Bist du zufrieden mit deinem Lohn, Kollege?

FrissDas ist ein Unternehmer. Er frißt und frißt und wird immer fetter. Hätten Sie gewußt, daß ein Unternehmer nur etwa ein Zehntel des erwirtschafteten Gewinns an seine Angestellten auszahlt? Hätten Sie folglich gewußt, daß ein Arbeiter in manchen Branchen mindestens zehnmal soviel Lohn bekommen müßte? Nein. Natürlich nicht. Man ist ja bescheiden, und der Lohn reicht ja auch so zum Leben. Klar, im Westen der BRD verdient man mehr als im Osten. Und wissen Sie, warum die Arbeiter auf gut Deutsch „die Schnauze halten“ und nicht aufmucken? Sie wollen ihren Scheiß-Job behalten. Sie wollen nicht auf der Straße landen. Und die Gewerkschaften? Ja, die „kämpfen“ um 3% mehr Lohn. Und dabei könnten sie wenigstens das Zehnfache fordern, dann würden die Unternehmen immer noch satte Gewinne machen. Woher kommt denn der ganze Reichtum in der BRD? Ganz klar: von der Ausbeutung. Im folgenden Artikel lesen Sie, was G.Gagina über Rußland schreibt. Das trifft hier genauso zu!

Die Parasiten der Gesellschaft

G. Gagina

Der ach so fleißige Unternehmer…

Einige Leute meinen ja, daß ein Geschäftsmann, ein Unternehmer gar nicht so schlecht ist, daß er ja auch arbeitet, manchmal sogar mehr als seine Angestellten, daß seine Arbeit wichtig und nützlich ist, weil er den Arbeitern es ermöglicht, Geld zu verdienen. Und dafür, daß er die Arbeit organisiert, soll er auch mehr als ein Arbeiter bekommen.

Solche naiven Vorstellungen über die Unternehmertätigkeit sind jedoch meilenweit von der Wirklichkeit entfernt, dafür sind sie aber außerordentlich vorteilhaft für die Wirtschaftsbosse, die sogenannten „Arbeitgeber“. Denn sie rechtfertigen deren Tun, indem sie die „Arbeit“ eines Unternehmers als äußerst nützlich für die ganze Gesellschaft hinstellen, während sie jedoch gleichzeitig den wahren Charakter seiner Existenz verbergen – einen niederträchtigen, räuberischen, grausamen und prinzipienlosen, einen rein parasitären Charakter.

Willst du nicht für mich arbeiten, so wirst du verhungern!

So mag der Unternehmer zwar als Mensch nicht schlecht sein, nett und zärtlich zu Frau und Kindern, aufmerksam und freundlich zu Freunden. Und er mag wohl auch Tiere aufrichtig lieben, sich für Sport begeistern und eine gesunde Lebensweise pflegen. Doch das ist überhaupt nicht entscheidend für sein Wesen als Geschäftsmann und „Arbeitgeber“. Weil er sich mit unternehmerischer Tätigkeit befaßt, sein Unternehmen führt, ist er unvermeidlich dazu gezwungen, sich den ökonomischen Gesetzen der Gesellschaft, in der er lebt, zu unterzuwerfen und dementsprechend zu handeln.

Ein Grundgesetz des Kapitalismus, das in der kapitalistischen Gesellschaft alle gesellschaftlichen Beziehungen bestimmt, in erster Linie die zwischen Unternehmer und Arbeiter, ist das Gesetz der Profitmaximierung. Das Ziel einer jeden unternehmerischen Tätigkeit, eines beliebigen Geschäfts, ist der Gewinns. Niemand würde eine „Sache“ beginnen, wenn er nicht wünschte, einen Vorteil davon zu haben. Doch der Gewinn wächst nicht von alleine und er fällt auch nicht vom Himmel – seine Quelle war immer und wird immer nur die menschliche Arbeit sein. Daraus folgt, daß der Unternehmer, um reich zu werden, andere Menschen zwingen muß, für ihn zu arbeiten. Im Kapitalismus verwirklicht sich das mittels des wirtschaftlichen Zwanges: Willst du nicht für mich arbeiten, so wirst du verhungern.

Ist die Ausbeutung moralisch gerechtfertigt?

Aber was heißt das eigentlich: Der Unternehmer zwingt seine Angestellten, für ihn zu arbeiten? Das bedeutet, daß jeder Unternehmer, während er nach den Gesetzen der kapitalistischen Produktion handelt, verpflichtet ist, nicht die gesamte Arbeit der bei ihm beschäftigten Lohnarbeiter zu bezahlen. Nur in diesem Fall wird er hier für sich Profit machen, weswegen auch „die Sache“ auch begonnen hat. Und das bedeutet, daß die Lohnarbeiter für jeden beliebigen „Arbeitgeber“ einen gewissen Teil ihrer Zeit umsonst arbeiten, ihm einen Teil ihrer Arbeit schenken.

Viel Neues haben wir damit nicht gesagt, viele Arbeiter wissen das alles auch selbst, und sie erklärend etwa das folgende: „Was ist das für ein Unterschied, wenn ein Teil meiner Arbeit für umsonst an meinen Arbeitgeber weggeht? Und wenn schon. Ich schaue auch nicht in die fremde Taschen hinein. Hauptsache, die Bezahlung stimmt, die ich für meine Arbeit bekomme.“ Und wenn sie das sagen, sind sie vielleicht sogar ein wenig stolz auf sich, und darauf, daß sie nicht so neugierig sind, aus ihrer Sicht – nicht so „unmoralisch“, in fremde Taschen zu schauen. Die Frage ist doch, daß eine solche Moralvorstellung falsch ist, es die bürgerliche Moral, die Moral eines Sklaven, die in unserer Gesellschaft von den Geschäftsleuten und Unternehmer aktiv propagiert und immer wieder neu aufgelegt wird, weil es für sie ganz unvorteilhaft ist, wenn sich die Lohnarbeiter für ihre Realeinkommen interessieren. Und in der Tat, jeder beliebige Dieb ist bestrebt, daß sein Diebstahl so spät wie nur möglich ans Licht kommt. Und je länger das Opfer nicht den Verdacht hat, bestohlen worden zu sein, in desto größerer Sicherheit befindet sich der Räuber.

Der geheimgehaltene Diebstahl

Ja, und gerade der Räuber ist niemand anderer, als der Geschäftsmann, der „Arbeitgeber“, um dessen „fremde Tasche“ es geht, für dessen Geheimhaltung solche kurzsichtigen und naiven Lohnarbeiter eintreten, obwohl alles, was sich darin befindet, ihre eigene Tasche ist und durch die eigene Arbeit geschaffen wurde. So könnte der ganze Reichtum dieser „fremden Taschen“ einem höheren Lebensstandard der Lohnarbeiter und ihrer Familien und der ganzen Gesellschaft zugute kommen, anstatt nur die Wünsche eines einzelnen Unternehmers zu befriedigen.

Diese verlogene bürgerliche Moral erlaubt auch nicht, noch etwas anderes zu verstehen, daß nämlich die Gesetze des Kapitalismus unerbittlich sind, und daß jeder Unternehmer, um unter den Bedingungen des Marktes überleben zu können, eindach gezwungen ist, den Profit der ihm gehörenden Firma ständig zu vergrößern, denn anders könnte er die Konkurrenz anderer, ebensolcher Unternehmer wie er selbst, nicht überleben. Die Konkurrenz kann in der Marktwirtschaft niemand aufheben. Und das bedeutet, daß der Anteil der vom Kapitalisten unbezahlten Lohnarbeit der Arbeiter, d.h. der Ausbeutungsgrad der Arbeiter, immer mehr zunimmt. Der Lohnarbeiter wird einen immer größeren Teil seiner Arbeitszeit umsonst arbeiten, und für seine Arbeit nur ein paar Groschen bekommen, die am Ende kaum reichen, um von der Hand in den Mund leben zu können.

Ohne Ausbeutung bekämen Arbeiter den zehnfachen Lohn

Schon jetzt beträgt der Gewinn durch die Ausbeutung der Lohnarbeit in unserem Land nach durchschnittlichen Schätzungen etwa 90%. Das bedeutet, daß ein Arbeiter nur ein Zehntel seiner Arbeitszeit für seinen Lohn arbeitet, und neun Zehntel seiner Arbeit seinem „Arbeitgeber“ schenkt. In nur 48 Minuten seiner Arbeitszeit hat der Arbeiter genau die Summe erarbeitet, für die ihn sein „Arbeitgeber“ bezahlt. [1] Daraus folgt, wenn man den Arbeiter vollständig für alles entlohnen würde, was sie wirklich verdienen, dann würden ihre Gehälter um das zehnfache und mehr wachsen! Das heißt, das mittlere Monatseinkommen der Arbeiter in unseren Betrieben wäre nicht 10-15 Tausend Rubel, sondern 100-150 Tausend Rubel! [2] Wie ihr Lebensstandard dabei gewachsen wäre, muß man sicher nicht sagen. Bei uns in Rußland ist es so: die einen können sich Jachten und Inseln kaufen, und den anderen fehlt sogar das Geld für die Schulsachen. Und einer der Gründe ist diese verlogene Moral, über die wir sprachen, und die von den russischen bürgerlichen Massenmedien auf die aktivste Weise in der russischen Gesellschaft verbreitet wird.

Ständig neue Arten der Beraubung

Übrigens plagen sich die Unternehmer – die russischen Kapitalisten und die ihre Interessen verteidigende russische Regierung nicht mit dieser verlogenen Moral herum, während sie regelmäßig in die eigene Tasche hineinwirtschaften,  und ständig neue Arten der Ausplünderung erfinden. Der ständige Preisanstieg für Lebensmittel des Grundbedarfs, für Dienstleistungen der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft u.a.m., ist eine der effektivsten Methoden der Beraubung der Lohnarbeiter, der Verminderung ihres Realeinkommens. Hinzu kommen endlose Zahlungen und Steuern, die gewaltsam aufgedrängten nutzlosen (staatlichen und privaten) Dienstleistungen und alle möglichen Strafen und Sanktionen, um Gelder bei der russischen Bevölkerung zu erpressen, von der fast ein Viertel unter der Armutsgrenze lebt.

Wieviel leistet ein Unternehmer wirklich?

Ja, ein Unternehmer sitzt gewöhnlich auch nicht faul herum, obwohl es bei uns auch solche Leute gibt, die überhaupt nichts tun und nur hat einen Vorteil davon haben, daß sie bedeutendes Kapital besitzen, woüber natürlich nicht geredet wird. Doch arbeitet der Unternehmer wirklich 10mal mehr als ein Angestellter seiner Firma, als der Lohnarbeiter? Natürlich nicht. Und dabei gibt es doch gewiß keine leichtere Arbeit, als die Verwaltung eines Unternehmens, sie ist um vieles bequemer als die Arbeit eines Lohnarbeiters, und der Arbeitstag eines Verwalters ist gewöhnlich kürzer, ganz zu schweigen von der völligen Freiheit, sich zu erholen, wann immer er es für wünschenswert hält. Und wenn bei diesem Unternehmer 10 Angestellte arbeiten, heißt das nicht, daß er 100mal mehr arbeiten müßte als sie? Auch das nicht, kein Mensch kann physisch so arbeiten.

Aus welchem Grund sollte also die Führung eines Unternehmens dutzendmal, hundertmal und gar tausendmal besser bezahlt werden, als die Arbeit des Arbeiters? Es gibt keinen Grund, und es kann ihn nicht geben. Ein Verwalter verbraucht für seine Arbeit nicht mehr Energie, als ein durchschnittlicher Arbeiter, das ist wissenschaftlich bewiesen. Das heißt, er soll ebensoviel bekommen, wie ein durchschnittlicher Arbeiter im Monat verdient und nicht mehr.

Eine Firmengründung – was ist das schon!

Die riesigen Gewinne unserer russischen Unternehmer kann man auch unmöglich mit dem Argument zu rechtfertigen, mit dem bürgerliche Demagogen im Westen die Arbeiter öfter entwaffnen – daß angeblich die Geschäftsleute jene Unternehmen gegründet haben und jetzt Arbeitsplätze für die Arbeiter schaffen, und daß sie deshalb auch berechtigt seien, daraus auch die Gewinne zu ziehen. Doch auch für die westlichen Arbeiter hält dieses Argument keiner Kritik stand, solange sie nicht faulenzen und dahinterkommen, was das Wesen der Sache ist. Klar, die Idee zur Gründung eines Unternehmens ist dem Geschäftsmann einfallen, doch wer hat sie eigentlich umgesetzt? Hat er denn die Fabrikgebäude selbst errichtet, die Erschließung durchgeführt, die Maschinen in den Werkhallen aufgestellt, sie getestet, gestartet u.dgl.? Nein, er hat nicht einen Finger krumm gemacht, das taten alles die Arbeiter für ihn, die er sich mietete. Das bedeutet, daß der Unternehmer nich das Recht hat zu sagen, daß es er geschafft habe, ein Unternehmen zu organisieren – die ihm gehörende Firma wurde durch die Arbeit der Lohnarbeiter geschaffen, die gezwungen wurden, für ein paar Kopeken zu arbeiten. [3]

Die Perestrojka – ein milliardenfacher Raub

Noch klarer hat sich dieses Bild der offenen und frechen Ausplünderung der Arbeiter bei uns in Rußland während der Perestrojka gezeigt. Alles wovon jetzt unsere Kapitalisten und Oligarchen leben, war nicht von ihnen geschaffen worden (und viele von denen waren damals noch nicht einmal geboren!), sondern durch die heldenhaften Leistungen des heute unterdrückten Teils der sowjetischen Werktätigen, die die wahren Gründer und Organisatoren der in Rußland existierenden Unternehmen sind. In den letzten 20 Jahren des Kapitalismus nach der Perestrojka haben unsere russischen Geschäftsleute in der Sphäre der materiellen Produktion in Rußland absolut nichts Neues hervorgebracht! Darüberhinaus haben sie sich sogar als unfähig erwiesen, das zu bewahren, was sie dem sowjetischen Arbeitsvolk gestohlen haben – alles, was nur möglich ist, wurde in Rußland zerstört, oder es verfällt, angefangen von der Industrie und der Landwirtschaft bis hin zu Wissenschaft und Bildung.

Und letzteres beweist auch, daß nicht einmal das Bildungsniveau, das Niveau der Professionalität der russischen Geschäftsleute zur Rechtfertigung ihrer hohen Einkünfte herhalten kann. Unsere russischen Arbeiter sind keinesfalls weniger gebildet, als die russischen Beamten oder Geschäftsleute, allenfalls sind sie sogar gebildeter. Oft arbeiten russischen Betrieben, und zwar bei weitem nicht nur in einem, Menschen mit Hochschulabschluß. Nicht selten haben sie besondere Qualifikationen (es sind noch Kader aus der sowjetischen Zeit). Sie wissen und können tausendmal mehr, als ihr Unternehmer-Boss, der vielleicht nicht einmal einen Fachschulabschluß hat, der aber nun ihr „Arbeitgeber“ ist, weil er der Bruder, der Vater des Schwiegersohnes oder der Freund irgendeines „hohen Tieres“ war.

Die Gerissenheit der Oligarchen

Derartige Beispiele gibt es im heutigen Rußland jede Menge. Einer der anschaulichsten Beispiele ist unser Ministerpräsident, über den nicht nur die Faulen lachen. Aus der selben Oper ist auch unser ehemaliger Verteidigungsminister, der sich nach der Zahl seiner Gehirnwindungen davon offenbar nur geringfügig unterscheidet. Und auch diese russischen Oligarchen, die auf einmal irgendwie zu Oligarchen geworden waren (die Frage ist doch, wer hat das eigentlich im Schweiße seines Angesichts verdient?), sind keineswegs klüger als ihre Mitschüler und Kommilitonen, mit denen sie zusammen an sowjetischen Schulen, Fachschulen und Hochschulen gelernt und studiert haben. Sie haben nicht die Spur einer Ahnung von irgendwelchen materiellen Problemen, und sie verlieren offenbar bald den Verstand, wenn sie vom Überfluß ihres vorhandenen Geldes, Fußballvereine und Super-Jachten kaufen, und ihre begabteren und klügeren Kommilitonen beinahe ins Elend stürzen.

Eine einfache Erklärung…

Wie man sehen kann, sind die Geschäftsleute ganz und gar nicht besser als die gewöhnlichen Arbeiter, nicht gebildeter, nicht klüger, nicht professioneller. Sie arbeiten weniger als der größte Teil der Arbeiter, doch sie bekommen aus irgendeinem Grunde, das Dutzendfache, das Hundert- und Tausendfache als ein Arbeiter.

Warum ist das so?

Nunja, weil das Einkommen im Kapitalismus nicht von der Menge der vom Menschen aufgewendeten Arbeit abhängt [4], sondern davon, was er an Unternehmen, Betrieben, Immobilien, Rohstoffen und Land besitzt, also von dem, was man „Produktionsmittel“ nennt. Diejenigen, die die Eigentümer der Produktionsmittel sind, haben die Möglichkeit, das Produkt der Arbeit derer anzueignen, die keine Produktionsmitteln besitzen. Das heißt, der Hauptfaktor des Parasitismus der einen und der Ausbeutung der anderen ist eben genau das Privateigentum an Produktionsmitteln, das jede kapitalistische Gesellschaft wie ihren Augapfel beschützt, weil bei dessen Abhandenkommen auch der Kapitalismus beendet ist.

Parasiten der kapitalistischen Gesellschaft

Die Wichtigkeit und Unentbehrlichkeit der Unternehmer in der modernen Produktion ist ein bürgerlicher Mythos, dessen Aufgabe darin besteht, den parasitären Charakter der ganzen Klasse der Bourgeoisie vor der Gesellschaft zu verbergen. Beim heutigen Niveau der Entwicklung der Produktion, der Wissenschaft, der Technik und Technologien sind die Businessmen überflüssige Leute, sie sind Parasiten, die für die Verwirklichung einer erfolgreichen gesellschaftlichen Produktion und der Bedarfsdeckung aller Mitglieder unserer Gesellschaft absolut entbehrlich sind. Das haben de Erfahrungen der Sowjetunion sehr klar bewiesen. Doch solange bei uns Privateigentum an Produktionsmitteln gibt, wird es auch keine gerechte Verteilung des öffentlichen Reichtums geben, und somit wird es auch weiterhin Arme und Reiche, Bettelarme und Oligarchen, Satte und Hungrige geben.

Anmerkungen:
[1] gemeint ist ein achtstündiger Arbeitstag.
[2] Umrechnung: 1.000 Rubel sind etwa 13,50 Euro.
[3] Es hat überhaupt keine Bedeutung, ob sie selbst zugestimmt haben, für solches Gehalt zu arbeiten – der wirtschaftliche Zwang im Kapitalismus speziell so beschaffen, daß eine Zustimmung nicht erforderlich ist. Ob ein Geschäft unter Zwang zustande kommt, ist im bürgerlichen Recht nicht der Rede wert. Und die Bedrohung durch den Hungertod ist ein Zwang, der sehr mächtig ist.
[4] Das ist ein weiterer beliebter bürgerlicher Mythos, die in die UdSSR während der Perestrojka aktiv verbreitet wurde. Angeblich lebt im Kapitalismus derjenige gut, der auch viel arbeitet. Die Realitäten im kapitalistischen Rußlands haben diesen Betrug sehr eindeutig widerlegt.

Quelle: https://work-way.com/dolzhen-li-biznesmen-poluchat-bolshe-rabochego/

(Danke an komomol.pl für den Hinweis)

http://komsomol.pl/index.php?option=com_content&view=article&id=2305:czy-biznesmen-powinien-zarabia-wicej-ni-robotnik&catid=25:ideolmarlen&Itemid=37

(Mit freundlicher Genehmigung übernommen von kommunisten-online)

Siehe auch: Was ist deine Arbeit wert, Kollege?

Dieser Beitrag wurde unter Arbeiterklasse, Armut und Reichtum, Kapitalistische Wirklichkeit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Bist du zufrieden mit deinem Lohn, Kollege?

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Ja, so funktioniert sie, die Ausbeutung im Kapitalismus, und das nicht nur in Russland, sondern überall in der Welt. Sehr allgemeinverständlich dargestellt, warum im Kapitalismus der Arbeiter immer ausgebeutet wird, auch wenn er das nicht so empfindet, warum also von einer Ausbeuterordnung gesprochen wird. Für mich allerdings erstaunlich, dass dieses Wissen im heutigen Russland erklärt werden muss – nach 70 Jahren Sozialismus. Ich vermute aber, dass auch ein großer Teil der deutschen Arbeiter in dieser Hinsicht der Aufklärung bedarf, um sich erst einmal selbst zu begreifen: dass sie nämlich eine Kraft sind, die alles erreichen kann.

    Und natürlich ist das „kommunistische Ideologie“, wenn man in dieser Weise wie oben den Menschen die Augen öffnet, und nicht umsonst wird deshalb der Kommunismus als menschenfeindlich und verbrecherisch verschrien. Die Wahrheit tut den Herren Kapitalisten bzw. Oligarchen weh, und so wird in diesem Beitrag sehr deutlich, dass nur der Kommunismus die Befreiung des Menschen von der Ausbeutung bringen kann. Doch um zu dieser Überlegung kommen zu können, müssen alle Arbeiter der Welt erst einmal viele Barrieren beiseite räumen, die der verordnete Antikommunismus vor die Erkenntnis der Wahrheit gesetzt hat.

  2. Ein Beispiel für die Ausbeutung:

    Der VW Konzern hatte im Jahr 2015 einen Umsatz von ~213,292 Milliarden und sonstige Erträge in Höhe von 20,092 Milliarden = 233,384 Milliarden mit 610.076 Beschäftigten gemacht.

    Jeder Arbeiter hat also für das Unternehmen 382.549,06 Euro erwirtschaftet. Es kann auch so ausgedrückt werden: Jeder Arbeiter von VW hat im letzten Jahr 16,28 Fahrzeuge produziert.

    172,278 Milliarden betrugen die Materialaufwendungen und sonstige Vorleistungen, womit ein Überschuß von 61,106 Milliarden erzielt wurde.

    Für die Arbeiter wurden 36,268 Milliarden “aufgewendet“, im Durchschnitt also 59.448,33 Euro pro Arbeiter, obwohl jeder einen Gewinn von 100.161,29 Euro erwirtschaftet hatte.

    Von den 59.448,33 bleibt natürlich nicht alles beim Arbeiter: das ist ja Brutto von dem noch Sozialabgaben und Steuern in Höhe von 25.737,39 € (~ 43,30%) abgezogen werden müssen, so dass er noch 33.710,94 € netto im Jahr oder 2.809,24 € pro Monat hätte (wie gesagt: Alles „Durchschnitt“)

    Der VW-Konzern ist selbstverständlich, wie alle anderen Unternehmen auch, mit ~285 Milliarden hoch verschuldet, wofür 3,472 Milliarden Euro an Zinsen (1,22%) fällig waren. Das bedeutet, dass die Schulden 3,23 mal so hoch sind, wie das Eigenkapital (~88 Milliarden).

    … und wer schon mal selber eine Bilanz geschrieben hat, weiß natürlich, was man alles unter Materialaufwendungen buchen kann und was zu tun ist, wenn etwa der Kugelschreiber für 5 Cent mit 5.000,- Euro in den Materialaufwendungen zu erscheinen hat:😉

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