Zum 100. Geburtstag von Dr.Kurt Gossweiler

GossweilerDer Historiker Dr. sc. Dr. h.c. Kurt Gossweiler, geboren 1917, zählt zu den bedeutendsten Erforschern des Faschismus. Ein zweiter Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Erforschung des Revisionismus in der kommunistischen und Arbeiterbewegung und der Ursachen des Untergangs der sozialistischen Staaten in Europa. Das Kämpferherz Kurt Gossweilers hat am 15. Mai um 12:15 Uhr für immer zu schlagen aufgehört. Heute ist sein 100.Geburtstag. Kurt hätte sich sicher gewünscht, auch diesen Tag noch feiern zu dürfen, und noch mehr hätte er sich gewünscht, daß endlich die Kommunisten wieder eine starke kommunistische Partei hätten, und daß die Menschen verstehen würden, worin die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts bestand, nämlich in der Niederlage, im Verlust der sozialistischen Staatengemeinschaft, der Sowjetunion, der DDR und der anderen sozialistischen Staaten. Doch beides blieb ihm unerfüllt. Wir geben heute anläßlich des 100. Geburtstages von Kurt Gossweiler einige Ausschnitte aus den Nachrufen und aus den Wendebriefen wieder, die Kurt 1989-91 schrieb.

ZK der KPD: Kurt Gossweiler ist tot

Am 15. Mai ist Kurt Gossweiler im Alter von 99 Jahren in Berlin gestorben.
Kurt Gossweiler, geboren am 5. November 1917, stammte aus einem kommunistischen Elternhaus, war als Jugendlicher Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands, arbeitete illegal gegen den deutschen Faschismus, wurde dann zunächst zum Reichsarbeitsdienst und kurz darauf zur Wehrmacht eingezogen und kam an die Ostfront, wo er zur Roten Armee überlief. Er kam an die Antifa-Schule in Thaliza. Dort wirkte er von 1944 an als Assistent. 1947 kam er zurück nach Deutschland und trat in die SED ein. Bis Mitte der 50er Jahre war er Mitarbeiter der Berliner Bezirksleitung der SED. Seit Mitte der 50er Jahre war er als Historiker an der Humboldt-Universität, die ihm später die Ehrendoktorwürde verliehen hat. Seit 1970 bis zu seiner Pensionierung 1983 war er außerdem wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR.
Kurt Gossweiler hat in seinem politischen Leben zwei schwerwiegende Katastrophen erlebt, die sein Leben und seine wissenschaftliche Arbeit bestimmen sollten: Die Machtübertragung an die Faschisten 1933 und die Konterrevolution in der DDR und der UdSSR sowie den anderen Ländern des Warschauer Paktes 1989/90. An beide Ereignisse ging er mit der für ihn typischen Frage heran: „Wie konnte das geschehen?“ Es ging ihm bei der Erforschung der Ursachen nicht um ausgewogene Worte, sondern vollkommen unbestechlich allein um die Wahrheit, um das Aufdecken der tatsächlichen Ursachen für diese Niederlagen der Arbeiterbewegung.
Zunächst widmete er sich also der Faschismusforschung, schrieb die drei Standardwerke „Großbanken, Industriemonopole, Staat, Ökonomie und Politik des staatsmonopolistischen Kapitalismus 1914 – 1932“, „Kapital, Reichswehr und NSDAP“ und „Der Putsch, der keiner war. Die Röhm-Affaire 1934“. Er zeigte minutiös auf, dass die Inthronisierung des deutschen Faschismus auf Veranlassung und unter aktiver Beteiligung des deutschen Großkapitals vollzogen wurde. Damit widersprach er auch den Thesen über die Natur des deutschen Faschismus als einer Bewegung reaktionärer und fehlgeleiteter Kleinbürger, wie sie in Westdeutschland an den Universitäten verbreitet wurde.
Nach der von ihm seit Gorbatschows Perestroika befürchteten Niederlage des Sozialismus in Europa – die Perestroika hat er u.a. als eine tödliche Gefahr für den Sozialismus bezeichnet – war es sein zentrales Anliegen, die Ursachen dieser Niederlage zu ergründen. Damit wurde natürlich auch die Frage nach der Beurteilung der Geschichte der UdSSR aufgeworfen. Es wurden Antworten notwendig auf die Frage, wie die Stalin-Ära zu bewerten sei, was der XX. Parteitag der KPdSU war, welche Folgen er hatte und auf was die Perestroika zielte. Dabei ging es Kurt Gossweiler immer um die Analyse des modernen Revisionismus und das Verständnis seiner zersetzenden Wirkung. Seine Forschungsergebnisse zu diesen und anderen Fragen publizierte er in dem Band „Wider den Revisionismus“ und der zweibändigen „Taubenfußchronik“ sowie in zahlreichen Artikeln in den Zeitschriften offen-siv und KAZ sowie der Schriftenreihe der KPD.
Heinz Keßler sagte in einem Interview über Kurt Gossweiler: „Und ich bewundere auch, ja ich beneide ihn sogar darum, dass er in prinzipieller, aber auch sehr sachlicher Weise sich mit Freundinnen und Freunden, Genossinnen und Genossen, – weil sie irren -, auseinandersetzt und auf diese Weise hilft, dass diese Genossin oder jener Genosse wieder zurückfindet zu unseren Grundfesten, nämlich unserer wissenschaftlichen Lehre des Marxismus-Leninismus.“
Natürlich wurde Kurt Gossweiler für seine Arbeiten von den revisionistischen und opportunistischen Kreisen innerhalb der Linken gehasst, geflissentlich totgeschwiegen oder ausgegrenzt. Häufig zu beobachten war und ist auch der Versuch, ihn als großen Faschismusforscher darzustellen, seine antirevisionistischen Arbeiten aber mit einem Halbsatz abzutun oder ganz zu verschweigen.
Wie dem auch sei, seine Forschungsergebnisse besonders über die Ursachen der Niederlage des Sozialismus in Europa sind epochal und unverzichtbar für die kommunistische Weltbewegung, denn seine Arbeiten haben bei vielen nach der Konterrevolution Verzweifelten und /oder Verwirrten wieder Licht in die Dunkelheit gebracht.
Das ZK der KPD verneigt sich voller Hochachtung und wird in seinem Sinne weiterarbeiten.

Renate Schönfeld: Zum Tod von Kurt Gossweiler

Sein Buch Wider den Revisionismus hatte Kurt Gossweiler dem 80. Jahrestag der Oktoberrevolution gewidmet und allen, die der Sache  des Roten Oktober treu geblieben sind.
Kurt, der am 5. November 1917 in Stuttgart geboren wurde, stand sein Leben lang zur Sache. Am 15. Mai starb er im Alter von 99 Jahren. Den 100. Geburtstag seiner Frau Edith konnten sie noch gemeinsam erleben. Sie hielt ihm nicht nur den Rücken für seine Arbeit frei, sie hatte auch viele seiner Schreibarbeiten übernommen und ihn in seiner Arbeit unterstützt. Wir, seine Freunde und Genossen, möchten ihr unsere herzliche Anteilnahme aussprechen. Obgleich er sich in den letzten Jahren nicht mehr aktiv am politischen Geschehen und an Diskussionen teilnehmen konnte, wußten wir, daß  er da war. Er fehlt nun.
Mit Stuttgart war Kurt Zeit seines Lebens verbunden, obgleich er in der Kindheit mit seiner Mutter nach Berlin gezogen war, dort die Karl-Marx-Schule in Neukölln besuchte und in der Hufeisensiedlung wohnte. Bereits als Schüler schloß er sich dem von Herbert Ansbach geleiteten kommunistischen sozialistischen Schülerbund an. In diese Zeit gehört, daß er in seinem kommunistischen Elternhaus auch Erich Mühsam begegnete. Als Student der Volkswirtschaftslehre war er aktiv im illegalen kommunistischen Jugendverband KJVD. 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, aber 1943 desertierte er zur Roten Armee. Während der Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion besuchte er die Antifa- Schule und wirkte dort auch als Lehrender. Außerdem gehörte er dem Nationalkomitee Freies Deutschland an. Nach der Kriegsgefangenschaft kehrte er 1947 nach Berlin zurück und wurde Mitglied der SED. In der DDR lehrte er an der Humboldtuniversität und an der Akademie der Wissenschaften. An der HU hatte er selbst promoviert und sich habilitiert.
Sein Hauptgebiet als Historiker war bis 1989 die Faschismusforschung, er gehörte zu den bedeutendsten Kennern des Faschismus im 20. Jahrhundert und war international bekannt und anerkannt. Sein Schwerpunkt lag der Erforschung des Verhältnisses der Monopolbourgeoisie zum Faschismus.
Nach der vorläufigen Niederlage des Sozialismus seit 1989 hatte er ein anderes Forschungsinteresse. Er schreibt dazu:
„Meine Erlebnisse auf sowjetischer Seite haben meine kommunistische Einstellung und die Überzeugung gefestigt, daß die Sowjetunion auf dem richtigen, von Lenin gewiesenen Wege voranschreitet. Und sie haben mich befähigt, sehr früh zu erkennen, daß unter Führung Chruschtschows die KPdSU unter dem Vorwand des Bruchs mit dem sogenannten „Personenkult“ in Wahrheit den Bruch mit dem Marxismus-Leninismus und den Weg des der Restauration des Kapitalismus beschritt. Allerdings war ich lange Zeit – bis 1988 – davon überzeugt, daß das nie gelingen werde.“
 Mit der Rolle Chruschtschows und der Gorbatschows hat er sich in verschiedenen Publikationen auseinandergesetzt, zum Beispiel in der Taubenfußchronik.
Zur Konterrevolution äußerte sich Kurt in der Dankesrede anläßlich seines 90. Geburtstages, den er mit Freunden und Verbündeten feierte:
„Der unerwartete – aber mit Sicherheit nur zeitweilige – Sieg der Konterrevolution hat meine Forschungen von ihrem ursprünglichen Gegenstand, dem Faschismus, umgelenkt auf die Suche nach der Antwort auf die Frage nach den Ursachen unserer keineswegs unvermeidlichen Niederlage. Diese Niederlage hat uns tief getroffen, sie ist eine Katastrophe nicht nur für die Völker der ehemals sozialistischen Länder, sondern für die ganze Menschheit. Es genügt, sich vor Augen zu führen, wo überall vorher Frieden war und wo danach imperialistische Kriege entfesselt wurden und immer weitere  Kriege drohen.“
Persönlich erlebte er die Zerschlagung des Sozialismus wie viele andere als ein Loch, in das er fiel. Die Folge davon war, daß auch menschliche Kontakte zerbrochen waren, und die, deren Land die DDR war, wurden geächtet. Spreu und Weizen hatten sich getrennt. Auch dazu äußerte er sich in seiner Dankesrede.
„Aber in den dunkelsten Zeiten nach der sogenannten Wende hat sich die Dialektik des Geschichtsgangs damit bestätigt, daß selbst die bösesten Ereignisse auch Gutes hervorbrachten: sie führten Menschen zusammen, die – ohne es zu wissen – schon lange zusammengehörten, die ohne die bösen Ereignisse sich wohl nie begegnet wären: ich meine damit einmal die Zusammenführung von Kommunisten wie „Kled“, also Karl-Eduard von Schnitzler und Marta Rafael, Heinz und Ruth Keßler, Ulrich Huar, Hermann Leihkauf und mich u. a. mit Theologen wie Hanfried und Rosemarie Müller-Streisand, Pfarrerin Renate Schönfeld und anderen.“
In diesem Zusammenhang nennt er auch parteigebundene und parteilose Kommunisten aus der BRD und anderen Ländern, darunter auch aus Österreich.
Mit unserer ersten Begegnung im Jahr 1991, bei der mich Kurt als erstes fragte, wie lange ich Gorbatschow mißtraute, begann eine Freundschaft zwischen den Gossweilers und mir. Öfter spielten wir nach langen Diskussionen und einem guten Abendessen Skat.
Eine besondere Bedeutung hatte für Kurt ein jahrelanger Briefwechsel mit Peter Hacks. Dieser brachte die Bedeutung seines Schaffens  treffend auf den Punkt: „Es gibt ja schon wieder ein paar wohlgemeinte Bücher, die Tatschen enthalten. Es gibt eine überaus kleine Zahl von Büchern, die vom höchsten Stand des sozialistischen Bewußtseins ins Wesen packen, und ich denke, daß das Ihrige sich an deren Spitze gestellt hat. Wenn ein Standardwerk ein Hauptwerk über einen Gegenstand ist, dann, lieber Herr Gossweiler, haben sie unserem Jahrhundert das Standardwerk geschrieben.“
Mit dem Tod von Kurt Gossweiler ist eine Lücke entstanden. Aber er hinterläßt  seine Bücher, Schriften und Reden, die angesichts der Aggressivität des Imperialismus immer wichtiger werden. Deshalb ist es einigen Freunden ein Bedürfnis, ihn im Herbst mit einem Symposium zu ehren, auf dem er mit Sicherheit zu Wort kommen wird.
Renate Schönfeld

Quelle: In Trauer um Dr.Kurt Gossweiler

(weil es schwerfällt, hier eine Auswahl zu treffen, seien nur diese beiden Nachrufe zitiert, die Klaus von Raussendorf auf der Website wiedergegeben hat.)

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Nicht vergessen wollen wir, hier auch seiner treuen Lebensgefährtin Edith zu danken, die Kurt stets zur Seite stand und ihn zu allen Zeiten unterstützte. Es ist schon ein wahres Glück, wenn zwei Menschen ein Leben lang zusammenstehen, sich austauschen können und einander ergänzen. (Dieses nebenstehende Bild machte ich bei einem Besuch bei Edith und Kurt Gossweiler in der Regattastraße am 28. August 2011. © N.G.)

Und nicht vergessen wollen wir auch, daß es Frank Flegel und seiner Lebenpartnerin Anna Heinrich zu verdanken ist, daß fast alle Briefe, Reden und Stellungnahmen von Kurt Gossweiler in der Zeitschrift „offen-siv“ abgedruckt wurden.


Aus den Wendebriefen von Kurt Gossweiler

An Peter Gingold, Frankfurt/M,     16. 12. 1988

Der bejammernswerte Zustand der kommunistischen Weltbewegung spiegelt sich in jeder einzelnen kommunistischen Partei wider, nicht zuletzt in der DKP. Es mag Euch beruhigen, dass eine so pessimistische Weltsicht bei uns nicht sehr verbreitet ist. Ich bin im Grunde auch immer noch Optimist: ich glaube auch, dass der Sozialismus siegt. Aber im Gegensatz zu den Erneuerungs-Optimisten bin ich der Ansicht, dass er zunächst vor seinen schwersten Prüfungen und Belastungen steht, und dass er gefährdeter ist als zu der Zeit, da die deutschen Truppen vor Moskau standen.

An Peter Gingold, Frankfurt/M,     31. 12. 1988

Wer von uns würde nicht wünschen, dass der Weg des Sozialismus endlich weniger mühevoll und von Rückschlägen betroffen sein wird, und dass die Überlegenheit der neuen Gesellschaftsordnung sich vor aller Augen unzweifelhaft entfalten möge. Aber mir scheint, dass sich großer Illusionen hingibt, wer angesichts des jetzigen Zustandes Derartiges in naher Zukunft erwartet. Die härtesten Prüfungen dürften uns erst noch bevorstehen. Ja, das ist ja nun geradezu schwarze Prophetie an der Schwelle des neuen Jahres. Sie würde aber gleich weniger schwarz, wenn ich mich auch noch mit den Problemen der Gegenseite beschäftigen würde. Das Weltbild der Kommunisten bleibt optimistisch – und das mit Recht, denke ich.

An: Gertrud Dürr, Leipzig,       4. 1. 1989

Nun aber kommen ganz Schlaue und sagen: Ja, das hat das Sowjetvolk gegen Stalin und seine Bande (ja, so wird in sowjetischen Organen die Sowjetführung von damals heute bezeichnet) zu Stande gebracht. Ich muss Dir sagen: Leute, die einerseits die Verhältnisse in der Sowjetunion unter Stalin als “Gewaltherrschaft” darstellen, die niemandem frei zu atmen erlaubte, und die mir gleichzeitig erzählen, dass der Sozialismus in der Sowjetunion trotz und gegen Stalin “vom Volk” aufgebaut wurde, sind für mich die unglaubwürdigsten Geschichtsdeuter. Sie wollen mich nämlich an Wunder glauben machen, an das Wunder des Aufbaus des Sozialismus gegen die regierende Partei einfach so, “durch das Volk”. Eher glaube ich an die unbefleckte Empfängnis!

An: Peter Gingold, 1.6.1989:

Für mich ist es wirklich sehr die Frage, ob in der gegenwärtigen Situation es die richtige Verhaltensweise wäre, die Bewahrung der Einheit zur obersten Maxime zu machen. Mindestens seit Mitte der 50er Jahre ist die kommunistische Bewegung auch da, wo sie organisatorisch noch formal einheitlich blieb, innerlich gespalten. Und je mehr man sich bemühte, nach außen Einheitlichkeit zu demonstrieren, desto erfolgreicher konnte sich die innerliche Zersetzung verbreitern. Was nicht nur Lenin, sondern schon Marx und Engels lehrten und was die Geschichte der II. Internationale so nachdrücklich bekräftigte, bestätigt sich erneut an unserer Bewegung: wo auf den prinzipiellen Kampf um die Grundsätze um der Erhaltung der Einheit willen verzichtet wird, gehen die Grundsätze und die Einheit flöten. Wichtig ist nur, dass klar bleibt, wer spaltet: nämlich jene, die die von der Geschichte als richtig bestätigten Grundsätze preisgeben oder an Konjunkturschwankungen anpassen wollen. Selbst wenn es zeitweilig so scheint, als ob der Erfolg ihnen Recht gibt, eine auf einer falschen Analyse der gesellschaftlichen Kräfte und Perspektiven aufgebaute und daher illusionäre “Harmonisierungs”-Politik hat auf Dauer keine andere Zukunft vor sich als eine Bruchlandung.

An: Peter Gingold, Frankfurt/M,      8. 11. 1989

Wie konnte sich das äußere Bild der Stabilität der DDR in so kurzer Zeit so radikal wandeln? Natürlich müssen wir, wenn ein solcher Vertrauensverlust sich offenbart wie jetzt, die Schuld zu allererst bei uns selbst suchen. Und da gibt es Vieles, Allzuvieles zu nennen. Wir haben einen paternalistischen Sozialismus praktiziert, der zwar ehrlich sich zum Ziel setzte, dem Wohl des Volkes zu dienen, dessen Praxis aber zugleich die Einstellung zum Ausdruck brachte, dass die Führung besser als das Volk selbst weiß, worin sein Wohl besteht, weshalb man es denn gar nicht erst über seine Ansichten und Wünsche zu befragen braucht. Daher jetzt der elementar losbrechende aufgestaute Zorn der Bürger über ihre Entmündigung.
Über das alles ist in den letzten Tagen und Wochen schon so viel gesagt und geschrieben worden – Richtiges, aber auch in ganz bestimmter Absicht unglaublich Übertriebenes -, dass ich es nicht zu wiederholen brauche. Die Kluft, die sich zwischen den Massen und der Führung auftat und deren Ursache zu einem sehr großen Teil in der geradezu schwachsinnigen Medienpolitik lag, in der Kluft zwischen dem DDR-Bild, das die Medien zeichneten und das in den Reden ausgemalt wurde und dem DDR-Alltag, den die Menschen im Betrieb und beim Einkaufen erlebten, diese Kluft wurde von den Genossen an der Basis immer schmerzhafter empfunden. Seit Jahren gab es in meiner Parteigruppe kaum eine Versammlung, in der nicht gefordert wurde, mit dieser unsinnigen, nichts außer Zorn und Empörung bewirkenden Schönfärberei Schluss zu machen. Weshalb sie dennoch so hartnäckig beibehalten wurde, dafür habe ich zwar Erklärungen gesucht, aber keine gefunden; und gebilligt habe ich sie so wenig wie alle Genossen, die ich kenne.

An: Peter Gingold, Frankfurt/M,      11. 12. 1989

Ja, unsere Generation (…, ich bin Jahrgang 17) hat es besonders schwer, weil wir wohl am meisten verloren haben – an Hoffnungen, an bereits Erreichtem – und an Vertrauen bei der jungen Generation. Wenn es einer schwerer hat als wir, dann ist es die heutige Jugend, die unsere Ideale teilte und die jetzt Gefahr läuft, fürs ganze Leben unfähig zu werden, sich noch einmal mit der ganzen Person für eine Sache, und sei sie noch so gerecht, einzusetzen.
In einem Punkt möchte ich Dir widersprechen, nämlich, wenn Du sagst: Die tiefe Krise in meiner Partei ist schließlich doch nur ein Reflex auf die Erschütterungen in der DDR. Nein, da bin ich anderer Meinung. Sie ist ein Reflex der Krise des Sozialismus überhaupt, die sich äußerte 1956 in Polen und Ungarn, 1968 in der CSSR, 1970, 1980, 1981 bis heute in Polen, seit längerem in Ungarn, seit 1985 offen auch in der Sowjetunion; und gerade von hier gingen die stärksten Impulse für die Formierung der latent schon länger vorhandenen “zweiten Partei” in der Partei aus. Ich würde eher sagen: dass die DKP so lange von der Welle des Eurokommunismus so wenig berührt wurde, das hing zu einem großen Teil damit zusammen, dass die DDR so lange als der stabilste, auf gesundem Fundament stehende sozialistische Staat gelten konnte.

An: Pavel Rachschmir, Sowjetunion/Russland,    5. 3. 1990

…vielen Dank auch für Deine erneute Einladung. Es tut mir sehr leid, sie ablehnen zu müssen, und es fällt mir nicht leicht, Dir den Grund – oder besser: die Gründe – dafür zu nennen. Zum einen befürchte ich, dass unser freundschaftliches Verhältnis gegenwärtig sehr schnell zerbrechen würde an unseren sehr gegensätzlichen Ansichten über die Perestroika. Was für Dich – wie für die meisten meiner Kollegen hier – eine erfreuliche Erneuerung des Sozialismus darstellt, ist meiner Überzeugung nach ein Prozess der Zerstörung der Grundlagen des Sozialismus und der Verwandlung der Sowjetmacht in einen ordinären bürgerlichen Staat. Dieser Prozess ist schon so weit vorangetrieben worden, dass es – wie in Polen, Ungarn bei uns und in allen ehemals sozialistischen Ländern Europas keine Umkehr mehr geben kann; wer aber glaubt, dass der Zug an einer Station “Präsidentschaftskandidat Gorbatschow” Halt machen wird, der gibt sich erstaunlichen Illusionen hin.

An: J. Uesugi, Japan,        15. 4. 1990

Obwohl ich mir darüber klar bin, dass es auch innere Ursachen für den Zusammenbruch des sozialistischen deutschen Staates gibt, sehe ich die Hauptursachen dafür in den äußeren Einwirkungen: Es ist ja kein Zufall, dass kein einziger sozialistischer Staat in Europa übrig bleiben wird – nicht einmal Albanien, das sich mit am konsequentesten immun hielt gegen die revisionistischen Krankheitskeime, deren Hauptherd seit Mitte der fünfziger Jahre die Chruschtschow-Fraktion in der UdSSR, sodann die polnische und die ungarische Führung waren. Gar nichts halte ich von den beigelegten Erklärungen, die besagen, es seien die “stalinistischen Strukturen” gewesen, die zum Zusammenbruch geführt hätten, denn das wirft folgende Fragen auf:
1. Wieso konnte unter diesen “stalinistischen Strukturen” die Sowjetunion von 1917 bis 1941 den Beweis der Überlegenheit über die kapitalistischen Strukturen erbringen und wahre Wunder, die niemand für möglich hielt, vollbringen, nämlich aus dem zerrütteten, rückständigen Russland einen modernen, ökonomisch, politisch und moralisch so starken Staat gestalten, der der stärksten imperialistischen Kriegesmaschinerie standhielt, die vorher ganz Europa eroberte?
2. Wieso kann man in der Sowjetunion, in Polen und Ungarn nach 1956, nachdem dort die Antistalinisten Chruschtschow, Gomulka und Imre Nagy/Kadar die Politik bestimmten, noch von “stalinistischen Strukturen” reden? (von Jugoslawien ganz zu schweigen!)
3. Was ist denn überhaupt mit diesen Strukturen gemeint? Offenbar erstens: Die Hegemonie der führenden Partei; und zweitens: die Führung der Wirtschaft durch den Staat nach den Prinzipien einer geplanten Wirtschaft. Aber unter solchen Strukturen können ganz unterschiedliche Inhalte verborgen sein. Die Hegemonie der Partei wird nur dann zum Aufbau und zur Entfaltung des Sozialismus führen, wenn diese Partei eine marxistisch-leninistische Partei ist; wenn der Inhalt der Politik dieser Partei hingegen revisionistisch ist, muss das zum Niedergang und zur Liquidierung des Sozialismus führen. Das gleiche gilt für die Planwirtschaft: sie kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie wissenschaftlich ist, d.h. die grundlegenden Gesetze sozialistischen Wirtschaftens beachtet, und da steht an erster Stelle: sie muss internationalistisch sein und zweitens ihre Unabhängigkeit vom Imperialismus wahren. Beides traf für die sozialistischen Länder ab Mitte der 50er Jahre nicht mehr zu.
4. Inzwischen wird immer deutlicher, dass die Spitzen des “Anti-Stalinismus” gar nicht gegen den sog. “Stalinismus”, sondern gegen den Leninismus (und das heißt in der Endkonsequenz: gegen den Marxismus) gerichtet sind. /(…)
Jetzt muss alles noch einmal von vorn gelernt werden: das ABC des Klassenkampfes, und es wird Jahrzehnte dauern, bis Generationen herangewachsen sind, die auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen das Gift des Revisionismus, das jetzt den Organismus fast aller kommunistischer Parteien zersetzt hat, wieder ausgeschieden haben und dadurch im Stande sein werden, unter den hoffentlich günstigeren Bedingungen das sozialistische Ziel zu erkämpfen.

An: Peter Gingold, Frankfurt/M,      5. 5. 1990

Besonders bemerkenswert fand ich folgende Ausführungen Lenins: “Das wichtigste Kampffeld gegen uns ist für unsere Gegner aus dem kleinbürgerlichen Lager das Gebiet der inneren Politik und des wirtschaftlichen Aufbaus. Ihre Waffe ist – die Untergrabung all dessen, was das Proletariat dekretiert und beim Aufbau der organisierten sozialistischen Wirtschaft durchzuführen sucht. Hier tritt die kleinbürgerliche Anarchie – die Anarchie der kleinen Eigentümer und des zügellosen Egoismus – als entschiedener Feind des Proletariats auf.” (S. 540) Lenin hat mehrfach betont, dass es leichter ist, die Bourgeoisie zu stürzen, als diese Elementargewalt der kleinbürgerlichen Anarchie zu bändigen.

An: Pavel Rachschmir, Sowjetunion/Rußland,    23. 12. 1990

Als Historiker und Kommunist ist für mich natürlich die Hauptfrage: Warum und woran ist unsere Sache, ist der Sozialismus gescheitert? (Ich gehöre nicht zu den Leute, die jetzt sagen: da war überhaupt kein Sozialismus.) In der Beantwortung dieser Frage werden wir sicherlich – vielleicht sogar sehr weit – auseinander gehen. Für mich lautet die Antwort – auch eine kurze Formel gebracht – so: Der Sozialismus ist nach einer historisch beispiellosen, 1945 triumphal bestandenen Bewährungsprobe gescheitert, weil danach der Marxismus-Leninismus als Kompass über Bord geworfen wurde.

An: Inge L., Berlin, 18. 2. 1991

Es gehört für mich zu den unbegreiflichen Phänomenen, dass kluge Menschen, vor deren Augen die Maßnahmen ergriffen wurden, deren schlimme Folgen man an drei Fingern der Hand abzählen konnte, zu Millionen diese einfache Rechnung nicht anstellten, weil sie dem Heilsbringer nur Gutes zutrauten und auch inbrünstig wünschten, dass sich alles zum Guten wende und er den versprochenen Erfolg heimbringe, und deshalb glaubten, dass das voraussehbare und sogar vorausgesagte Unglück nicht die Folge seiner Handlungen war, weil er behauptete, dies alles sei nur die Folge der Sabotage seiner bösen Widersacher oder gar der Untaten eines Mannes, der schon seit 1953 tot ist. Ich habe schon viele Beispiele geschickter psychologischer Manipulierung in meinem Leben kennen gelernt. Dies aber ist die Krönung, weil sie nicht an unpolitischen, kritikungeübten Menschen vollzogen wurde, sondern an geschulten, gebildeten Kommunisten, wobei zu beobachten war und ist, dass dies in diesem Falle am leichtesten bei den kommunistischen und sympathisierenden Intellektuellen gelang. (Ich weiß, das klingt schrecklich überheblich und besserwisserisch, vielleicht sogar beleidigend; aber lasst Euch dennoch nicht davon abhalten, die vorgebrachten Argumente ernsthaft zu durchdenken.)

An: Peter Gingold, Frankfurt/M, 23. 6. 1991

Ich erlebe eine derartige Wirkung einer siegreichen Konterrevolution – und Du ja auch – zum zweiten Male; 1933 sagte mir ein jugendbewegter Freund, der uns politisch sehr nahe stand: “Jetzt ist für mindestens zehn Jahre der Kommunismus erledigt”, und zog für sich daraus die Schlussfolgerung, der braunen “Jugendbewegung” beizutreten. Und dann konnte man beobachten, wie ganz allmählich aus antifaschistisch gesinnten Leuten erst ´innerliche Emigranten`, dann entpolitisierte Normalbürger und schließlich Leute wurden, die von den Erfolgen der braunen Sieger überwältigt wurden und bereit waren, ihre frühere antifaschistische Gesinnung als Irrtum zu bereuen.

An: Prof. Zhu Gui-Sheng, China, 28. 12. 1991

Der Durchbruch 1917 in Russland und die Erweiterung dieses Durchbruchs nach 1945 waren die großen Chancen und Hoffnungen für die Menschheit. An dieser Tatsache kann auch der Verweis auf die vielen Opfer des Selbstbehauptungskampfes der neuen sozialistischen Ordnung nichts ändern. Nur Politiker, die den Sozialismus wieder aus der Welt schaffen wollen, können seine Vergangenheit so einseitig darstellen, dass daraus ein abschreckendes Horrorbild wird.

An: Wolfgang Bartsch, Magdeburg, 25. 01. 1992

Nach allem, was ich Dir geschrieben habe, muss ich nicht ausdrücklich sagen, dass für mich der Antileninist Trotzki als Wegweiser für einen erfolgreicheren, weniger Gewalt anwendenden Sozialismus indiskutabel ist. Selbst bürgerliche Kenner der sowjetischen Verhältnisse sind sich ziemlich sicher darin, dass Trotzki ein ausgesprochener Anbeter gewaltsamer, diktatorischer Lösungen war, von dem eher mehr denn weniger Gewalt als unter Stalin zu erwarten gewesen wäre. Er ist als Alternative indiskutabel für mich
  • erstens, weil ich die Auseinandersetzungen Lenin-Trotzki studiert und daher über die Hauptpunkte ihrer Differenzen mir ein ausreichendes Bild machen konnte;
  • zweitens, weil ich in den Jahren der Antifa-Schule Gelegenheit hatte, die Original-Protokolle der Parteitage nach Lenins Tod mit den Auseinandersetzungen der verschiedensten Parteiführer – nicht nur Stalins mit Trotzki – zu lesen;
  • drittens, weil ich Trotzkis These von der „permanenten Revolution“ für gefährlich, weil abenteuerlich und ein Beispiel für „Links“-Radikalismus halte, der nur der anderen Seite nützt;
  • viertens, weil ich Trotzkis Buch „Mein Leben“ gelesen habe und dabei den himmelweiten Unterschied zwischen einem wirklichen kommunistischen Führer wie Lenin, dem es nur um die Sache ging, und einem zwar fähigen, klugen, aber maßlos eitlen, ehrgeizigen und Macht genießenden Mann wie Trotzki geradezu körperlich spürte; sein Buch hat dazu beigetragen, dass ich verstand, wie sehr der englische Diplomat und Spion Lockhart ins Schwarze traf mit seiner ironischen Charakteristik: Trotzki ist bereit für die Revolution zu sterben – aber nur, wenn genügend Zuschauer da sind.
  • Fünftens überzeugen mich die bei jeder Gelegenheit so reichlich verbreiteten trotzkistischen Flugblätter und Zeitungen mit ihren idiotischen, „klassenkämpferischen“, von jeder Realität weit entfernten Parolen und Aufrufen davon, dass der Trotzkismus heute wie damals die gleiche Rolle der Zersetzung auf der Linken spielt zur Verhinderung einer Einigung für ein so dringend notwendiges gemeinsames Vorgehen.
Die jungen Leute, die so eifrig den “Spartakist“ oder andere trotzkistische Zeitungen vertreiben, meinen es sicher ganz ehrlich, aber sie werden kaltblütig missbraucht. Kein politisch klarer Kopf kann diesen Unsinn ernst nehmen, es ist dies die blanke Spekulation auf linksradikale Stimmungen als Folge der Plattwalz-Politik. Aber das wirst Du ja, so hoffe ich, nicht anders sehen. (Im übrigen scheint mir, dass es auf der Linken keine Gruppe gibt, die finanziell so gut ausgestattet ist, wie die Trotzkisten.)

An: Vera und Julius T., Großbritannien, 29. 01. 1992

Natürlich schmerzt es mich als Kommunist, dass so viele Unschuldige Opfer nicht des Klassengegners, sondern der eigenen Seite wurden. Aber ich werde deshalb mein “Ja” zu dieser meiner Ordnung, die ja gerade durch den Kampf gegen den Faschismus unter Beweis gestellt hat, dass ich ihr zu recht vertraut habe, doch nicht zurücknehmen und anfangen, sie anzuklagen und ihr die imperialistischen Staaten der Kriegstreiber und Kriegsgewinnler als “Rechtsstaaten” lobpreisend gegenüber stellen! Wer das tut – wie Gorbatschow – und damit den ersten Durchbruch durch die weltbeherrschende Macht des Imperialismus wieder rückgängig macht, der begeht tausendfach Schlimmeres, als in der ganzen Sowjetperiode an Schlimmem geschehen sein mag: er löscht die größten sozialen und politischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts aus und macht, dass alle dafür gebrachten Opfer umsonst gebracht wurden. Wer das jetzt noch nicht erkennt oder anerkennen mag, dem werden noch die letzten Jahre unseres Jahrhunderts wichtige, schmerzliche Erkenntnisse vermitteln, denke ich.

An: Erich Honecker, Berlin Moabit, 4. 12. 1992

Lieber Genosse Erich Honecker! Mit großer innerer Bewegung habe ich soeben Deine tief beeindruckende Erklärung vor dem Moabiter Gericht gelesen. Du hast, denke ich, damit alle Erwartungen, die die Kommunisten der DDR, aber auch ganz Deutschlands und darüber hinaus in der ganzen Welt an Dein Auftreten geknüpft hatten, voll erfüllt, ja übertroffen.
Es ist nicht nur der Inhalt Deiner Ausführungen – der überzeugende, unwiderlegbare Nachweis der rechtlichen Monströsität der Anklage und des Charakters dieses Prozesses als eines Schauprozesses der Sieger, die die Besiegten als “Kriminelle” vorführen möchten, es ist mehr noch Deine persönliche Haltung, die Haltung eines Kommunisten, der – schon vom Tode gezeichnet – seine Sache und seine Genossen unter Aufbietung aller seiner verbliebenen Kräfte vor dem Gericht der Klassenjustiz verteidigt und sich zum Ankläger seiner Richter und deren schäbiger “Hiwi’s” vom Schlage eines Gorbatschow erhebt, die mich drängen, Dir zu schreiben, um Dir zu danken und Dir meine Hochachtung mit diesem Brief in Deine Zelle zu senden.
Mit kommunistischem Gruß und allen guten Wünschen für Dich, Kurt Gossweiler

Dieser – verständlicherweise – fragmentarische Ausschnitt aus den hochinteressanten „Wendebriefen“ des Genossen Kurt Gossweiler soll zumindest einen Einblick geben in die Sichtweise eines Kommunisten in dieser für uns alle so schweren Zeit der sogenannten „Wende“ (der Beseitigung und „Ko(h)lonialsierung“ der DDR). Vielleicht mag mancheiner andere Schwerpunkte setzen bei der Auswahl der Texte – daher empfiehlt es sich die „Wendebriefe“ vollständig zu lesen. Nachzulesen ist das alles unter: http://kurt-gossweiler.de/?p=870 oder in der Zeitschrift „Offen-siv“, Heft 4/2005: http://www.offen-siv.net/2005/heft4_05.htm

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11 Antworten zu Zum 100. Geburtstag von Dr.Kurt Gossweiler

  1. Vorfinder schreibt:

    Wir waren gestern an Genossen Kurt Gossweilers Grab, haben Blumen gebracht und Rotes gesungen. Kurt Gossweiler war Leuchtturm als Kommunist, als Aufklärer, in seiner wissenschaftlichen Arbeit. Er war Freund und Ratgeber und bis ins hohe Alter ungebrochen unserer lichten Sache zugewandt. Auch zu seinem 100. Geburtstag sind wir uns sicher, Kurt Gossweilers Arbeiten werden bleiben und uns im Kampf Leitschnur sein.

    Unser Kampf ist nicht zu Ende. Danke, lieber Kurt, für Deine reichen Schriften und die fruchtbaren Gespräche und Deine stetige Zuversicht zu unserer gemeinsamen Sache. Du bist im Gedächtnis der Menschenfreunde. Rot Front!

  2. Politnick schreibt:

    Leider gab es viel zu wenige Gossweilers. Schlimmer noch: Er war selbst ein Unbekannter. Eine Suche im Archiv des Neuen Deutschland ergab ganze 30 Treffer zum Suchbegriff „Gossweiler“ und das für einen Zeitraum von 1946 bis 1990.

    Freundschaft 😉

    • sascha313 schreibt:

      Was willst Du uns damit sagen? Daß Kurt Gossweiler ein „no-name“ war? Daß er uns heute nichts mehr zu sagen hat? Oder was…

      • Politnick schreibt:

        Hallo Sascha,
        Nein, SO werden wir nicht miteinander reden, ich bitte Dich! Solche Unterstellungen entbehren jeglicher Sachlichkeit, so diskutieren Trolle!
        Freundschaft 😉

      • Dann SCHREIBE doch einfach KLARE Sätze!!!
        Auf welcher Seite stehst du???
        Bekennst du dich zu unserer KLASSE ???
        Oder sitzt du weiter zwischen drei Stühlen! ???
        Seit vielen Monaten schwafelst du hier herum — so wie der Nazi-Harry!!! — als ob Sascha oder sonst einer dich von deinem WAHN der Religion befreien könnte!!!
        DAS musst du nun einmal SELBER VOLLBRINGEN!!!
        Ich kann dir dabei aufgrund meiner Erfahrungen “als“ Christ helfen — und Sascha “als“ vorbildlicher Dialektiker:
        Aber ALLEIN DU entscheidest — DU GANZ allein!!!
        … Kein Jesus kann und wird es dir abnehmen – KÖNNEN!!!
        LIES Johannes 8:30 ff. DORT legt “Jesus“ dar, dass er NICHT Selber “das Heil der Welt ist!“ Sondern allein DU Selber!!!
        FRIEDE Dir und deinem verworrenen Zustand des falschen Denkens!

    • Nö, gibbet nicht.
      Es gibt zu viele, die immer noch nicht wissen, was Kapitalismus ist. Das wäre eigentlich nicht so schlimm, aber hier weiß ja kaum einer was Marxismus-Leninismus ist.

      Meine Güte! Nur weil ihn die BILD-Dung nirgends erwähnt, ist Genosse Kurt doch kein “Unbekannter“ gewesen. Manchmal sabbelst du einen Unsinn, dass man meinen könnte, du habest deine Kenntnisse aus dem Wochenblatt oder der ‚Frau im Spiegel‘.

    • Vorfinder schreibt:

      Um Standpunkt und Rolle, gerade auch des ND im Revisionismus innerhalb der SED, und nach dem Fallen der Masken, also nach der Konterrevolution, einzuordnen, hilft eine Rückschau, das Studium der zwei Bände „Die Taubenfuß-Chronik“ von Kurt Gossweiler. Wer dieses unerlässliche Buch gelesen hat, versteht die Bedeutung von Kurt Gossweiler und kapiert, ab wann und wie das ND unserer Sache abfiel.

  3. Pingback: Zum 100. Geburtstag von Dr.Kurt Gossweiler — Sascha’s Welt | Schramme Journal

  4. Pingback: Kommunisten und solche, die keine mehr sind… | Sascha's Welt

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