13 Fragen zur DDR – und die Antworten eines DDR-Bürgers

Berlin - Hauptstadt der DDR. Marx-Engels-Brucke mit Dom und Palast der RepublikDie DDR war unser sozialistisches Vaterland. Es war die Heimat von 17 Millionen DDR-Bürgern. Am 7.Oktober 1949 wurde die DDR als erster sozialistischer Staat auf deutschen Boden gegründet. Die Betriebe, Grund und Boden, sämtliche Bodenschätze und Gewässer, die Wälder und Felder waren Eigentum des Volkes. Es gab keine Großgrundbesitzer, Großkapitalisten und Junker mehr. Sie waren nach 1945 enteignet worden und flohen in die westlichen Besatzungszonen. Dorthin flüchteten auch die alten Nazis und Kriegsverbrecher, um im Westen Deutschlands unter dem Schutz der Westmächte den alten Staat wieder aufzubauen. Daraus wurde dann gegen den Willen der Arbeiterklasse einige Monate vor der Gründung der DDR der westdeutsche kapitalistische Staat, die Bundesrepublik Deutschland. 1990 wurde die DDR von der westdeutschen BRD annektiert. Dies geschah „friedlich“, da mit der Zerstörung der Sowjetunion und deren Auflösung auch die anderen sozialistischen Länder aus dem Verbund der sozialistischen Staatengemeinschaft herausgelöst worden waren. 

Ein heute 65-jähriger DDR-Bürger wurde einmal von einem Westdeutschen nach seiner Meinung über die Deutsche Demokratische Republik befragt:

  1. Die DDR ist nun schon seit über 30 Jahren von der Landkarte verschwunden. 1990 gab es die „Wiedervereinigung“. War das  nicht ein Glücksfall für Euch? Du irrst Dich. Das erste, was ich 1990 verlor, das war der sichere Arbeitsplatz in meinem Betrieb. Und ich hatte kein Verständnis für diese Schreihälse in und vor den Kirchen. Die Euphorie habe ich nicht mitgemacht, als die Grenze geöffnet wurde. Es war widerlich und befremdend. Aber den wenigsten war das damals bewußt. Die DDR war meine Heimat, und ich habe gern gelebt in unserem Land. Ich war stolz auf unsere Erfolge und wütend über Verleumdungen aus dem Westen, die es ja nicht erst seit heute gibt. Das erstemal war ich in Nürnberg. Seitdem nie wieder. Die Kälte und Fremdheit in diesem Westdeutschland hat mich abgestoßen. So etwas hatte es in keinem anderen Land, wo ich bisher war, gegeben. Und ich war sehr oft in anderen Ländern (Sowjetunion, Ungarn, ČSSR, Bulgarien und Polen). Für mich war das keine „Wiedervereinigung“, sondern eine feindliche Übernahme. Wie recht ich damit hatte, zeigte sich, als die Herren aus dem Westen einmarschierten, unsere Betriebe besetzten, ausräumten und plattmachten, und alles vernichtet wurde, was wir und unsere Väter mühevoll aufgebaut hatten. Die DDR gehörte einst zu den 10 wirtschaftsstärksten Ländern der Welt. Millionen Menschen verloren nach 1990 ihre Arbeit, wanderten aus oder mußten Anträge auf Arbeitslosengeld stellen, um überleben zu können. Tatsächlich wurden auch einige in den Tod getrieben. Von den dereinst „blühenden Landschaften“ war schon sehr bald keine Rede mehr. Heute wissen wir: der Sturz der DDR und des Sozialismus war das größte Unglück, die größe Katastrophe für uns und in der Geschichte der Menschheit!
  2. Stimmt es, daß  die DDR ein „Überwachungsstaat“ war? Nein. Die DDR hatte jedoch, wie jeder andere Staat einen Sicherheitsapparat, das „Ministerium für Staatssicherheit“ (MfS), der für die Aufdeckung staatsfeindlicher Aktivitäten zuständig war und die Sicherheit seiner Bürger vor feindlichen Angriffen, Sabotage und Diversionsakten gewährleistete. Die Nationale Volksarmee (NVA) sicherte im Bündnis mit den Verteidigungsarmeen des Warschauer Vertrages den Frieden in Europa. Hätte es damals dieses Bündnis nicht gegeben, wäre schon 1950 die DDR bombardiert und überfallen worden.
  3. War die DDR ein „Unrechtsstaat“? Nein. Die DDR hatte eine gültige Verfassung und Gesetze, die die Rechte und Pflichten der Bürger der DDR garantierten sowie Richter und Gerichte, die diese Ordnung auch durchsetzten. Zum Beispiel gab es in der DDR erstmals auch das Recht auf Arbeit. – Mag sagt ja, die die DDR sei ein „totalitärer Staat“ gewesen. Stimmt das? Nein. Diese Bezeichnung ist auf die antikommunistische „Totalitarismus-Doktrin“ zurückzuführen, in der politische Herrschaftsformen miteinander gleichgesetzt werden, die schon allein auf Grund ihrer unterschiedlichen ökonomischen Struktur einander nicht vergleichbar sind. Dieser Begriff wurde immer nur von denen verwendet, die die DDR in den Schmutz ziehen und mit dem Faschismus gleichsetzen wollen.
  4. Durfte man in der DDR seine Meinung frei äußern? Selbstverständlich durfte man das. Es gab in der DDR keine Beschränkungen der Meinungsfreiheit. Allerdings war nazistische und staatsfeindliche Hetze, ebenso wie Kriegshetze, strengstens verboten. Das war in der Verfassung der DDR klar geregelt. Man muß verstehen, daß Meinungen nichts besagen. Es ist es eine Tatsache, daß nur derjenige imstande ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen, der über die nötige Sachkenntnis verfügt. Kein auch nur halbwegs gebildeter Mensch wird das bestreiten. Und so wird sicherlich jeder Verständnis dafür aufbringen, daß – um des gesellschaftlichen Fortschritts willen – Irrtümer und fehlerhafte Ansichten irgendwann korrigiert werden müssen, daß also auch Meinungen sich ändern können. Mit dem gesellschaftlichen Sein entwickelt sich im Sozialismus auch das Klassenbewußtsein der Arbeiterklasse, im Sinne und zum Wohle des Volkes tätig zu sein. (Von „Bevormundung“ kann hier jedenfalls keine Rede sein!)
  5. War die DDR eine Diktatur? Ja, die DDR war eine Diktatur. Allerdings nicht wie in der BRD oder anderen kapitalistischen Staaten (einschließlich des Nazi-Regimes) eine Diktatur der Bourgeoisie (der Besitzer der Produktionsmittel), sondern eine „Diktatur des Proletariats“, d.h. die Macht befand sich in den Händen der Arbeiterklasse. Und es war nicht etwa eine Diktatur der Partei, wie heute gerne behauptet wird. Die Diktatur der Arbeiterklasse ist notwendig, um die Macht der Arbeiterklasse zu sichern. (Beispielsweise waren schon 1954 in der Volkskammer, dem Parlament der DDR, 197 Abgeordnete, die aus der Arbeiterschaft stammten, 23 Abgeordnete aus der Bauernschaft und 35 aus dem Handwerkerstand. In der BRD-Regierung waren zur selben Zeit von 18 Ministern 13 Großkapitalisten, Bankiers und Gutsbesitzer.)
  6. War in der DDR alles „grau in grau“? Das Wohnungsbauprogramm der DDR hatte Vorrang vor der Altbausanierung. Leider gab es in der DDR noch viele Schmuddelecken, doch nach und nach wurden auch viele Stadtkerne saniert, Wohnungen erneuert und Baudenkmale restauriert. Trotz aller internationaler Schwierigkeiten, denen die DDR durch Embargomaßnahmen und Preiserhöhungen, durch wirtschaftlichen und politischen Druck vor allem seitens der BRD und anderer kapitalistischer Staaten ausgesetzt war, wurde das Wohnungsbauprogramm bis 1990 vollständig erfüllt, so daß jedem DDR-Bürger angemessener Wohnraum von guter Qualität zur Verfügung gestellt werden konnte. Die sozialen Leistungen („zweite Lohntüte“) und die soziale Sicherheit in der DDR waren weltweit beispielgebend.
  7. Waren die Menschen in der DDR eingeschüchtert und verängstigt? Nein, ganz und gar nicht. Das ist wirklich eine lächerliche Legende! Wirft man den Blick auf die Gegenwart, dann waren die Menschen (außer während der Nazizeit) wohl noch niemals zuvor so eingeschüchtert, wie heute durch die Corona-Maßnahmen, wo jeder schon Angst davor haben muß, denunziert zu werden, weil er vielleicht gerade keine Maske trägt.
  8. Wurden die Kinder in der DDR drangsaliert? Nein, im Gegenteil. Schon von klein auf wurden die Kinder liebevoll im Kindergarten betreut. Das einheitliche sozialistische Bildungssystem ermöglichte jedem Kind eine seinem Alter und seinen Fähigkeiten entsprechende Bildung und Erziehung. Es gab keinerlei „Kita-Gebühren“ oder „Schul- bzw. Studiengebühren“. In vielen großen Betrieben und Krankenhäusern gab es Betriebkindergärten, in denen die Kinder liebevoll betreut wurden. Jedes Kind des Volkes hatte in der DDR unabhängig von seiner sozialen Herkunft oder religiösen Zugehörigkeit die gleichen Bildungschancen.
  9. Gab es Nazis in der DDR? Die DDR war ein antifaschistisch-demokratischer Staat. Die Verherrlichung von nazistischen Verbrechen, Kriegshetze und Rassismus waren in der DDR streng verboten und wurden hart bestraft. (Im übrigen war die Kriminalität in der DDR war im Vergleich zum Kapitalismus (BRD) verschwindend gering. Die Aufklärungsrate von kriminellen Delikten betrug nahezu 99 Prozent.) Ab 1990 wurden jedoch die meisten der von DDR-Gerichten rechtskräftig verurteilten Nazis (wie schon 1933) „offiziell“ aus den Gefängnissen befreit. Einige dieser Nazis protzten noch mit Haftentschädigung, ließen sich „Opferrenten“ auszahlen usw.
  10. War die DDR ein demokratischer Staat? Ja, eindeutig. Schon die Gründung der DDR, die Enteignung sämtlicher Nazi- und Kriegsverbrecher nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) beruhten auf demokratischen Prinzipien und auf Volksentscheiden. Demokratie herrschte in der DDR auf allen Ebenen vom Betrieb bis zur Volkskammer. Beispielsweise hatten die Arbeiter im Betrieb das Mitbestimmungsrecht über sozialpolitische Maßnahmen des Betriebes, wie Kinderbetreuung, Betriebsferienlager, Wettbewerbs- und Neuerervereinbarungen. Schon die Wahlen waren ein Zeichen echter Demokratie. Als Kandidaten der „Nationalen Front“, die dann gewählt werden konnten, wurden nur diejenigen aufgestellt, die sich im Beruf und in der gesellschaftlichen Tätigkeit bewährt hatten, und die von den Arbeitskollektiven für die Wahl vorgeschlagen worden waren.
  11. Warum gab es keine Reisefreiheit in der DDR? Das ist nicht wahr. Es gab unzählige Möglichkeiten, wo die DDR-Bürger ihren Urlaub verbringen konnten. Dazu stellten der Feriendienst der Gewerkschaften, die betrieblichen Erholungseinrichtungen, das Reisebüro der DDR und das Reisebüro der FDJ „Jugendtourist“ sowie die Jugendherbergen ausgesprochen preisgünstige Urlaubsplätze zur Verfügung. Jährlich verbrachten etwa 3,5 Millionen DDR-Bürger ihren Urlaub an der Ostsee. Über „Jugendtourist“ reisten 1988 bspw. 387.874 Jugendliche ins Ausland, darunter in die Sowjetunion (135.357), nach Polen (96.067), auch ins westliche Ausland. Reisen aus der BRD in die DDR hingegen zogen für die betreffenden BRD-Bürger meist unangenehme politische Konsequenzen nach sich. Der freimütige und offene Austausch zwischen Ost und West wurde (sogar im Sport!) von Seiten der BRD-Behörden von Anfang an behindert, boykottiert und verfolgt und endete für manche BRD-Bürger in westdeutschen Gefängnissen.
  12. Wurden die DDR-Bürger „belogen und betrogen“? Nein – das kann man nun wirklich nicht sagen. Es herrschte große Offenheit und den DDR-Bürgern standen alle Möglichkeiten zur Verfügung, um sich zu informieren (bis auf die unter Punkt 4 genannten). Dafür aber standen den Bürgern der DDR in jedem Ort, sogar in Betrieben und Krankenhäusern, umfangreiche Bibliotheken zur Verfügung. Auf die Bildzeitung und andere Boulevard- und Drecksblätter haben wir gerne verzichtet. Darin bestand ein Konsens, der sicher über 90-95 Prozent der Bevölkerung umfaßte. Die Neugier vieler DDR-Bürger ließ allerdings die Verkaufszahlen der Westpresse nach dem Anschluß deutlich anschwellen. Dafür wurden (und werden!) immer neue Lügen erfunden, die man den DDR-Bürgern unterjubeln konnte.
  13. Wenn alles so perfekt war, warum ist dann die DDR untergegangen? Nein – in der DDR war längst nicht alles „so perfekt“. Das wissen wir: Es gab genügend ungelöste Probleme und Herausforderungen. Und es stimmt nicht – die DDR ist nicht „untergegangen“! Und sie ist auch nicht „gescheitert“! Es war eine lange beabsichtigte und geplante, feindliche Übernahme durch die BRD und die aggressivsten Kräfte des internationalen Monopolkapitals! Und keine „friedliche Revolution“! Es hatte vor allem in den letzten Jahren immer mehr den Wunsch gegeben, zu einer vernünftigen Politik zurückzukehren. Die DDR hatte ja nicht nur äußere Feinde im Kapitalismus, sondern auch eine ganze Reihe innerer Feinde. Das Ende der DDR war jedoch keineswegs unvermeidlich. Darüber hat der DDR-Historiker Kurt Gossweiler, und haben auch andere sich bereits mehrfach geäußert. Doch die DDR war bis zu ihrem Ende ein sozialistischer Staat, in dem die Produktionsmittel sich in den Händen des werktätigen Volkes, d.h. in den Händen der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauern befanden, und in dem die Arbeiterklasse (und nicht etwa die Partei!) die Macht hatte. Wenn heute jemand von Glück reden kann, dann sind es diejenigen, die die noch DDR erlebt haben. Für viele Millionen DDR-Bürger, für uns, heute die ältere Generation, war diese Zeit die schönste und glücklichste unseres Lebens!

Alle heutigen gesellschaftlichen Probleme sind zurückzuführen auf den wiedererrichteten Kapitalismus. Der Begriff „Marktwirtschaft“ ist irritierend, denn nicht der Markt beherrscht die Gesellschaft, sondern das Monopolkapital mit seinem zwanghaften Streben nach Profit. Der Kapitalismus ist ein anarchisches, menschenverachtendes System, das keine Zukunft hat. Die Zukunft gehört allein dem SOZIALISMUS.

Hier nun einige Bilder aus dem Leben in der DDR:

DDR1 DDR2 DDR3 DDR4 DDR5

(Sämtliche Bilder sind aus den Sammlungen sowjetischer Freunde entnommen.)

Und das folgende schrieb Kay Strathus im „RotFuchs“ (Heft 252, Januar 2019, S.32)

Es gab in der DDR

          • keine Ausbeutung
          • keine Arbeitslosigkeit
          • keinen Mietwucher
          • keine Obdachlosigkeit
          • keine Kinderarmut
          • keine Altersarmut
          • keine Geschäfte mit der Angst
          • keine Abzocker und Kredithaie
          • keine Schuldenfallen und Schuldeneintreiber
          • keine Diskriminierung der Frau
          • keine Amokläufe in Schulen
          • keine Naziparteien
          • keine Revanchistenverbände
          • keine Wehrmachtstraditionsvereine
          • keine „Pressefreiheit“, denn es gab:
          • keinen Sensations-, Gossen- und Hysterie-Journalismus
          • keine Klatsch-und-Tratsch-Presse
          • keine Kriegspropaganda
          • keine Waffenlobbyisten
          • keine Kriegsbeteiligung
          • keine Rassenhetze
          • keine Monopolkapitalisten.

Siehe auch:
Ein Tag im Leben der DDR
Die DDR – ein Meisterwerk des Sozialismus

Das Tor zum Sozialismus ist weiterhin offen!

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62 Antworten zu 13 Fragen zur DDR – und die Antworten eines DDR-Bürgers

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Seit 30 Jahren bedeutet jeder Tag für mich ein Überleben in einer Welt, die nicht meine ist. Auch wenn es nicht immer klar war, ob eine Maßnahme des Arbeiter-und-Bauern-Staates richtig oder falsch war, ich hatte immer das Gefühl, dass sie letzten Endes uns allen und damit auch mir diente. Das weiß ich heute noch viel mehr als zu Zeiten der DDR, denn ich habe ungewollt Vergleichs-möglichkeiten zwischen dem Leben in der DDR und dem in der BRD. Auf diese Vergleichs-möglichkeiten hätte ich gern verzichtet.

    Allein was die Kultur angeht, so habe ich nicht nur das Gefühl, sondern unzählige Beweise dafür, dass sie nicht nur amerikanisiert ist, sondern im Grunde selbst keine Kultur mehr ist. Ich habe meine drei Kinder allein durchgebracht in der DDR, in der BRD hätte ich sie vielleicht nicht geboren, nicht unter diesen Verhältnissen. Ich war in meinem Beruf hochqualifiziert und habe gern für unseren Staat gearbeitet, ich wusste doch, alles, was ich tue, dient uns und nicht irgendeinem Krauter oder Großkapitalisten. Mehr will ich dazu nicht sagen, oben, im Beitrag, ist alles gesagt, und ich stehe hinter jeder Antwort. Sicher hätte ich sie selbst so geben können. Und ich weiß, dass ich damit nicht allein stehe.

  2. S. Erfurt schreibt:

    Zustimmung in allen Punkten! Und noch etwas, Frage 14: Wie wäre man in der DDR mit Corona umgegangen?

    Man hätte die Menschen aufgeklärt über die natürliche Verbreitung von Viren anstatt eine Lüge nach der anderen zu verbreiten! Sämtliche Maßnahmen die allesamt nur eines zum Ziel haben, nämlich das Volk zu verängstigen und zu unterdücken, hätte es in der DDR ganz sicher nicht gegeben! Allein das Vorhandensein einer sozialistischen Staatengemeinschaft hätte die ganze Coronapolitik auch im Westen verhindert weil sie nur auf Lügen basiert!

    Solidarische Grüße!

    • sascha313 schreibt:

      Danke! So ist es!

    • Atomino schreibt:

      Ja, mit einer sozialistischen Staatengemeinschaft sähe die Welt heute wohl nicht ganz so nach „wild, wild West“ aus. Ich habe mich ganz zu Anfang dieses Corona-Spektakels gefragt, wieso nicht Länder wie China, Kuba, Venezuela, Iran usw. (also Länder, die vom Westen sowieso schon erpresst werden und (fast) nichts mehr zu verlieren haben) aus diesem Konzert aussteigen. Eigentlich frage ich mich das auch heute noch. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Politik vieler Staaten durch Kredite von Weltbank, IWF u.ä. abhängig gemacht wurde und wird. (siehe Griechenland, Finanzkrise,Troika und Konsorten ).

      Gerade auf Kuba und Venezuela habe ich viele Hoffnungen gesetzt, aber entweder haben die sich auch kaufen lassen oder das Virus ist wirklich eine so große Bedrohung, wie es dargestellt wird. Ich halte das Ganze auch für eine Inszenierung und belogen werden wir sowieso bis zum Erbrechen, aber dass wirklich *alle* Staaten der Welt mispielen, kann ich beim besten Willen nicht so richtig einordnen. Denn noch nie gab es ein Ereignis, bei dem die halbe Welt der Meinung ist, dass „die Sache stinkt“ , aber keiner irgendwelche Beweise hat. 9/11 war da vielleicht nur die Chorprobe …

      • S. Erfurt schreibt:

        Na, wer weiß was in den von Dir genannten Ländern wirklich läuft. Was Venezuela betrifft, da hat sich sogar der Roger Waters von Pink Floyd schon vor Jahren aufgeregt über das was man uns in Deutschland schamlos in die Taschen lügt. Ganz genauso wie sie es mit der DDR gemacht haben und immer noch machen: Leere Regale, Mangelwirtschaft und der ganze Dünnschiss. Dabei ist es ganz einfach, das kriegen sogar Laien hin: Ein paar Szenen drehen wo Särge versenkt werden, einen Kommentar vom Massensterben hinzufügen und fertig ist das Propagandafilmchen woran keiner zweifelt daß daran irgendwas nicht stimmen sollte.

        Neue Symptome gefällig? Kein Problem, weiße Pünktchen auf der Zunge …. und jeder rennt zum Spiegel 😉

  3. Harry Popow schreibt:

    Große Klasse von einem Autor, der noch politische Klasse besitzt. Habe – mit hoffentlich Ihrem Einverständnis, sehr geehrter sascha313, diese 13 Fragen und Antworten in meinem Blog veröffentlicht. Beste Wünsche von Harry Popow

  4. roprin schreibt:

    Heute, Sascha, ist ein Trauertag: der Tag der Okkupation der DDR. Und weißt Du, es schmerzt immer noch, wie vor 30 Jahren. Meine Sehnsucht nach meiner Heimat wird nie enden, meine Sehnsucht nach den Menschen, die es heute kaum noch gibt…

    • sascha313 schreibt:

      Und mir schickte am 3. Oktober irgendsoein Idiot ein Bild von unserem Genossen Honecker mit der Bemerkung: Alles Gute zum Feiertag! Hätte er das 4 Tage später geschickt, ware es ja in Ordnung gewesen. Heute wird immer dumm darüber gequatscht, was doch die „Wiedervereinigung“ alles Gutes gebracht habe… Nichts hat sie gebracht, nur das Allerschlimmste: Deutschland ist ein Irrenhaus!

      P.S. Kleine Korrekturen im Text, Schreibfehler und minimale sinnentstellende Fehler wurden korrigiert. Bitte das zu beachten!

  5. Weber Johann schreibt:

    Ein kleiner Rückblick:

    Ich bin ein Wessi. Bin 1972 in die Gewerkschaft eingetreten, war ehrenamtlich auf Kreisebene bei der Gewerkschaft aktiv. Ich kannte das Berufsleben bei uns im Westen. Durch meine ehrenamtliche Gewerkschaftstätigkeit hatte ich über viele Betriebe in meiner Umgebung Einblicke was dort los war. Wenn z.b. die Belegschaft sich einmal aufraffte und den Mut hatte sich ihres Rechtes besann, einen Betriebsrat zu gründen, dann war in diesen Betrieben die Hölle los. Alle Rädelsführer wurden „unschädlich gemacht“.

    So und nun kam die Veränderung. Ich wohne einige km entfernt von der Autobahn auf der die Leute aus der DDR in die BRD kamen. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Genau diese Unternehmer, die alles unternahmen die Rechte der Mitarbeiter in der Alt-BRD zu beschneiden, standen nun neben der Autobahn mit großen Transparenten, mit der Aufschrift „Liebe DDR-Bürger, herzlich willkommen. Wir suchen tüchtige Arbeiter aus der DDR, melde Dich, usw.“

    Meine Frau und ich nahmen an keiner sogenannten „Siegesfeier“ statt, die gab es zu Hauff. Wir merkten damals schon, vom Bauch heraus, da werden jetzt die Menschen in der DDR über den Tisch gezogen.

    Heute in unserem Lokalsender, der natürlich auch seinen Senf zu diesem „Jubeltag“ abgeben musste. Der Sender spielte die Aussage eines Fotografen ein, der damals in einem Zug war, der von Wien gekommen ist. Er sagte, „ich ging so durch den Zug, da sah ich einen DDR-ler barfuß, der sah so grau in grau aus, wie wir es damals aus der DDR kannten bla, bla, bla…“

    • sascha313 schreibt:

      Wenn es nicht so absurd und abstoßend wäre, müßte man über all dieses Gesülze zum „Tag der Wiedervereinigung“ nur lachen. Aber es ist einfach nur widerlich: die Dame Lengsfeld quatscht dummes Zeugs: „die wesentlichen Doktrinen der SED sind heute Staatsräson“ und der Herr Doktor Maaßen kotzt seine Meinung über den Kommunismus aus: der Sozialismus sei ein „totalitäres Regime“ gewesen, und das bedeute nach seiner Meinung, „die Menschen dürfen nicht partizipieren an der Politik und die Freiheitsrechte werden dem einzelnen zugeteilt nach Gusto einer politisch selbsternannten Elite“. Das alles ist nicht nur dumm und falsch, sondern zeugt von einem abgrundtiefen Antikommunismus!

      • S. Erfurt schreibt:

        Herr Doktor von und zu Guttenberg hielt bereits gestern eine Rede am Point Alpha. Leider hat er vergessen zu erwähnen, daß es ein Beschluss der Alliierten war, die Junker von und zu Guttenbergs, die in der Rhön eine ganze Menge Land besaßen, zu enteignen. Ebenso haben die USA 1945 in Potsdam mitbeschlossen ein geeintes Deutschland wiederherzustellen.

        Aber anstatt sich an die in Potsdam gefassten Beschlüsse zu halten, haben die westlichen Alliierten Deutschland geteilt, Junkern und Kriegsverbrechern in der BRD ein neues Zuhause gegeben und 40 Jahre lang an der Grenze zur DDR rumgestänkert. Eine Migration ohnegleichen setzte 1990 ein, der ganze preußische versyphte Landadel ist mittlerweile wieder zurück und nahm Besitz von dem was in der DDR rechtmäßig dem Volk gehörte.

        Und diese Von und Zu’s faseln heute von Wiedervereinigung!?

      • sascha313 schreibt:

        …mit einem Wort: Gesindel!

  6. Hanna Fleiss schreibt:

    Johann, ich kann dir genau sagen, was die Unternehmer mit den DDRlern machen: Sie geben ihnen eine Art Mindestlohn, jedenfalls weniger als Tarif, sonst würden sie sie gar nicht einstellen. Insofern spielen die DDRler die Rolle der Lohndrücker und evtl. sogar noch der Streikbrecher. Aber was sollen sie machen, auf dem Land zum Beispiel gibt es heute im Grunde keine Arbeit mehr, nachdem die LPGen aufgelöst wurden. Ich war in einem Dorf an der Oder, dort gab es weder Jugendliche noch erwachsene Männer, nur Frauen und Kinder. Die Männer sind alle in den Westen gefahren, um Arbeit zu haben, sagten die Frauen. Und sie haben keine Hoffnung mehr, dass sich das ändern könnte und sie jemals in der Nähe Arbeit kriegen würden. Das sind italienische Verhältnisse der fünfziger Jahre, wo die Dörfer nur noch von Frauen und Kindern bewohnt wurden. Aber heute die Jubelfeier. Steinmeier kotzte wieder sein verlogenes Zeug ins Mikro, dass es sich schämte, diesem Mann zu dienen. Wie gut es uns Deutschen geht, wie gut wir mit Corona hingekommen sind, wie gut, dass die Ostdeutschen jetzt in Freiheit leben dürfen und blabla. Brrh!

  7. marie schreibt:

    Hallo Sascha, kein Kommentar, lediglich ein Hinweis auf Punkt 3 im Eingangstext: „Mag sagt ja, die die DDR sei ein „totalitärer Staat“ gewesen.“ Nur – weil Du selbst in den Kommentaren auf korrigierte Schreibfehler hinweist – erlaube ich mir, auf die sich hier eingeschlichenen zwei Kleinigkeiten hinzuweisen.
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    Danke, dass Du zum Anlass des Republik-Geburtstages einen Beitrag geschrieben hast. Es ist gedanklicher Anker auch für mich an diesen Tagen Anfang Oktober, innerhalb der unerträglichen medialen antikommunistischen Hetze. Widerspruch habe ich jedoch zu einer der Aussagen in den Kommentaren, hier letzter Halbsatz: „Doch die DDR war bis zu ihrem Ende ein sozialistischer Staat, in dem die Produktionsmittel sich in den Händen des werktätigen Volkes, d.h. in den Händen der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauern befanden, und in dem die Arbeiterklasse (und nicht etwa die Partei!) die Macht hatte.“

    Mir geht es um die Einfügung in Klammern. De facto stimmt das. Aber wie war das Erleben der Menschen? Meines war, dass „Die Partei immer Recht hatte“ – und sie hatte auch das letzte Wort, bzw. das entscheidende. Was in meinen Augen auch richtig war. Unsere Herrschaftsform war „Die Diktatur des Proletariats“ und die Vorhut des Proletariats ist nun mal deren/die revolutionäre Partei der Arbeiterklasse.

    Ich selbst war viele Jahre Abgeordne des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD) – also Mitglied/Bestandteil der Machtstruktur im Land. Obwohl mein Mandatsträger nicht „Die Partei“ sondern eine gesellschaftliche Organisation war, sah ich mich in meinen Aktivitäten dennoch ständig und richtigerweise mit den Anforderungen an einen Genossen konfrontiert.

    Mein Erleben war, dass eine neben der SED agierende gesellschaftliche Kraft von dieser sehr eng begleitet wurde. Der Zusammenschluss der Volksvertreter innerhalb der Nationalen Front der DDR – in der die SED jedoch stärkste Kraft war – war Ausdruck unserer Demokratie. Ich denke, bei allem Stolz und aller Trauer auf/um unsere Heimatland dürfen wir nicht verklären, dass sich die Mehrzahl der Werktätigen in den Betrieben nicht als die Besitzer ihres Eigentums gefühlt haben, auch wenn sie es waren!

    Ich habe mich damals aus meiner persönlichen Verantwortung als studierter Ökonom innerhalb des Produktionsprozess ins Privatleben zurückgezogen, weil ich keine Möglichkeit mehr sah, mir Gehör zu verschaffen – ohne ein Parteiverfahren zu riskieren. Die Meinung „Der Partei“ war für mich unantastbar. Dass diese von Opportunisten durchzogen war, wäre mir nicht im Traum eingefallen.

    Ich denke, bei aller Objektivität der stattgefundenen Konterrevolution dürfen wird die Befindlichkeiten der Menschen, der Massen in unserem sozialistischen Heimatland, nicht vom Tisch wischen. Diese Befindlichkeiten von damals sind für mich eine Erklärung dafür, dass ich heute kaum Menschen meiner Generation in Nachbarschaft/Bekanntschaft erkenne, die sich für eine sozialistische Revolution einsetzen würden – obwohl wir doch alle die realen Vorzüge eines sozialistischen Staates erleben durften, wie Du sie in Deinem Beitrag aufzählst – und die der Kapitalismus nicht und niemals im Repertoire hat.

    Nachdem „Die Partei“ damals die Macht hingeschmissen hatte, folgten die Werktätigen diesem Beispiel und warfen ihr Eigentum an den Betrieben, Produktionsmitteln, an ihren Wohnungen, Ländereien, an den Schulen, Krankenhäusern, ihre gesamte Verfügungsgewalt über ein freies Leben – frei von Ausbeutung und Krieg – weg, dem frohlockenden Kapital direkt in die ausgebreiteten Arme. Sie entschieden, nachdem die Partei entschieden hatte – nachdem diese ihre führende Rolle im Kampf um die Macht der Arbeiterklasse verraten hatte.

    • sascha313 schreibt:

      …Befindlichkeiten? Naja, Du weißt sicher selbst, wie weit es mit dem Klassenbewußtsein in der DDR war. Schon 1980 wurde von uns verlangt, zu den „kommunistischen Denk- und Verhaltensweisen“ der Jugendlichen Stellung zu nehmen. Dabei wären wir schon froh gewesen, wenn das Neuererwesen einem revolutionären Enthusiasmus entsprungen wäre und nicht nur finanziellen Interessen. Und die Genossen FDJ-Funktionäre hätten sich weniger als „Berufs-revolutionäre“ gesehen, denn als Kommunisten, die auch ohne viel Aufhebens ihre Arbeit gemacht hätten. Naja, und „die Partei“ hat nicht „die Macht hingeschmissen“… vielmehr war die Niederlage das Ergebnis objektiver Bedingungen und subjektiver Einsichten. In der UdSSR gab es den Versuch klassenbewußter Kommunisten, den Umsturz militärisch aufzuhalten – bei uns schon nicht mehr…

    • S. Erfurt schreibt:

      Die Partei hat immer recht. Man kann das auch anders ausdrücken: Wenn man der Partei nicht vertrauen kann, taugt sie nicht zur Führung. Und umgekehrt hat ja auch die Partei ihrer Klasse, nämlich der Arbeiterklasse vertraut! Zum Verständnis dieser Vertrauensstellung betrachten wir mal eine beliebige Anweisung eines Vorgesetzten an seine Unterstellten. Das Arbeitsgesetzbuch der DDR sagt dazu sinngemäß, daß eine Anweisung nur dann zu verweigern ist, wenn sie das Leben Anderer unmittelbar gefährdet oder als Sabotage zu erkennen ist (Sachbeschädigung).

      Genauso verhielt es sich mit Befehlen in der NVA und genau hieran sehen wir, daß auch die Ausführung von Anweisungen oder Befehlen das politische Verständnis der Ausführenden unbedingt voraussetzt. Natürlich muss sich ein Vorgesetzter darauf verlassen können, daß Anweisungen oder Befehle ausgeführt werden ohne daß man darüber rumdiskutiert. Genauso wie sich die Ausführenden bzw. Unterstellten darauf verlassen müssen, daß Anweisungen und Befehle nicht das Leben Anderer gefährden oder zu Sachbeschädigungen führen.

      Insofern ist also die politische Bildung der Arbeiterklasse eine wesentliche Voraussetzung zur Erfüllung dieser Wechselwirkung. Daß die Partei immer Recht hat, mag banal klingen. Aber daß sie ohne gegenseitiges Vertrauen ihrer Führungsrolle nicht gerecht werden kann, sollte auch klar sein, genauso wie die Wachsamkeit auf beiden Seiten. Und auch hieran sehen wir, wie wichtig politische Schulungen sind. Das Bildungssystem der DDR wurde dem gerecht, das Fach Staatsbürgerkunde begann mit der 6. Klasse, parallel dazu der Geschichtsunterricht und später in den Fach- und Hochschulen das Fach ML.

      Schönen Sonntag.

      • sascha313 schreibt:

        Ich sehe das genauso. Dieses Defizit an politischer Bildung wird gerade auch in den derzeitigen Diskussionen bei der Mehrheit der Westdeutschen und der nach 1990 Geborenen über die Corona-Maßnahmen deutlich. Der Kapitalismus wurde dabei bisher nie infrage gestellt. Doch gerade das brächte die Lösung. Immer wird die Frage der „Freiheit“ vorgeschoben – dabei hatten wir in der DDR weit mehr Freiheiten als in der BRD! Wir waren gebildeter, frei von sozialen Sorgen, frei von „schwarzer Pädagogik“, frei von psychischem Druck durch Ausbeutung, frei von finanziellen Nöten, frei von ideologischer Irreführung durch Werbung und Konzerninteressen (Konzerne gab es bei uns nicht!), frei von Glyphosat, frei von Polizeigewalt mit Wasserwerfern, Helm, Schlagstock und Elektroschocker usw. usf.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        S. Erfurt, wir haben aber gesehen, dass es nicht ausreichte, das Fach Staatsbürgerkunde ab der 6. Klasse einzuführen, um bei den Arbeitern Besitzerbewusstsein zu wecken. Marie hat völlig recht, die Arbeiter waren sich ihres Besitzes nicht mehr bewusst, weil vieles über ihre Köpfe entschieden wurde. Und da hätte die Partei ansetzen müssen. Aber geschah das? Ja, es wurde diskutiert, zum Beispiel über den Betriebskollektivvertrag, den Frauenförderungsplan, die Neuererbewegung in der Partei und in der Gewerkschaft.

        Mir sagte einer meiner Kollegen: „Mein Gott, es ist doch schon alles durchgekaut. Mich muss man doch nicht mehr aufklären.“ Aber ich glaube, einfach dadurch, dass es mindestens ab den siebziger Jahren schon zu viele Opportunisten in der Partei gab, einfach auch deshalb, weil in manchen Berufen wie selbstverständlich von vornherein Parteizugehörigkeit vorausgesetzt wurde, auch dann, wenn die Absolventen von Fach- und Hochschulen endlich ihr Wissen praktisch erproben wollten und durch die Praxis enttäuscht wurden, bei der es so manches Mal nach dem alten Stiebel ging. Darüber habe ich öfter mal Klagen gehört.

        Wie sollten einfache Arbeiter, die in ihrem Beruf ihr Bestes gaben, die sich auch theoretisches Wissen angeeignet hatten, verstehen, dass von den Leitungen solche Initiativen gebremst wurden? Ich bezweifle nicht, dass die Partei als die führende Kraft der Arbeiterklasse und des Arbeiter-und-Bauern-Staates völlig akzeptiert wurde, aber meiner Ansicht nach wurde mit den Arbeitern viel zuwenig politisch gearbeitet, und deshalb zog der Schlendrian öfter mal ein, deshalb empfanden sich die Arbeiter in den Betrieben nicht mehr als Besitzer ihres Betriebes, und die Partei wurde ihrer Verantwortung immer weniger gerecht. Meiner Ansicht nach gehört das zu den unverzeihlichen Fehlern der Partei und aller Organisationen in den Betrieben.

        Die Gewerkschaft war zu einer Art Reisebüro mutiert, nicht mehr die Kampforganisation der Arbeiterklasse. Das hätte sie aber sein müssen, zusammen mit der Partei. Nun ist es natürlich leicht, die Fehler im Nachhinein festzustellen, jetzt, wo wir unsere Betriebe und den Staat verloren haben. Aber wir alle wussten, etwas stimmt nicht mehr. Und jetzt bezahlen wir seit 30 Jahren den Preis, unabhängig vom Verrat der KPdSU.

      • Atomino schreibt:

        @Hanna: Chapeau, sehr guter Beitrag ! Wohltuend kritisch und unaufgeregt. Und dabei sowas von auf den Punkt gebracht. Auch wenn ich mir jetzt nicht unbedingt Freunde mache : in den letzten Tagen der DDR hätte man sich für diese Worte wohl eher ein Parteiverfahren eingehandelt, anstatt aufmerksam gehört zu werden. Aber nur wer sich gemachte Fehler eingestehen kann, hat auch eine Chance, diese nicht zu wiederholen. In diesem Sinne : Sozialismus oder Barbarei !

      • @ „Die Gewerkschaft war zu einer Art Reisebüro mutiert, nicht mehr die Kampforganisation der Arbeiterklasse.“

        Die Kampforganisation ist nicht die Gewerkschaft, sondern die Marxistisch-Leninistische (Bolschewiki) Partei.

        In einem sozialistischen Staat hat die Gewerkschaft andere Aufgaben als in einer kapitalistischen Gesellschaft, in der es einer Gewerkschaft vom Wesen her nur „um den wirtschaftlichen Kampf gegen Unternehmer und Regierung geht, um bessere Bedingungen des Verkaufs der Arbeitskraft an die Kapitalisten“ durchzusetzen. (Lenin in: *Geschichte der kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki)*; Dietz Verlag Berlin 1955; Seite 47)

        Die durch und durch opportunistischen und revisionistischen Gewerkschaften in den kapitalistischen Gesellschaften, haben den sozialistischen Kampf = Klassenkampf und nicht „wirtschaftlichen Kampf“ bis heute nicht begriffen, denn:

        „die Arbeiter wollen aber nicht nur für bessere Bedingungen des Verkaufs ihrer Arbeitskraft an die Kapitalisten kämpfen, sondern auch für die Beseitigung des kapitalistischen Systems selbst, das sie dazu verdammt, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten verkaufen zu müssen und sich ausbeuten zu lassen.
        Die Arbeiter können aber den Kampf gegen den Kapitalismus, den Kampf für den Sozialismus nicht entfalten, solange der Zarismus, — heute die sogenannte *repräsentative parlamentarische Demokratie* = *Parlamentarismus* — der Kettenhund des Kapitalismus, der Arbeiterbewegung im Wege steht. Daher besteht die nächste Aufgabe der Partei (also nicht der Gewerkschaft) und der Arbeiterklasse darin, den Zarismus — heute den *Parlamentarismus* — aus dem Wege zu räumen und dadurch den Weg zum Soziaismus zu bahnen.“
        (Lenin, ebd.)

  8. Ulrike schreibt:

    Mal so ganz nebenbei: Im Westen der Republik hat es bis weit in die 1980ziger Jahre des letzten Jahrhunderts kämpfende Genossen gegeben. Selbstlos und ständig politisch verfolgt. Die Genossen in der DDR waren meist freundlich aber auch des öfteren ziemlich distanziert uns Kommunisten aus der BRD gegenüber. (In den Jahren 1975 – 1987 habe ich die DDR regelmäßig mit Delegationen besucht.) Wir hatten einen wahrlich schweren Stand. Einen Kampf einerseits zu führen der unsere eigene Existenz bedrohte und andererseits das Misstrauen nicht weniger Genossen in der DDR auszuhalten.

    Und sei es die noch so kleinste soziale Veränderung in der alten Bundesrepublik wir Kommunisten hatten immer einen Anteil daran. Es hat schon etwas seltsames aus meiner Sicht, dass all die Kämpfe der Kommunisten im Westen nicht wirklich als Teil des proletarischen Internationalismus einbezogen sind.

    Und noch was…..Solange ich denken kann weiß ich woher ich komme und habe einen Klassenstandpunkt für den ich einstehe und sicher bin, dass es im Sozialismus Widersprüche gibt. Es ist Bewegung in diesem Land….Es geht wie immer um die große soziale Frage und dabei ist Corona ein Beschleuniger und ein Vertuscher des sozialen Elends.

    Regelmäßig bekomme ich Informationen und bin bis zum heutigen Tage ein Teil der „Psych./päd./ und therapeutischen Arbeit in diesem Land. Was für eine soziale Katastrophe…. Die Folgen werden uns für eine lange Zeit begleiten. Ohne Verbündete und ohne eine Annäherung an die Kräfte im Land die fortschrittlich denken wird es ein „einsamer Kampf“ bleiben. Es gilt ein Erbe zu verteidigen. In der Galerie schreibt Gellermann heute einen seiner Artikel der es in sich hat. Tief bewegt lese ich Buchenwald…..

    Die Bewegung „Demokratischer Widerstand“ hat ein Logo mit Gellermann vorgestellt, dass an den Kampf der Selbstbefreiung von Buchenwald erinnern soll. Und ich erkenne ein Stückchen einer langen unterdrückten Geschichte von Frieden und Freiheit die hier deutlich wird. In einem Blog wo Leute schreiben die keine Kommunisten sind. (bis auf ganz wenige).

    Im übrigen hat es fortschrittliche Universitäten in der alten Bundesrepublik gegeben. Ich hatte die Ehre an einer dieser studieren zu dürfen. Vom VS beäugt, kontrolliert und verfolgt. Nichts hätte uns abhalten können Marx zu studieren….. Dieses Teil der Geschichte der alten Bundesrepublik hätte man nie ohne die DDR schreiben können.

    • S. Erfurt schreibt:

      Gellermann ist einer von denen die das Grundgesetz verteidigen, soweit zum Thema Klassenstandpunkt. Gellermann betonte auf der Bühne, dass das Grundgesetz als Absage an die Nazis formuliert wurde. So ein Unsinn!

      Und was Buchenwald betrifft: Entscheidend ist doch, welche Position die Alliierten zu den Konzentrationslagern bezogen haben. So standen Einheiten der US-Army tagelang in 30 km Entfernung von Buchenwald entfernt und dachten nicht im Geringsten daran, den Greueltaten der SS Einhalt zu gebieten. Genz im Gegenteil: Bis zum Juni ’45 sorgte die USA dafür, daß die Nazi-Bürgermeister im Amt blieben, in Weimar und Umgebung und dafür gibt es sogar noch lebende Zeugen! Erst mit der Besetzung durch die Sowjetarmee wurde dieser Spuk beendet.

      Nee. Ulrike, ich kann verstehen daß SED-Genossen misstrauisch wurden. Nicht die Ostermärsche oder sonstige „Demokratische Bewegungen“ im Westen haben den Frieden gesichert, sondern wir Soldaten der Arbeitermacht an der Grenze zur BRD!

      Schönen Sonntag.

      • Ulrike schreibt:

        Was soll ich dazu denn noch sagen ?
        Ganz sicher ist eines: Mein Vater war Kommunist und Lagerhäftling. Diese Besserwisserei geht mir so richtig gegen den Strich. Ich kann mich nicht erinnern, dass ihr Berufsverbot hattet. Oder dass eure Väter in den fünfziger Jahren wieder verfolgt und eingeknastet wurden. Festgefahren nenne ich das.

      • sascha313 schreibt:

        Wenn man andere Ansichten immer nur als Besserwisserei abtut, bricht jede nur mögliche Kommunikation ab.

      • „Ich kann mich nicht erinnern, dass ihr Berufsverbot hattet. Oder dass eure Väter in den fünfziger Jahren wieder verfolgt und eingeknastet wurden.“

        Das ist mehr als traurig, daß du davon gar keine Kenntnis hast.
        Nach dem Verbot der KPD in der „BRD“ am 17. August 1956, wurden hunderttausende von Genossinnen und Genossen erneut verfolgt und nicht „nur eingeknastet“, sondern zu Zuchthaus- und hohen Geldstrafen von denselben Nazirichtern verurteilt, die sie schon von 1933 bis 1945 in Konzentrationslagern steckten; ihre Kinder wurden ihnen wegen „Kindeswohlgefährdung“ entzogen und in Heime gesteckt; sie verloren ihre Arbeitsplätze und sind auf vielerlei Weise wirtschaftlich ruiniert worden; die Kinder, die ihnen nicht entzogen wurden, ist der Zugang zum Gymnasium – und damit zum Abitur und der Universitätsausbildung – verweigert worden.

        Ein paar Infos:

      • sascha313 schreibt:

        (Meines Erachtens ist das ein Mißverständnis: der Satz von @Ulrike bezieht sich DDR-Bürger, die natürlich keine Berufsverbote kannten.)

      • Sorry, ich dachte Ulrike schrieb als DDR-Bürgerin. Ich war ein wenig irritiert, wie man als DDR-Bürgerin derart in Unkenntnis sein kann. Gut, daß du mich auf das Mißverständnis aufmerksam gemacht hast.

  9. Ulrike schreibt:

    „..andere Ansichten ?
    Welche Kommunikation ist denn hier gemeint ?
    Was haben die „Ostermärsche“ an denen ich regelmäßig teilgenommen habe mit meiner DKP Mitgliedschaft und den Delegationen in die DDR zu tun ???
    Das könnte auch für S.Erfurt zutreffend sein. Eine andere Meinung nicht stehen lassen zu können sondern sofort kommentieren zu müssen.
    ich stimme auch mit vielem was ich hier lese nicht überein. Ja und ?

    • S. Erfurt schreibt:

      Nun Ulrike, den Unsinn der auf Rationalgalerie verbreitet wird als „Demokratische Bewegung“ zu bezeichnen ist von einer kommunistischen Denkweise weit entfernt. Ganz abgesehen von den Unwahrheiten und dem ganzen kleinbürgerlichen Gejammer um das Grundgesetz, das in Wirklichkeit eine hohle Kladde ist und deren „geistige“ Väter diejenigen waren, die den Faschismus in Deutschland wiederhergestellt haben.

      MFG

      • Ulrike schreibt:

        Lies doch einfach mal so ganz ohne Scheuklappen.
        Genau das habe ich geschrieben: Gellermann ist kein Kommunist ! ER ist ein Demokrat. Und ich verbitte mir derartige Beleidigungen was den Uli Gellermann angeht. Vertrete du deine Meinung. Ich werde das natürlich selbstredend auch für mich in Anspruch nehmen. Ich habe gelernt, dass es ohne Bündnisse nun einmal nicht geht, Davor hat mich mein Vater noch zu Lebzeiten gewarnt……. Und über die Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung brauche ich keine Nachhilfe.

      • Ulrike schreibt:

        Nun S. Erfurt, den „Unsinn“ lese ich seit vielen Jahren und bin wahrlich nicht „blöder“ geworden. Es ist mir völlig wurst wie du die Galerie einschätzt oder bewertest. Niemand hat von „kommunistisch“ gesprochen. Doch ist es unangenehm einen Mann der seit vielen Jahren sich auf seine Art für die Gesellschaft einsetzt so nicht hinnehmbar. Und von „Unwahrheiten“ zu sprechen kann wohl nur jemand der die „Wahrheit mit dem Schaumlöffel….“ hat.
        Ich habe gelernt, dass es ohne Bündnisse nun einmal nicht geht. Arroganz ist mir sehr unsympathisch.

  10. Atomino schreibt:

    @Sascha: ich finde, Ulrike hat irgendwie Recht. In der Alt-BRD war es tatsächlich eine ganz andere Nummer, für den Kommunismus einzustehen. Auch ich konnte mir damals nicht so recht vorstellen, dass es im kapitalistischen Teil Deutschlands Kommunisten gab. Aber gerade dort wurden sie im wahren Kampf geschliffen. Wir saßen dagegen sozusagen im gemachten Nest.

    @Ulrike: ich kann Deinen Frust verstehen, aber lass Dich bitte nicht vergrämen. Wir, die eine Verbesserung der Welt für nötig und für möglich halten, sollten nach Gemeinsamkeiten suchen. Den Wind interessiert es nicht, ob er aus Nord, Ost, Süd oder West weht. Er weht. Und wir sollten kämpfen, statt uns zu reiben. Ja, bissl pathetischer wäre es bestimmt noch gegangen, aber …. 🙂
    Rot Front !

    • Ulrike schreibt:

      @ Atomino danke dir für deine wohlüberlegte Antwort. Und auch stimme ich dir zu in dem was du schreibst. Dass ich hier an die Hunderttausenden von Kommunisten erst erinnern muss die in der Alt BRD verfolgt, angeklagt und oftmals zu Haftstrafen verurteilt worden sind ist befremdlich. Die KPD ist im August 1956 vom VG verboten worden. Mit ungeheuerlichen Konsequenzen für meine Genossen. Bis zum heutigen Tag nicht aufgehoben, Sie werden es wieder aus der „Schublade“ holen wenn sie es brauchen. Deswegen schmort es dort.

      Die Geschichte der Selbstbefreiung Buchenwalds hat Emil Carlebach in seinem Buch „Tote auf Urlaub“ mit einem DOKUMENT DES US-MILITÄRARCHIVS IN WASHINGTON bewiesen. Carlebach war bis zu seinem Tod dem 9.April 2001 ein unverzichtbarer Mahner und Kämpfer. Als „Bürgersohn“ 1914 in eine jüdische Familie geboren und wohlbehütete aufgewachsen trifft er eine Entscheidung die auf immer sein Leben verändern wird. Er geht seinen Weg gefährlich und dem Tode oftmals näher als dem Leben. Mutig und aufrecht solidarisch und entschlossen wird er später von seinen Genossen, seinen Freunden aus verschiedenen politischen Richtungen kommend einhellig beschrieben. Sie alle einte der gemeinsame Kampf.

      1931 Arbeit im Sozialistischen Schülerbund und im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD)
      1932 Beitritt in die Gewerkschaft und in die KPD
      1933 schlagen die Faschisten mit aller Härte zu: Verhaftung bei der Verteilung von Flugblättern, 4 Wochen Gefängnis
      1934 wieder verhaftet wegen der Herstellung von Gewerkschaftszeitungen, drei Jahre Haft. Verschleppt von 1937 – 1938 in das KZ Dachau.
      Von 1938 – bis zur Selbstbefreiung durch einen bewaffneten Aufstand , am 11.April 1945 wird Emil Carlebach im Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg(Weimar) inhaftiert.
      Carlebach war Jude und Kommunist.

      Nach 1945 ist Carlebach Gründungsmitglied und Chefredakteur der Frankfurter Rundschau. 1947 wird er auf US Befehl aus der Rundschau entfernt. Er ist Stadtverordneter und für die KPD im hessischen Landtag und langjähriges Mitglied des Präsidiums der VVN und Vizepräsident des Internationalen Buchenwald-Komitees. So einmalig diese Biografie ist, so steht sie doch für die kämpfende Arbeiterklasse im Westen und im Osten. Tausende Namen der Genossen müsste ich anschließen….
      Ruhe in Frieden Emil Carlebach und DANKE !

      Nur ein Atemzug in der Geschichte aber auf immer unvergessen. Sicherlich habe ich einiges unerwähnt gelassen. Wollte mich auf das Wesentliche konzentrieren. Und natürlich weiß ich was hier alles zu Buchenwald geschrieben steht, denn ich habe es ja gelesen. Ich will an Emil Carlebach erinnern stellvertretend für meine oftmals schmerzlich vermissten Genossen auf deren Schoß ich saß als ich ein kleines Mädchen war und deren Geschichten ich lauschen konnte.

    • S. Erfurt schreibt:

      @atomino: Wir saßen dagegen sozusagen im gemachten Nest. Ganz bestimmt nicht. In der DDR hat jeder seinen Beitrag zur Erstarkung des Sozialismus geleistet, vom Bauarbeiter bis zum NVA-Soldaten! Nur ist das vielleicht Einigen noch nicht so richtig klar geworden.
      MFG

      • Atomino schreibt:

        Ist klar, da habe ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt. Aber außer den (Alt)kommunisten gab es bei uns zwar jede Menge sozialistische Persönlichkeiten, aber der wirkliche Kampf fand doch eher nur noch auf ideologischer Seite statt. Also das, was z.B. in der Schule als lästige „Rotlichtbestrahlung“ empfunden wurde. Da wurde meiner Meinung nach viel falsch gemacht. Zum Beispiel die Gewinnung von Berufsoffizieren ab der 8. Klasse. Klar, dass sich da eher die Streber auf jene 25 Jahre verpflichten liessen. Auch bei uns gab es schliesslich Karriere, aber die Jugendlichen schon mit 14 Jahren drauf festnageln ?
        Von denen kannte ich eigentlich niemanden, der das aus wirklicher Überzeugung zur Verteidigung des soz. Vaterlandes tat.
        Das erklärt für mich auch die Frage, weshalb auf die 16 Mio gesehen so gut wie niemand unser Volkseigentum wirklich verteidigte.
        Es wurde uns von den Vorkämpfern unter schwierigen Bedingungen in den Schoß gelegt, für die nachfolgenden Generationen wurde es schon immer normaler, jede neue Errungenschaft wurde wie wild gefeiert und in meinem Betrieb sprach man Ende der 80’er ganz locker von „sozialistischer Umlagerung“, wenn man irgendetwas mitgehen liess. Da war kaum noch ein Bewusstsein in der breiten Masse. Wir wurden ja ständig und überall darauf hingewiesen, dass der Sozialismus sowieso siegt.

        Und dann kamen Radiowecker, Schokolade und Videorecorder ….

        So ungefähr dies meine ich mit „gemachtem Nest“

  11. Hanna Fleiss schreibt:

    Ulrike, was hältst du denn davon: Gemeinsam, alle zusammen haben wir bisher die Welt vor dem Atomkrieg retten können: die Kommunisten der BRD, die unter schweren Bedingungen gekämpft haben, die Existenz der DDR allein war ein Kampfmittel um den Frieden, und dass es die NVA gab, die Ausdruck des Kampfes um den Frieden in der Welt war, versteht sich.

    Du schreibst, dass es Misstrauen in der DDR gegenüber euch gab. Das musst du verstehen, oder seid ihr so sicher gewesen, dass es unter euch keine Spitzel des BND, des VS oder der CIA oder anderer westlicher „Dienste“ gab? Habt ihr das ausschließen können? Für dieses „Misstrauen“ musst du als Kommunistin doch Verständnis aufgebracht haben, denn die westlichen Geheimdienste haben bekanntlich jedes Mittel benutzt, ihre Agenten einzuschleusen. Und das war kein Wahn, das war Tatsache. Habt ihr darüber nicht gesprochen? Du schreibst auch, dass dein Vater Lagerhäftling war. Hat er dir nicht erzählt, dass jeder von ihnen auf Zuverlässigkeit geprüft wurde, ehe man ihn in die Gemeinschaft der Kommunisten aufnahm? Dort ging es um Leben oder Tod. Auch für die DDR ging es um Leben oder Tod – hast du das nicht verstanden und verstehst du es heute immer noch nicht, heute, wo es die DDR nicht mehr gibt?

    • Ulrike schreibt:

      Es reicht ! Bitte Abstand zu nehmen von Belehrungen egal welcher Art.
      Ich bin weder von gestern, noch sitze ich auf irgendeinem Baum und trauere vergangenen Zeiten nach. Wo sind denn all die SED Mitglieder 1989 gewesen ?
      Meine Haltung zur DDR ist immer eindeutig gewesen. Dafür hat man uns mit Berufsverboten überzogen.
      Und nun wollt ihr mir die Welt erklären ?
      „Hat er dir nicht erzählt,…“ Ich bin keine fünf. ich bediene mich grundsätzlich meines eigenen Verstandes.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Ich habe nichts gegen deinen Verstand geäußert, Ulrike. Niemand sieht in dir eine Fünfjährige. Wenn du keine Antwort haben willst, dann beschwere dich nicht über Selbstverständlichkeiten. Nimm dich bitte etwas zurück.

  12. Ulrike schreibt:

    @ Jauhuchanam,

    zu dem Video habe ich unter dem Namen „Eleonore Kraus“ kommentiert.
    Dafür bedanke ich mich sehr. Lange nicht mehr angeschaut.
    Das Video sollte wohl meinen Erkenntnisstand erweitern…..
    Selbst im Westen der Republik hat es durchaus Möglichkeiten der Bildung gegeben.
    Ich tu mich wohl schwerer an der einen oder anderen Stelle, abgehalten hat mich das nie vom Lernen. Als „Arbeiterkind“ war und ist das Ehrensache.

    • Sieh es mir bitte nach, daß ich dem Irrtum erlegen war, daß ich dachte, daß da eine DDR-Bürgerin „gegen die Kommunisten“ im „BRD“-Regime geredet hätte!

      In der DKP-Ortsgruppe hier, wo ich lebe, waren fast alle ehemals in der KPD, fast alle waren im KZ und alle wurden vom „BRD“-Regime nach dem Verbot der KPD 1956 VERFOLGT und wider allen Rechtes verurteilt und BESTRAFT. Die meisten Genossinnen und Genossen sind +60 Jahre alt — der größte Teil bereits weit über 70 … die älteste Genossin 91 Jahre alt ist immer noch aktiv, während andere eben in sehr hohem Alter krank und/oder bereits dement und/oder pflegebedürftig geworden sind.

      Mit 58 Jahren bin ich immer noch ein „Jungkommunist“ (ich wurde erst nach einem Jahr Prüfung 2016 in die DKP aufgenommen — und obwohl ich weiß, daß in der DKP viele Fehler begangen wurden, schütte ich die DKP nicht mit dem Bade aus und werde bis zu meinem Lebensende den Genossinnen und Genossen – die sich in der DKP organisiert hatten, TREU BLEIBEN.

      • Ulrike schreibt:

        Kein Problem und vielen Dank für die freundliche Antwort.

        Die DKP bleibt mein Sorgenkind. Sie hat es einfach nicht geschafft die Revisionisten aus der Partei hinaus zu werfen.
        Nichtsdestotrotz ist es ein mutiger Schritt in eine Partei wie die DKP eine ist einzutreten und sich da auch zu bekennen. Egal zu welchen Zeiten ist der Antikommunismus zur Staatsdoktrin erklärt worden mit möglichen Konsequenzen für die Mitglieder.
        Auch ich habe bis zum heutigen Tag Kontakte zu meinen Genossen die ihren oft einsamen Kampf in dem kläglich verbliebenen Rest einer einst mal „stolzen kommunistischen Partei“ führen.
        Zuviel Steigerwald, zu viel Hager, zu viel Holtz u.A….und zu wenig Gossweiler, zu wenig Lenin Marx und Engels. Und ihr ungeklärtes Verhältnis zu Stalin schwebt über allem wie ein Schatten….

        Ich war irgendwann müde nach Jahrzehnten politischer Auseinandersetzungen die wenig Aussicht auf Erfolg hatten und bin dann nach 20 Jahren ausgetreten.

        Das Dilemma damals mit dem fiesen Drecksack Biermann. Ich erinnere sehr gut die ständigen Streitereien und es gelang nicht den so notwendige Standpunkt einzunehmen diesen Widerling als Widerling zu benennen. Will sagen: Man konnte sich selbst bei solchen Fragen einfach nicht einigen wie man mit dem Kerl umgehen soll. Ich war dafür, dass die DDR den rausschmeißt…..Der passt zu Ines Geipel dieser arme und kranken Person die so viel Unheil auch heute immer noch anrichtet. Allerdings hielt und hält sich mein Mitgefühl in Grenzen.

        Die DKP hat bereits in ihrem Statut „die Diktatur des Proletariats“ „verraten“.

        Eine Kommunistische Partei ohne ihr rotes Herz ?

        Diese elementare Unklarheit hat Tür und Tor den Revisionisten geöffnet.
        Habe viele alte Genossen die nach 1945 und nach dem Verbot der KPD in der DKP ab 1968 ihre politische Heimat gefunden haben kennen gelernt. Nur gab es aber auch die, wie z.B. meinen Vater die nicht in die DKP eingetreten wären weil sie überzeugte „Bolschewiki“ waren. Eine lange schmerzvolle und unendliche Geschichte.

        Auf jeden Fall wünsche ich dir, dass die Partei dir eine politische Heimat sein in diesen unruhigen und wechselhaften Zeiten .

      • Danke dir – Ulrike!

        Ich wollte BEWUSST der DKP beitreten — nachdem ich von der KPD, die mir Sascha „empfohlen“ hatte, gar nichts hörte! Mein Mitgliedsantrag (per Einschreiben/Rückschein) wurde nie beantwortet; angebliche Genossen der KPD – mit denen ich mich in Hamburg zu einem Treffen verabredet hatte, erschienen einfach nicht … Rückfragen zu diesem Nicht-Zustande-Kommen blieben unbeantwortet!

        … wie das Leben so spielt: 2015 war ich hier, wo ich seit 2012 wohne, nach 33 Jahren absoluter Abstinenz wieder zu einem Ostermarsch gegangen. Auf diesem Ostermarsch von ein paar hundert Menschen, war ein Mensch mit großer ROTER FAHNE. Wie ich halt so bin – vorlaut, arogant, besser-wessi-wissend – habe ich mit ihm das Gespräch gesucht und wir haben uns über dies und das unterhalten … irgendwann fragte ich ihn: „Und wo kann ich dann und denn jetzt nun Mitglied werden?“ …
        Er verwies mich auf ein Treffen mit Kommunisten nach dem Ostermarsch. Da ging ich hin und fragte weiter. Die anwesenden Kommunisten luden mich zu ihrem monatlichen ÖFFENTLICHEN Treffen ein. Ich ging hin. „Ich will Mitglied bei euch (DKP) werden.“ Mehr als ein Jahr wurde ich von der Ortsgruppe der DKP „unter die Lupe genommen“ — in den monatlichen Treffen und bei der MASCH in Wedel, die ich jeden Monat besuchte, wurde mir nicht verhehlt, sondern „reiner Wein eingeschenkt“: „Georg, mit unserer Partei steht es wahrlich nicht zum Besten – es besteht sogar die Gefahr, daß sie sich erneut spaltet (was auch tatsächlich passierte). Mir war das Schnurze wie Piepe! „Alle diese alten und uralten Kommunstinnen und Kommunisten – welch ein Friede, welch eine Freiheit, welch eine Liebe sie praktizieren“, dachte ich: „hier bin ich einfach richtig!“
        Nach mehr als einem Jahr haben mich die Genossen und Genossinen einstimmig in die KPD aufgenommen. Das war der Tagespunkt Nummer 1 an jenem Treffen im August 2016: „Wahl – ob Georg Löding in die DKP aufgenommen wird (oder eben nicht)“.
        Nach meiner Aufnahme in die DKP habe ich ein absolut freiwilliges Gelöbnis — was wohl keiner erwartet hatte — abgegeben: „Ich danke euch für das mir entgegengebrachte Vertrauen, mich in die DKP aufzunehmen … ich gelobe euch, daß ich alles in meiner Macht und Kraft stehende tun werde, euer Vertrauen nie zu enttäuschen!“
        Vielleicht habe ich diese Menschen hier und da dennoch mit meinen Eigenarten, mener Sprache, meinem Gebahren, meinen vorlauten Äußerungen „entäuscht“ — aber diese Kommunisten haben mich jedenfalls nie enttäuscht! Ja! Ich darf sagen, es haben sich sogar tiefe Freundschaften gebildet. Eine 88-jährige Genossinn fragte mich sogar vor drei Jahren: „Hast du denn mittlerweile eine günstigere Wohnung finden können?“ (Sie wußte davon, daß das Jobcenter die Miete nicht mehr in voller Höhe übernimmt … und ich durchaus mit meiner Frau und unseren fünf Kindern deshalb hätten obdachlos werden können …)
        Bei einem Treffen letztes Jahr sagte ein 88-jähriger Genosse – der seit 70 Jahren in der KPD war – „Okay, wenn das ZK der DKP es will … dann soll es ein Parteiausschlußverfahren gegen mich einleiten — freiwiliig werde ich meine Partei jedenfalls nicht verlassen!“

  13. Johann Weber schreibt:

    Sascha, Deine 13 Punkte möchte ich um einen ergänzen. Beim Blättern in DDR-Zeitungen stieß ich auf ein Wort, das mir bisher nicht bekannt war. Das Wort war „Eingabengesetz“. Als ehemaliger Betriebsrat weckte dieses Wort sofort mein Interesse. Dieses Eingabengesetz beinhaltet Rechte der DDR-Bürger, von denen wir in der Alt-BRD und jetzt in der BRD nur träumen können. Dieses Eingabengesetz ist durch den DDR-BRD-Einigungsvertrag vom 31.8.1990 aufgehoben worden. Kohl musste die Unternehmer schützen.

    Ich zitiere aus der „Berliner Zeitung“ vom 7. August 1975:
    Das neue Eingabengesetz
    Seit dem 1. Juli ist das Eingabengesetz (Gesetz über die Bearbeitung von Eingaben der Bürger) in Kraft. Die Volkskammer hat es auf ihrer jüngsten Tagung verabschiedet.  Dieses neue Gesetz geht von bewährten Prinzipien und langjährigen praktischen Erfahrungen aus. So hat jeder Bürger das Recht, schriftlich oder mündlich Anliegen bzw. Beschwerden staatlichen Organen, Betrieben usw. zu unterbreiten. Er kann sich ebenfalls an die Abgeordneten wenden.

    Neu ist, daß in den Geltungsbereich des Gesetzes die sozialistischen Genossenschaften einbezogen sind. Damit ist insbesondere für Dienstleistungen und Reparaturen das Verfahren für die Bearbeitung von Eingaben der Bürger rechtsverbindlich geregelt. In dem wird auch ausdrücklich betont, daß den Bürgern aus der Wahrnehmung dieses Rechts keine Nachteile entstehen dürfen. Besonders wird die Pflicht aller Leiter und Mitarbeiter unterstrichen, sich gegenüber Rat- und Hlfesuchenden aufmerksam zu verhalten. Das schließt ein, daß sie den Bürgern helfen, persönliche Schwierigkeiten zu überwinden. Außerdem haben Leiter und Mitarbeiter zu sichern, daß jeder auch die Möglichkeit hat, seine Anliegen persönlich vorzutragen und sich beraten zu lassen.

    Neu ist ebenfalls die Höchstfrist für die Bearbeitung von Eingaben und die Entscheidung innerhalb von vier Wochen nach Eingang oder Bekanntwerden des Anliegens. Wird diese Frist aus zwingenden Gründen überschritten, ist dies dem Bürger zu begründen, und es ist ihm mitzuteilen, wann er endgültigen Bescheid erhält. Entscheidungen, die Leiter zentraler Staatsorgane zu Eingaben treffen, sind endgültig. Damit wurde ihrer im Gesetz über den Ministerrat verankerten hohen Verantwortung entsprochen.

    All diese Regelungen berücksichtigen weitestgehend die Interessen der Bevölkerung und dienen einer zügigen Bearbeitung ihrer Eingaben. Dazu kann jeder beitragen, indem er sich von vornherein an die zuständige Stelle wendet.“

    Anmerkung: Wenn ich daran denke, dass höchstens 10% meiner Anfragen an Abgeordnete beantwortet wurden, dann kann ich mir vorstellen welche wichtigen Rechte den DDR-Bürgern entrissen wurde.

    • sascha313 schreibt:

      Danke! Das ist ein sehr interessanter Punkt. Ich habe mich in der DDR oft mit Eingaben beschäftigt, weiß also, worum es da ging und wie Eingaben bei uns behandelt wurden.

    • Hanna Fleiss schreibt:

      Johann, ich kann sogar beweisen, dass die Eingaben an den Staatsrat beantwortet und daraus Schlussfolgerungen gezogen wurden. Ich hatte eine persönliche Eingabe gemacht, und darauf wurde mir gesagt, dass ich einen Anstoß für ein neues Gesetz gegeben habe, das von der Volkskammer beraten und dann auch sehr schnell in Kraft gesetzt wurde. Es handelte sich um eine soziale Frage, mit der eine ganze Reihe DDR-Bürger zu tun hatten, das aber im Grunde nur eine Minderheit betraf. Genaues dazu will hier nicht schreiben, aber es ging vor allem Kinder, so viel sei gesagt. Ich bin der DDR dafür heute noch sicher, denn so konnte ich meine Kinder mit weniger Sorgen durchbringen. Ein gleichlautendes oder wenigstens ähnliches Gesetz gibt es in der BRD nicht, sondern im Gegenteil, die Mütter werden vom Staat alleingelassen mit ihren Sorgen. Es lebe der Rechtsstaat.

  14. Johann Weber schreibt:

    @ Jauhuchanam schreibt: „waren fast alle ehemals in der KPD, fast alle waren im KZ und alle wurden vom „BRD“-Regime nach dem Verbot der KPD 1956 VERFOLGT“

    Den Beitrag möchte ich ergänzen. Bereits wenige Monate nach dem Tag der Befreiung wurden in den Westzonen Kommunisten und alle, die Kommunisten gleichgesetzt wurden, verfolgt, verloren ihre Arbeitsstelle, wurden schikaniert und eingesperrt.

    Beginnen möchte ich mit der Massenverfolgung tausender FDJ-Jugendlicher und deren Anhänger. Hier ein Beipiel:
    „Sie kamen um 5 Uhr in der Früh‘
    Geboren wurde ich am 13. Oktober 1923 in Kirchenthumbach in der Oberpfalz als Sohn von Viktoria Hösl, Zigarettenarbeiterin, Betriebsrätin und KPD-Landtagsabgeordnete. Meine Mutter wurde mehrmals verhaftet und war auch im Konzentrationslager. Gearbeitet habe ich ab 1950 als Schriftsetzer und Buchdrucker, war KPD-Jugendsekretär und baute die FDJ-Bayern auf.
    1949 gab es das große FDJ-Treffen in Nürnberg, an dem ich teilnahm. Wenige Tage nach meiner Rückkehr nach München klingelte es um fünf Uhr in der Früh’. Meine Mutter sagte, es ist klar, wer da um fünf Uhr in der Früh’ klingelt, da gibt es nur eine Möglichkeit. Es waren Polizisten, die mit gezogener Pistole in unsere Wohnung kamen und mich verhafteten. Sie sagten, sie würden mich zur Militärregierung mitnehmen. Ich fragte sie, ob sie, wenn sie mich mitnähmen, einen kleinen Umweg machen könnten. Die Parteizentrale der KPD liege ja auf dem Wege zum Europa-Platz an der Widenmayerstraße 25. Da wurden sie zu mir etwas freundlicher. Sie meinten: „Ah, Sie sind ein Politischer. Wir dachten, Sie haben gestohlen oder geschmuggelt.“ [..]
    Meine Mutter war infolge der Verfolgungen in der NS-Zeit gesundheitlich schwer angeschlagen. Sie bekam zwar eine kleine Haftentschädigung, doch ihr Antrag auf Rente wurde abgelehnt. Ihr schlechter Gesundheitszustand sei anlagebedingt, meinte der gutachtende Professor, ein ehemaliges Mitglied der NSDAP. Am 9. Mai 1953 starb meine Mutter mit fünfzig Jahren.
    Gespräch G. Gerstenberg mit Herbert Hösl am Mittwoch, 22. April 2009, auf seiner Terrasse, 17 – 18 Uhr.“
    http://protest-muenchen.sub-bavaria.de/artikel/1486

    Weiter noch zwei Beispiele, die aufzeigen, wie Kommunisten vor dem KPD-Verbot schon verfolgt und in Gefängnisse geworfen wurden.

    „Neues Deutschland“ vom 2. Juni 1954:
    „3190 Monate Gefängnis
    Düsseldorf (Eig. Ber.). Der Geschäftsführer der nordrhein-westfälischen Gemeinschaft zur Wahrung der Rechte des Volkes, Stricher, teilte mit, daß 1953 860 Friedenskämpfer von Nordrhein-Westfalen zu insgesamt 3190 Monaten Gefängnis verurteilt wurden und daß zur Zeit über 1000 Ermittlungsverfahren gegen nord-rheinwestfälische Patrioten laufen.
    Die am Dienstag vergangener Woche verhafteten Mitglieder des KPD-Kreissekretariats Bielefeld Helmut Benne Rolf Wißmann, Willi Wessel, Michel Knoop, Artur Staeps sind aus Protest in den Hungerstreik getreten.“

    „Neues Deutschland“ vom 7. Juni 1956:
    „Statt Freilassung politischer Gefangener neue Terrorurteile
    Elf Jahre und elf Monate Gefängnis verhängte der 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe im Auftrage der Adenauer-Regierung am vergangenen Montag in einem neuen ungeheuerlichen Terrorurteil im Prozeß gegen sechs Sozialdemokraten, Funktionäre der „Sozialistischen Aktion“ (SDA). Robert Steigerwald wurde zu 3 1/2 Jahren. Horst Boje zu 3 Jahren, Karl Wölz zu 2 1/2 Jahren, Herbert Levenhagen und Ferdinand Löwenberg zu je 15 Monaten und, Georg Beckmann zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem wurden Robert Steigerwald, Horst Boje und Karl Wölz die bürgerlichen Ehrenrechte auf 4 bzw. 3 Jahre abgesprochen.
    Worum ging es in diesem Prozeß? Angeklagt waren oppositionelle Sozialdemokraten, die nach ihrem statutenwidrigen Ausschluß aus der SPD in der „Sozialistischen Aktion“ den Kampf um die Aktionseinheit der Arbeiterklasse und die Verwirklichung der Ziele der SPD fortsetzten. Robert Steigerwald, Horst Boje, Karl Wölz, Herbert Levenhagen, Ferdinand Löwenberg und Georg Beckmann vertraten eine andere politische Meinung als die offizielle Meinung der herrschenden Kreise in Bonn.“

  15. Oslo schreibt:

    Aus gegebenem Anlass, dem kleinbürgerlichen Katzenjammer um das Grundgesetz der BRD, wir schauen mal auf die Eingangsformel:

    Der Parlamentarische Rat hat am 23. Mai 1949 in Bonn am Rhein in öffentlicher Sitzung festgestellt, daß das am 8. Mai des Jahres 1949 vom Parlamentarischen Rat beschlossene Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in der Woche vom 16. bis 22. Mai 1949 durch die Volksvertretungen von mehr als Zweidritteln der beteiligten deutschen Länder angenommen worden ist. Auf Grund dieser Feststellung hat der Parlamentarische Rat, vertreten durch seine Präsidenten, das Grundgesetz ausgefertigt und verkündet.

    Man beachte mal das Datum, das liegt nämlich vor dem Gründungstag der BRD, 21. September 1949! Parlamentarischer Rat, Volksvertretungen was soll das sein!? Zwei Drittel der beteiligten deutschen Länder!?

    In Fakt galt zu diesem Zeitpunkt ja bekanntlich der Besatzungsstatus! Das heißt, dass es die in der Eingangsformel genannten deutschen Länder gar nicht gegeben haben kann und damit auch keine Volksvertretungen oder einen parlamentarischen Rat! Das Grundgesetz entbehrt also jeder demokratischen bzw. rechtlichen Grundlage und ist in Wirklichkeit ein Diktat der Besatzer gespickt mit Lügen. Im Übrigen werden in der Präampel Länder benannt die es zum damaligen Zeitpunkt auch nicht in der SBZ gab, wie Thüringen, Sachsen usw.
    MFG

  16. Ulrike schreibt:

    @ Hanna Fleiss,
    warum sollte ich mich zurück nehmen ?
    Es besteht keine Veranlassung dazu.
    Keiner braucht auf meine Beiträge zu antworten: Du auch nicht.

    • sascha313 schreibt:

      Es wird Zeit, mal wieder zu einem vernünftigen Ton zurückzukehren und die gegenseitigen Vorhaltungen zu unterlassen!

    • Hanna Fleiss schreibt:

      @ Ulrike
      Ich möchte aber gerne antworten, und das ist auch mein Recht. Du regst dich bei jedem Kack auf, als ob dir alle an die Wäsche wollen. Mehr Ruhe, mehr Gelassenheit, du bist hier nicht unter Feinden. Sicher eine Umstellungsfrage, ich habe da Verständnis, aber es nervt. Thema erledigt?

      • Ulrike Spurgat schreibt:

        @ Hanna Fleiss,

        „dass ist auch mein Recht.“
        Ich möchte inhaltlich bleiben.
        Unterstellungen treffen mich nicht.
        Psychologisch möchte ich mich nicht einlassen obwohl das mein täglich Brot ist wie auch die Rechtsberatung für betroffene Menschen die von Hartz 4 und anderen unfassbaren Gesetzen (Pflegegesetze) geknebelt werden. Die therapeutische Begleitung ist dabei selbstverständlich.
        Dabei möchte ich es belassen.
        Das Thema ist erledigt.

  17. Erfurt schreibt:

    ARD-Moderator Mitri heute im Morgenmagazin: Wie sind denn die Diskussionen angesichts der Proteste gegen Mietwucher in Berlin Lichtenberg? (Lichtenberg ist ein Stadtteil in Ostberlin, der ehemaligen Hauptstadt der DDR)

    Die Antwort des Senators war mehr als verwirrend. Das war nicht anders zu erwarten, denn in Wahrheit nämlich gibt es da gar nichts zu diskutieren. Mietwucher, das ist ein Begriff den es in der DDR nicht gab und das Einzige was man dagegen tun muss ist, den Kapitalismus abschaffen. So einfach ist das!

    Und apropos Grau in Grau: Als ich vor 20 Jahren das erstemal durch den Kraichgau und das Ländle fuhr, war ich entsetzt darüber wie grau in grau und trostlos das alles aussah. Da gab es Ortschaften in denen es aussah wie unmittelbar nach einem Krieg und das im „beschaulichen“ Baden-Württemberg! Und im Schwarzwald ist die Zeit sowieso stehengeblieben, selbst Ortschaften wo Touristen hingelockt werden (Triberg, Wasserfälle) erschienen mir wie Geisterstädte. Diese Geisterstädte gibt es heute auch in Thüringen: Schick sehen sie aus die Bürgerhäuser am Markt in Bad Berka. Aber diese schicken Häuser sind unbewohnt und auf den Straßen davor wo zu meiner Schulzeit das Leben blühte, ist heute tote Hose. Und wenn man da mal einen trifft kann der kein Deutsch.

    MFG

    • sascha313 schreibt:

      …schick sehen sie aus… ja auch die tollen und leeren Umgehungsstraßen, die wundervoll restaurierten Villen, die früher DDR-Kinderheime waren, heute ab und zu von zwei West-Menschen bewohnt.

  18. Hanna Fleiss schreibt:

    Wer Potsdam zu DDR-Zeiten kannte, erkennt es nicht wieder, wenn er mal auf Türschilder sieht, sofern überhaupt welche vorhanden sind. Die Tünche überdeckt alles, vor allem, wer sich in den Villen eingenistet hat – nur Westdeutsche! Wo vorher durchschnittliche DDR-Bürger wohnten,
    wohnen heute der westdeutsche Geldsack oder neureiche Ostdeutsche oder „Dienststellen“.
    Wo alle zu DDR-Zeiten spazierengehen konnten, ist der Weg am Wasser ist durch Zäune versperrt.
    Potsdam ist direkt ein Nest der Westdeutschen geworden.

    • Erfurt schreibt:

      Schauspieler Jörg Hartmann und weitere Schauspieler der westlichen Propagandafilmszene finden es ganz toll, daß die ewigen Ossis endlich aus Postdam verschwinden.

      MFG
      P: Und ich finde es auch ganz toll daß sich all diese Arschlöcher so outen, da weiß man wenigstens woran man ist!

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