Frauen in der DDR

siebeiunsImmer öfter hört man jetzt den Spruch: „Die DDR war das Beste, was uns je passieren konnte“ – das hört man gerade auch von Frauen. In der DDR waren die Frauen völlig gleichberechtigt. Nicht nur im Beruf, sondern auch im Alltag. Unvorstellbar wäre es gewesen, wenn eine Frau erst ihren Ehemann um Erlaubnis hätte fragen müssen, ob sie etwa ein Konto eröffnen oder ein Studium beginnen darf. Frauen, die in unserem sozialistischen deutschen Vaterland aufgewachsen sind, stellen heute fest: Wir Frauen in der DDR waren selbstbewußter. Wir brauchten keine „Gleichstellungsbeauftragten“ und keinen „Feminismus“. Und auf diesen heutigen Genderquatsch konnten wir auch verzichten. Wir waren gebildeter als unsere westdeutschen Geschlechtsgenossinen, hatten Erfolg im Beruf und waren anerkannt! Davon können Frauen heute nur noch träumen…

Hier nun ein Bericht aus dem Zeitgeschehen, aus dem Alltag des Sozialismus.
So war das 1964 in der DDR

Die Förderung der Frau

War die Frau in der DDR gleichberechtigt?

Ja. Die Gleichberechtigung der Frau war eine der größten Errungenschaften der DDR. Die Frau erhielt gleichen Lohn für gleiche Arbeit, hatte das Recht auf politische Mitwirkung und konnte ungehindert gesellschaftlich tätig sein. Sie hatte das Recht, jeden Beruf – unter Beachtung ihrer physischen Besonderheiten – zu erlernen und auszuüben. Auch in der Ehe war sie gleichberechtigte Partnerin des Mannes und konnte freie Entscheidungen treffen. Ein vorbildlicher Mutter-, Kinder- und Arbeitsschutz und andere soziale Maßnahmen sicherten die Gesundheit von Mutter und Kind.

Von den Lasten des Haushalts befreit

Die Zahl der staatlichen Einrichtungen, die der berufstätigen Mutter einen Teil der Sorge für ihr Kind abnehmen, wie Kinderkrippen, -gärten, Schulhorte, Tagesschulen usw., wuchs ständig. Durch verschiedenste Dienstleistungseinrichtungen wurden die Frauen auch allmählich immer mehr von den Lasten des Haushaltes befreit. Frauen und Mädchen vollbrachten vorbildliche Leistungen bei der Erfüllung der Volkswirtschaftspläne, im politischen und geistig-kulturellen Leben sowie in der Leitung des Staates.

Ein Anliegen des ganzen Volkes der DDR

KranfahrerinDie Gleichberechtigung der Frau auf allen Gebieten des Lebens durchzusetzen war ein Anliegen des gesamten Volkes. Die Partei der Arbeiterklasse, die SED, forderte deshalb in einem Kommunique ihres Politbüros unter dem Titel „Die Frauen – der Frieden und der Sozialismus“, auch die letzten Reste rückständiger Auffassungen über die Rolle der Frau in der sozialistischen Gesellschaft zu überwinden und alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß sich die Frauen und Mädchen vor allem höhere wissenschaftlich-technische Kenntnisse aneignen und auch praktisch anwenden können.

Welche Rolle spielt die Frau in Beruf und Alltag?

Über 70 Prozent aller arbeitsfähigen Frauen im Alter von 15 bis 60 Jahren waren in der DDR berufstätig. In den letzten zehn Jahren (1954-1964) erhöhte sich die Zahl der berufstätigen Frauen um mehr als 462.000. 1962 standen 3.515.545 Frauen im Berufsleben, das waren etwa 46 Prozent der Gesamtbeschäftigten (ohne Lehrlinge). Der Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der Beschäftigten betrug 1963

  • in der Industrie 39,6 Prozent,
  • in der Bauwirtschart 9,0 Prozent,
  • in dem produzierenden Handwerk (ohne Bauhandwerk) 37,2 Prozent,
  • in der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft 47,1 Prozent,
  • im Verkehr (ohne Post) 24,6 Prozent,
  • in der Post 63,8 Prozent und
  • in Bereichen außerhalb der materiellen Produktion 64,8 Prozent.

470.683 Frauen gehörten als Mitglieder den LPG an, das sind 47,7 Prozent der Gesamtmitglieder, und 27.799 = 24,7 Prozent den LPG-Vorständen. 135 Frauen waren auch LPG-Vorsitzende.

Frauen in juristischen Berufen

Viele befähigte Frauen übten auch einen juristischen Beruf aus. So waren z.B. 23 Prozent aller Richter des Obersten Gerichts (ohne die Richter des Kollegiums für Militärstrafsachen) und 29 Prozent aller Direktoren und Richter der Bezirksgerichte Frauen. Bei der Gesamtzahl der Staatsanwälte machte der Anteil der Frauen 23,1 Prozent aus. Als Schöffen an den Bezirksgerichten waren 41,3 Prozent Frauen tätig.

Frauen bei der Leitung des Staates

VolkskammerIn der Volkskammer der DDR war jeder vierte Abgeordnete eine Frau, und von den 210 537 Abgeordneten in den örtlichen Volksvertretungen sind 41284 Frauen. 1960 waren 23,8 Prozent und 1963 bereits 31,1 Prozent aller Abgeordneten der Bezirkstage Frauen. In der Regierung der DDR gab es drei Frauen als Minister und im Staatsrat fünf weibliche Mitglieder. Die Verdienste der Frauen in der DDR würdigte der Staat mit den höchsten Auszeichnungen. Bis zum Jahre 19G3 wurden ausgezeichnet:

5 Frauen mit dem Karl-Marx-Orden,
494 Frauen erhielten den „Vaterländischen Verdienstorden“,
36 Frauen wurden als „Held der Arbeit“ geehrt,
57 Frauen wurden mit dem „Banner der Arbeit“ ausgezeichnet,
67 Frauen erhielten den Nationalpreis und
870 Frauen die „Clara-Zetkin-Medaille“.

Zusätzlich zu diesen hohen Auszeichnungen wurden allein von 1960 bis 1963 rund 43.700 Frauen als „Aktivist des Siebenjahrplanes“ ausgezeichnet, und etwa 33.300 Frauen erhielten die „Medaille für ausgezeichnete Leistungen“. 650.000 Frauen gehörten Produktionskollektiven an, die sich um den Titel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“ bemühten.

Welche Aufgaben hatten die Frauenausschüsse?

In den Industriebetrieben, der Landwirtschaft, im Handel, in den staatlichen Verwaltungen und anderen staatlichen Einrichtungen existierten besondere Frauenausschüsse. In erster Linie halfen sie den Frauen, sich zu qualifizieren. Sie achteten darauf, daß Frauen auch in mittlere und leitende Funktionen eingesetzt werden. Sie wachten darüber, daß von den Betriebsleitungen gemeinsam mit den Betriebsgewerkschaftsleitungen Frauenförderungspläne ausgearbeitet werden. Sie setzten sich ferner dafür ein, daß besonders den lernenden Frauen ein Teil ihrer häuslichen Pflichten abgenommen oder erleichtert wird und daß sie nach Abschluß der Qualifizierung auch eine entsprechende Position erhalten.

Frauen in verantwortungsvollen Positionen

BeratungZu den weiteren Aufgaben der Frauenausschüsse gehörte es, sich um soziale und kulturelle Einrichtungen für die Frauen zu kümmern und ihnen bei der Erziehung ihrer Kinder zu helfen. Die Frauenausschüsse veranlaßten auch, daß sich tüchtige Frauen zur Wahl in gewerkschaftliche Funktionen aufstellen lassen, sie interessierten die Frauen für gesellschaftliche Schulungen und halfen dadurch, das Selbstbewußtsein und Verantwortungsgefühl der Frauen und Mädchen zu stärken. Mit den Frauenausschüssen besaßen die Frauen in den Betrieben ein wichtiges Organ zur Verwirklichung ihrer Gleichberechtigung. Insgesamt gab es rund 20.000 Frauenausschüsse, in denen über 140.000 gewählte Frauen ehrenamtlich tätig waren.

Warum gab es Frauenförderungspläne?

Alljährlich wurden als Bestandteil der Betriebskollektivverträge Frauenförderungspläne aufgestellt. Hierin verpflichteten sich die Betriebs- und Gewerkschaftsleitungen, speziell die Frauen in ihrer Qualifizierung zu unterstützen und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen zu erleichtern. Die Frauenförderungspläne enthielten Maßnahmen, wie die Frauen systematisch von der ungelernten Arbeiterin zur Facharbeiterin, Meisterin, Technikerin oder Ingenieurin qualifiziert werden können und welchen künftigen Arbeitsplatz sie nach beendeter Qualifizierung einnehmen werden.

Gezielte Förderung, berufliche Qualifizierung

StudiumEntsprechend der Perspektive des Betriebes aufgestellte Frauenförderungspläne verhinderten eine wahllose Qualifizierung der Frauen. Sie gewährleisteten, daß sich immer mehr Frauen und Mädchen höhere wissenschaftlich-technische Kenntnisse aneigneten, um in unserer Zeit der technischen Revolution alle Aufgaben lösen zu können. Das war keine leichte Sache. Sie stieß mitunter noch auf den Widerstand der Männer, die den Frauen ungenügendes technisches Verständnis nachsagten. Auch die Frauen selbst mußten vielfach davon überzeugt werden, daß sie
fähig sind, auf wissenschaftlich-technischem Gebiet zu arbeiten. Die in den Frauenförderungsplänen festgelegten Maßnahmen waren somit ein wichtiges Mittel, um den Frauen und Mädchen bei der Aneignung höherer beruflicher, vor allem technischer Kenntnisse zu helfen.

Wie wird der berufstätigen Frau das Leben erleichtert?

Die Staats- und Wirtschaftsorgane sowie gesellschaftliche Organisationen der DDR trafen viele Maßnahmen, um das Leben der arbeitenden Frauen zu erleichtern. Dazu gehörten Einrichtungen für die Betreuung der Kinder, wie Kindergärten, -krippen und Schulhorte, die Einführung der Ganztagsschule, Selbstbedienungs- und Betriebsverkaufsstellen. Warenverkaufsautomaten und das Bestellsystem, die der Frau lange Wartezeiten beim Einkauf ersparten.

Werksessen und Schulspeisung für wenig Geld

WerksessenDie Möglichkeit für sie und ihre berufstätigen Angehörigen, im Werk zu Mittag zu essen sowie die an die Kinder ausgegebene Schulspeisung entlasteten bereits viele Frauen von der Küchenarbeit. In der DDR gab es nahezu in allen Betrieben ein Werkküchenessen, aber an Sonn- und Feiertagen mußte zu Hause gekocht werden. Hier wurde ein umfangreicheres Angebot halbfertiger Gerichte – geputztes Gemüse, geschälte Kartoffeln, tiefgekühlte Fertiggerichte – halfen, ebenso ein besseres Angebot moderner, arbeitserleichternder Haushaltsgeräte.

Zu den Erleichterungen des Lebens der berufstätigen Frau gehörte nicht zuletzt, claß die Betriebe laut Gesetzbuch der Arbeit verpflichtet waren, die Arbeitsplätze der Frauen ihren physischen und physiologischen Eigenschaften anzupassen. Das bedeutete unter anderem auch, die Maschinen und Anlagen so zu konstruieren, daß sie leicht von Frauen bedient werden konnten und die Beschäftigung zum größten Teil im Sitzen erfolgen konnte.

Welche Hilfe erhält die werdende Mutter?

Die besondere Fürsorge des Staates gehörte den Müttern und ihren Kindern. Das war in der Verfassung, im Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau, im Gesetzbuch der Arbeit und in vielen anderen gesetzlichen Bestimmungen enthalten. In Schwangerenberatungsstellen wurden die Schwangeren regelmäßig kostenlos betreut und in Gymnastikstunden auf die schmerzarme Entbindung vorbereitet. 1963 gab der Staat über 23 Millionen Mark für die Schwangeren- und Mütterberatung aus.

Bevorzugung schwangerer Frauen und gesundheitliche Betreuung

Jede werdende Mutter erhielt eine Mütterkarte und einen Schwangerenausweis, der unter anderem zur bevorzugten Abfertigung beim Einkauf und in öffentlichen Dienststellen berechtigte. Schwangere mit schwaeher Gesundheit oder starken häuslichen Belastungen konnten zu einer vierwöchigen Kur in eines der 19 in der DDR bestehenden Mütter- und Schwangerenerholungsheime verschickt werden.

Über die Dauer und die Art der Fortsetzung der beruflichen Tätigkeit der Schwangeren entschied der Arzt. So konnte ihr zum Beispiel ein Arbeitsplatz mit erleichterten Bedingungen zugewiesen werden. Wenn dabei der Lohn unter dem bisherigen Durchschnittsverdienst lag, zahlte der Betrieb den Differenzbetrag.

Überstunden und Nachtarbeit waren für werdende Mütter nicht zulässig. Sechs Wochen vor der voraussichtlichen Entbindung und acht Wochen nach der Entbindung erhielten die Schwangeren einen Schwangeren- und Wochenurlaub. Nach komplizierter oder Mehrlingsgeburt verlängerte sich der Wochenurlaub um 2 Wochen. Während dieses Urlaubs wurde der Durchschnittsverdienst der letzten 3 Monate gezahlt.

Der Staat zahlte eine Geburtenbeihilfe

  • für das 1. Kind in Höhe von 500 Mark,
  • für das 2. Kind in Höhe von 600 Mark,
  • für das 3. Kind in Höhe von 700 Mark,
  • für das 4. Kind in Höhe von 850 Mark,
  • für das 5. und jedes weitere Kind 1000 Mark,

Niedrigste Kinder- und Müttersterblichkeit in der Welt

Die großzügige Hilfe für die werdenden Mütter hatte zur Folge, daß in der DDR auf 10.000 Lebendgeborene nur 7,7 Müttersterbefälle und auf 100 Lebendgeborene nur 3,1 gestorbene Säuglinge kamen (1963). Die DDR zählte somit zu den Ländern mit der niedrigsten Mütter- und Säuglingssterblichkeit in der Welt.

Was tat die DDR für ihre jüngsten Bürger?

Auf Antrag wurde die berufstätige Mutter nach der Geburt ihres Kindes und Beendigung ihres Wochenurlaubs von ihrem Betrieb für ein Jahr freigestellt, wobei ihr der Arbeitsplatz gesichert blieb. Bis 6 Monate nach der Entbindung bestand Kündigungsschutz.

Betreuung und Gesundheitsvorsorge

Kinderärztin9.881 Mütterberatungsstellen betreuten die Mütter und ihre Säuglinge sowie Kleinkinder bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres. Jedes Neugeborene wurde kostenlos gegen Tuberkulose, Keuchhusten, Diphterie und Wundstarrkrampf, gegen Kinderlähmung und Pocken geimpft und erhielt Vitamin D2. Für Frühgeborene standen modern eingerichtete Frühgeborenenstationen sowie ein Frühgeborenentransportdienst bereit. 78 Frauenmilchsammelstellen hielten Frauenmilch für Frühgeborene oder kranke Säuglinge, deren Mütter nicht stillen konnten, bereit.

Finanzielle Mütterunterstützung

Stillende Mütter bekamen für die Dauer von 6 Monaten ein monatliches Stillgeld von 10 Mark. Berufstätigen Müttern wurden bis 6 Monate nach der Entbindung täglich ohne Lohnausfall zwei Stillpausen von je 45 Minuten gewährt. Bei Erkrankung eines Kindes und notwendiger häuslicher Pflege erhielten alleinstehende Werktätige für die Dauer von zwei Arbeitstagen, an denen sie von der Arbeit freigestellt wurden, 90 Prozent ihres Nettoverdienstes. Weitere vier Wochen im Jahre zahlte die Sozialversicherung eine Unterstützung in Höhe des Krankengeldes.

Kindergeldzuschläge

In der DDR wurde ein monatlicher Kinderzuschlag bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres bzw. bis zur Beendigung der Schulzeit in Höhe von 20 bzw. 15 MDN gezahlt. Darüber hinaus erhielten Mütter mit mehr als drei im Haushalt lebenden Kindern eine weitere monatliche Beihilfe, und zwar

  • für das 4. Kind in Höhe von 20 Mark,
  • für jedes weitere Kind in Höhe von 25 Mark bis zum vollendeten 14. Lebensjahr jedes Kindes.

Kinderkrippen und Kindergärten

In der DDR gab es 1963 für die Unterbringung von Säuglingen und Kindern bis zu 3 Jahren 3.077 Kinderkrippen mit 103.975 Plätzen, 204 Dauerheime für Säuglinge und Kleinkinder mit 10.321 Plätzen. Auf dem Lande wurden darüber hinaus 1.264 Saisonkrippen mit 15.319 Plätzen. unterhalten: Die Saisonkrippen waren im Durchschnitt zehn Monate im Jahr geöffnet. 1964 stand für jedes zweite Kind im Alter von 3 bis 6 Jahren ein Platz in einem Kindergarten zur Verfügung. Im Jahre 1963 gab es 9.552 Kindergärten und -wochenheime mit 404.223 Plätzen und 2740 Erntekindergärten mit 3.835 Plätzen.

Geringe Elternbeiträge

Der Staat stellte jährlich dafür umfangreiche Mittel zur Verfügung. So kostete zum Beispiel ein Tageskrippenplatz monatlich 177 Mark. Davon brauchten die Eltern nur den geringen Anteil von 27,50 Mark zu zahlen. Insgesamt standen 1963 für Tages- und Dauerkrippen fast 247 Millionen Mark an staatlichen Mitteln bereit. Trotzdem reichten die Krippenplätze noch nicht aus. Der Bau neuer Krippen und Kindergärten konnte nur in Abstimmung mit den planmäßigen übrigen Bauvorhaben der Volkswirtschaft vorgenommen werden.

Quelle:
DDR. 300 Fragen – 300 Antworten. Verlag die Wirtschaft Berlin, 1064, S.63-69. Bilder: Lieselotte Thoms-Heinrich/Jochen Weyer (Hrsg.): Sie bei uns. Ein Bildbericht aus dem leben der Frauen in der Deutsche Demokratischen Republik, Verlag für die rau, Leipzig, 1974.

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7 Antworten zu Frauen in der DDR

  1. Pingback: Karl Marx und Friedrich Engels verbinden die sozialistische Theorie mit der Praxis | Sascha's Welt

  2. Krämer, Monika schreibt:

    Vieles am Bericht überwiegt. Um was sich heute die Politiker streiten, war in der DDR selbstverständlich. Nur – wenn meine Tochter (Mulattin) in der Schule rassistisch angegriffen wurde, hat ihr keiner beigestanden. Wenn ein erwachsener Mann eine 15jährige zum Geschlechtsverkehr nötigte, war dies in der DDR völlig normal. So sah es jedenfalls die Kripo und der damalige Generalstaatsanwalts.
    Aus eigener Erfahrung stimmt es nicht, daß eine kranke Frau mit 3 Kindern eine 3wöchige Kur bekommt. Mein Mann konnte 4 Wochen nicht arbeiten gehen, weil unsere Zwillinge nicht krippenfähig waren und ich lag im Krankenhaus. Mein Mann und ich waren nicht in der Partei wir wohnten in einer nassen vom Krieg beschädigten Wohnung ohne Bad, mit einer kleinen Toilette, mit hölzernen Trennwand zum Korridor.
    Was nach 1989 eingetreten ist, daß man sich nicht mehr vorkommt wie in einem offenen Vollzug. Wenn man von den positiven Errungenschaften etwas übernommen hätte, dann wäre vieles anders gelaufen. Über diese Erfahrungen könnte man Bücher schreiben.

    • sascha313 schreibt:

      Liebe Monika,
      es gab sicher auch in der DDR Verhaltensweisen, die alles andere als „sozialistisch“ waren, und man fragt sich tatsächlich, auf welchem Niveau diese Menschen stehengeblieben waren. Kuren zu bekommen, war freilich nicht immer so einfach, denn es gab viel mehr Bewerber als Plätze. Aber wir wollen doch nicht vergessen, daß die DDR, bei all dem Ungemach, das es immer noch gab, und trotz der westlichen Sabotage, es immerhin geschafft hat, bis 1989 zu überleben, das soziale Wohnungsbauprogramm zu erfüllen und schuldenfrei ins nächste Jahrzehnt hätte gehen können. Die Gründe für die Zerstörung der DDR haben wir hier ausführlich besprochen.

      Warum sehen manche nur zu gerne die Probleme der eigenen Entwicklung, anstatt die erheblich größeren, die katastrophalen Veränderungen nach 1990 wahrzunehmen. Es ist doch nicht zu verkennen, daß mit der Konterrevolution im Gebiet der DDR eine massenhafte Verarmung eingesetzt hat, daß das Volk um sein eigenes, mühsam erarbeitetes Volkseigentum beraubt wurde, daß die Schulbildung heute mehr als unbefriedigt ist, daß Familien mit mehr als zwei Kindern unter der Armutsgrenze leben und um jeden Scheißdreck einen Antrag stellen müssen, und daß die Jugend so gut wie keine sinnvolle Perspektive mehr hat.

      Was soll also dieser Unsinn, daß man hätte „von den positiven Errungenschaften“ der DDR etwas übernehmen sollen? Das ist deshalb Unsinn, weil wir ja nun wieder im Kapitalismus leben, und weil die Arbeiterklasse der vergangenen Generationen alles, aber auch wirkllich alles mühsam erkämpft hat, was wir heute, angefangen vom 8-Stunden-Tag bis zur Sozialversicherung, (immer noch) genießen können. Man schaue sich doch mal an, welche Rechnungen ein Patient in den USA von einem Krankenhaus bekommt, wenn er unverhofft krank wird. Die sozialen Leistungen werden auch bei uns immer mehr reduziert. Ganz zu schweigen von den Renten. Wer beschwert sich denn heute darüber? Aber das ist eben Kapitalismus! Auch darüber könnte man Bücher schreiben (und sie wurden bereits geschrieben – in der DDR!)

      Und überhaupt – wie kann man nur so reden, daß man sich in der DDR vorgekommen sei „wie in einem offenen Vollzug“? Ich weiß ja nicht, ob Sie schon mal im Knast waren, aber da fragen Sie doch mal einen Westdeutschen, der wegen seiner sozialistischen Gesinnung in der BRD ins Gefängnis kam, ob er sich stattdessen doch nicht lieber in die DDR hätte ausweisen lassen wollen. Und bitte keine falschen Behauptungen! Verführung Minderjähriger war auch in der DDR ein Straftatbestand (StGB §§ 149 u.150) und konnte mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden! Das wußte auch die Kripo.

  3. Ulrike Spurgat schreibt:

    Bei allem Verständnis für ihre damalige Situation, Frau Krämer… angesichts dessen, was der Kapitalismus so anrichtet, bei dem Dreck und dem Mist, den er verursacht und mit Hilfe der Politik den Völkern vor die Füße kippt, da kann es doch nicht sein, dass immer noch Probleme herhalten sollen, die die DDR sicherlich hätte lösen können, wenn auch Sie mit dafür eingestanden hätten – auch ohne Parteimitglied zu sein. Dieses Denken ist für so etwas Großes, was die DDR auf den Weg gebracht hat, viel zu klein. Sorry. —

    Geboren und aufgewachsen im „Land der Freiheit“. Aktuelle Zahlen gibt es nicht; die Wohnungshilfe spricht von einer Million obdachloser Menschen. Der Staat hat keine verbindlichen, tragfähigen Zahlen, weil er nicht zählt – also auch nicht die Verantwortung übernimmt für das, was er mit vermasselt hat. Ca. eine Million obdachlose Menschen, die unter Brücken, in Hauseingängen, in Parks, auf Bahnhöfen irgendwie existieren müssen. Wenn es kälter wird, ist in den Städten der Kältebus unterwegs, der ein freundliches Wort, ein warmes Essen, Decken und warme Kleidung vorbei bringt. Eine Kollegin der Caritas in Hamburg erzählt : „Zu uns kommen Menschen mit eingewachsenen Socken.“

    Der Pflegenotstand (ich spreche mit Berufserfahrung), wo alte Menschen in ihren Ausscheidungen liegen gelassen werden (müssen), weil es zuwenig Pflegepersonal gibt, ist nun mittlerweile auch bei dem Schnösel Spahn angekommen. Geflüchtete, unbegleitete Kinder und Jugendliche, keine genauen Zahlen, also können sie verschwinden, können Menschenhändlern in die Hände fallen, werden sexuell ausgebeutet und kein Hahn kräht nach ihnen. Von ihren Müttern, Vätern, Geschwistern werden sie vermisst und der Staat hat, wie meist, wenn es um die Menschen geht, komplett versagt.

    Alles braucht seine Zeit, das weiß jeder, der nachdenkt, der Fragen hat und nach Antworten sucht. Nichts geschieht von selbst und die Chance, die Welt ein Stück besser gemacht zu haben, erfährt man, wenn man den Blick zurück wirft und die Welt sieht, wie sie heute ist.

    Wir haben mit sieben Personen in zwei Zimmern gelebt, mit einer Toilette, die an anderer Stelle war, und einer Küche, und mit einem Vater, der 10-12 Stunden täglich als Pflastereimeister im Straßenbau bei Wind und Wetter malocht hat, um die Mäuler zu stopfen. Hilfe für unsere schwer kranke Mutter haben wir nicht erhalten, wir waren auf uns alleine gestellt.

    Verübeln Sie mir nicht, dass es mir zum Hals raushängt, sowas immer wieder lesen zu müssen, wenn auch in etwas abgeänderter Form. Den Sinn dessen kann ich nicht erkennen und so schließe ich mich der Bewertung von Sascha an und wünsche Ihnen einen guten Tag,

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