Nordkorea im Blickpunkt…

KDVR00Von Nordkorea wissen wir sehr wenig. Nicht nur, weil es in den deutschen Medien einfach verschweigen wird, sondern auch, weil die Koreanische Demokratische Volksrepublik – so der richtige Name – nicht zu den mit der BRD befreundeten Ländern zählt. Was allerdings auch sehr unwahrscheinlich wäre, da die KDVR eines der wenigen (noch) sozialistischen Länder der Welt ist, denn in der KDVR sind die Produktionsmittel Volkseigentum. Außer ein paar billigen Witzchen über das jetzige Staatsoberhaupt erfährt man hierzulande recht wenig. Vor einigen Jahren, im Dezember 2011, verstarb das Staatsoberhaupt der Koreanischen Volksrepublik Kim Jong-Il. Kurz darauf gingen Bilder Hunderter weinender Menschen durch die Medien. Für uns bleibt vieles davon unverständlich. Deshalb hier nun einiges zur Geschichte Koreas aus dem BI-Lexikon von 1986 und zur Veranschaulichung ein paar aktuelle Bilder:

Das kurze Leben der Kommunistischen Partei Koreas

Seit 1920 erfolgte ein schnelles Wachstum der Arbeiterklasse. Zahlreiche Arbeiterzirkel und Pachtbauerngenossenschaften entstanden. 1924 wurde der Allgemeine Koreanische Arbeiter- und Bauernverband gebildet, am 17.4.1925 wurde in tiefer Illegalität die KP gegründet, am 18.4.1925 der Kommunistische Jugendverband Koreas. Sektierertum, parteifeindliche Fraktionen kleinbürgerlicher Intellektueller sowie der Terror der Japanischen Polizei schwächten die Partei so, daß sie 1928 aufhörte, als organisierte Kraft zu bestehen. Anfang der 30er Jahre begann eine neue Etappe im nationalen Befreiungskampf. Es entwickelte sich eine Einheitsfront unter kommunistische Führung, deren Kern die bewaffneten Partisanen waren, die vor allem in der Mandschurei kämpften. Im Inland arbeitete die Gesellschaft zur Wiedergeburt des Vaterlandes unter den Arbeitern der Großbetriebe im Norden Koeras. Auf der Konferenz der Regierungschefs der USA, Großbritanniens und Chinas in Kairo (Nov. 1943) wurde beschlossen, nach dem Sieg über Japan Korea als unabhängigen Staat wiederherzustellen.

Die Befreiung Koreas durch die Sowjetunion und die Spaltung des Landes

Im August 1945 befreite die Sowjetische Rote Armee das koreanische Volk von der Japan. Kolonialherrschaft; Südkorea wurde im September von US-Truppen besetzt. Am 10.10.1945 wurde die KP neu gegründet, die sich im August 1946 mit der Neuen Volkspartei zur Partei der Arbeit Koreas (Abk. PdAK) vereinigte. Nicht nur im Norden, auch im Süden begann nach der Befreiung die volksdemokratische Revolution. Die Volksausschüsse als örtlichen Organe der volksdemokratischen Staatsmacht wurden in Südkorea durch die US-Besatzungsmacht aufgelöst, die auch den Volksaufstand niederschlug, der 1946/47 ganz Südkorea erfaßte. Im Mai 1948 ließen die USA «Wahlen» durchführen; Präsident wurde Ri Syngman. Mit Hilfe der USA errichtete er in Südkorea eine Diktatur, die alle demokratischen Kräfte verfolgte. Die 2. Konferenz der Parteien und Organisationen Nord- und Südkoreas (Juni/Juli- 1948) beschloß, demokrat. Wahlen in ganz Korea abzuhalten; am 9.9.1948 verkündete die Oberste Volksversammlung, der nord- und südkoreanischen Vertreter angehörten, die Gründung der Koreanische Demokratische Volksrepublik, Ministerpräsident wurde Kim Il Sung.

Überfall Südkoreas auf die KDVR und Wiederaufbau des Landes

Am 25.6.1950 überfiel die südkoreanische Reaktion (Hauptsitz Sòul), gestützt auf die USA, die KDVR. Das koreanische Volk brachte jedoch mit aktiver Hilfe der Sozialistischen Länder und durch internationale Solidarität den Aggressoren eine Niederlage bei (Vaterländischer Krieg des koreanischen Volkes). Am 27.7.1953 trat das am 23.7. in Phanmundshòm unterzeichnete Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Das 6.Plenum des ZK der PdAK vom 8.8.1953 beschloß das Programm über den Wiederaufbau der stark zerstörten Wirtschaft, wobei die Sozialistischen Länder solidarische Hilfe leisteten. 1958 war die sozialist. Umgestaltung von Industrie und Landwirtschaft im wesentlichen abgeschlossen.

Die KDVR – ein sozialistischer Industriestaat

Der IV. Parteitag der PdAK (Sept. 1961) nahm den Siebenjahrplan (1961/67) an. Im November 1970 konstatierte der V. Parteitag der PdAK, daß die KDVR sich zum Sozialistischen Industriestaat entwickelt hat. 1972 Annahme einer neuen Sozialistische Verfassung; Kim Il Sung, Generalsekretär des ZK der PdAK, wurde Staatspräsident. Im Sechsjahrplan (1971/76), dem ein Regulierungsjahr folgte, wurde die Ökonom. Basis weiter gefestigt; mit dem folgenden Siebenjahrplan (1978/84) wurde Kurs auf den vollständigen Sieg des Sozialismus genommen. 1984 wurde Kang Songsan Ministerpräsident.

Die kapitalistische Entwicklung in Südkorea

Trotz stärksten Terrors wuchs die Volksbewegung in Südkorea ständig an; 1960 fegte ein Volksaufstand das Regime Ri Syngman hinweg. Im Mai 1961 wurde die Militärdiktatur unter Pak Tschònghyj errichtet. Auch dieses korrupte Regime versuchte vergeblich, durch Massenverhaftungen und Terror die fortschrittlichen Kräfte zu unterdrücken. 1965 wurde ein Vertrag mit Japan abgeschlossen, der den japanischen Imperialisten die Möglichkeit zur wirtschaftliche Expansion nach Südkorea gibt. – Seit den 60er Jahren forciert die südkoreanische Großbourgeoisie auf der Grundlage einer hohen Auslandsverschuldung den wirtschaftlichen Ausbau Südkoreas. Seit den 70er Jahren haben sich große Monopole herausgebildet. Der Drang zur Ökonomischen Expansion, besonders in den arabischen Raum, ist unübersehbar.

Innere Kämpfe

Die Veränderungen der internationalen Lage zwangen das Söuler Regime am 4.7.1972, auf die wiederholten Vorschläge der KDVR zur friedlichen Lösung der Koreafrage einzugehen und sich zu Verhandlungen bereit zu erklären, die aber durch die krasse antikommunistische Haltung des Sòuler Regimes bisher keinen Erfolg brachten. Nach der Ermordung von Pak Tschònghyj (26.10.1979) durch seinen Geheimdienstchef ergriff nach einer Periode innerer Kämpfe General Tschòn Tuh-wan die Macht. Sein Regime verfolgt brutal jegliche demokratischen Bestrebungen, wie es sich besonders bei der Unterdrückung der Unruhen im Mai 1980 in Kwangdshu und bei der Verurteilung des bürgerlichen Oppositionspolitikers Kim Tädshung zeigte. Seit Ende der 70er Jahre erhielt der Kampf der südkorean. Bevölkerung für demokrat. und soziale Rechte eine neue Qualität; so vereinte sich die bürgerliche Opposition gegen Tschòn Tuhwan 1985 zu der Neuen Demokratischen Partei Koreas, die sich in den Parlamentswahlen 1985 als stärkste Oppositionspartei etablieren konnte.

Quelle:
BI Universal-Lexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig (DDR), 1986, Bd.3, S.202.

Hier nun einige heutige Bilder aus der Demokratischen Volksrepublik Korea:

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siehe auch: Kim Jong-Il, Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas und Staatschef der DVRK gestorben oder auch im Blog Politiek en Cultuur

Und hier ist ein Dokumentarfilm: Ein Tag in Nordkorea

Quelle:
BI Universal-Lexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig (DDR), 1986, Bd.3, S.202.

Siehe auch:
Hintergründe des Koreakrieges (1950-53)

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9 Antworten zu Nordkorea im Blickpunkt…

  1. Doed schreibt:

    Ich kenne die Version, dass Nordkorea den Süden überfallen hat. Was ist nun richtig?

    • sascha313 schreibt:

      Damit kann ich nichts anfangen. Wer hat das gesagt und wo steht das? Korea wurde durch die Politik der USA und der südkoreanischen Machthaber gespalten.

      Nach der Beendigung des zweiten Weltkriegs im Fernen Osten und der Befreiung Koreas durch die Sowjetarmee, errichteten die Werktätigen von Korea unter Führung der Kommunistischen Partei bzw. der Partei der Arbeit Koreas in Korea einen sozialistischen Industriestaat mit entwickelter Landwirtschaft. Die sozialökonomische Basis der KDVR ist durch sozialistische Produktionsverhältnisse in allen Bereichen der Volkswirtschaft gekennzeichnet. Die demokratischen Reformen trugen zu einem schnellen Aufbau der von den Japanern zerstörten Wirtschaft sowie zur Hebung des materiellen und kulturellen Lebensstandards der Bevölkerung bei. Der verbrecherische Überfall von 1950 verursachte in der KDVR ungeheure Zerstörungen und Verluste. Nach Einstellung der Kriegshandlungen wurde durch den Dreijahrplan (1954-56) der Wiederaufbau in Angriff genommen. Die sozialistischen Staaten erwiesen der KDVR in der Periode des Wiederaufbaus umfangreiche Hilfe. (siehe: Länder der Erde, Politisch-ökonomisches Handbuch. Verlag Die Wirtschaft Berlin/DDR, 1985, S.343-350.) – Übrigens: In der KDVR weiß man sehr gut, was 1989 mit der DDR geschah!

      • Doed schreibt:

        Wikipedia sagt das. Das deutsche Wikipedia ist hier wieder ein Beispiel, wo die sozialistischen Länder schlechter dastehen, als beim englischen Wiki. Dort stehen mehr Details, die auf ein anderes Geschichtsbild hinweisen. Aber selbst da sind die Kommunisten wieder die bösen. Die Sowjetunion soll nicht koopiert haben und trägt mal wieder die Schuld an der Teilung. Nun weiß ich aber keine Hintergründe. Man kann ja auch völlig überzogene Forderungen haben und dann dem anderen mangelnde Kooperationsbereitschaft unterstellen.

        Danke für deinen Artikel.

      • sascha313 schreibt:

        Wikipedia lügt.

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