Welche Perspektive haben die deutschen Kommunisten?

Link.pngDer Parteitag der sogenannten Linkspartei in Magdeburg zeigt uns wieder einmal überdeutlich, was die falsche Orientierung und die Schwächen dieser Partei sind, und welche Fehler die Komunisten in der BRD unbedingt vermeiden sollten. In einem ausführlichen Gespräch mit dem deutschen Kommunisten, Genossen Herzog, befaßte sich Stalin schon 1925 mit der Frage, wie es den deutschen Kommunisten gelingen sollte, dafür zu sorgen, daß die unterdrückten Klassen das Joch der kapitalistischen Ausbeutung abwerfen, den Kapitalismus beseitigen und eine neue sozialistische Gesellschaftsordnung aufbauen können. Da diese Frage auch heute noch von sehr aktueller Bedeutung ist, bringen wir hier einen Ausschnitt aus dem Gespräch: 

ÜBER DIE PERSPEKTIVEN DER KPD
UND ÜBER DIE BOLSCHEWISIERUNG

Unterredung mit dem Mitglied der KPD Herzog

1.Wird es in Deutschland bald eine Revolution geben?

Antwort (Stalin). Es wäre schwer, diese Frage mit strikter Entschiedenheit zu beantworten, wenn es sich um Termine und nicht um die Tendenz handelte. Es braucht nicht erst bewiesen zu werden, daß die gegenwärtige Situation sich sowohl den internationalen als auch den inneren Bedingungen nach wesentlich von der Situation des Jahres 1923 unterscheidet. Das schließt jedoch nicht aus, daß sich die Situation in Anbetracht der Möglichkeit ernster Veränderungen in der äußeren Lage in der nächsten Zeit schroff zugunsten der Revolution ändern kann. Die Labilität der internationalen Lage ist eine Garantie dafür, daß diese Annahme sich als durchaus wahrscheinlich erweisen kann.

2.Wird eine längere Vorbereitung notwendig sein, um die Mehrheit des Proletariats dafür zu gewinnen?

Antwort. Insofern es sich um die ökonomische Lage handelt, kann ich die Angelegenheit nur an Hand der allgemeinen Angaben einschätzen, über die ich verfüge. … Das Eindringen amerikanischen Kapitals in die deutsche Industrie, die Stabilisierung der Valuta, die Verbesserung einiger der wichtigsten Zweige der deutschen Industrie – was keineswegs eine gründliche Gesundung der deutschen Wirtschaft bedeutet -, endlich eine gewisse Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiterklasse – all das mußte zu einer gewissen Festigung der Positionen der Bourgeoisie in Deutschland führen. … Der Widerspruch zwischen der Erweiterung der deutschen Industrie und der Einengung des Feldes der Außenmärkte für diese Industrie …  verschlechtert unvermeidlich die Lage des Proletariats, der kleinen Bauern, der Angestellten und der Intelligenz und muß somit zur Explosion, zum direkten Kampf des Proletariats um die Machtergreifung führen. Aber dieser Umstand darf nicht als die einzige, für die deutsche Revolution günstige Voraussetzung angesehen werden.

Für den Sieg dieser Revolution ist außerdem notwendig, daß die Kommunistische Partei die Mehrheit der Arbeiterklasse vertritt, daß sie zur entscheidenden Kraft in der Arbeiterklasse wird. Es ist notwendig, daß die Sozialdemokratie entlarvt und zerschlagen wird, daß sie zu einer verschwindenden Minderheit in der Arbeiterklasse hinabgedrückt wird. Ohne dies ist an die Diktatur des Proletariats gar nicht zu denken. Damit die Arbeiter siegen können, muß sie ein Wille beseelen, muß sie eine Partei führen, eine Partei, die das unbestrittene Vertrauen der Mehrheit der Arbeiterklasse besitzt. Wenn es innerhalb der Arbeiterklasse zwei miteinander konkurrierende gleich starke Parteien gibt, dann ist selbst bei günstigen äußeren Bedingungen ein dauerhafter Sieg unmöglich.

Lenin war der erste, der in der Periode vor der Oktoberrevolution hierauf, als auf der notwendigsten Voraussetzung des Sieges des Proletariats, besonders bestand. Als die für die Revolution günstigste Lage könnte man eine solche Lage ansehen, bei der die innere Krise in Deutschland und das entschiedene Wachstum der Kräfte der Kommunistischen Partei mit ernstlichen Komplikationen im Lager der äußeren Feinde Deutschlands zusammenfallen würden. Ich denke, daß das Fehlen dieses letzteren Umstands in der revolutionären Periode des Jahres 1923 bei weitem nicht die letzte negative Rolle gespielt hat.

3.Was muß man Ihrer Meinung nach tun?

Antwort. Manche Genossen meinen, die Partei festigen und sie bolschewisieren bedeute alle Andersdenkenden aus der Partei hinausjagen. Das ist natürlich falsch. Die Sozialdemokratie kann nur im Verlauf des tagtäglichen Kampfes für die konkreten Bedürfnisse der Arbeiterklasse entlarvt und zu einer verschwindenden Minderheit in der Arbeiterklasse hinabgedrückt werden.

Die Sozialdemokratie muß angeprangert werden … auf der Grundlage des tagtäglichen Kampfes der Arbeiterklasse für die Verbesserung ihrer materiellen und politischen Lage, wobei die Fragen des Arbeitslohnes, des Arbeitstages, der Wohnverhältnisse, der Versicherung, der Steuern, der Arbeitslosigkeit, der Verteuerung der Lebenshaltung usw. eine überaus ernste, wenn nicht die entscheidende Rolle spielen müssen. Den Sozialdemokraten Tag für Tag auf der Grundlage dieser Fragen Schläge versetzen und ihren Verrat aufdecken – das ist die Aufgabe.

Diese Aufgabe wäre jedoch nicht restlos gelöst, wenn die Fragen der alltäglichen Praxis nicht mit den grundlegenden Fragen der internationalen und der inneren Lage Deutschlands verknüpft würden und wenn diese ganze alltägliche Arbeit nicht in der gesamten Arbeit der Partei vom Standpunkt der Revolution und der Eroberung der Macht durch das Proletariat beleuchtet würde.

Eine solche Politik kann jedoch nur eine Partei durchführen, an deren Spitze ein Stamm von Führern steht, die genügend erfahren sind, um alle und jegliche Blößen der Sozialdemokratie für die Stärkung ihrer Partei auszunützen, und die genügend theoretisch geschult sind, um bei Teilerfolgen nicht die Perspektive der revolutionären Entwicklung zu verlieren. Damit erklärt sich auch hauptsächlich, daß die Frage der führenden Kader der kommunistischen Parteien überhaupt, darunter auch der deutschen Kommunistischen Partei, eine der wesentlichen Fragen des Prozesses der Bolschewisierung darstellt.

4.Was ist die Voraussetzung für eine Bolschewisierung?*

Antwort. Um die Bolschewisierung durchzuführen, ist es notwendig, wenigstens einige grundlegende Voraussetzungen zu schaffen, ohne die überhaupt eine Bolschewisierung der kommunistischen Parteien unmöglich ist.

  1. Es ist notwendig, daß die Partei sich nicht als Anhängsel des parlamentarischen Wahlapparats betrachtet, wie es im Grunde genommen die Sozialdemokratie tut, und auch nicht als Gratisbeilage zu den Gewerkschaften, wovon zuweilen gewisse anarcho-syndikalistische Elemente faseln, sondern als die höchste Form der Klassenvereinigung des Proletariats, die berufen ist, alle übrigen Formen der proletarischen Organisationen, von den Gewerkschaften bis zur Parlamentsfraktion, zu führen.
  2. Es ist notwendig, daß die Partei, besonders ihre führenden Elemente, sich der revolutionären Theorie des Marxismus, die mit der revolutionären Praxis untrennbar verbunden ist, voll bemächtigen.
  3. Es ist notwendig, daß die Partei die Losungen und Direktiven nicht auf Grund eingelernter Formeln und geschichtlicher Parallelen, sondern als Ergebnis einer sorgfältigen Analyse der konkreten Bedingungen der revolutionären Bewegung im Lande und im internationalen Maßstab ausarbeitet, wobei die Erfahrungen der Revolutionen aller Länder unbedingt mit in Rechnung gestellt werden müssen.
  4. Es ist notwendig, daß die Partei die Richtigkeit dieser Losungen und Direktiven im Feuer des revolutionären Kampfes der Massen überprüft.
  5. Es ist notwendig, daß die gesamte Arbeit der Partei, besonders wenn in ihr die sozialdemokratischen Traditionen noch nicht überwunden sind, auf neue, revolutionäre Art umgestellt wird, darauf berechnet, dass jeder Schritt der Partei, jede ihre Aktion naturgemäß zur Revolutionierung der Massen, zur Vorbereitung und Erziehung der breiten Massen der Arbeiterklasse im Geiste der Revolution führt.
  6. Es ist notwendig, daß die Partei es in ihrer Arbeit versteht, die höchste Prinzipienfestigkeit (nicht zu verwechseln mit Sektierertum!) mit einem Maximum an Verbundenheit und Kontakt mit den Massen (nicht zu verwechseln mit Nachtrabpolitik!) zu verbinden, da es ohne diese Bedingung für die Partei unmöglich ist, nicht nur die Massen zu lehren, sondern auch von ihnen zu lernen, nicht nur die Massen zu führen und sie auf das Niveau der Partei emporzuheben, sondern auch auf die Stimme der Massen zu lauschen und ihre brennendsten Nöte zu erkennen.
  7. Es ist notwendig, daß die Partei es versteht, in ihrer Arbeit eine unversöhnliche revolutionäre Einstellung (nicht zu verwechseln mit revolutionärem Abenteurertum!) mit einem Maximum an Elastizität und Manövrierfähigkeit (nicht zu verwechseln mit Anpassungspolitik!) zu verbinden, da es ohne diese Bedingung für die Partei unmöglich ist, alle Formen des Kampfes und der Organisation zu meistern, die Tagesinteressen des Proletariats mit den grundlegenden Interessen der proletarischen Revolution zu verbinden und in ihrer Arbeit den legalen Kampf mit dem illegalen Kampf zu verknüpfen.
  8. Es ist notwendig, daß die Partei ihre Fehler nicht verhüllt, daß sie die Kritik nicht fürchtet, daß sie es versteht, ihre Kader an Hand ihrer eigenen Fehler zu verbessern und zu erziehen.
  9. Es ist notwendig, daß die Partei es versteht, in die grundlegende führende Gruppe die besten Elemente der fortschrittlichen Kämpfer aufzunehmen, die genügend Hingabe besitzen, um wahrhafte Vertreter der Bestrebungen des revolutionären Proletariats zu sein und die genügend Erfahrung haben, um wirkliche Führer der proletarischen Revolution zu werden, die fähig sind, die Taktik und die Strategie des Leninismus anzuwenden.
  10. Es ist notwendig, daß die Partei die soziale Zusammensetzung ihrer Organisationen systematisch verbessert und sich von zersetzenden opportunistischen Elementen reinigt, wobei sie die Erreichung einer maximalen Einheitlichkeit als Ziel vor Augen haben muß.
  11. Es ist notwendig, daß die Partei eine eiserne proletarische Disziplin entwickelt, die auf der Grundlage der ideologischen Einheit, der Klarheit der Ziele der Bewegung, der Einheit des praktischen Handelns und des bewussten Verhaltens der breiten Parteimassen zu den Aufgaben der Partei erwächst.
  12. Es ist notwendig, daß die Partei die Durchführung ihrer eigenen Beschlüsse und Direktiven systematisch überprüft, da ohne diese Bedingung die Gefahr besteht, dass sie sich in leere Versprechungen verwandeln, die nur geeignet wären, das Vertrauen der breiten proletarischen Massen zur Partei zu untergraben.

Ohne diese und ähnliche Bedingungen ist die Bolschewisierung ein leerer Schall.

4.Hier machen sich die Mängel und Schwächen der Partei deutlich merkbar. Wie kann man sie beseitigen?

Antwort. Hier handelt es sich nicht um die Mängel der Arbeit der deutschen Kommunistischen Partei. Hier handelt es sich vor allem darum, daß die amerikanischen Anleihen und das Eindringen des amerikanischen Kapitals plus die stabilisierte Valuta, die die Lage etwas verbesserten, die Illusion von der Möglichkeit einer grundlegenden Liquidierung der mit der Lage Deutschlands verbundenen inneren und äußeren Gegensätze geschaffen haben.

Quelle des Originaltextes:
J.W. Stalin: Über die Perspektiven der KPD und über die Bolschewisierung. In: J.Stalin, Werke Dietz Verlag Berlin, 1952, S.29-35. (Der Text wurde gekürzt und die Fragestellungen verändert)

pdfimages  Stalin Perspektiven der KPD


*Was ist Bolschewisierung?

Was ist eigentlich Bolschewismus?

(Der Text ist auch heute noch zeimlich aktuell. Danke an vorfinder für den Hinweis!)

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13 Antworten zu Welche Perspektive haben die deutschen Kommunisten?

  1. Rheinlaender schreibt:

    Mal ganz einfach und logisch gefragt. Warum erlauben und fördern kapitalistische Staaten eigentlich sozialdemokratische und sich sozialistisch nennende Parteien? Könnte es ein Gross-Kapitalistisches System – also ein bürgerliches Demokratie Schauspiel – ohne die angeblichen Sozis überhaupt geben und funktionieren? Wieso werden diese „linken“ Parteien von den superreichen Machthabern samt deren Medien verpflichtet, gegen Lenin, Stalin und die ehemalige DDR zu hetzen? Diese Sozis müssen sogar noch mehr antikommunistische Hass-Parolen verbreiten als die „konservativen“ Parteien, um sich als kapitalistischer Bündnis- und Kriegspartner zu beweisen.

    Was wird den Sozis von den Ausbeutern denn überhaupt erlaubt oder besser gesagt vorgeschrieben? Besonders die deutschen SOZIS dürfen und SOLLEN sich sich nur bei Themen stark machen wie: Feminismus, Asylanten, Allein-VERziehende, Wahlrecht ab 16, Haschisch-Legalisierung, Kopftuch-Fragen, Homo-Ehe, CO2-Ausstoss bei Einbahnstrassen/Flughäfen, Rüstungslieferungen oder subventionierte Lebensmittellieferungen in die Entwicklungsländer.
    Wieso ausgerechnet diese Konzentration auf Randgruppen Themen, mit denen man die meisten Arbeiter vergrault und höchstens ein paar Intellektuelle und asoziale Lumpenproletarier gewinnen kann? Selbst der weltberühmte konservative Psychologe Hans Jürgen Eysenck schrieb schon Ende der 50er Jahre, dass die westlichen Sozis sich mit diesen Randgruppen Themen bewusst ins Abseits schiessen.

    Was passiert eigentlich, wenn diese Sozies gewählt werden? Aus der Erfahrung in kapitalistischen Staaten gibt es da meist zwei Möglichkeiten….
    1) Das Grosskapital lässt bewusst Sozis wählen. So können die Reichen viel einfacher – also ohne Proteste – und meist mit Hilfe rechter Gewerkschaften Sozialkürzungen und Kriegsvorbereitungen durchziehen.
    2) Die Sozis werden aus Zufall gewählt.
    a) Dann dürfen die Sozies nur unwichtigste Randgruppenthemen vertreten.
    b) Wenn die sich dann doch LINKS in die Politik einmischen, werden die durch entweder parlamentarische Tricks (Willi Brand) oder durch USA organisierte Proteste (Venezuela, Brasilien, Argentinien, Chile/Allende, Iran/Mossadegh …) wieder gestürzt

    Erstaunend, dass Stalin nicht zum erstenmal auf die heutige Zeit anwendbar ist.

    • Doed schreibt:

      Ich weiß nicht Haschisch-Legalisierung bewusst auf die asozialen Lumpenproletarier anspielt. Durch dieses Thema ist mir erstmal bewusst geworden, wie scheinheilig und verlogen der öffentliche Diskurs in den Medien ist. Ich sehe in den Medien sowieso das größte Übel, und deren Unglaubwürdigkeit nachzuweisen als oberste Priorität, um wieder das Klassenbewusstsein der Massen zu wecken.

      • Rheinlaender schreibt:

        Hallo Doed,
        1) meiner Meinung nach soll sich jeder reinpfeiffen, was er braucht. Solange er nicht im Rausch die Katze vom Nachbarn vergewaltigt oder von einem Hochhaus springt, geht das den „Staat“ gar nichts an. Von dem heuchlerischen MLPD Drogenhass – bei gleichzeitig legalisierten und erwünschtem Schnapskonsum – halte ich gar nichts. Über Legalisierung, sexuelle Vorlieben soll das Volk selber entscheiden und keine Partei..
        2) durch meine eigen Herkunft ist mir das asoziale Lumpenproletariat sehr gut und seit über 50 Jahren bekannt. Die meisten mir bekannten Lumpen wählen AFD, sind potentielle Streikbrecher, fahren illegal Giftmüll, verachten ausländische Kleinkriminelle als Konkurrenten, und hassen Kommunisten. Friedrich Engels hat sehr treffend diesen Abschaum (bezahlte Mörder von Arbeitern) während der Pariser Kommune beschrieben. Einfach mal googlen. Einige dieser Lumpis bezeichnen sich selbst als „libertäre“ Anarchisten.
        3) Es geht um die Frage, warum „Sozis“ immer nur Randgruppenthemen in den Fokus stellen und NIE die Enteignung der Gross- und Konzernbetriebe,

  2. Vorfinder schreibt:

    Hallo Rheinlaender, diese Fragen scheinen gerade in der Luft zu liegen. Vor paar Wochen schrieb ich einem Genossen dazu etwas. Zu den Punkten, mit denen Du Deine Frage teils selbst beantwortest, hier noch etwas Grundsätzliches von Stalin, was zu der von Dir aufgegriffen Frage durchaus noch hinzugehört:

    „Der Faschismus ist eine Kampforganisation der Bourgeoisie, die sich auf die aktive Unterstützung der Sozialdemokratie stützt. Die Sozialdemokratie ist objektiv der gemäßigte Flügel des Faschismus. Es liegt kein Grund zu der Annahme vor, die Kampforganisation der Bourgeoisie könnte ohne die aktive Unterstützung durch die Sozialdemokratie entscheidende Erfolge in den Kämpfen oder bei der Verwaltung des Landes erzielen. Ebensowenig liegt Grund zu der Annahme vor, die Sozialdemokratie könnte ohne die aktive Unterstützung durch die Kampforganisation der Bourgeoisie entscheidende Erfolge in den Kämpfen oder bei der Verwaltung des Landes erzielen. Diese Organisationen schließen einander nicht aus, sondern ergänzen einander.“ (Stalin, Zur internationalen Lage, Werke, Bd.6, S. 253, Dietz 1952)

    http://www.stalinwerke.de/band06/b06-028.html

    • Doed schreibt:

      Ich finde das sehr allgemein und nicht nachzuvollziehen. Dieser Artikel war dazu glaube ich recht interessant zur Sozialfaschismusthese: http://www.trend.infopartisan.net/trd1108/t071108.html
      Den müsste ich mir jedoch nochmal vornehmen um die Ereignisse ins Gedächtnis zu rufen.

      Auch interessant aus Wikipedia zur Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburg:
      Nach dem Tod von Waldemar Pabst wurde in seinem Nachlass die Abschrift eines Briefes aus dem Jahr 1969 gefunden:

      „Daß ich die Aktion ohne Zustimmung Noskes gar nicht durchführen konnte – mit Ebert im Hintergrund – und auch meine Offiziere schützen mußte, ist klar. Aber nur ganz wenige Menschen haben begriffen, warum ich nie vernommen oder unter Anklage gestellt worden bin. Ich habe als Kavalier das Verhalten der damaligen SPD damit quittiert, daß ich 50 Jahre lang das Maul gehalten habe über unsere Zusammenarbeit.“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Waldemar_Pabst

      • sascha313 schreibt:

        Gerade diese Zeit der Novemberrevolution ist wegen der Kompliziertheit der Wechselwirkung der verschiedenen Kräfte durchaus interessant. Ähmliches haben wir ja auch heute. Nicht immer ist gleich zu erkennen, wohin der Hase läuft. Nicht immer ist durchschaubar, was der Zweck bestimmter Aktionen ist. Deshalb ist es wichtig, das Wesentliche herauszufinden. Stalin versteht es, mit einfachen Worten immer auf den Kern der Sache zu kommen, die Klassenverhältnisse herauszuarbeiten und die ökonomischen Hintergründe zu verdeutlichen. Deshalb ist es immer ein Gewinn, seine Überlegungen nachzuvollziehen.

        Auch in der Linkspartei gibt es Kommunisten. Es ist ein Lernprozeß… Und hier trifft wieder zu was Stalin sagt: „In dem Maße, wie wir gegen die Feinde unversöhnlich sein müssen, müssen wir untereinander nachgiebig sein.“ (SW 2, 227)

      • Vorfinder schreibt:

        Mir geht es gerade umgekehrt. Ich finde was Stalin sagt konkret und nachvollziehbar. Was Stalin in dem Gespräch sagt, zeigt sehr genau auf was wir heute noch haben: Ohne die Mittäterschaft der Sozialdemokratie könnte die Bourgeoisie im Heute ihre Unterdrückung, Ausbeutung und Verbrechen an der Menschheit nicht fortsetzen, ohne die Mittäterschaft der Sozialdemokratie wäre der kap. Staat nicht in der Lage sich zu halten.

        Stalin zeigt das Prinzip. Damit ist der Text heutig.

        Der Text von J. Schleifstein beleuchtet einen konkreten historischen Zeitpunkt. Geschichtlich bedeutend. In Gesprächen ist aber oft zu erleben, Menschen wenden sich bei geschichtlichen Exkursen ab. Im Heute müssen wir das Prinzip erkennen und entlarven. Mit dem Gegner und den Menschen sich über Geschichte zu unterhalten bringt uns heute nicht an den Punkt, dass Menschen uns zuhören. Uns muss aber gelingen, dass das Proletariat die Entlarvung der Sozialdemokratie im Heute selbst vollzieht. Ohne die Mittäterschaft der Sozialdemokratie könnte die Bourgeoisie ihre Stärke gar nicht ausspielen.

    • Rheinlaender schreibt:

      Hallo Vorfinder. Vielen Dank für den Link zu Stalins hochaktueller Analyse. Diese Sätze kann und sollten wir sicher auch in Kommentaren zu anderen Blogs und Youtubevideos UNBEDINGT weiterverbreiten.
      Bei vielen Aussagen Stalins und Lenins denkt man (auch ich) erstmal, dass es sich um eine aktuelle Analyse handelt, die gerade mal ein paar Stunden frisch ist.
      Dass die knapp 100 jährigen Analysen heute noch Gültigkeit haben, beweist nur deren wissenschaftliche Richtigkeit.
      Aber mal abgesehen von Lenin / Stalin. Auch bürgerliche Soziologen und selbst Psychologen haben oft beschrieben, dass RECHTE Sozialdemokraten am meisten zum Faschismus neigen.

  3. Harry 56 schreibt:

    Sehr gut beobachtet und zur Sprache gebracht, so funktioniert diese rein Bürgerliche Demokratie in den so genannten Industrieländern tatsächlich, Danke!🙂

    Beste soz. Grüße

  4. Sergej schreibt:

    Zum Tode des Generaldirektors Nordhoff 1968 zogen Hundertausende Proletarierer 11 h an seinem hochherrschaftlichen Sarg vorbei und kondolierten…….
    Da war die deutsche Arbeiterklasse 1925 reinste Avangarde………

    • sascha313 schreibt:

      Allerdings! (P.S. Heinrich Nordhoff [1899-1968] war Generaldirektor des Volkswagenwerkes). Und noch so etwas: 1933 waren mehr Arbeiter in der Nazi-Partei (NSDAP) als in der KPD und SPD zusammengenommen. Woran lag das? Selber nachdenken!

      Warum reden wir da noch von der „historischen Mission des Proletariats“???
      1. Die Arbeiterklasse (i.w.S. Lohnempfänger) = Hauptproduktivkraft im Kapitalismus und unmittelbar mit der Produktion verbunden (ausgebeutet).
      2. Die Arbeiterklasse hat keinerlei Eigentum an Produktionsmitteln.
      3. Sie ist konzentriert im Produktionsprozeß (bei Klassenkämpfen: organisiert, diszipliniert, kollektiv und solidarisch)
      4. Die Kommunistische Partei ist die Klassenorganisation und der Vortrupp der Arbeiterklasse.
      5. Sie ist die zahlenmäßig stärkste und die internationalistischste Klasse.
      (Klassenbewußtsein kommt aber eben nicht von allein! s.o.)

      • Rheinlaender schreibt:

        Hallo Sascha. Nach bürgerlichen Auswertungen haben Arbeiter scheinbar fast genau soviel NSDAP/DNVP gewählt wie SPD/KPD.
        Allerdings haben die Bürgerlichen nicht zwischen dem meist klassenbewussten Arbeiter im Großbetrieb und den Arbeitern in Kleinbetrieben unterschieden. Erst recht gab es keine Unterscheidung zum Lumpenproletariat.
        In der Praxis, aber auch durch MLPDler lernte ich in den 80ern, dass Arbeiter in Kleinbetrieben, eher von einer selbständigen / kleinbürgerlichen Existenz träumen, als sich gemeinsam zu solidarisieren. Während der Arbeiter in Grossbetrieben OBJEKTIV gezwungen ist, sich zu solidarisieren.
        Heute, aber auch vor 40 Jahren – oder schon zu Marx Zeiten ? – konnte ein Arbeiter im Grossbetrieb das doppelte verdienen wie ein vom Meisterbrief träumender Handwerksgeselle.
        Im Bürobereich sieht es noch extremer aus. Während Kleinbetriebe oft gar keine Krawattenträger einstellen oder bezahlen können, beschenken , bestechen Grossbetriebe jeden kleinsten Abteilungsleiter fürstlich. Genau wie die vielen Vorstandsnutten, bringen die keinen Mehrwehrt, sondern werden aus den Profit bezahlt.
        Frage : Spielte diese paradoxe Situation : armer, aber reaktionärer Handwerksgeselle kontra gut verdienenden aber klassenbewussten Industriearbeiter, eine Rolle bei den Wahlen zum Faschismus ?

  5. Pingback: Unterrichtsfach „Ethik“ – oder gezielte Verblödung? | Sascha's Welt

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