Wie kam es eigentlich zur Oktoberrevolution 1917?

slawa-welikomu-oktjabrjuEs ist heute sehr interessant zu lesen, was tatsächlich im Jahre 1917 geschah. Dieser Bericht wurde in einer Zeit geschrieben, als der Virus der Konterrevolution noch nicht in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion zum Ausbruch gekommen war. Sachlich und detailliert schildern die Autoren die Fortschritte und Erfahrungen, die die Bolschewiki im Verlaufe der Vorbereitungen zur Großen Sozialistischen Oktoberrevolution machen konnten. Sie verhehlen auch nicht, welche Niederlagen und Rückschläge die Partei Lenins und Stalins in dieser Zeit einstecken mußten.  

Der Krieg und der wirtschaftliche Verfall, die den Werktätigen ungeheure Leiden auferlegten, verschärften die Unzufriedenheit der Volksmassen. Die revolutionäre Bewegung der Arbeiterklasse, deren Lage besonders unerträglich war, wuchs an. Gleichzeitig griff die Gärung auch unter den anderen Bevölkerungsschichten, im Hinterland und an der Front, im Innern des Landes und in den Randgebieten um sich. Immer breitere Volksmassen kamen zu der Schlußfolgerung, daß es nur einen Ausweg aus der entstandenen Lage, gab den Sturz der Selbstherrschaft. Die Grundlagen des zaristischen Regimes gerieten ins Wanken. In Rußland reifte eine neue Revolution heran.

1.Der erste Weltkrieg und die Situation in Rußland

Die Februarrevolution. Als erste erhoben sich die Arbeiter Petrograds gegen den Zarismus. Dem Aufruf der Bolschewiki folgend, organisierten sie im Februar 1917 den Generalstreik und gingen auf die Straßen der Hauptstadt, wobei sich ihnen breite Massen der Soldaten anschlossen. „Nieder mit dem Zaren!“, „Nieder mit dem Krieg!“, „Brot!“ stand auf den Bannern der Aufständischen.

Die zaristische Regierung war bemüht, den beginnenden Aufstand mit Waffengewalt zu unterdrücken, Aber die Waffen befanden sich in den Händen der Soldaten, und die Soldaten schlossen sich den Arbeitern an. Am 27. Februar (12. März) 1917 hatte die Revolution in Rußland gesiegt.

Die Februarrevolution richtete sich gegen die dem Volk verhaßte zaristische Selbstherrschaft und stand unter der Losung „Für Frieden, Freiheit, Brot“. Wie die Revolution von 1905 bis 1907 hatte sie vor allem das Ziel, den Zarismus aus dem Wege zu räumen und die Überreste der Leibeigenschaft zu beseitigen. Daher bezeichnet man die Februarrevolution von 1917 wie die erste russische Revolution, als eine bürgerlich-demokratische Revolution.

Die führende Kraft in der Februarrevolution von 1917, die die Zarenmonarchie stürzte, war das Proletariat. Es war der Vorkämpfer der Revolution und riß die hauptsächlich aus Bauern bestehende Masse der Soldaten mit. Die Führung der Revolution durch das Proletariat und seine Partei – die Partei der Bolschewiki – sicherte den Sieg. W.I. Lenin schrieb:

„Die Revolution war das Werk des Proletariats, das Proletariat hat heldenmütig gekämpft, das Proletariat hat sein Blut vergossen, es hat die breiten Massen der Werktätigen und der armen Bevölkerung in Bewegung gebracht…“ [1]

Die Arbeiter und Bauern schufen nach dem Beispiel von 1905 gleich in den ersten Tagen der Revolution Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten. Diese Sowjets waren jedoch in der ersten Zeit in den Händen der Paktiererparteien der Sozialrevolutionäre und der Menschewiki. Während die Bolschewiki den Kampf der Massen auf der Straße leiteten, besetzten die Sozialrevolutionäre und Menschewiki die Plätze in den Sowjets, in denen sie nun die Mehrheit bildeten. Die Ursache hierfür lag in der noch ungenügenden Organisiertheit und Bewußtheit des Proletariats. Zahlreiche klassenbewußte Arbeiter waren zur Armee einberufen und in der Produktion durch kleinbürgerliche Elemente ersetzt worden. Die Arbeiter und Soldaten betrachteten die Sowjets, in die sie ihre Vertreter entsandten, als Organe der Volksmacht. sie glaubten, daß die Sowjets ihre revolutionären Forderungen erfüllen und vor allem den Friedensschluß herbeiführen würden.

Aber ihre übergroße Vertrauensseligkeit spielte den Arbeitern und Soldaten einen schlimmen Streich. Die Sozialrevolutionäre und Menschewiki dachten gar nicht daran, Frieden zu schließen und die revolutionären Forderungen des Volkes zu verwirklichen. Die Sozialrevolutionäre und Menschewiki waren der Ansicht, daß die Macht der Bourgeoisie gehören müsse, und halfen – auf ihre Mehrheit in den Sowjets gestützt – der Bourgeoisie auf jede Weise, an die Macht zu kommen und den imperialistismen Krieg fortzusetzen.

Entsprechend den Abmachungen mit den Sozialrevolntionären und Menschewiki bildete die Bourgeoisie die sogenannte Provisorische Regierung. Sie bestand aus Kapitalisten und Gutsbesitzern und betrieb von den ersten Tagen ihrer Existenz an eine gegen die Arbeiter und Bauern gerichtete Politik. Die Revolution war das Werk der Arbeiter und Bauern, die Macht aber ergriff die Bourgeoisie.

Wodurch ist es nun zu erklären, daß die siegreichen Arbeiter und Bauern den Übergang der Macht in die Hände der Bourgeoisie zuließen? Nach dem Sturz des Zarismus wurden Millionen Menschen wachgerüttelt und in die Politik hineingezogen, die in der Politik noch unerfahren waren. Ihr Bewußtsein war noch zu schwach entwickelt und ihre Erfahrung zu gering, um zu erkennen, wer ihre wirklichen Freunde und wer ihre Feinde waren. Trunken von den ersten Erfolgen der Revolution, gerieten die Volksmassen in den Bann der Paktiererparteien der Sozialrevolutionäre und der Menschewiki und glaubten, daß die bürgerliche Macht die Sowjets nicht bei ihrer Arbeit hindern werde.

Somit bildeten sich nach der Februarrevolution faktisch zwei Mächte im Lande heraus – die Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten und die bürgerliche Provisorische Regierung. Diese Lage wurde von Lenin als Doppelherrschaft bezeichnet.


2.Die Bolschewiki treiben die Revolution voran

Die Aprilthesen Lenins. Nach dem Sturz des Zarismus trat die bolschewistische Partei aus der Illegalität heraus und begann ihre Kräfte zu sammeln und zu festigen. J.W. Stalin kehrte aus der fernen Turuchansker Verbannung nach Petrograd zurück und machte sich sogleich an die Leitung der Parteiarbeit. Die bolschewistische Zeitung „Prawda“, die 1914, vor Beginn des Weltkrieges, von den zaristischen Behörden verboten worden war, erschien von neuem.

Vor der bolschewistischen Partei. stand die Frage: Wie soll man weiterhin handeln, wie die Revolution weiterentwickeln? Alle bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien waren bestrebt, die Weiterentwicklung der Revolution aufzuhalten und den Kapitalismus zu retten.

Nur die Bolschewiki traten entschieden für die weitere Entfaltung der Revolution, für den Sieg der Arbeiter und Bauern ein. Genosse Stalin rief dazu auf, die gewonnenen Rechte zu verteidigen, die Revolution weiterzuentwickeln und vor allem die Sowjets als die Organe der revolutionären Macht zu festigen. Die Bolschewiki waren der Ansicht, daß die Revolution nicht auf halbem Wege stehenbleiben durfte, sie mußte vorwärtsschreiten, zum Sieg des Sozialismus.

In der Nacht des 3. (16.) April 1917 kehrte W.I. Lenin aus dem Ausland nach Petrograd zurück. Er wurde auf dem Finnländischen Bahnhof von Tausenden Arbeitern, Soldaten und Matrosen empfangen. Die ersten Worte, mit denen sich Lenin nach den langen Jahren des Exils an die Arbeiter und Bauern Rußlands wandte, waren den Aufgaben des Kampfes für den Sieg des Sozialismus gewidmet. „Es lebe die sozialistische Revolution!“ mit diesem Aufruf schloß Lenin seine erste Rede am Tage seiner Rückkehr nach Rußland.

Bereits am zweiten Tag nach der Ankunft in Petrograd, am 4. (17.) April 1917, verlas Lenin auf einer Versammlung der Bolschewiki seine Thesen „Über die Aufgaben des Proletariats in der gegenwärtigen Rcvolution“ [2]. Sie sind unter dem Namen Aprilthesen in die Geschichte eingegangen.

0_81763_351cb208_xlDie Aprilthesen Lenins bildeten den genialen Plan des Kampfes der Partei für den Übergang von der bürgerlich-demokratischen zur sozialistischen Revolution in Rußland. Lenin erklärte in diesen Thesen, daß die erste Etappe der Revolution, die die Macht in die Hände der Bourgeoisie gelegt hatte, beendet war. Es war notwendig, zur zweiten Etappe, zur sozialistischen Revolution überzugehen, die die Macht in die Hände des Proletariats und der armen Bauernschaft legen mußte.

In den Aprilthesen zeigte Lenin, daß die Provisorische Regierung – die Regierung der Gutsbesitzer und Kapitalisten – dem Volk weder Brot noch Freiheit noch Frieden geben werde und daß die Arbeiter und Bauern daher diese Regierung nicht unterstützen könnten.

Lenin lehrte, daß die Sowjets die zweckmäßigste Form der revolutionären Macht sind, daß die bolschewistische Partei durch Aufklärungsarheit die Mehrheit in den Sowjets erringen müsse. Lenin zeigte, daß man die Sowjets der .Arbeiter-, Soldaten- und Bauerndeputierten mit allen Mitteln stärken und die Übergabe der gesamten Macht in ihre Hände erkämpfen müsse. „Alle Macht den Sowjets!“ – das war die Hauptlosung der Bolschewiki.

Die Bolschewiki forderten damals die sofortige Durchführung einer Reihe dringender politischer und ökonomischer Maßnahmen. Sie traten für die Beendigung des imperialistischen Krieges ein, für die Nationalisierung des gesamten Grund und Bodens, das heißt für die Umwandlung des Bodens in Gemeingut des gesamten Volkes, des Staates, und für seine Übergabe in die Nutzung den Bauern, für die Errichtung der Arbeiterkontrolle über die Produktion und die Verteilung der Produkte, für die Beseitigung der nationalen Unterdrückung.

Der Kampf der Bolschewiki um die Massen. Die Aprilthesen Lenins gaben der bolschewistischen Partei – und darüber hinaus der ganzen Arbeiterklasse – eine klare revolutionäre Linie. Unter der Führung von Lenin und Stalin kämpften die Bolschewiki für den Übergang zur sozialistischen Revolution. Sie entfalteten eine gewaltige Arbeit, um die breiten Massen der Werktätigen zu gewinnen, um sie zum Kampf zu schulen und zu organisieren.

Die Bolschewiki brandmarkten auf das schärfste die Politik der bürgerlichen Provisorischen Regierung. Nachdem, die Bourgeoisie an die Macht gekommen war, setzte sie die Politik des verhaßten Zaren fort.

  • Die Volksmassen forderten einen gerechten demokratischen Frieden, aber die bürgerliche Provisorische Regierung setzte den imperialistischen Krieg fort.
  • Die Bauern forderten Boden, aber die Provisorische Regierung trat mit Leib und Seele für die Gutsbesitzer und für den Verbleib des Bodens in deren Besitz ein.
  • Die Arbeiter forderten die Errichtung der Arbeiterkontrolle über die Produktion, die Einführung des Achtstundentages und die Erhöhung des Arbeitslohnes, aber die Provisorische Regierung lehnte diese Forderungen ab und unterstützte mit allen Mitteln die Kapitalisten.
  • Die Völker Rußlands forderten die Befreiung vom nationalen Joch, aber die Provisorische Regierung setzte die Politik der Unterdrückung der Nationalitäten fort, wie sie von der zaristischen Selbstherrschaft ausgeübt worden war.

Die Sozialrevolutionäre und die Menschewiki verrieten die Interessen des Volkes. Als durch den Druck von unten, von Seiten der breiten Massen der Arbeiter und Soldaten, die brüchigen Grundlagen der bürgerlichen Macht ins Wanken gerieten, retteten die Sozialrevolutionäre und Menschewiki die zusammenbrechende Provisorische Regierung, indem sie in diese Regierung eintraten. Zu den kapitalistischen Ministern kamen „sozialistische“ Minister hinzu, die den Interessen der russischen und ausländischen Imperialisten ebenso willfährig dienten wie alle anderen Mitglieder der Provisorischen Regierung.

Allmählich überzeugten sich immer breitere Schichten der Werktätigen durch ihre eigene Erfahrung davon, daß die einzig richtige, den Interessen des Volkes entsprechende Politik von der bolschewistischen Partei durchgeführt wird. Der Einfluß der Bolschewiki wuchs. Ihre Losung „Alle Macht den Sowjets!“ fand in allen Teilen Rußlands immer stärkeren Widerhall.

Am 18. Juni. (1. Juli) 1917 fanden in Petrograd und anderen Städten unter Führung der Bolschewiki Massendemonstrationen der Arbeiter und Soldaten statt, die gegen die Politik der Provisorischen Regierung protestierten. Die Demonstration in Petrograd hatte besonders zahlreiche Teilnehmer. 400.000 Demonstranten zogen durch die Straßen der Hauptstadt mit den Losungen „Nieder mit dem Krieg!“, „Nieder mit den zehn kapitalistischen Ministern!“, „Alle Macht den Sowjets!“ Das Proletariat Petrograds, Moskaus und vieler anderer Städte scharte sich zu dieser Zeit um die Bolschewiki.

Aus Furcht vor der revolutionären Bewegung der Massen katzbuckelten die russische Bourgeoisie und ihre sozialrevolutionären und menschewistischen Helfershelfer vor dem ausländischen Imperialismus. Die wirtschaftliche und politische Abhängigkeit Rußlands von den kapitalistischen Großmächten verstärkte sich ständig. Die Staatsschulden an die englisch-französischen und amerikanischen Kapitalisten hatten sich während des Krieges um das Doppelte vergrößert.

Die Provisorische Regierung gehorchte dem Willen der englisch-französischen Imperialisten und trieb im Juni 1917 die Soldaten an der Front zum Angriff. Dieser Angriff mißlang jedoch, wie es auch nicht anders zu erwarten war.

Gleichzeitig versuchte die Bourgeoisie, die anwachsende revolutionäre Bewegung mit Waffengewalt zu unterdrücken. Anfang Juli 1917 ließ die Provisorische Regierung in eine friedliche Demonstration der Petrograder Arbeiter, Soldaten und Matrosen schießen, die die Übergabe der gesamten Macht an die Sowjets forderten. Arbeiter und revolutionäre Soldaten vergossen in den Straßen Petrograds ihr Blut. Zur Niedermetzelung der Arbeiter waren Truppenteile, die der Provisorischen Regierung hörig waren, von der Front herbeigezogen worden.

Nach der Niederschlagung der Julidemonstration stürzten sich die Bourgeoisie und ihre sozialrevolutionären und menschewistischen Helfershelfer vor allem auf die bolschewistische Partei, um das Proletariat seiner Führung zu berauben, um den Arbeitern und Bauern den erfahrenen, zuverlässigen Führer zu nehmen. Massenverhaftungen bolschewistischer Funktionäre begannen. Die Prawda und andere bolschewistische Zeitungen wurden verboten. Es wurde ein Befehl zur Verhaftung Lenins erlassen. So entlarvte sich die Provisorische Regierung vor den Augen der Volksmassen als Werkzeug der Konterrevolution. Die Juliereignisse brachten das Ende der Doppelherrschaft. Die gesamte Macht ging in die Hände der reaktionären bürgerlichen Provisorischen Regierung über.

Unter diesen Umständen war die bolschewistische Partei gezwungen, erneut in die Illegalität zu gehen. Die Partei brachte ihren Führer W.I. Lenin in Sicherheit und begann, sich auf den Aufstand vorzubereiten, um die Macht der Bourgeoisie zu stürzen und die Sowjetmacht zu errichten.

Der VI. Parteitag. Wie die bürgerliche Konterrevolution auch wütete, es gelang ihr nicht, die revolutionäre Partei des Proletariats zu, zerschlagen. Trotz der Treibjagd der Provisorischen Regierung wuchs und erweiterte sich der Einfluß der Partei der Bolschewiki. Ende Juli 1917 trat der VI. Parteitag der Bolschewiki in Petrograd illegal zusammen. W.I. Lenin wohnte dem Parteitag nicht bei; er hielt sich zu dieser Zeit in einem Zelt in der Nähe der Station Rasliw (Finnland) verborgen. Aber Lenin leitete den Parteitag durch seine Mitkämpfer und Schüler: Stalin, Swerdlow, Molotow, Ordshonikidse. Genosse Stalin führte den Parteitag fest und entschieden auf dem Leninschen Weg.

In dieser Zeit wuchs die Partei der Bolschewiki zu einer großen Kraft heran. In den fünf Monaten der Revolution vergrößerte sie ihre Mitgliederzahl um das Sechsfache, sie zählte in ihren Reihen 240.000 Mitglieder. Allen Schwierigkeiten und Hindernissen zum Trotz führte die bolschewistische Partei die Arbeiter und Bauern Rußlands zur sozialistischen Revolution. Die Bolschewiki gingen dabei von der Leninschen Theorie der Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einem Lande aus.

Genosse Stalin trat auf dem VI. Parteitag entschieden gegen die trotzkistischen Verräter auf, die vorschlugen, die sozialistische Revolution in Rußland nicht zu beginnen, bevor sie nicht in den Ländern Westeuropas gesiegt hätte.

„Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen“, sagte Genosse Stalin auf dem Parteitag, „daß gerade Rußland das Land sein wird, das den Weg zum Sozialismus bahnt … Man muß die überlebte Vorstellung fallen lassen, daß nur Europa uns den ·Weg weisen könne.“ [3]

Diese weise Voraussicht des Genossen Stalin hat sich völlig bewahrheitet. Gerade Rußland ist das Land geworden, das der Menschheit den Weg zum Sozialismus gebahnt hat.

Der VI. Parteitag unterstützte einmütig die Lenin-Stalinsche Linie und nahm Kurs auf die Organisierurig des bewaffneten Aufstandes gegen die bürgerliche Provisorische Regierung. Im Lande tobte zu dieser Zeit uneingeschränkt die bürgerliche Konterrevolution. Nur durch den bewaffneten Aufstand war es möglich, ihr die Macht zu entreißen, die Diktatur des Proletariats zu errichten und den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft zu beginnen. Der Parteitag unterstrich die Bedeutung des Bündnisses des Proletariats mit der armen Bauernschaft als der Grundvoraussetzung der sozialistischen Revolution.

Der VI. Parteitag ist als der Parteitag der Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes, als der Parteitag der Vorbereitung der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in die Geschichte der bolschewistischen Partei eingegangen.


3.Der Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution

Die Vorbereitung des bewaffneten Auistandes. Die Lage in Rußland wurde immer angespannter. Unaufhörlich verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage des Landes. Der wirtschaftliche Verfall nahm beständig zu und verschärfte sich. Die Bourgeoisie und die zaristischen Generale begannen den deutschen Truppen bewußt eine Stadt nach der anderen zu überlassen, um mit Hilfe der deutschen Aggressoren die russische Revolution zu ersticken. Die Kapitalisten waren bereit, das ganze Land der Knechtschaft der deutschen oder der englisch-französischen Imperialisten auszuliefern, nur um ihre eigene Macht aufrechtzuerhalten und den Sieg der Arbeiter und Bauern zu verhindern.

Die Bourgeoisie ging mit Unterstützung der englisch-französischen Kapitalisten an die Vorbereitung einer konterrevolutionären Verschwörung innerhalb des Landes, um die revolutionäre Bewegung der Arbeiter und Bauern zu unterdrücken und in Rußland eine zügellose Militärdiktatur zu errichten.

kornilow_juni11Ende August 1917 brachte der General Kornilow eine Meuterei zustande und schickte – in der Hoffnung, die revolutionären Kräfte mit Hilfe englischer Tanks und amerikanischer Dollars zu zerschlagen – konterrevolutionäre Truppenteile gegen Petrograd. Aber die Bolschewiki riefen die Arbeiter und Soldaten zum aktiven bewaffneten Widerstand gegen die Konterrevolution auf. Unter Führung der Boischewiki wurde der Putsch Kornilows niedergeschlagen. Die Niederschlagung des Kornilowputsches deckte die Schwäche der bürgerlichen Konterrevolution auf und zeigte, daß die bolschewistische Partei zur entscheidenden Kraft der Revolution herangewachsen und fähig war, die Machenschaften aller ihrer Feinde zu durchkreuzen.

Von dieser Zeit an nahm der Aufschwung der Revolution stetig zu, Der Kampf der Arbeiter und Bauern gegen die Bourgeoisie und die Gutsbesitzer dehnte sich über das ganze Land aus. Der Einfluß der Sozialrevolutionäre und Menschewiki schwand immer mehr dahin. Die Massen der Arbeiter und Bauern wandten sich von den Sozialrevolutionären und Menschewiki ab und gingen auf die Seite der bolschewistischen Partei über. Die Bolschewiki errangen die Mehrheit im Petrograder, im Moskauer und in vielen anderen Sowjets. Ständig vergrößerte sich ihr Einfluß, sowohl in den Städten als auch in den Dörfern und in der Armee. Dem Proletariat und der armen Bauernschaft schlossen sich auch immer mehr Mittelbauern an. Unter diesen Umständen durfte man nicht länger zögern.

Mitte September 1917 wies Lenin, der sich in der Illegalität befand, in seinen Briefen an das Zentralkomitee der Partei darauf hin, daß die Bolschewiki die Staatsmacht nun in ihre Hände nehmen konnten und mußten, da die Mehrheit des Volkes für sie war. Am 7. (20.) Oktober kam Lenin illegal aus Finnland nach Petrograd. Am nächsten Tage traf er mit Stalin zusammen.

Am 10. (23.) Oktober 1917 fand unter Leitung von Lenin und Stalin die historische Sitzung des Zentralkomitees der bolsche­wistischen Partei statt. Nach dem Referat Lenins entschied das ZK, in den nächsten Tagen den bewaffneten Aufstand gegen die Provisorische Regierung zu beginnen, Kamenew und Sinowjew traten gegen den bewaffneten Aufstand und für die Belassung der Macht in den Händen der Bourgeoisie auf. In dieser Sitzung stimmte Trotzki zwar nicht direkt gegen die Resolution, brachte aber einen Abänderungsantrag ein, der dazu angetan war, den Aufstand zu vereiteln und zum Scheitern zu bringen. Er beantragte, den Aufstand nicht vor der Eröffnung des II. Sowjetkongresses zu beginnen. Das hätte bedeutet, die Durchführung des Aufstandes hinauszuschieben, den Tag des Aufstandes im voraus bekanntzumachen und die Provisorische Regierung zu warnen.

Das Zentralkomitee der Partei lehnte die Vorschläge der Verräter ab und entfaltete unter Führung Lenins und Stalins umfassende Vorbereitungen für den bewaffneten Aufstand. Bewaffnete Arbeitertrupps (die Rote Garde), revolutionäre Soldaten und Matrosen bereiteten sich auf den Aufstand vor. Das, ZK der Partei entsandte seine Bevollmächtigten in das Donezbecken, in den Ural und in andere Arbeiterzentren. ferner an die westliche, südwestliche und an die übrigen Fronten, um den Aufstand an Ort und Stelle zu organisieren, Auf Weisung des Zentralkomitees wurde beim Petrograder Sowjet das Revolutionäre Militärkomitee geschaffen, das zum Stab des Aufstandes werden sollte. Am 16. (29.) Oktober bildete das Zentralkomitee ein Parteizentrum zur Leitung des Aufstandes mit Genossen Stalin an der Spitze. Dieses Parteizentrum war der Kern des Revolutionären Militärkomitees und leitete praktisch den gesamten Aufstand.

Auf der Sitzung des ZK der Partei am 16. (29.) Oktober traten Kamenew und Sinowjew erneut gegen den Aufstand auf und wurden wiederum von den Mitgliedern des Zentralkomitees der Partei einmütig zurückgewiesen. Daraufhin nahmen sie offen gegen die Partei Stellung. Kamenew und Sinowjew veröffentlichten in einer bürgerlichen Zeitung eine Erklärung über die Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes und lieferten so die Pläne der Bolschewiki den Feinden der Revolution aus. Das war Verrat. Aber die schändlichen Verräter konnten die Bourgeoisie nicht vor dem Untergang retten.

Die von den Verrätern gewarnte bürgerliche Provisorische Regierung war bestrebt, den Aufstand zu verhindern und den Stab der Revolution – die Partei der Bolschewiki – zu vernichtcn: Sie zog zu diesem Zweck eiligst Truppen von der Front herbei. Aber niemand war mehr imstande, dem siegreichen Vormarsch der sozialistischen Revolution Einhalt zu gebieten. Kühn und überzeugt, fest und umsichtig führten Lenin und Stalin die Partei und die Arbeiterklasse zum Sturmangriff auf die bürgerliche Macht.

Quelle:
Lehrbuch für die politschen Grundschulen. Erster Teil. Dietz Verlag Berlin, 1951, S.74-86.

Zitate:
[1] W.I. Lenin, Sämtliche Werke, Bd. XX, 1. Hlbbd., Wien 1928, S.27.
[2] W.I. Lenin, Ausgewähltc Werke in zwei Bänden, Moskau 1946/47. Bd, II, S.7-11.
[3] J.W. Stalin, Werke, Bd.3, S. 172 u. 173.


Anmerkung: Bis zum Februar 1918 wird jedes Datum nach dem alten russischen Кalenderstil gegeben; die eingeklammerte Angabe gibt dasselbe Datum nach neuem Stil. Die Quellenangaben entsprechen den zur damaligen Zeit vorliegenden Ausgaben der Werke Lenins und Stalins. Der gesamte Text kann in einer pdf-Datei heruntergeladen werden.

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30 Antworten zu Wie kam es eigentlich zur Oktoberrevolution 1917?

  1. gunst01 schreibt:

    Die Rückkehr Lenins war ein Coup der obersten Heeresleitung um den Krieg im Osten mit dem Pestbazilllus, wie ihn Churchill nannte, zu beenden. Ohne diese freundliche Unterstützung Deutschlands, auch der Bankhäuser Kuhn, Loeb & Co, wäre er wohl noch einige Zeit länger in der Schweiz gesessen und hätte womöglich den richtigen Zeitpunkt verpasst.

    • sascha313 schreibt:

      Können Sie zufällig sagen, über welche Quelle Sie verfügen, um solche absurden Behauptungen aufzustellen? Oder stammt das direkt aus Churchills Lügenküche?

      • gunst01 schreibt:

        Wir leben zwar bereits in Absurdistan, doch die List mit Lenins Fahrt dürfte da wohl noch nicht dazugehören. Auch Churchill war sich der Tragweite wohl bewusst, denn die führte ja zum Verlust der 2. Front. Eine der zahlreichen Quellen die über das denkwürdige Ereignis berichten:http://www.krieg-info.eu/geschichte-der-usa/item/us-hochfinanz-finanziert-die-russische-revolution.html

      • sascha313 schreibt:

        Sie können davon ausgehen, daß dies keine seriöse historische Quelle ist – hier schreibt einer nur vom anderen ab. Die Lügen und Verleumdungen über die Große Sozialistische Oktoberrevolution können (à la Goebbels) ja nicht groß genug sein. Аm Ende – so hofft der ganze bürgerliche Lügenverein – bleibt doch etwas hängen… es ist nur – wenn man so etwas unkritisch nachplappert, macht man sich zum Komplizen dieses Gesindels! (An Ihrer Stelle müßte einer doch schon stutzig werden, wenn er den Namen „Deschner“ liest!)

  2. fürchtenix schreibt:

    Ha Leute, da hat gunst01 ja den ersten dicken Vogel des Jahres abgeschossen. Der Anteil Deutschlands an der Weltgeschichte hatte bisher ja fürcherliche Auswirkungen. Nur die DDR ist da einzige Ausnahme…

    Aber zur Sache. Die Oktoberrevolution als Ergebnis eines genialen Konglomerats der deutschen Heeresleitung. Am Ende ist der deutsche Kaiser noch Organisator und Wegbereiter der Oktoberrevolution. Selbst die bürgerliche Wikipedia ist da etwas gemäßigter. Ich selbst bemühe mich, den Dingen eine einfache logische und verständliche Erklärung zu geben.

    Wie wäre denn die: Angesichts der Wirren des Weltkrieges und der sich immer mehr zuspitzenden revolutionären Stimmung auch in Deutschland musste man diese kleine „aufrührerische Gruppe“ ohne viel Aufsehen loswerden. Doch wohin? Am besten natürlich dahin, woher sie gekommen ist. Die dortigen Behörden, davon konnte man ausgehen, liegen schon auf der Lauer. Aber es kam eben anders. Das hatten sie so nicht vorgesehen.

    • sascha313 schreibt:

      Man muß ja sagen, es gab Hunderte solche „kleine aufrührerische Gruppen“ in Europa zu jener Zeit, lautstarke und weniger auffällige…

      Doch nur mal so nebenbei: Als Lenin in der Schweiz von der Revolution in Petrograd erfuhr, versuchte er siofort, nach Rußland auszureisen.. Der Plan der Rückkehr in die Heimat sah die Fahrt durch Deutschland vor. Die Verhandlungen mit dem deutschen Gesandten in der Schweiz, den russischen politischen Emigranten die Durchreise durch Deutschland zu gestatten, wurden von dem Schweizer Sozialdemokraten, Bundesrat Robert Grimm, eingeleitet. Doch infolge dessen Weigerung, die Verhandlungen weiterzuführen, solange nicht das Einverstädnis der Provisorischen Regierung Rußlands vorliege, wurde die Angelegenheit einem Zimmerwalder Linken übertragen, und zwar dem Sekretär der Schweizer Sozialdemokratischen Partei, Friedrich Platten, der sie auch zu Ende führte. Am 31. März (9. April) 1917 traf Lenin mit einer Gruppe Emigranten in Stockholm ein und reiste am gleichen tag über Finnland nach Rußland weiter. Einen Monat später folgte die zweite Emigrantengruppe auf dem gleichen Weg. (Quelle: A.Lunatscharski „Wie war Lenin“. APN-Verlag Moskau 1981, S.204)

    • Doed schreibt:

      Was ist jetzt das Problem? Das mit der Hilfe Deutschlands ist jetzt nicht so sonderlich abwegig. Die Interessenlage ist klar. Russland war Deutschlands Feind. Die Bolschewiki wollten den Krieg sofort beenden. Also hat man zum einen die Chance einen Kriegsgegner zu beseitigen oder mindestens durch innere Unruhen zu schwächen. Trotzdem ist die Deutschlands Hilfe weder die Ursache noch der Auslöser für die Revolution gewesen, sondern nur Beihilfe bzw. Beschleuniger.

      • Doed schreibt:

        Ich sehe gerade, gunst01 spielt auf die Finanzierung durch die Amerikaner an. Dazu kann ich nicht viel sagen. Da ist die Interessenlage alles andere als klar. Was hätten sie davon?

      • sascha313 schreibt:

        Das Problem ist, daß es sich um Lügen handelt. Nicht Rußland war „Deutschlands Feind“, sondern der deutsche Imperialismus, der in Konkurrenz zum russischen Zarismus stand, suchte durch weitere Eroberungen seinen Machtbereich auszuweiten, neue Rohstoffquellen zu erobern usw.: „den ukrainischen Weizen, die Donez-Kohle, das kaukasische Öl und die anderen unerschöpflichen Vorräte Rußlands“ (Sayers/Kahn: Die große Verschwörung, Berlin 1953, S.13f.). – ist das hier etwa unklar? Schön, wenn man da so eine „Logik“ konstruieren kann, aber das hat mit der Realität nichts zu tun!

        Solche Behauptungen (wie die der „Finanzierung der Revolution“) sind nichts anderes als verleumderische Erfindungen. Die gibt es heute massenhaft! Oder gibt es etwa einen einzigen Anhaltspunkt, oder auch nur einen Beweis, daß russischen Revolutionäre jemals von einer deutschen oder amerikanischen Bank unterstützt worden wären? Nein, es gibt sie nicht. Es sind alles Lügen, die nur den einen Zweck verfolgen, die Große Sozialistische Oktoberrevolution im Ganzen und Lenin insbesondere zu verleumden! („Fake News“ – wir sprachen schon davon! – die werden dann „begründet“ mit der „Öffnung der Archive“ und ähnlichem Unsinn)

      • Selbstverständlich haben die Imperialisten aus den USA auch über “jüdische“ Banken (das Wort “jüdisch“ ist im Zusammenhang mit dem Wort “Bank“ selbstverständlich absurd, denn es gibt fast nur kapitalistische Banken) Finanzierungen geleistet und über ihre zahllosen Unternehmen Ausrüstung und Waffen nach Russland geliefert.

        Allerdings nicht, wie diese ewige Mär behauptet, an die Bolschewiki, sondern an die “Weißen“ und die verschiedenen Terrororganisationen der Konterrevolution, die es den 15 “Interventions-Armeen“ kapitalistischer Länder ermöglichten, in die Sowjetunion einzufallen und 93% des Landes zu besetzen, in der Hoffnung, sich nach dem geplanten Sturz der Bolschewiki das Land unter sich aufzuteilen, ähnlich wie sie es mit Afrika durchgeführt hatten.

      • sascha313 schreibt:

        Korrekt! So ist es.

  3. Mit 12 Jahren hielt ich das Buch Sternstunden der Menschheit von Stefan Zweig in den Händen. Es war überhaupt das erste Buch, was ich bis dahin zum Lesen hatte. Das letzte Kapitel lautet Der versiegelte Zug, Lenin, 9. April 1917, Der Mann, der bei dem Flickschuster wohnt.

    Zum Mythos „Coup der Obersten Heeresleitung“:

    „Gerade weil Lenin um das Aufsehenerregende und Herausfordernde seines Schrittes weiß, handelt er mit möglichster Offenheit. In seinem Auftrag begibt sich der schweizerische Gewerkschaftssekretär Fritz Platten zu dem deutschen Gesandten, der schon vordem allgemein mit den russischen Emigranten verhandelt hatte, und legt ihm die Bedingungen Lenins vor. Denn dieser kleine unbekannte Flüchtling stellt – als ob er seine kommende Autorität schon ahnen könnte – keineswegs eine Bitte an die deutsche Regierung, sondern legt ihr die Bedingungen vor, unter denen die Reisenden bereit wären, das Entgegenkommen der deutschen Regierung anzunehmen: daß dem Wagen das Recht der Exterritorialität zuerkannt wird. Daß eine Paß- oder Personenkontrolle weder beim Eingang noch beim Ausgang ausgeübt werden dürfe. Daß sie ihre Reise zu den normalen Tarifen selbst bezahlen. Daß ein Verlassen des Wagens weder angeordnet noch auf eigene Initiative stattfinden darf.“

    Zum Mythos „Banken (*natürlich müssen es jüdische sein*) hätten die Revolution finanziert“, womit Lenin als Agent des jüdischen Finanzkapital verfehmt werden soll:

    „Verzweifelt jagt Lenin Telegramm auf Telegramm nach Petersburg, aber sie werden abgefangen oder bleiben unerledigt; was man in Zürich nicht weiß, und kaum jemand in Europa, das weiß man in Rußland genau: wie stark, wie energisch, wie zielstrebig und wie mörderisch gefährlich seinen Gegnern Wladimir Ilitsch Lenin ist. Grenzenlos ist die Verzweiflung der ohnmächtig Zurückgehaltenen. Seit Jahren und Jahren haben sie in zahllosen Generalstabssitzungen in London, in Paris, in Wien ihre russische Revolution strategisch ausgedacht. Jede Einzelheit der Organisation haben sie erwogen und vorgeprobt und durchdiskutiert. Jahrzehntelang haben sie in ihren Zeitschriften theoretisch und praktisch die Schwierigkeiten, die Gefahren, die Möglichkeiten gegeneinander abgewogen. Sein ganzes Leben hat dieser Mann nur diesen einen Gedankenkomplex immer und immer wieder revidierend durchgedacht und zu den endgültigsten Formulierungen gebracht. Und nun soll, weil er hier festgehalten ist in der Schweiz, diese seine Revolution verwässert und verpfuscht werden von andern, die ihm heilige Idee der Volksbefreiung in den Dienst gestellt fremder Nationen und fremder Interessen.“

    • sascha313 schreibt:

      Ich hatte dieses Buch auch mal irgendwann – richtig! – die Oktoberrevolution hat die Welt erschüttert!
      (siehe: John Reed „10 Tage, die die Welt erschütterten“)…

      • Stefan Zweig zitiert John Reed am Schluß seines “Aufsatzes“:

        “Aber unerhört ist dann die Antwort, die die Wirklichkeit gibt. Wie der Zug einläuft in den
        finnischen Bahnhof, ist der riesige Platz davor voll von Zehntausenden von Arbeitern, Ehrenwachen aller Waffengattungen erwarten den aus dem Exil Heimgekehrten, die Internationale erbraust. Und wie Wladimir Ilitsch Ulianow jetzt heraustritt, ist der Mann, der vorgestern noch bei dem Flickschuster gewohnt, schon von hunderten Händen gefaßt und auf ein Panzerautomobil gehoben. Scheinwerfer von den Häusern und der Festung sind auf ihn gerichtet, und von dem Panzerautomobil herab hält er seine erste Rede an das Volk. Die Straßen beben, und bald haben die »zehn Tage, die die Welt erschüttern«, begonnen. Das Geschoß hat eingeschlagen und zertrümmert ein Reich, eine Welt.“

      • sascha313 schreibt:

        Sehr schön, ein sehr poetisches Bild!

    • Rheinlaender schreibt:

      Hallo Sascha.
      Hallo geschätzter Georg, schön mal wieder was von Dir zu lesen.
      Hallo Harry56, schade, dass Du nichts zur Goebbels-Propaganda von bezahlten Revolutionen schreibst. Tatsächlich lese ich das – total unlogische – Märchen immer wieder. Den Mythos, dass ausgerechnet die jüdischen und angelsächsischen Großkapitalisten angeblich Marx, Lenin und Stalin bezahlt hätten, und zwar fast ausschließlich auf Blogs, Youtubekanälen, Kommentatoren, die sich einen deutschen Faschismus zurückwünschen.

      Diese Leute lügen / sie propagieren meist ganz offen, dass es keinen Unterschied zwischen Kapital und Arbeit gäbe. Bei denen gibt es nur den unwissenschaftlichen Unterschied zwischen raffendem und schaffenden Kapital und den Unterschied zwischen Deutschen und Nichtdeutschen.

      Da die absurde These von „bezahlten Revolutionen“ zur Zeit in Mode ist;
      ja teilweise vermischen einige – teils aufrichtige – Dumpfbacken ohne Absicht echte Revolutionen mit CIA-Putschen. Daher meine Frage an alle: Wie können wir möglichst kurz diesen Schwachsinn widerlegen? Ich kann in der Kneipen-Diskussion ja keinem zumuten erstmal 1.000 Seiten Lenin zu lesen, oder etwa doch? 🙂

      • !!! Gut erkannt !!! Die faschistische Propaganda ist ja nicht mit der Kapitulation der “Wehrmacht“ des Militärbündnisses, welches den Namen “Deutsches Reich“ führt, untergegangen!!!

      • sascha313 schreibt:

        Ich denke, Rheinlaender, man darf sich nicht so leicht aus dem Konzept bringen lassen. Es wird ja jeden Tag eine neue Sau durch’s Dorf getrieben. Das ist ja auch das Ziel! Je mehr Unsinn und Falschmeldungen verbreitet werden, desto mehr wird man davon abgelenkt, die eigentlich wichtigen Dinge zu erörtern. Auch scheint mir, daß diejenigen, die solche „fake news“ verbreiten, nicht die Absicht haben, die Wahrheit zu ergründen, sondern sie wollen verunsichern, Zweifel säen und Wirrwar in den Köpfen erzeugen..

        Woran es mir liegt – es gibt tatsächlich mehr und mehr Suchende, die wirklich Fragen haben. – denen kann man erklären, was wir wissen. Aber nicht zuviel, und alles auf einmal! Schön dosiert … und leicht verständlich! Vor allem Arbeitern, weil die in der Produktion stecken!

        Ich erinnere mich noch, als wir beim Studium Vorlesungen über Wissenschaftlichen Kommunismus hörten – es war Sommer und es war so trocken, daß fast das Mobiliar angebrannt wäre. Und gelernt haben wir nix… Wenn man das heute liest, beginnt man erst zu verstehen, was die Autoren sagen wollten. Und natürlich wissen wir heute auch mehr darüber.

      • Harry 56 schreibt:

        Das Internet, ob You Tube oder die vielen Blogs, wo kleine Leute mit ganz großen Ambitionen zu ganz viel Geld pausenlos Müll abrotzen, überall werden die abstrusesten Thesen und Theorien verbreitet. Und alles nur, um mit möglichst hohen Klickzahlen (erhoffte gute Werbeeinnahmen!) und einer möglichst großen Fan-Gemeinde (Spendengelder!) an viel Geld zu kommen. Dabei spielt die Wahrheit für alle diese Netz-Krawallmacher nur eine untergeordnete Rolle. Die meisten dieser angeblichen „Alternativ“ – Medien kann man ganz getrost diesem Genre, diesem Treiben zuordnen. Egal worüber in allen diesen Foren, auf allen diesen Kanälen debattiert wird, das Resultat ist am Ende immer nur Verwirrung, Ratlosigkeit, Resignation, manchmal auch echte Verzweifelung.

        Die wirklichen Fragen, die entscheidenden Einsichten – nämlich die Politische Ökonomie des Kapitalismus, die Frage, was Geld wirklich ist, darstellt.., bleiben grundsätzlich im Dunkeln. Rotschild-Bänker, Illuminaten, jüdisch-angelsächsische Verschwörungen des angeblich „raffenden Kapitals“ gegen das gute, „soziale Kapital“ der BRD, der angeblichen „sozialen Marktwirtschaft“ , die „Geldschöpfung der Banken aus dem Nichts“ stehen somit natürlich immer hoch in der Gunst aller dieser Internet-Schwätzer. Kurzum, wir erleben eine gigantische, neue Volksverarschung in vielen dieser sozialen Netzwerke.

        Was wurde seit dem „Netz“ wirklich besser? Wurde das reiche Besitzbürgertum und seine Polit- bzw. Staatslakaien ärmer, verloren die wirklich an Macht? Man sagt, die „MM“ hätten viel an Einfluß verloren, doch im „Netz“ wird dieser Einfluß dafür immer größer.

        Ob nun Lenin mit „deutschen Geld“ oder dem der Rothschilds eine Revolution „gemacht“ haben soll oder nicht, ist vollkommen zweitrangig. Wann und wo haben denn die Besitzer des Kapitals, alle anderen Besitzer so ziemlich aller sonstigen Reichtümer dieser Welt jemals Revolutionen gefördert und unterstützt, wo anschließend ihresgleichen die Macht verloren haben, die vorher unterdrückten und ausgebeuteten Schichten zu mehr gesellschaftlicher Macht kamen? Wie viele Dollars mögen die Rothschilds Fidel Castro heimlich zugesteckt haben? Dieser ganze Mist ist so erbärmlich, dass man ihn eigentlich sehr einfach und schnell erledigen kann. Das kann dann jeder auf seine Art tun.

        Mit besten soz.Grüßen

  4. Pingback: Wie kam es eigentlich zur Oktoberrevolution 1917? — Sascha’s Welt | karovier blog

  5. fürchtenix schreibt:

    Entschuldigt bitte, wenn ich vom Thema abweiche. Aber es ist eilig und in der Regel lesen unsere Freunde im letzten Beitrag mehr. Der deutsche Bundestag hat 2 Tage vor dem Allerheiligsten den § 80 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Meine Sicht auf die Ereignisse ist folgende:

    17.11.2016 obama bei merkel
    20.11.2016 merkel erklärt nochmalige kanzlerkanidatur
    01.12.2016 änderung des völkerstrafgesetzbuches im bundestag
    22.12.2016 streichung des § 80 strafgesetzbuch im bundestag
    06.01.2017 beginn der us truppentransporte 3. panzerbrigade durch die brd
    20.01.2017 obama tritt als präsident ab

    Es gibt inzwischen den Wilhelmshavener und den Brandenburger Appell.

    Viele Grüße an Alle

  6. Rheinlaender schreibt:

    Hallo Harry. Lieben Dank für den guten Beitrag. Zur Zeit haben die alternativen Medien tatsächlich überwiegend Rassismus und AFD Werbung auf ihrer Agenda. Für die gibt es zur Zeit keine Hartz4 Verelendung, sondern nur noch den bösen Moslem, der die blonde, blauäugige Arierin im skandinavischen Schwimmbad an die Titten grapscht. Auf der anderen Seite, müssen Wir endlich das Potential erkennen, welches das Internet bietet.

  7. Harry 56 schreibt:

    Hallo Rheinlaender und andere interessierte Leute, die „Alternativen Medien“, hier könnt ihr sehen, was für wirkliche FOSILLIEN alle diese „Alternativen“ sind!

    Höret alle mal gut zu, der „Führer“ sagt euch alles!

    Nun viel Freude und natürlich Aufklärung:

    Beste Grüße

    • Harry 56 schreibt:

      Da kann jeder, alle „Alternativen“ … „Kritiker der FED“ (von 1913 !!!) etc. hören, höchst persönlich vom „Führer“, wie der Kapitalismus endgültig in einen „Volkskapitalismus“ umgewandelt werden könnte. Unsere „Gewerkschaftler“ à la BRD – sagen sie nicht auch fast dasselbe? Vor allem aber die „Alternativen Medien“, ganz offen und konkret: „spekulatives Kapital“ gegen „ehrbare Mittelständler“! (Auch geliebt von IG Metall & Konsorten). Der „Führer“ täte heute noch jubeln… er „wusste“ es ja schon damals… .-)

      • sascha313 schreibt:

        …und das kann man ja nun auch genauestens nachlesen in dem neuaufgelegten, wieder genehmigten „Bestseller“ des obersten deutschen Kriegsverbrechers. Die Herausgeber dieses völkerverachtenden Machwerks „Mein Kampf“ jubeln bereits über die hohen Auflagenziffern! (und die Nazis jubeln mit!)

  8. Hanna Fleiss schreibt:

    Wo wurde denn diese Änderung des Grundgesetzes verabschiedet, von wem? Ich war eine Woche nicht auf dem Damm, bin nicht informiert. Hat denn der Bundestag das jemals beraten?

    Man könnte ja direkt auf eine Verschwörungstheorie kommen: Das Berliner Attentat war mit Zustimmung deutscher Geheimdienste organisiert worden, um genau davon, von dieser Schandtat, abzulenken! Das wäre die absolute Höhe! Aber den Herrschenden ist kein Verbrechen unmöglich, wenn es nur ihrem Machterhalt dient. Fürchtenix, was du vermutest, nämlich einen Zusammenhang zwischen dem Obama-Blitzbesuch und der Änderung des Grundgesetzes, könnte es tatsächlich geben. Was für ein Betrug! Was für eine Ungeheuerlichkeit!

  9. Harry 56 schreibt:

    Hallo Hanna, Stammst du zufällig von einem der Jupiter-Monde? 🙂

    Seit wann haben „Beratungen“ , d.h. dieses völlig belanglose Gequassel/Gedöns/ Gelaber… dieser miesen, billigen Staatsschauspieler im BRD-„Parlament“ der letzten gut 70 Jahre jemals irgendwelche Entscheidungen vorweggenommen oder beeinflußt, von jenen, welche die wahre Macht in diesem Staate ausüben?
    Möchtest du dieser billigen Schmierenkomödie bürgerlicher Parlamente irgendwelche Referenz erweisen? Das glaube ich bei dir ja wirklich nicht.
    Haben sie nun „beraten“ oder auch nicht, never mind, die bürgerlichen kapitalistischen NATO-Machthaber zeigen Entschlossenheit, gegebenenfalls Krieg zu führen, mit oder ohne „Beratungen“ irgendwelcher korrupter bürgerlicher Parlamentsschwätzer.

    Und bitte, lassen wir Wagenknecht, Gysi & Konsorten beiseite…., die schieben ihre fette Kohle monatlich ein und freuen sich auf weiteres dumm-gläubiges Stimmvieh bei der nächsten „Wahl“ zum geschätzten wohl bald eine Millionsten „neuen“ Bundestags – zwecks Verlängerung der „Mandate“, sprich weiteren Einstreichen netter fettester Steuergelder.
    Und die AfD, lassen wir’s …….

    Beste soz. Grüße

    • Hanna Fleiss schreibt:

      Ach, Harry, wenn du wüsstest, wo ich herkomme: von der Kassiopeia. Aber Spaß beiseite.
      Natürlich ist der Bundestag den Herrschaften Dekoration, der für ihre Entscheidungen nur eine minimale Rolle spielt. Ganz würde ich es nämlich nicht ausschließen. Denn bekanntlich ist die Bundesregierung bemüht, ihr demokratisches Mäntelchen zu bewahren, und da ist sie manchmal gezwungen, in den sauren Apfel zu beißen. Allerdings, bei den gegenwärtigen Mehrheitsverhältnissen im Bundestag, und nicht nur deshalb, passiert das im Ausnahmefall, und dann nur bei marginalen Themen, bei den „rein menschlichen“.

      Ich sehe es so, dass bisher alle Bemühungen der Bundesregierung dahingingen, bei wichtigen Maßnahmen den Bundestag auszuschalten und sie unbemerkt von der Öffentlichkeit in Kraft zu setzen. Natürlich ist ein solches „Parlament“ ein Hampelmann in den Händen der Herrschenden, dessen bin ich mir sehr bewusst. Ich sehe mir beinahe jede vom Fernsehen übertragene Bundestagsberatung an, und glaub mir, das kann ganz ungemein den Blick für die Machenschaften der wahren Herrscher der BRD schulen.

      Über die Rolle der Linkspartei musst du mich nicht aufklären. Ich war schon immer der Meinung, dass sie die Linkspartei hätten erfinden müssen, hätte sie sich nicht selbst, und zwar bereits mit ihrer Gründung, zum Stiefellecker des Kapitals gemacht. Nicht nur ich habe aber bemerkt, dass die schöne Sahra Wagenknecht von kleinbürgerlichen Kreisen, und das ist ja die Masse der Wähler, zu einer Art Jean d’Arc gegen alle Übel der Welt hochgespielt wird, was ich für kontraproduktiv für jeden linken Widerstand halte. Wagenknecht, die dem Publikum bei jeder Gelegenheit in der Pose der Aufklärerin erklärt, was schon lange klar ist, hat sich bisher zur Löschung des GG-Paragraphen aber nicht geäußert, jedenfalls habe ich gesucht und nichts gefunden.

      Harry, es ist nicht zu übersehen, wenn die NATO ihr halbes Militärarsenal an die russische Grenze schafft, dass sie damit auch bumm machen will. Musst du mir doch nicht erklären. Und alle Welt scheint wie paralysiert und ergeht sich im politischen Alltag. Es ist zu schlimm, mir fehlen die Worte.

  10. Rolf schreibt:

    Man braucht nur das Äußere der beiden zu betrachten. Gysis Wende-Mütze à la Teddy (auch ich hatte damals Hoffnung) und das Clara-Outfit von Frau Wagenknecht. Sie wettern zwar manchmal gegen den Kapitalismus aber sie sind – für mich – Schauspieler und Karrieristen.
    Volksverdummer wie Merkel und Gauck.
    Rolf, der Waldschrat

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