die Nazis, finanziert von British-Zionistischen Kreisen, damals den Vernichtungsfeldzug gegen den Sozialismus.

    42 Monate nach Stalins Rede im bedrängten Moskau wehte das Siegesbanner des ersten Arbeiter- und Bauernstaates über Berlin. Der Sozialismus, seine Menschen und ihr Klassenbewußtsein haben über den Imperialismus gesiegt. Schmachvoll war der Abzug der Sieger des Krieges im Jahr 1994 unter Anwesenheit des Alkoholikers und Verräters Jelzin.

    Welche Lehre ist daraus zu ziehen? Der Klassenfeind bedient sich eines breiten Spektrums an Mitteln, seine Ziele,- Ausbeutung, Unterdrückung und Kriegsprofite, durchzusetzen. Der Weg, ihn daran zu hindern ist, die Unterdrückung des Klassenfeindes. Ganz im Sinne der Rede Stalins im umkämpften Moskau- die Übernahme der Produktionsmittel durch die Werktätigen bedeutet das Ende der Ursachen für Krieg und Ausbeutung.

  15. Hanna Fleiss schreibt:

    Doed, nach deinem Statement habe ich zwei Fragen:
    1. Ist für dich der Kommunismus Parteipolitik?
    2. Was heißt „die Interessen aller Akteure zu berücksichtigen“?

    • Doed schreibt:

      1. Kommt doch auf die Partei an. Wie ich zum Kommunismus stehe, kann ich nicht abschließend sagen. Ich fitze mich da mehr oder weniger gerade rein. Man muss diese Ideologie ja erstmal verstehen. Nur das Manifest lesen reicht nicht aus. Bei vielen ist es damit aber schon getan.
      Ich kenne aus der Schulzeit zwei Leute die sich zum Kommunismus bekannten. Nach dem jugendlichen Eifer ist aber nicht mehr viel übrig von dieser Einstellung. Zumindest die eine Person ist wohl apolitisch geworden und die andere beschwerte sich über Chavez Geheimdienst. (Hat sie wohl aus den reicheren Gegenden, weil sie damals in Südamerika rumgondelte). Ich denke da fehlte es an einigen Grundlagen.
      2. Habe ich Sascha geantwortet. Es ist bezüglich der Vorsicht bzw. um die Intention der Akteure herauszufinden.

  16. Hanna Fleiss schreibt:

    Danke, Doed, für die Antwort. Das war aber nicht die Frage.

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