Was jeder über die Annexion der DDR wissen sollte…

MuldensteinImmer wieder zu bestimmten „Feiertagen“ müssen wir uns das dumme, verlogene Gerede der Politiker über die angebliche „friedliche Revolution“ von 1989 anhören, als plötzlich die Grenzen zur BRD geöffnet waren und die DDR-Bürger blind und euphorisch die Grenzkontrollpunkte nach Westen und Süden passierten, sich ihr „Begrüßungsgeld“ abholten, um sogleich danach in den nächstgelegenen Supermarkt einzufallen, Bananen und sonstige Klamotten einzukaufen und damit wieder nach Delitzsch, Magdeburg oder Karl-Marx-Stadt  zurückzukehren, was damals ja noch die Heimat war. Erst viel später kam die Ernüchterung, als die Geprellten feststellen mußten, daß es ihren Betrieb nicht mehr gab, daß die Werkhallen übers Wochenende leergeräumt worden waren und die neuen Besitzer die erschrockenen Arbeiter nach Hause schickten. Wo sind alle diese Reichtümer geblieben, für die Generationen von Werktätigen in der DDR gearbeitet haben?

Eine Bilanz des DDR-Vermögens

von Emil Collett

Die Gesamtschulden der Klasse der Kapitalisten an die Bevölkerung der DDR betragen ohne Übertreibung 10 Billionen DM. Das ist fast das doppelte des BIP der heutigen BRD. Die Schulden sind durch die kriminellen Einheitsgewinner zu bezahlen.

Die Rache der Bourgeoisie

Nach der anarchistischen Öffnung des antifaschistischen Schutzwalls der DDR durch den Konterrevolutionär Schabowski, vollzog sich eine Welle der Abwanderung von vor allem jungen, hochqualifizierten DDR-Bürgern nach dem Westen. Waren es 1989/90 etwa 784.000, kommen noch nach 1990 etwa 2,5 Millionen dazu. Die deutsche Bourgeoisie hat sich erbarmungslos an der Bevölkerung der DDR gerächt, weil sie sie seit 1946, also 54 Jahre lang dnran hinderte, über ihr ehemaliges Eigentum zu verfügen. Sie rächten sich, weil sich die Bürger der DDR weigerten, sich von ihnen ausbeuten zu lassen. Im Gegenteil, sie enteignete die Bourgeoisie, und das Prlvateigentum an den gesellschaftlichen Produktionsmitteln wurde aufgehoben. Die gesellschaftlichen Produktionsmittel wurden gesellschaftliches Eigentum und damit Grundlage der sozialistischen Gesellschaftsordnung. Sie vollbrachten trotz aller Hindernisse das wirkliche Wirtschaftswunder in Deutschland und schufen die DDR, das Beste was in Deutschland für und durch die Werktätigen bisher erkämpft wurde.

Die überalterte Westwirtschaft erhält frisches Blut

Die deutsche Bourgeoisie behandelte das Wirtschaftsgebiet der DDR als ihr Kolonialgebiet, aus dem man sich mit Lohnsklaven „versorgte“. Fünf Millionen Menschen einer Generation aus einem hochentwickelten Wirtschaftsgebiet abzuziehen dürfte einmalig in der Industriegeschichte sein. Durch die Konterrevolution verlor der Osten Deutschlands seinen früheren Reichtum. Eine überalterte, kinderfeindliche Gesellschaft erhielt frisches Blut in ihre schlaffen Adern. Ein Wissen, über Generationen gewachsen, strömte und strömt ununterbrochen nach Westdeutschland, so wie es das noch nie auf der Welt gegeben hat.

Das geraubte Volksvermögen der DDR

Zur Befriedigung der Rache der deutschen Bourgeoisie diente auch der in der Industriegeschichte einmalige Raubzug, die Reprivatisierung des Volkseigentums der Bürger der DDR. Selbst der Raubzug zur Ausplünderung der Bevölkerung der DDR reicht der Klasse der Kapitalisten nicht aus. Betrug das direkt geraubte Volksvermögen zu Preisen von 2000 1.900 Milliarden oder 1,9 Billionen DM so entstanden durch das überstülpen des kapitalistischen Finanzsystems Erblasten welche die Steuerzahler der BRD zu begleichen haben.  Diese 10.000 Milliarden DM Schulden der deutschen Klasse der Kapitalisten an die Bürger der DDR steigen noch ständig weiter an, da sie bis heute nicht beglichen wurden. Sie setzen sich aus alldem zusammen was ich bisher aufgezeigt habe. Dies geht los bei den nicht bezahlten Reparationen über die Extremprofite im innerdeutschen Handel, den der DDR zugefügten Schaden aus Embargo, Abwerbung von Spezialisten, Massenabwanderung im Zuge der Konterrevolution, den Raub des Volkseigentums sowie dem Maximalprofit aus dem sprunghaften Wirtschaftsaufstieg im Ergebnis der Annexion.

Die unbeglichenen Schulden des Westens

Daraus ergibt sich die absolut richtige Schlußfolgerung in Blessings Buch, „Die Schulden des Westens“, daß die Bürger der DDR in den 54 Jahren, in denen sie nicht der direkten Ausbeutung durch die Kapitalisten ausgesetzt waren, durch die spezielle Situation des Klassenkampfes „Wer-Wen“, zwölf Jahre für den Maximalprofit der deutschen Finanzoligarchie gearbeitet haben. Um die Schulden des Westens abzutragen müßten sie, bei Zugrundele­gung von 50 Milliarden DM im Jahr, noch 140 Jahre lang echte Transferleistungen in die neuen Bundesländer zahlen.

Ein Freibrief zur Bereicherung

Richtig ist auch, daß wenn der Einigungsvertrag eingehalten würde und nur zehn Prozent der westdeutschen Schulden an die ehemaligen DDR­ Bürger (16 Millionen) beglichen würden, dann müßte jedem 20.000 Euro ausgezahlt werden. Da jedoch der Nachfolgestaat des Dritten Reiches, genauso wie dieser, kein Rechtsstaat ist, wird dies nicht geschehen. Für die Realisierung dieser neoliberalen Politik zur Vernichtung der DDR wurde es den Führungskräften derTreuhand ermöglicht, sich selbst zu bereichern. Den Freibrief dazu hatten sie vom Staatssekretär im Finanzministerium H.Köhler. Er wurde für seine Leistungen belohnt. Er wurde Bundespräsident der BRD.

Die Tochter eines Nazi-Bankiers verteilt die Beute

Angeführt wurde die Meute der geldgierigen Liquidatoren von der Tochter des Nazigroßbankers Breul. Er war der Beauftragte des Dritten Reiches für die Ausplünderung der durch die Wehrmacht eroberten Ostgebiete. Die Breul setzte die Erfahrungen ihres Vaters zur schnellen Liquidation der Wirtschaft der DDR ein. Die Breul stimulierte die Liquidierung des Sozialismus der DDR auf Kosten der Erhöhung der „Erblast“ in großzügiger Weise.

Wie hoch waren die Pämien?

Ein Direktor der Treuhand erhielt einschließlich Erfolgsprämie 350.000 bis 450.000 DM im Jahr. Vorstandsmitglieder erhielten wegen ihrer „hohen Belastung“ anfangs 600.000 zum Ende etwa 967.000 DM. Steuerberatern wurde 2.500 DM am Tag gezahlt, Rechtsanwälten 450 DM in der Stunde. Die juristische Beratung durch Rechtsanwälte und Notare kostete 290 Millionen DM. Dem Chefjustitiar der Treuhand war sein Jahresgehalt von 300.000 DM zu gering, er kündigte und arbeitete weiter für die Treuhand auf Honorarbasis und kam damit auf Jahreseinnahmen von 900.000 DM. Die Kosten für die Unternehmensberatung, an der Spitze das Konventsmitglied der „Neuen sozialen Marktwirtschaft“ Roland Berger, beliefen sich „nur“ auf über eine Milliarde DM.

Die „patriotischen“ Marodeure

Der „große Patriot“ Klaus von Dohnanyi fungierte gleichzeitig als Vorstandsvorsitzender zur Abwicklung des Leipziger Kombinates TAKRAF und Berater der Treuhand. Er verzichtete auf die Peanuts der Vergütung seines Vorstandspostens, da er von der Treuhand schon 3.389.000 DM, d.h. am Tag 2.500 DM, erhielt. Für die Auflösung der Betriebe, und damit der direkten Vernichtung von Millionen Arbeitsplätzen, erhielten diese Liquidatoren insgesamt 529,3 Milliarden DM. Bis 1994 vielen bei der Treuhand Verwaltungsaufwendungen von 250 Milliarden DM an.

Das übliche Ausmaß der Wirtschaftskriminalität

Da die massenhafte Wirtschaftskriminalität bei der Privatisierung des Volkseigentums offensichtlich wurde, beschäftigte sich ein Untersuchungsausschuß des Bundestages damit. Auf der 243. Sitzung (1994) wurde folgende Einschätzung gegeben:

„Die bei der Privatisierung ostdeutscher Unternehmen bekannt gewordenen strafbaren Handlungen gehen nach dem fachlichen Urteil eines vom Unternehmesausschuß angehörten Staatsanwaltes nicht über das Ausmaß der in der deutschen Gesellschaft auch im übrigen leider anzutreffenden Wirtschaftskriminalität hinaus.“

Damit wird das kapitalistische Wirtschaftssystem sehr richtig gekennzeichnet. Der ehemalige Finanzminister der BRD, T.Waigel, dankte den Liquidatoren des Volkseigentums für ihre Arbeit fürs Vaterland. Als verantwortlich für das Treuhanddesaster entdeckte Waigel „scharfsinnig“: „Verantwortlich war nur einer, die mit Gewalt und Unterdrückung regierenden Kommunisten, die fehlendes Wollen mit fehlendem Können vereinten und von Wirtschaft weniger verstanden als der Elefant vom Seidenmalen.“

Die reaktionärsten, am meisten aggressiven Kräfte….

Solche vom Haß auf die Kommunisten zerfressenen Politiker waren und sind Ausdruck des reaktionären Charakters des Nachfolgestaates des Dritten Reiches, der offenen Diktatur der am meisten reaktionärsten, am meisten aggressivsten Kräfte des deutschen Monopolkapitals.

Quelle:
Emil Collet: Die DDR – Ein sozialistisches Meisterwerk. In: Marxistisch-leninistische Schriftenreihe für Ökonomie, Politik und Philosophie, Ernst Thälmann Verlag, Heft 86-1, S.68f. und Heft 86-2, S.3f. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

pdfimages  Collet: Was jeder über die Annexion der DDR wissen sollte

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53 Antworten zu Was jeder über die Annexion der DDR wissen sollte…

  1. giskoe schreibt:

    Hat dies auf giskoes gedanken rebloggt.

  2. Pingback: Die DDR wurde annektiert und geplündert | Schramme Journal

  3. Rolf schreibt:

    Natürlich fand das wahre Wirtschaftswunder im Osten statt. Auferstanden aus Ruinen, trotz Fachkräftemangel, trotz geburtenschwacher Jahrgänge und: Kaum zu glauben — ganz ohne Gastarbeiter!!!

    Ja, eine Gesellschaft, frei von Ausbeutung kann Wunder vollbringen — aber sowas von!!

    Freundschaft 😉

    • Autorin A.LaRé schreibt:

      Wieso ohne Gastarbeiter? Auch die DDR hatte diese, aus Kuba, Rumänien, Ungarn, Polen, Mosambik, Algerien, Vietnam… Wer keine Ahnung von der DDR und dem damaligen Leben hat, der sollte sich einfach mal belesen. Klar hat ein Stasi-Mitarbeiter eine andere Sicht auf die DDR, als ein Stasi-Opfer. Oder eine ehm. Verkäuferin eine andere, als ein Offizier, oder der Bauarbeiter wieder eine andere, als jemand aus der Regierung. Das ist aber in jeder Gesellschaft so! Autorin A.LaRé

      • sascha313 schreibt:

        Nein, das waren keine „Gastarbeiter“ (wie im Westen). Es war solidarische Hilfe gegenüber befreundeten Ländern. Wir hatten z.B. viele Mongolen, die haben erstmal in Leipzig am Herder-Institut ein einjähriges Sprachstudium absolviert und sind dann jeweils zum Studium oder zur Berufsausbildung an eine Universität bzw. eine Berufsfsschule und anschließend in einen Betrieb delegiert worden. (Eine umfangreiche und kostenlose Ausbildung!) Außerdem gab es in den jeweiligen Ländern „Brigaden der Freundschaft“, wo DDR-Fachleute geholfen haben, bestimmte Strukturprojekte umzusetzen.

        Wo bitte gibt es denn „Stasi-Opfer“? Es gibt sie nicht! Wenn jemand z.B. wegen Sabotage, wegen republikfeindlicher Provokationen oder wegen Grenzverletzung inhaftiert wurde, dann war die Haft eine logische Folge einer Straftat. Und das war gesetzlich geregelt. Dazu gab es Gerichte und Strafverfahren, wie in jedem anderen Land.

        Ich bin auch nicht in jedem Fall mit jedem Regierungsmitglied einverstanden, sagen wir mal Krenz oder Modrow, aber diese Pauschalverurteilung ist unzutreffend. Die DDR war ein Arbeiter- und Bauernstaat. Und im Grunde waren Arbeiter immer bevorteilt. Es gab bei uns keine Beamten, und die Gehälter eines Offiziers oder Staatsfunktionärs waren oft sogar niedriger als die einer Fachkraft in der Industrie.

      • Rolf schreibt:

        Nun, Sascha hat ja den Begriff Gastarbeiter bereits erläutert. Ich darf das mal ergänzen:

        Mit der Einfuhr von Gastarbeitern im Westen wurde der Bruch mit dem Potsdamer Abkommen sozusagen vollendet. Der Potsdamer Beschluss lautete nämlich u.a., die Industrieanlagen derjenigen zu demontieren die sich maßgeblich an beiden Weltkriegen bereichert haben. Diesen Beschluss haben ALLE Siegermächte unterzeichnet, also auch die westlichen Alliierten.

        Und ja, es waren auch die westlichen Alliierten die Deutschland völkerrechtswidrig teilten — Ebenfalls entgegen der in Potsdam gefassten Beschlüsse. So ist der Marshallplan nichts weiter als die Fortführung des Dawesplan (1924) und Youngplan (1930) und diese ökononomischen Abhängigkeiten erfahren infolge einer ebenfalls diktierten NATO-Mitgliedschaft die dazu notwendige militärische Stütze.

        Die ganze Europäische Union ist ein Koloss auf tönernen Füßen, beruht auf wirtschaftlicher Erpessung und ist alles Andere als eine fortschrittliche Art und Weise des gesellschaftlichen Zusammenlebens: Die EU ist ein politisch rückständiges und reaktionäres Gebilde, was der Herrschenden Klasse Milliardenprofite sichert auf Kosten von Ausbeutung und Unterdrückung.

        Freilich sähe eine EU die WIR gerne hätten anders aus, offene Grenzen, einheitliche Währung usw. Aber eine solche EU war nie das Ziel, ganz im Gegenteil: Die Massive Einwanderung von Menschen aus Länderen unterschiedlicher Entwicklungsstände wird ja nur ausgenutzt! Genau wie Marx schrieb, funktioniert der Kapitalismus umso besser je globaler er aufgestellt ist.

        Weder der damalige noch der heutige Gastarbeiterismus hat mit Solidarität — so wie sie ini der DDR gelebt wurde — nichts aber auch gar nichts zu tun.

        Freundschaft!

      • ropri schreibt:

        Paßt schön für die BILD, Ihr Begriff: „Stasiopfer“… Schon die Wahl eines Begriffes sagt doch viel aus.

    • ropri schreibt:

      Freundschaft! 🙂 Natürlich verlief das nach Plan! Das Politbüro war Sommer 1989 bereits gespalten, ein paar Mitglieder wollten die DDR retten und sich wieder auf Stalin besinnen, die anderen sich Gorbatschow in die Arme werfen. Geplant war auch die Ablösung der 1. Sekretäte der SED Bezirksleitungen – von wegen, die seien gewählt worden Nix da! Die waren urplötzlich da, niemand kannte sie. Sie kamen aus dem Zentralrat der FDJ, dort hatte man sie vorab auf den Tag X vorbereitet.

      Man müßte all diese Augenzeugenberichte, Erfahrungen zusammentragen, solange wir noch leben und drucken lassen. So wie die Geschichte verdreht wird, bleibt nach uns nur das, was offiziell in den Medien erscheint. Meine Kinder schon haben kaum Erinnerung, was da gelaufen war. Und meine Enkel haben keinerlei Interesse. Sie lernen die dt.Geschichte in der Schule.

  4. connyrosi schreibt:

    OP Ja wir Ossis sind die Wahren Helden Dank uns lebt der scheiss Westen weiter.Ansonsten wäre der scheiss Westen untergegangen. Alles was der scheiss Westen nicht wollte wurde bei uns im Osten teuer verkauft .Alles was bei Quelle ,Neckermann und co verkauft wurde kam aus dem Osten würde nur ein andres Etikett angebracht fertig war der Lack für den Westen.Wir Ossis wurden immer Ausgebeutet vom scheiss Westen.Nun macht Euch mal Gedanken wie Ihr scheiss Wessis das wieder gut machen wollt.Ihr habt uns zerstört.
    I

    • Autorin A.LaRé schreibt:

      Nein…auch das ist nicht richtig. Immer erst die Schuld bei sich selber suchen und nicht…DIE ANDEREN beschimpfen. Wir Ossis, die wir zuerst in Leipzig auf der Straße waren, haben den Stein ins rollen gebracht. Als er dann rollte, wurden wir von allen, die nicht nachdachten (wie heute eben auch wieder) niedergebrüllt und gerollt. So konnten sich wieder die, die Macht nehmen, die schon auf den „Machtpositionen“ in der untersten Emporkömmling Etage in Wartestellung waren. Hätte man das Neue Forum nicht entmachtet, die Grenzen nicht in einer so dummen Art und Weise geöffnet, sondern wäre man mit den Menschen, die die Revolution in Leipzig auf die Straßen trugen, verhandeln müssen, dann gäbe es heute sicher noch zwei Deutsche Staaten. Allerdings wäre die DDR sicher eine sozialistische, demokratische. Davon bin ich überzeugt. Nun ist es wie es ist und es sind immer die vielen steuerzahlenenden Bürger schuld, die Ungerechtes viel zu lange geschehen lassen und sogar oft mitwirken dabei. Autorin A.LaRé

      • sascha313 schreibt:

        Naja – die Ursachen der Konterrevolution (1989/90) liegen wie bei allen politischen Prozessen tiefer. Es wurde in der DDR ja schon lange diskutiert und gestritten. Die Regierung und die Parteifunktionäre waren „sprachlos“ – und als die Entscheidung fiel, die Grenzen zu öffnen, war die DDR längst verkauft. Diese Rückwärtsentwicklung zum Kapitalismus hatte sich schon lange angedeutet. Es gab nach dem Tode Stalins bis 1990 heftige Kämpfe, nicht nur in der Sowjetunion, auch in den anderen soz.Ländern. (Siehe: Wie die KPdSU den Sozialimus zerstörte) Wir hätten die DDR schon ganz gerne behalten, die meisten jedenfalls. Doch freilich nicht so, wie sie zuletzt war!

        Die Ursache für den Sturz des Sozialismus liegt also nicht in der „Entmachtung“ des Neuen Forums o.ä., sondern darin, daß bereits mit Chruschtschow ein Antikommunist ans Ruder gekommen war. Das haben die westlichen Imperialisten geschickt für sich zu nutzen gewußt, erst recht 1989 (mit dem Niederbrüllen)!

        Sehr schön ist das nachzulesen in der zweibändigen „Taubenfußchronik“ von Dr. Kurt Gossweiler. Er ist heute fast 100 Jahre alt und hat darüber genauestens Chronik geführt. Keiner hat das besser erfaßt als er!

      • ropri schreibt:

        Waren in Leipzig zuerst „wir Ossis“ auf der Straße? – NEIN! es waren genau diejenigen gekauften Subjekte, wie wir es am Maidan und anderswo beobachten konnten. Die Seitenstraßen von Leipzig waren zugeparkt mit Westautos. Montags kamen am Leipziger Hauptbahnhof Züge mit wahnsinnig vielen Menschen an, größtenteils Wessis und gekaufte Subjekte. Erst ein paar Monate später füllten sich die Straßen mit „Ossis“, die aber einfach verschiedene Fehler korrigieren wollten und nicht die DDR abschaffen. Erst als man auf den Straßen gröhlte „Deutschland einig Vaterland“, verschwand der Großteil unserer Bevölkerung, die sich ganz klar von diesen Typen distanzierten. Es gab dann sogar Gegendemos gegen diese gröhlende und ferngesteuerte Masse. Und ein Roland Claus (damals war er 1. Sekretär der Bezirksleitung der Freien Deutschen Jugend – FDJ!) lief in Springerstiefeln und Lederjacke den Nazis voraus…

        Meine Beobachtungen: http://www.kommitter.de/?p=29

  5. Horst Stöhr schreibt:

    Bei so viel Schwachsinn der hier dargestellt wird erübricht sich jeder Kommentar. Eins nur sei gesagt, es ist richtig, das sich viele Unternehmen aus dem Westen in krimineller weise bereichert haben, aber hier zu sagen,es seien hochqualifizierte Facharbeiter aus dem Osten nach Westen gekommen, das ist lachhaft, denn im Westen war man in allen techn.Bereichen dem Osten weit vorraus. Zudem wurde jedem „Ossi“ sein wertloses Ostgeld eins zu eins in DM gestauscht. Weiterhin muß hier erwähnt werden, das der damalige DDR-Haushalt jedes Jahr mit 6 Milliarden DM gestützt wurde. NICHT DER WESTEN HAT DIE GRENZE AUF GEMACH , SONDERN DER OSTEN !!!!!!!!!!!!!!

    • sascha313 schreibt:

      Ja, das hat man Ihnen im Westen so erzählt, Herr Stöhr. Dumm genug, wenn Sie das alles auch noch glauben. Ihre Arroganz ist typisch für viele Westler, die ansonsten keine Ahnung haben! (Nebenbei bemerkt: „erübrigt“ schreibt man mit g – das kommt von „übrig“)

    • Rolf schreibt:

      Als mir ein Gast aus München im Januar 1990 angeboten hat, 50 DM 1:3 gegen DDR-Geld einzutauschen, sagte ich folgendes:

      „Wissen Sie, mit 150 Mark der DDR kann ich meine Familie mehr als zwei Wochen lang mit Essen und Trinken versorgen, mit Ihren 50 DM hingegen kann ich gar nichts anfangen“ — soweit zum Wert der DM.

      Soziale Geborgenheit war für uns Ossis nämlich nicht das Gehalt für’n Job, sondern die Gewissheit darüber, dass gesellschaftliches Eigentum an Produktionsmitteln eben auch gesellschaftliches Vermögen schafft, was SIE so abwertend als „Stütze“ bezeichnen.

      Im übrigen war ich viele Jahre Schichtleiter im Kombinat Mikroelektronik und kann daher sagen: Es gab keinen technologischen Vorsprung des Westens, das war schon immer eine Propagandalüge. Die technologischen Spezialausrüstungen der westlichen Firmen hatten oftmals mehr Macken und technische Mängel als vergleichbare Maschinen aus der UdSSR bzw. der eigenen/DDR Produktion.

      Und von westlicher Arroganz vs. politischer Bildung wollen wir gar nicht erst reden.

      Schöne Grüße!

    • Doed schreibt:

      Die DDR war ein vollwertiges Industrieland. Technisch war man im Westen vielleicht einige Jahre voraus, das hat aber nichts mit vernünftiger Grundausbildung zu tun. Oder unterscheiden sich physikalische (statische, elektrische etc.) Gesetze so sehr wie von damals? Es war aber niemals so, dass es sowas in der DDR nicht gab. Der Unterschied in der Wirtschaft lag vor allem in der Mikroelektronik und der Verfügbarkeit der Rohstoffe für die Massenproduktion. Es brauchte nur etwas, bis es sich durchsetzte und serienreif war oder in Massen zur Verfügung stand (denken Sie immer an die Ressourcen die fehlten und oft genug die Produktion hemmten). Das Know-How war aber nie und nimmer im Ganzen so rückständig. Die Unterschiede waren technisch erst in den 80ern deutlich bemerkbar, dank boomender Mikroelektronik im Westen. Trotzdem gab es Mikroelektronik in der DDR und die dafür ausgebildeten Ingenieure.

      In anderen Berufen, wie bei den Krankenschwestern war die DDR-Ausbildung viel umfangreicher, da die Schwestern weitreichendere Befugnisse bei der Behandlung der Patienten besaßen. Ärzte waren ebenfalls hoch angesehen. Alles teure Ausbildungsberufe, die bei Abwanderung zig tausende von Mark verschlungen haben.

      • sascha313 schreibt:

        Doed, es gibt unzählige Beweise, daß das, was dieser Herr hier behauptet, falsch ist. Klar stimmt es mit der Bereicherung, und das waren nicht nur „viele“, sondern Westfirmen nahezu aller Branchen. Vielleicht war die Arbeitsproduktivität im Westen etwas höher. 1987 gab es da bspw. schon recht ordentliche Schneider-Computer, mit denen man Texte bearbeiten konnte, als wir im Betrieb noch mit den PC1715 herumlaborierten. Aber das sind nur Kleinigkeiten. DDR-Gebrauchsprodukte hatten mindestens die 10fache Haltbarkeitsdauer, waren robuster und leichter instandzusetzen. Und es ist ja sogar heute noch so, daß gut ausgebildete Fachkräfte nach dem Westen abwandern. In Thüringen fehlen aktuell 500 Lehrer. Warum? Weil sie im Westen besser bezahlt werden. Die besten Ärzte, Ingenieure und Techniker haben die DDR verlassen, weil es ihren Arbeitsplatz nicht mehr gab, weil der Betrieb „abgewickelt“ wurde, weil die hochwertigen Werkzeugmaschinen und Anlagen geklaut wurden, den Ossis hat man dafür die ganzen alten Schrott-Pkw. angedreht usw. und was dergleichen noch für Gründe waren…

      • Rolf schreibt:

        Es ist ja gerade für den Kapitalismus charakteristisch, dass auf dem Markt befindliche Produkte in keinster Weise einen aktuellen Stand der Technik repräsentieren. Erst wenn Innovation Profite sichert, kommt das Produkt auf dem Markt. Dass es dabei ebensowenig um die Befriedigung von Bedüfnissen geht, solte auch klar sein.

        Freundschaft!

      • Doed schreibt:

        Das mit der Haltbarkeit scheint wirklich so. Ich profitiere noch von etlichen DDR-Produkten. Allerdings muss man auch sagen, dass der Westen etliche Produkte hatte, die auch heute noch halten. Philips CD-Spieler beispielsweise. Die Preise waren dafür aber auch für westliche Verhältnisse deftig. Die Produktionsweise ist aber mittlerweile im großen Teil weg von Qualität auf billig getrimmt, mit hohem Verschleiß, damit die Warenzirkulation auch in Zukunft weiterlaufen kann. Die Preise müssen nicht mal niedrig sein. In der Marktwirtschaft kann jeder einen beliebigen Preis draufpappen. Der Kunde darf sich dann auch gerne einbilden Qualität gekauft zu haben.

        Der Herr Stöhr wird schon mitbekommen wie der Kapitalismus funktioniert, wenn immer weniger Wettbewerber dank Kapitalkonzentration auf dem Markt sind. Er hat einfach nicht kapiert, dass der Kapitalismus sich selbst seiner Grundlage beraubt. Innovationen werden dann nur noch scheibchenweise verbreitet, um maximalen Profit herauszuschlagen. Dafür braucht es auch kein Monopol. Dazu reicht eine OIigopolstruktur, die ihre Marktbereiche abdecken, sich absprechen können. Wie es bei Energiekonzernen, Beton, Bier, Möbeln, Zucker war. Das Kartellamt verhängte allerdings bisher recht lächerliche Strafen.

    • ropri schreibt:

      (zu @ Horst Stöhr) Nein, die waren nicht weit voraus. Das ist eine pure Lüge. Es gab solche einzelnen Bereiche. Aber das generell und auf alles zu beziehen ist unwahr! Übrigens: gesellschaftspolitisch war die DDR meilenweit gegenüber dem Westen voraus! In der DDR wurde Qualität produziert – nicht Wegwerfartikel. Heute schreibt man dazu, die Qualität der Produkte mußte gut sein, weil die DDR eine „Mangelwirtschaft“ hatte. Welch perverse Behauptung.

  6. Egal schreibt:

    Rechtsstaatsreport

    Rechtswissenschaftliche Expertisen der Grundrechtepartei zur Frage: Ist die Bundesrepublik Deutschland der Rechtsstaat des Bonner Grundgesetzes vom 23. Mai 1949

    Expertise zur Rechtsfrage

    Ist der Einigungsvertrag vom 31. August 1990 auf der Grundlage des Beschlusses der 10. Volkskammer vom 23. August 1990 über den Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland nach den Vorschriften der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik zustande gekommen?

    Tenor

    Der Einigungsvertrag vom 31. August 1990 ist seitens der Deutschen Demokratischen Republik nicht nach den Vorschriften der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik zustande gekommen, weil es der 10. Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik an der verfassungsrechtlichen Ermächtigung sowohl zum Beschluss vom 23. August 1990 über den Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zum Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland als auch zum Erlass des Gesetzes vom 20. September 1990 zum Vertrag zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland über die Herstellung der Einheit Deutschlands vom 31. August 1990 (GBl. I S. 1627) mangelte.

    Verfassungsrechtliche Folgen

    Die Deutsche Demokratische Republik existiert somit verfassungs- und völkerrechtlich in den Grenzen zwischen dem 7. Oktober 1949 und dem 2. Oktober 1990 fort. Sie ist jedoch mangels staatlicher Verfassungsorgane und ihnen nachgeordneter Organe gemäß der Art. 48-80 VdDDR derzeit handlungs- und beschlussunfähig, weil noch nicht reorganisiert. Die Amtszeit der 10. Volkskammer als gemäß Art. 48 VdDDR oberstes Machtorgan endete gemäß Art. 54 VdDDR am 18. März 1994, vier Jahre nach ihrem ersten Zusammentritt.

    Auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik gilt nach wie vor die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 9. April 1968 mindestens in der am 22. Juli 1990 in Kraft getretenen Fassung als unmittelbar geltendes Recht gemäß Art. 105 VdDDR sowie entsprechend die zum Zeitpunkt des 2. Oktober 1990 geltenden Gesetze.

    Geht man juristisch und historisch korrekt bereits vom Zeitpunkt der nicht verfassungsgemäßen und damit formell nicht vollzogenen Konstituierung der 10. Volkskammer aus, so beläuft sich der Zeitpunkt des formellen Standes der Verfassung und aller Gesetze auf den 4. April 1990.3

    Die Deutsche Demokratische Republik ist weiterhin gemäß UN-Resolution 335 (22. Juni 1973) – seit dem 18. September 1973 – (133.) Mitglied der Organisation der Vereinten Nationen (UNO).

    https://rechtsstaatsreport.de/einigungsvertrag

    • Rolf schreibt:

      Tatsächlich ändert der 2+4-Vertrag nichts an der in den Pariser Verträgen beschlossenen westlichen Allianz. Die Aufhebung des Besatzungsstatues im Jahr 1955 jedoch hatte ein sofortiges Verbot der KPD zur Folge. Denn: Kaum zu glauben, auch das Besatzungsstatut der Westmächte hat die Bildung fortschrittlicher/antifaschistischer Parteien, zu der selbstverständlich auch die KPD gehörte, ausdrücklich erlaubt. Indes, 1956 wurde die KPD als verfassungsfeindlich eingestuft und verantwortlich für die Machtergreifung Hitlers gemacht — das muss man sich mal vorstellen!!!

      Und was eine UN-Mitgliedschaft wert ist, wird hier an Anderer Stelle auch diskutiert: Nämlich nichts. Die gute Nachricht jedoch: Ehemalige DDR-Bürger haben automatisch die Deutsche Staatsbürgerschaft. Was heutzutage gar nicht mehr so selbstverständlich ist 😉

      Freundschaft 😉

      PS: Meine Nationalität ist übrigens auch Deutsch.

  7. Autorin A.LaRé schreibt:

    Was mich hier sehr erschreckt, dass ganz normale Bürger sich hier als Ossi und Wessi immer noch Vorhaltungen machen, die die aber in beiden Systemen die Menschen benutzen und ausbeuten, einfach nur ihre Jacke in Windrichtung hängen und weiter machen können. Geht einfach mal gemeinsam gegen die Macht- und Profitgeilen Scharlatane los und bekriegt euch nicht gegenseitig. Autorin A.LaRé

    • Harry 56 schreibt:

      Werte Autorin, immer wieder hier zu lesen wie – ich bin ja ein „Wessi“, aber die DDR war ja super, andererseits auch immer wieder wie „Wir Ossis“ – als quasi doch bessere Menschen – , das ist schon öde, traurig und nicht zuletzt dumm. Oder nur typisch heuchlerisch?
      Lassen wir mal diese Frage so im Raum stehen….

      Beste Grüße!

    • sascha313 schreibt:

      Das ist richtig – sich gegenseitig zu bekriegen ist Quatsch. Aber man muß einiges erst verstanden haben, ehe man das richtige tut. In der DDR gab es keine Ausbeutung, denn die Produktionsmittel waren Volkseigentum. Und jede Mark an betrieblichem Gewinn kam den Werktätigen zugute – für kostenlose med.Versorgung, billige Mieten, kostenlose Kindergärten, Schulbildung, Ausbildung u. Studium, billige Tarife für Verkehrsmittel (Straßenbahnfahrt 0,20 Mark, Miete zw. 25 und 70 Mark mtl. usw.). Die gegenseitigen „Vorhaltungen“ können ja nur von denen kommen, die den Unterschied kennengelernt haben. Für die „Nachwende-Generation“ (also nach der Konterrevolution) trifft das schon nicht mehr zu. Aber denen muß man doch die Vorzüge des Sozialismus erklären!

      Heute profitiert quasi jeder Unternehmer, jeder Beamte, jeder Politiker von diesem kapitalistischen Schweinesystem. Wenn es Proteste in der Arbeiterklasse gibt, sind die zumeist ökonomischer Natur:- also „mehr Lohn!“. Und ehe daraus ein politischer Streik wird, wo es ums System geht, muß bei vielen erstmal klar sein, warum diese macht- und profitgeilen Schmarotzer so sind, wie sie sind, und daß sie gar nicht anders können. Aber dazu muß man verstanden haben, daß es sich um eine Gesetzmäßigkeit des Kapitalismus handelt, die man nicht einfach wegreformieren kann!

    • Doed schreibt:

      Hallo Autorin A.LaRé,
      deine Haltung ist sehr rühmlich. Meiner Meinung nach sollte die Zusammenarbeit auch das Ziel sein. Doch vorher muss auch das Bewusstsein heranreifen, ansonsten wird das Spiel bzw. das gegenseitig Ausspielen der Arbeiter von Ost- und Westdeutschland weiterbetrieben. Davon haben nur die Unternehmen etwas.

      Natürlich liegt es nicht einfach am Ossi oder Wessi sein. Oft gibt es aber sehr viele Vorturteile und Halbwahrheiten aus westlicher Richtung. Man beschäftigt sich von dieser Seite her, nur sehr oberflächlich und hat wenig Verständnis für Ostdeutsche. Das Problem ist einfach, dass viele in ihrer „guten alten“ BRD groß geworden sind, mit all der Propaganda (die aber als solche nicht angesehen wird, da es ja Pressefreiheit gibt) vom erfolgreicheren Westen, gegen die „Mangelwirtschaft“ des Sozialismus.

      Im Detail betrachtet sieht das aber ganz anders aus, als es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk transportiert wird. Historische Umstände werden nicht beleuchtet, Erfolge kleingeredet, der Fokus stets auf negative Dinge gerichtet. Während der Westen stets ins positive Licht gerückt wird. —

      Beispiel: Plötzlich wird in der Presse Nelson Mandela vereinnahmt und als typische Ikone der Freiheit stilisiert, obwohl er vom Westen durch die Untersützung des Apartheidsregimes bekämpft wurde! Deshalb hat er (Mandela) auch gesagt, dass der Westen die falschen Freunde sind und hat Fidel Castro für seine Unterstützung in Angola gelobt, was die Apartheidregierung massivst geschwächt hatte und Vorbedingung für deren Fall war.

      Ich sehe die Konzernmedien + ÖR-Rundfunk als größtes Hauptübel für die Verständigung der Menschen in Ost und West untereinander. Diese Medienhörigkeit die noch im Großteil der Menschen steckt, muss als erstes beendet werden. Sie wehren sich ja schon mit Diffamierungen, siehe „Fake-News“-Debatte. Dabei werden von den Leitmedien selbst Falschinformationen verbreitet oder wichtige Informationen ausgeschlagen. Sehr gut sichtbar bei der Ukraine-Krise oder Syrien.

  8. Harry 56 schreibt:

    sascha313 schreibt:
    21. März 2017 um 11:44

    „Heute profitiert quasi jeder Unternehmer, jeder Beamte, jeder Politiker von diesem kapitalistischen Schweinesystem“

    Sehr präzise auf den Punkt gebracht! Und diese Klientel – neben den erwähnten Beamten und Politikern auch noch eine ganze Menge anderer „öffentlich Bediensteter“ und Gewerkschatler-Bonzen, stellt den eigentlichen Kern der Mitglieder aller dieser Systemparteien von CDU/CSU/SPD/Grünen, Die Linke, auch AfD etc…, dar.
    Das ist der Kern jenes kapitalistischen reaktionären Wählerblocks, welcher jenseits der vielen Nichtwähler noch immer „plus 50%“ stemmt.
    Daher sind seit 70 Jahren alle Bundestagswahlen so langweilig und öde wie das Gebrabbel tibetanischer Mönche oder das Klappern tibetanischer Gebetsmühlen. Immer die gleichen Parteien mit den immergleichen Wählern, den letztlich immer gleichen Wahlresultaten, den vor und nach den Wahlen immer gleichen Visagen in den bürgerlichen Schwatzbuden…,

    Ja, die Profiteure dieses Systems, sie stimmen immer für ihre Interessen, gnadenlos auf Kosten all jener, welche immer nur das Nutzvieh und/oder nur dummes Wahlvieh darstellen.

    Ja und die „Lohnkämpfe“ der Pseudo-Gewerkschaften? Kleine Dackel, welche die Schnauzen und und Hälse nach den Tischen „oben“ strecken in der Hoffnung, dass da ein paar Krümel und Essensreste der Reichen und Mächtigen herabfallen mögen…

    Beste „demokratische“ Grüße!

  9. Hanna Fleiss schreibt:

    Harry, die „Sozialpartnerschaft“ ist im Grundgesetz festgelegt. Also bereits vor der dem Zeitpunkt, als sich die BRD die BRD nannte. Damit wurden Lohnkämpfe, die es durchaus gab und gibt, in die Hände gekaufter Gewerkschafter gelegt. Zum Beispiel sind doch auch politische Streiks, und erst sie können an die Wurzel des Systems gehen, in der BRD schlichtweg verboten. Das hat noch nicht einmal mit bürgerlicher Demokratie zu tun, um dem Wort Demokratie mal den Nimbus herunterzureißen. Die Gewerkschaftsführer sitzen größtenteils in mehreren Vorständen und müssen zwangsweise die Interessen der Unternehmer bedienen, nicht aber die der Belegschaften – wenn sie ihren Job behalten wollen. Das ist eine Knebelung der gewerkschaftlichen Freiheiten von Gesetzes wegen. Ich bin ja auch der Ansicht, dass eigentlich die Gewerkschaften mit ihrer sehr großen Mitgliederzahl die entscheidende Kraft sein müssten, die in diesem Lande die Grundsatzfrage stellt.

  10. Hanna Fleiss schreibt:

    Ja, Harry, das sind die Arbeiteraristokraten oder besser: Stehkragenproleten oder noch genauer: Arbeiterverräter. Und die verbürgerlichten Arbeiter sagen anerkennend: Der hat es geschafft! Buckeln nach oben, nach unten treten – nach dieser Devise. Ich habe mich mit einem Betriebsratsvorsitzenden in einem Blog in die Wolle gekriegt, der hat ein derartig haarsträubendes Zeugs geschrieben, da konnte ich die Tinte nicht halten. Aber das große Maul, was er so alles Gutes der Belegschaft getan hat. Diese Leute verdienen es nicht anders, in ihrer letzten Stunde vielleicht begreifen sie, dass in ihrem Leben irgendwas schiefgelaufen ist, das sie hat so werden lassen, wie sie geworden sind.

    Aber noch was anderes: Wir kennen doch alle noch den Begriff Grenzgänger. Die waren sich nicht zu schade, für den Kapitalismus anzuschaffen, und durch den Schwindelkurs (von wegen wertloser Aluchip!) lebten die bei uns wie die Made im Speck. Dabei waren sie doch auch Arbeiter.

    Und solche Leute und Leute vom selben Stamm waren es, verehrte Autorin La Re, die dann in Leipzig und anderswo grölten, sie seien das Volk. Die 16 Millionen, die nicht gegen die DDR auf der Straße waren, die waren wohl nicht das Volk? Ich verstehe auch gar nicht, dass Sie hier so viele westliche Begriffe verwenden, Sie kommen doch auch aus der DDR, wenn ich das richtig verstanden habe. Und am schlimmsten ist ja Wessi und Ossi. Klein-Ossi, der ein Groß-Wessi werden will?

    • Autorin A.LaRé schreibt:

      Ich verstehe nicht wirklich was Sie mir sagen möchten…Was sind denn westliche BEGRIFFE. Hat die der Westen erfunden? Auch verstehe ich die Begriffe Ossis und Wessi als nicht abwertend, sondern eher als Verniedlichung. Sie scheinen da ein Problem zu haben, ich nicht. Ist nämlich vollkommen unerheblich, wo ein Mensch herkommt, Hauptsache er ist mit Anstand, Respekt, Ehrlichkeit und Empathie ausgestattet…Autorin A.LaRé a

  11. Hanna Fleiss schreibt:

    …Für mich ist es nicht gleichgültig, woher ein Mensch kommt. Er bringt immer etwas mit, Brauchbares oder Unbrauchbares, ist ein von seiner Umwelt Geprägter. Und wenn Sie aus der DDR kommen und die Konterrevolution in Leipzig bejubeln, dann weiß ist ganz bestimmt, dass ich dafür weder Respekt noch Empathie habe. Wovon haben Sie sich denn prägen lassen? Meinen Sie die allgemeine Menschheitsverbrüderung? Ich bin jedenfalls nicht bereit, mich mit bestimmten Leuten zu verbrüdern, auch wenn sie mir mit Anstand, Respekt, Ehrlichkeit und Empathie entgegenkommen. Da ist dann bei mir lediglich Neugier: Was ist das für eine/r? Diese Begriffe stammen jedenfalls aus dem bürgerlichen Arsenal und haben auch ihre zwei Seiten.

  12. Pingback: Das Tor zum Sozialismus ist weiterhin offen! | Sascha's Welt

  13. ropri schreibt:

    über nachfolgenden Link meine Erlebnisse bei Robotron: http://www.kommitter.de/?p=38

    PS: was den Schabowski betrifft, da hatte ich einen ganz anderen Eindruck: er wußte nicht, was er redet. Ich vermute, man hatte ihm irgendetwas eingeflößt, das ihn schachmatt setzte. Ebenso war es mit unserem Sicherheitschef, der sagte „Ich habe Euch doch alle lieb“. Es gibt solcherlei Drogen, die das Handeln und Reden der Personen lenkbar macht. Und genau so kam es mir vor. Ich wäre vorsichtig mit der Bezeichnung „Konterrevolutionär“. Ich habe die damals im Fernsehen übertragene Volkskammersitzung angesehen und hatte anschließend einen Nervenzusammenbruch. Aber diese beiden Personen kamen mir sehr eigenartig vor. Die wahren Konterrevolutionäre hielten sich (noch) im Hintergrund.

    • Politnick schreibt:

      Ministerrat und Politbüro sind Anfang Novemer 89 geschlossen zurückgetreten. Die sich daran anschließende Auflösung des DDR-Staatsapparates verlief, so wie ich das feststellen konnte, „wie am Schnürchen“ — sozusagen über Nacht gründeten sich aus den inneren Ministerien ungezählte Kleinunternehmen sämtlich alle nach einunddemselben Schema was sich auch in der Namensgebung ausdrückte.
      Auch meine Frau sagt heute immer noch: „Die müssen einen geheimen Plan gehabt haben!“ und so wie das aussah wohl bis ins kleinste Detail.
      Freundschaft 😉

      • sascha313 schreibt:

        Ich vermute, es war der überarbeitete Plan der Nazis, lanciert wie gefordert vom USA-Imperialismus, dem es nach mehreren vergeblichen Versuchen (auch danach noch), mit Hilfe der 5. Kolonne in der UdSSR gelang, Stalin und andere wichtige kommunistische Parteiführer beseitigen zu lassen, einen Antikommunisten in Moskau zu installieren (dem man dann nach allen Regeln der Verführungskunst in den USA hofieren konnte), um dann nach bewährtem Muster auch die DDR zu erobern. Hatten die komm.Parteien und deren Geheimdienste in den soz.Ländern das nicht registriert? Erdbeben kündigen sich doch auch immer durch kleinere Vorbeben an…

      • ropri schreibt:

        Freundschaft! 🙂 Natürlich verlief das nach Plan! Das Politbüro war Sommer 1989 bereits gespalten, ein paar Mitglieder wollten die DDR retten und sich wieder auf Stalin besinnen, die anderen sich Gorbatschow in die Arme werfen. Geplant war auch die Ablösung der 1. Sekretäte der SED Bezirksleitungen – von wegen, die seien gewählt worden Nix da! Die waren urplötzlich da, niemand kannte sie. Sie kamen aus dem Zentralrat der FDJ, dort hatte man sie vorab auf den Tag X vorbereitet.
        Man müßte all diese Augenzeugenberichte, Erfahrungen zusammentragen, solange wir noch leben und drucken lassen. So wie die Geschichte verdreht wird, bleibt nach uns nur das, was offiziell in den Medien erscheint. Meine Kinder schon haben kaum Erinnerung, was da gelaufen war. Und meine Enkel haben keinerlei Interesse. Sie lernen die dt. Geschichte in der Schule….

      • sascha313 schreibt:

        Будут новые победы,
        Встанут новые бойцы.

  14. Heute habe ich einen ganz erstaunlichen Satz in „Wenn es ans Leben geht“ von Peter Edel – Band I, S. 126 unten – gelesen, welches 1979 in der DDR veröffentlicht wurde:

    Unbequeme Fragen? Gewiß!
    Für manch einen, der heute [1979] versichert, allein der sozialistische Staat sei seine geistige und künstlerische Heimat, und morgen schon über andere Sendebereiche verkündet, er habe,
    «bedrängt von den Machthabern der DDR, gezwungenermaßen einwilligen müssen als Künstler [Arbeiter, Soldat der NVA, Mitglied der SED usw.] für eine Sache, die eigentlich …»

    … als ob er das Verhalten, das die Menschen — vor allem die Wendehälse — nach 1989 an den Tag legen werden, bereits zehn Jahre vor dem Raubzug, kannte!

    Welch tiefe Einsichten Peter Edel doch über den Menschen hatte! … und als ob er ahnte, was wohl der DDR und den Menschen dort bevorsteht!

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Georg – es ist als ob man das noch einmal erlebt!
      Tja, solche Leute haben kein Gewissen…

      Umso besser, wenn man jemanden hat, der auch dann ein treuer Freund und Genosse ist, wenn’s mal brenzlig wird…

    • Politnick schreibt:

      Da kannste mal sehen wie das alles geplant war. MfG

      • sascha313 schreibt:

        Naja – daran sieht man es sicher nicht…. Denn Verräter gab es ja zu allen Zeiten! Und ich glaube auch nicht, daß „Planung“ der Hauptgrund für den vorläufigen Sieg des Imperialismus ist, sondern vielmehr „Überlebenswille“, der „Wendehälse“ zum Überlaufen bewegt und Akteure eines verbrecherischen Ausbeutersystems zwingt, ihren Kopf noch einmal aus der Schlinge zu ziehen.

      • Geplant? Ja, selbstverständlich. Aber darum ging es Peter Edel mit diesem Satz nicht, sondern welches Verhalten Menschen an den Tag legen werden, wenn die DDR stürzen sollte!

    • Politnick schreibt:

      Ergänzung: Wenn eine Partei bestrebt ist, zahlenmäßig bezogen auf die Mitgliederzahl eine Mehrheit gegenüber anderen Parteien zu erringen, betreibt diese Partei Abwerbung um dieses Ziel zu erreichen. Es liegt auf der Hand, daß damit der Weg frei wird für Korruption, Eigennutz, Machtmißbrauch und Parteikarriere was mit Bewusstsein und Parteilichkeit freilich nichts mehr zu tun hat. Die moralische Zerstörung einer Partei ist auf diese Art und Weise vorprogrammiert.

      Freundschaft 😉

      • sascha313 schreibt:

        Genosse Gossweiler hätte da gesagt: „Das kommt ganz darauf an, wie Sie das meinen!“ – in dieser Allgemeinheit könnte man das ebensogut in einer Eheberatungsstelle sagen oder im Schlichtungsausschuß eines Gartenvereins. Die Frage der Moral ist doch immer eine Klassenfrage.

        Friedrich Engels sagte: „Wie die Gesellschaft sich bisher in Klassengegensätzen bewegte, so war die Moral stets eine Klassenmoral, entweder rechtfertigte sie die Herrschaft und die Interessen der herrschenden Klasse, oder aber sie vertrat, sobald die unterdrückte Klasse mächtig genug wurde, die Empörung gegen diese Herrschaft und die Zukunftsinteressen der Unterdrückten.“ (Friedrich Engels, Anti-Dühring, in: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke Bd. 20, Dietz Verlag Berlin, 1975, S. 88).

        Der Eckpfeiler der bürgerlichen Moral ist der Schutz des privatkapitalistischen Eigentums und der kapitalistischen Ausbeutung. Vom Standpunkt der Arbeiterklasse und der sozialistischen Moral ist gerade die Beseitigung des Privateigentums an den Produktionsmitteln und damit der Ausbeutung, sowie Schaffung, Schutz und Mehrung des gesellschaftlichen Eigentums höchste moralische Pflicht.

      • Politnick schreibt:

        Richtig:
        „Die Frage der Moral ist doch immer eine Klassenfrage.“ !
        Und genau deswegen ist Abwerbung unmoralisch.
        Danke Sascha!

      • sascha313 schreibt:

        Stimmt, das ist genauso „unmoralisch“ wie Knoblauch essen und danach in einen vollbesetzten Zug einsteigen…

        P.S. …um hier keine Unklarheiten aufkommen zu lassen, um es nicht bei dieser Ironie zu belassen: abwerben ist genauso wenig „moralisch“ oder „unmoralisch“ wie jede andere menschliche Handlung auch – eben, weil es eine Klassenfrage ist! Es kommt immer darauf an, wie man es meint. CUI BONO? (auf Deutsch: Wem nützt es?). Erst dann kann man sagen: Es war moralisch oder – Es war unmoralisch.

        Ist Schießen zum Beispiel moralisch oder nicht? Oder Autofahren? Wenn jemand mit dem Auto in eine Menschenmenge hineinfährt, dann ist das ein Verbrechen. Wenn aber ein Jäger mit einer Jagdberechtigung ein zum Abschuß freigegebenes Tier erlegt – handelt der etwa unmoralisch? Nein, sicher nicht! Genauso ist es mit Werbung oder Abwerbung. Als in den 50er Jahren in der DDR Fachkräfte, um die DDR zu schädigen, vom Westen abgeworben wurden, war das unmoralisch. Ebenso heute, wenn z.B. syrische Ärzte oder Ingenieure von westlichen imperialistischen Staaten abgeworben werden. Kann man es aber als Abwerbung bezeichnen, als z.B. Peter Edel, Peter Hacks oder Manfred von Brauchitsch aus dem Westen in die DDR übersiedelten. Vielleicht, ja! Aber war es etwa unmoralisch, dem Kapitalismus den Rücken zu kehren? Nein, auf keinen Fall! Oder war es etwa unmoralisch, einen Guillaume oder einen Rainer Rupp als Kundschafter anzuwerben? Keinesfalls!

        Und wieso liegt es auf der Hand, daß Abwerbung den Weg frei macht für Korruption, Eigennutz, Machtmißbrauch und Partei-karriere? Wo ist da die Logik? Es gibt sie nicht. Eine solche pauschale Schlußfolgerung, wie „Abwerbung ist unmoralisch“, kann man nur als demagogisch bezeichnen. Außerdem führt das völlig vom Thema weg. So diskutieren Trolle…

      • Hanna Fleiss schreibt:
        Politnick, da gehst du mit der Riesenharke durchs Gelände. Selbstverständlich, die russische Sozialdemokratische Partei war eine Kaderpartei. Nachdem aber der Sieg über die ausländischen Invasoren und den Bürgerkrieg errungen wurde und das russische Proletariat den Hauptanteil daran hatte, stand die Aufgabe vor der Partei, nun auch weniger geschulte Kader aufzunehmen, das heißt, zur Massenpartei zu werden.

        Lenin wies darauf hin, welche Gefahren sich daraus ergeben könnten und dass die Partei bei Abweichungen vom Marxismus-Leninismus ohne Ansehen der Person vorgehen und sie aus der Partei ausschließen sollte. Das tat sie auch, es gab mehrere Überprüfungen, bei denen man sich von bestimmten Leuten trennte, u.a. auch von Sinowjew und Kamenew, also „gestandenen“ alten Genossen (die beiden wurden aber später wieder aufgenommen).

        Du kannst also nicht pauschal sagen, dass eine Massenpartei auf jeden Fall auf den Hund kommen muss, sondern sie wird es nur, wenn die Partei nicht genug und überzeugend mit ihren Mitgliedern arbeitet. Bei der Entwicklung zur Massenpartei geht es auch nicht, wie du annimmst, um Abwerbung von anderen Parteien. Das halte ich für einen bürgerlichen Standpunkt, der in diesem Zusammenhang überhaupt nicht zutreffend ist. Denn worum ging es Lenin? Die russischen Menschen zu standhaften Kämpfern zu erziehen, zu Kommunisten, das war das Ziel, Politnick, und nicht die dumm-beschränkte Annahme, es wäre um die Schwächung anderer Parteien durch Abwerbung gegangen.

      • Die Partei der Bolschewiki betrieb und betreibt keine Abwerbung; sie ist nicht und war auch nie bestrebt, zahlenmäßig bezogen auf die Mitgliederzahl eine Mehrheit gegenüber anderen Parteien zu erringen.

  15. Hanna Fleiss schreibt:

    Jauhuchanam, ich denke, dass Peter Edel, der ja Weimarer Zeit und Faschismus erlebt hatte und so manchen, den er für einen aufrechten Menschen hielt, zum Schwein werden sah, und da er natürlich auch mitkriegte, dass die Arbeiterklasse so ihrer selbst bewusst, wie sie hätte sein müssen, wenn sie dem Faschismus widerstehen wollte, eben nicht war. Für Peter Edel war die DDR der Staat, den er sich nach der Nazizeit erhofft hatte, und natürlich sah er auch bestimmte Entwicklungen, die ihm gar nicht gefallen konnten. Und ganz bestimmt war er keiner, der angesichts der Aggressivität des westdeutschen Staates gegen die DDR sich in Sicherheit wiegte. Da war es ganz normal, dass er sich genau diese Frage stellte, nämlich die nach dem Verhalten der DDR-Bürger, sollte sich der Sozialismus nicht halten können. Offiziell wurde ja gesagt: Der Sozialismus in der DDR ist nicht mehr unumkehrbar. Und sicher hatte Peter Edel gerade in Künstlerkreisen so einiges erlebt.

    • sascha313 schreibt:

      Es ist bemerkenswert, daß Peter Edel – unabhängig von irgendwelchen Meinungen – einen klaren Klassenstandpunkt vertrat. So im Falle der Stalinverleumdungen und im Falle solcher charakterlosen Gestalten, die aus eigenem Vorteil ihre Heimat, ihre Nachbarn und Freunde verrieten, Die DDR war ein von Grund auf sozialer, menschenfreundlicher Staat. Dem blieb P.E. bis an sein Lebensende treu.

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