Thomas Müntzer und der frühe Kommunismus des Mittelalters

„Er ist uns vertraut wie nur wenige Gestalten der älteren Geschichte“ [1], schrieb Manfred Bensing in seiner Biographie Thomas Müntzers. Nun mag sein, daß dies heute nicht mehr zutrifft, da der unsägliche Luther-Kult, den nicht nur die evangelische Kirche in den letzten Jahren aufgeblasen hat wie einen schillernden Luftballon, dazu gedacht ist, die geschichtlichen Kenntnisse über das Leben dieses großen deutschen Revolutionärs in den Hintergrund zu drängen, sie in Vergessenheit zu bringen.

Thomas Müntzer

Thomas Müntzer

Thomas Müntzer lebte von 1490 bis 1525. Seine reformatorische Auffassung lief auf einen Gesellschaftszustand hinaus, in dem es keine Klassen und keine sich über das Volk erhebende Obrigkeit mehr gibt. Trotz aller Begrenztheit des mittelalterlichen Denken wiesen seine Anschauungen weit in die Zukunft hinein. Kein Wunder, wenn heute in den Schulen und in der bürgerlichen Öffentlichkeit davon keine Rede mehr ist. Thomas Müntzer teilte das Schicksal so vieler Menschen, die ihrer Zeit voraus waren und bereit waren, die Welt zum Wohle der Menschheit zu verändern. 1525 wurde Thomas Müntzer von einer fürstlichen Übermacht gefangengenommen, grausam gefoltert und hingerichtet. Der sowjetische Historiker Wiktor Timofejew schreibt:

Ihren Höhepunkt erreichte die Entwicklung der Ideologie eines christlich-ketzerischen Kommunismus in Deutschland während des Großen Deutschen Bauernkrieges von 1524 bis 1525/1526. Den deutlichsten Ausdruck verlieh ihr Thomas Müntzer, der Anführer der aufständischen Bauern und Plebejer. Im Gegensatz zu Luther leitete Müntzer den Volksflügel der Reformation, der sich nicht mit einer Kirchenreform zufriedengeben wollte, sondern politische und ökonomische Veränderungen forderte.

Thomas Müntzer wendet sich gegen den Katholizismus

Schon vor dem Beginn des allgemeinen Aufstands propagierte Müntzer in verschiedenen Gebieten Deutschlands revolutionäre und kommunistische Ansichten. Doch er drückte seine Auffassung in religiös-mystischer Form aus. Ähnlich den Taboriten [2], deren Ideen er teilte, begründete er die Notwendigkeit, die Gütergemeinschaft einzuführen, mit Hinweisen auf das Neue Testament. Müntzers Lehre war jedoch keine einfache Wiederbelebung der Taboritenlehre. So ging er von der Kritik am Katholizismus zur Kritik am Christentum allgemein über, und die Forderung nach Wiederherstellung der Reinheit der biblischen Lehre rückte bei ihm auf den zweiten Platz und wurde durch die Forderung nach einer direkten Beziehung zu Gott ersetzt. Dabei hatte die Gottesauffassung Müntzers nichts mit dem Christentum gemein, ja war überhaupt weit vom religiösen Sinn dieses Begriffs entfernt. Die Annäherung des Menschen an Gott betrachtete er als Erwachen der guten moralischen Eigenschaften im Menschen. Der Mensch wird der Gottheit dadurch ähnlich, daß in ihm die Vernunft erwacht.

Eine Vorwegnahme kommunistischer Forderungen der Zukunft

Thomas Müntzer verkündete in christlicher Form einen Pantheismus [3], der in einigen Aspekten dem Atheismus sehr nahe kam. Er verneinte die Existenz von jenseitigem Paradies und Hölle. Das Paradies ist die Glückseligkeit des Menschen hier, und der Teufel, das sind einfach die üblen Begierden eben des irdischen Menschen. Deshalb meinte Müntzer, daß der Mensch das Reich Gottes in der Wirklichkeit auf Erden errichten müsse und nicht im Jenseits. Dabei verstand er unter dem Reich Gottes, wie Engels schrieb, „nichts anderes als einen Gesellschaftszustand, in dem keine Klassenunterschiede, kein Privateigentum und keine den Gesellschaftsmitgliedern gegenüber selbständige, fremde Staatsgewalt mehr bestehen.“ [4]

Hochverursachte Schutzrede (1525)

Hochverursachte Schutzrede (1525)

In Müntzers Lehre finden wir, wenn auch in religiöser Form, die Forderung nach Umgestaltung der ganzen Gesellschaft auf der Grundlage der Vergesellschaftung des Besitzes. Die Idee der Gütergemeinschaft hatten bereits die Taboriten und sogar frühere Sekten hervorgebracht, doch sie sahen darin die Verwirklichung der christlichen Forderung nach Verzicht auf materielle Güter, nicht aber die Bedingung für soziale Gleichheit und verwirklichten sie nur als eine von der Kriegssituation veranlaßte Maßnahme. Die Müntzersche Forderung nach sozialer Gleichheit aber ist eine Vorwegnahme kommunistischer Forderungen der Zukunft.

Eine revolutionäre Lösung der gesellschaftlichen Mißverhältnisse

Bemerkenswert ist außerdem, daß Müntzer die Hoffnung auf die friedliche Errichtung einer gerechten Gesellschaft völlig ablehnte. Sie kann nur auf revolutionärem Wege geschaffen werden. Wenn dieser revolutionäre Weg auch von Müntzer im Geiste der Prophezeiungen, der neutestamentlichen „Apokalypse“ dargestellt wurde, die den Unterdrückern die Strafe des Herrn androht, so bedeutete das für ihn nicht, daß man auf irgendein übernatürliches Elngreifen warten solle. Müntzer verkündete, daß die Strafe Gottes die Unterdrücker von der Hand der Unterdrückten selbst trifft. Übrigens begründete er auch das mit Hinweisen auf die Bibel, hier vorwiegend auf das Alte Testament.

Müntzer hatte keinen klaren Plan

Natürlich konnte das seinem Inhalt nach kommunistische Programm Müntzers unter den damaligen historischen Bedingungen nicht verwirklicht werden, weil es, wie Engels sagte: „weniger die Zusammenfassung der Forderungen der damaligen Plebejer als die geniale Antizipation der Ernanzipationsbedingungen der kaum sich entwickelnden proletarischen Elemente unter diesen Plebejern“ [5] war. Müntzer hatte keinen klaren Plan für die Organisation der Gesellschaftsordnung, die er sich unter dem Reich Gottes vorstellte. Unter den Bedingungen des gerade entstehenden Kapitalismus bedeutete seine revolutionäre Propaganda praktisch einen Aufruf zur antifeudalen Volksrevolution, an der er aktiv teilnahm. Er war faktisch der Führer der revolutionären Gemeinde, die in der Stadt Mühlhausen die Macht eroberte und zwei Monate lang behauptete. Doch die Revolution wurde niedergeworfen, die Mühlhäuser geschlagen und Müntzer hingerichtet.

Die revolutionäre Bewegung der Täufer

Die Bauernrevolution in Deutschland war erstickt. Aber einige Jahre später flammten im Norden des Landes in einzelnen Gebieten Aufstände auf. Das für die Geschichte des mittelalterlichen Kommunismus wichtigste Ereignis jener Zeit war die Kommune in Münster, die von Februar 1534 bis Juni 1535 existierte. Die führende Rolle in der Kommune spielten die Täufer, eine Sekte, die kurz vor dem Beginn des Bauernkrieges entstanden war. Anfangs drückten sie ihren Protest gegen die herrschende Ordnung als Verkündurig einer Abkehr von der Welt und des passiven Wartens auf das Tausendjährige Reich Gottes aus. Doch unter dem Einfluß der Verfolgung von seiten der Kirche und der Feudalherren, unter den Bedingungen des revolutionären Aufschwungs im Lande bildete sich unter den Täufern eine starke Strömung, welche die von Müntzer propagierten Ansichten teilte.

Ein erbitterter Kampf der Volksmassen gegen die Obrigkeit

Die Anhänger dieser Strömung predigten nicht mehr einfach das Warten auf das Reich Gottes, sondern hielten es für möglich, seinen Anbruch mit revolutionären Mitteln herbeizuführen. Als Beweis für die Rechtmäßigkeit solcher Mittel beriefen sie sich auf Beispiele von Gewaltanwendung zur Durchsetzurig von Gottes Willen, die sich im Alten Testament finden. Viele Täufer, die an den Bauernaufständen im Süden des Landes teilgenommen hatten, gingen nach ihrer Niederlage in die Stadt Münster, wo Anfang der dreißiger Jahre ein erbitterter Kampf der Volksmassen gegen die Herrschaft des Bischöfe und des Feudaladels entbrannte. Nachdem die Täufer die Mehrheit im Rat errungen hatten, organisierten sie die Verteidigung der Stadt gegen die Truppen der Feudalherren und führten eine Reihe ökonomischer Maßnahmen durch, die wahrscheinlich in erster Linie durch den Belagerungszustand veranlaßt waren. Zugleich drückten sie die Vorstellungen der Täufer von einer gerechten Gesellschaftsordnung aus.

Die weltlichen Absichten der frühen Kommunisten

Eine dieser Maßnahmen war die Vergesellschaftung von Gebrauchsgegenständen und Edelmetallen. Es wurden gemeinschaftliche Mahlzeiten im Sinne eines gleichmacherischen Verbraucherkommunismus eingeführt. Was die Organisation der gesellschaftlichen Produktion betrifft, so beschränkten sich die Täufer darauf, an einzelne Personen Landstücke zur Bearbeitung und zur Versorgung der Gemeinde mit Lebensmitteln zu verteilen. Das lag daran, daß die Täufer in Münster wie auch alle anderen mittelalterlichen Kommunisten keine konkreten Pläne für die Verwirklichung kommunistischer Umgestaltungen in größerem Maßstab besaßen. Für solche Pläne gab es noch keine historischen Voraussetzungen. Schon gar nicht hätte man sie in jener Zeit verwirklichen können. Mit der Niederschlagung der Kommune in Münster endete eine Epoche, in der kommunistische Ideen noch ganz auf religiöser Grundlage formuliert wurden. Obwohl später viele Spielarten religiöser sozialistischer oder kommunistischer Utopien auftauchten, enthielt ihre Argumentation nicht nur religiöse Gedanken.

Ist die Bibel wirklich „radikal“?

Wie aber erklärt sich der religiöse Charakter des mittelalterlichen Kommunismus? War das Christentum die Hauptquelle für die revolutionären Stimmungen der unterdrückten Massen in der Feudalepoche? Äußerlich schien das wenigstens so. Alle Massenbewegungen der unterdrückten Bauern und städtischen Plebejer standen während des Mittelalters im Zeichen des Kampfes für die Verwirklichung der Ideen des frühen Christentums, so wie sie sie begriffen. Die aufständischen Bauern und Plebejer glaubten in der Bibel wirklich eine Verurteilung der Feudalordnung wahrzunehmen. Doch lag das an den Verfassern der Bibel? Der fortschrittliche Theologe der DDR Emil Fuchs zum Beispiel ist dieser Meinung. Er wirft Luther vor, die sozialen Ideen des Christentums nicht begriffen zu haben: „Die Bauern lasen das Evangelium, das er übersetzt hatte, und verstanden es in seiner Radikalität besser als er; sie hörten, daß dies Evangelium ihre Unterdrücker verurteilte und sie zur Verantwortung rief.“ [6]

Das Christentum ist keine weltverändernde Religion

Wie bereits gesagt, kann das Christentum nicht als eine Ideologie des Kampfes gegen soziale Ungleichheit gelten. Erst recht trifft das auf die kanonisierten Texte der Evangelien zu. Um in der Bibel Aufrufe zu kommunistischen Umgestaltungen der Gesellschaft zu finden, muß man ein sehr voreingenommener Leser sein. Doch die unterdrückten Massen im Mittelalter waren eben solche voreingenommenen Bibelausleger. Das Leben selbst, das Suchen nach einem Ausweg aus der unglücklichen, erniedrigenden Lage, der Haß auf die Unterdrücker ließ sie ihre Aufmerksamkeit auf die wenigen Stellen der Bibel richten, die man, wenn man wollte, in revolutionär-demokratischem Sinn auslegen konnte. In der Bibel gibt es solche Äußerungen, die sich entweder aus der Zeit des Urchristentums erhalten haben oder wegen ihres allzu abstrakten Charakters eine freie Deutung zulassen. In der späteren Kirchenliteratur wurden alle Sätze der Bibel die einen demokratischen Akzent haben, in einem für die Ausbeu­ter annehmbaren Geist erklärt.

Die mittelalterlichen Revolutionäre wollten die Gesellschaft verändern…

Folglich waren die wirklichen Quellen für die sozialen Losungen der mittelalterlichen Revolutionäre die konkreten historischen Bedingungen dieser Epoche. Wie Friedrich Engels sagt, verbargen sich in den revolutionären Bewegungen des Mittelalters regelmäßig „hinter der religiösen Exaltation sehr handfeste weltliche Interessen.“ [7] Gerade sie bewogen auch die mittelalterlichen Bauern und Plebejer, bestimmte soziale Forderungen zu formulieren. Und obwohl diese Forderungen der Form nach im Vergleich zum Urchristentum meist keine neuen Grundsätze enthielten, ist doch die Ideologie der mittelalterliehen Revolutionäre nicht mit dem frühen Christentum identisch. Erst recht stimmt sie nicht mit dem Christentum der Evangelien überein, auf die sich die mittelalterlichen Kommunisten selbst häufig beriefen. Beispielsweise stellten sogar die friedfertigen mittelalterlichen Kommunisten die Aufgabe, die Gesellschaft zu verändern, was die frühen Christen nicht anstrebten. Allerdings hielten sich die friedfertigen Kommunisten an die beschränkten Losungen christlicher Brüderlichkeit, und ihr Kommunismus trug sehr den Charakter einer kleinen Verbrauchergemeinschaft. Sie traten nur für die Vergesellschaftung der Gebrauchsgegenstände ein, die den Gemeindemitgliedern gehörten, und glaubten, daß die übrigen Leute ihrem Beispiel folgen würden.

Quelle:
Wiktor Timofejew, Kommunismus und Religion – Über die sozialen Prinzipien. Verlag Neues Leben Berlin, 1975, S.112-117.

Zitate und Anmerkungen:
[1] Manfred Bensing, Thomas Müntzer. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1989, S.5.
[2] Taboriten: radikaler Flügel der revolutionären tschech. Hussitenbewegung (1419/34)
[3] Pantheismus: Lehre, die Gott mit der Natur identifiziert.
[4] Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, in: Marx/Engels, Werke, Bd.7, Dietz Verlag, Berlin 1960, S.354.
[5] Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, ebd., S. 353.
[6] Emil Fuchs, Marxismus und Christentum, Koehler & Amelang, Leipzig 1955, S.44.
[7] Friedrich Engels, Zur Geschichte des Urchristentums, a.a.0., S. 450.

Acrobat Reader  Timofejew Thomas Muentzer


Siehe auch:
Warum ist der Kommunismus gut für die Menschen?
Kann man die menschliche Gesellschaft verbessern?
Luthers unheiliger Geist…
Gegen die religiöse Verblödung der Menschheit
Die schwarzen Pfaffen und die Politik

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5 Antworten zu Thomas Müntzer und der frühe Kommunismus des Mittelalters

  1. Vorfinder schreibt:

    Es gibt ein Buch von einem Herrn H.-J. Goertz, der Mann ist nicht aufgefallen Kommunist zu sein. In seinem Buch, Thomas Müntzer, bringt er in einem Münchner Verlag aber richtige Feststellungen durch: „Die Bauern, die Luther Anfang Mai 1525 im Aufstandsgebiet umzustimmen versuchte, schenken ihm kein Gehör, sie wiesen ihn ab, während sie Müntzer zuliefen …“

    Wird man um die Feiern zu Luther wohl aber bei keiner Huldigung für diesen zu hören bekommen.

    Goertz weiß auch: „Mit der Niederlage der Bauern ist ein Weg verschüttet worden, der zu einer neuen, aus den spätmittelalterlichen Ansätzen des Kommunalismus gestalteten Gesellschaft hätte führen können: der Weg in ein demokratisches Gemeinwesen. Erst später, losgelöst von den kommunal-religiösen Wurzeln, ist ein solches Gemeinwesen entstanden. Im nachhinein kann das Bemühen des ´gemeinen Mannes´ und Thomas Müntzers als Meilenstein auf dem Weg der Souveränität des Volkes und zur Demokratischen Grundordnung betrachtet werden.“

    Solch eine Feststellung geht da nur durch, wenn es wenigstens in der „Demokratischen Grundordnung“ mündet, die der westgeschulte Leser gleichlautend mit: kann man nicht meckern, der Müntzer hat für die Bundesrepublik gekämpft deutet. Soll heißen: Müntzers Auftrag ist erfüllt.

    Ganz verdrängt Goertz aber immerhin nicht was offen geblieben ist: „Müntzer war Stachel im Fleisch seiner Kirche und Gesellschaft, er bleibt auch ein Stachel im Fleisch jeder Gesellschaft und jeder Kirche, die sich auf den Boden einer demokratischen Grundordnung gestellt hat, aber denjenigen mit Unverständnis begegnet, die, von ihren Erfahrungen geprägt, auch heute einen revolutionären Weg suchen, um ihre Lage in dieser Welt zu verbessern.“

    Mit der DDR waren wir schon mal weiter. Der Bundesdeutschen Wirklichkeit aber kann das nochmal gesagt werden, was einer der ihren nicht übersah.

  2. Harry 56 schreibt:

    Hallo Vorfinder, dieser Thomas Müntzer, ich weiss, in der Deutschen Demokratischen Republik wurde die gesamte heranwachsende deutsche Jugend mit diesem hervorragenden deutschen Kämpfer für die Rechte und Würde des einfachen arbeitenden Volkes ganz selbstverständlich vertraut gemacht, er wurde völlig zurecht geehrt.
    Es wurde sogar, las ich mal, irgendwo in Thüringen, ein großes Monument zu Ehren der heldenhaften kämpferischen Bauern gegen die bestialischen Söldnerherre der Fürsten (Philipp von Hessen etc..) errichtet.
    Nun ,lieber Vorfinder, ich weiss das auch noch alles aus verschiedensten Quellen, doch selbst meine Kids, Abgänger der verschiedenen „deutschen“…. „Schulformen“ von Hauptschule bis Gymnasium, wissen von diesem großen Thomas Müntzer absolut – nichts, nichts…!
    Beinahe möchte man sich als Deutscher, der sein Land, trotz der widerlichen Diktaur der deutschen Imperialisten, samt deren Handlanger aus den „Arbeitnehmer“-Organisationen dennoch noch immer versucht zu lieben, einfach nur schämen, schämen für diese „Bundesrepublik“, einen Staat der beinahe völligen Herrschaft der alten und neuen deutschen Imperialisten, und zwar seit der Spaltung 1948 von Anfang an.
    Und nun frage mich bloß nicht, was ich von allen diesen DDR- „Diisidenten“, DDR- „Bürgerrechtlern“, diesen verlogenen abscheulichen Kirchenpfaffen der DDR halte, welche eifrig und geheim wie Wühlmäuse an der Zerstörung, Zersetzung, der Sabotage des Sozialismus – bei allen seinen damaligen historisch bedingten Mängeln, zugegeben! – halte!
    Diese Krawschiks, Biermänner, Löste, Kliers, Eppelmänner, Gauckler, wann haben alle diese Typen wohl das letze mal den Namen dieses großen Thomas Müntzers in den Mund genommen? (Der Gauckler, immhin gar ein Theologe, schweigt ebenfalls!)
    Sein Totschweigen, das Verheimlichen seines Wirkens, sagt das nicht wirklich alles über den klaren Klasencharakter dieses Staates aus?
    Kann man sich zu einem Staat bekennen, ihn gar noch preisen, lobhuldigen, in welchem die besten Vetreter früherer deutscher Generationen vehement totgeschwiegen werden?
    Und nicht nur Thomas Müntzer……
    Alle diese schäbigen DDR-Verräter der 70er/80er Jahre, juckt es sie, dass die heutige deutsche Jugend keinen Thomas Müntzer mehr kennt? In Anbetracht des völligen Niederganges unserer Heimat, dem zynischen Ausverkaufs unseres Landes, unserer Kultur und Sprache, unserer alten, teilweise großartigen Kultur….,
    hätte nicht gerade auch die heutige deutsche Jugend einen Thomas Müntezer, Kentnisse seines Wirkens, tausende Male nötiger denn allerneueste I Phones, dämliche „Stasi-Gedenkstätten“?
    Doch ganz klar, die heutigen modernen Leibeigenen alias modernen Lohnsklaven, wo kämen die Herrschenden und Ausbeuter, deren SPD- und DGB-Agenten hin, würden sie plötzlich auf einen Thomas Müntzer stoßen, ihn ihm gar ein großes Vorbild erkennen?
    Dann doch lieber I Phones, I Pods mit ganz ganz vielen „Apps“, sinnloser idiotischer „Kommunikation“, Nonsence bis zum Abwinken…

    • Vorfinder schreibt:

      Durchaus richtig, Harry. Und wie sagte mir gerade ein großer, schon betagter Kommunist, „ich habe einen Zorn, wenn ich die sehe“, und mit die waren jene gemeint, die auch Du aufzählst. Und der Kommunist sprach von Zorn(!), nicht von Wut, wie es gerne so unbestimmt unsere Feinde hätten.

      Das unsere DDR eins war, mit ihrem Anspruch zeigt sich am Gewicht Thomas Müntzers in unseren Schulen damals, ja. Und weshalb die BRD eben ganz anders sich zu Müntzer zeigt: er ist noch immer Stachel im Fleisch.

      Der Oktoberklub sang einst die Liedzeile „wirklich geschadet hat er uns nicht, der Herr Kaplan.“ Nun muß man dem Oktoberclub und seinen Lieddichtern zugute halten, die kannten den Knilsch Gauck vermutlich nicht. Opportunisten wie der haben sich in der DDR verkrochen, in unserer Heimat schmarotzt, unsere Bildung abgefordert, sich dabei vom Westen beschänken lassen um noch Doppelzüngiger bei uns zu wühlen. Aber dennoch waren solche Heinis recht egal in der DDR, wir haben die ausgehalten, wie man das mit Pfaffen eben so macht.

      Aber der Oktoberklub hatte eben letztlich unrecht, leider. Wir sehen an diesem Gauck, die haben uns geschadet und ihren Lohn verschaffte denen die Konterrevolution. Das der Gauck den Thomas Müntzer nicht erwähnt, ist mir so unlieb nicht. Noch mehr Lüge von dem Gauck muß nicht sein.

      Du hast recht, Harry, man fühlt sich beschämt, dass dieses Volk solche Scharlatane wie den Gauck zum Präsidenten hat. Wirklich schlimm aber ist doch, dass das Volk sich mehrheitlich offenbar damit abfindet. – Aber Thomas Müntzer hatte es auch nicht anders und er hat es nicht hingenommen.

  3. sascha313 schreibt:

    Oh ja – Du hast ja so recht Harry. Das Verlogene und Widerliche der heutigen Pfaffen (Gesindel paßt hier genau!) ist eben auch, daß sie z.B. behaupten, es sei „eines der vielen Mißverständnisse, das er posthum zu ertragen hatte“, daß „die Staatsführung der ehemaligen DDR ihn als Vorläufer des Kommunismus vereinnahmt“ habe, … und daß sie dummschwatzen: Müntzers „Chiliasmus“ sei „theologisch“ nicht wirklich ernst zu nehmen. Ach, diese amseligen Kohlköpfe!

    P.S. um dieses alberne Theologen-„Chinesisch“ mal zu übersetzen…
    Chiliasmus: utop.Glaube an das Kommen eines irdischen sog. tausendjährigen Reiches d. sozialen Gleichheit u. Brüderlichkeit aller Menschen (bes. im Frühchristentum u. im Mittelalter.

  4. jauhuchanam schreibt:

    Das sogenannte „Tausendjährige Reich“ ist eine Metapher, ein Gleichnis mit dem ausgedrückt wird, was das Ziel ist: eine harmonische, gewaltfreie und gerechte Gesellschaft in der alle Menschen rechtlich und sozial gleichgestellt sind. Eine FREIE Menschen-Gesellschaft ohne Sklaven und damit ohne Sklaverei, also ohne Menschenjagd, Menschenhandel und Menschen-Haltung.
    Yo^^, ich lasse die Leute reden, dass dies utopisch sei, dennoch weiß ich einfach:
    „Machbar Herr Nachbar!“

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