Der Nichtangriffsvertrag zwischen Deutschland und der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken

DogoworDer Deutsch-Sowjetische Nichtangriffs-vertrag wurde am 23. August 1939 in Moskau unterzeichnet von W.M. Molotow und J.v.Ribbentrop. Beide Seiten verpflichteten sich, jede aggressive Handlung und jeden Angriff, sowohl einzeln als auch gemeinsam mit anderen Mächten zu unterlassen. Im Falle eines Angriffs auf die andere vertragschließende Seite seitens einer dritten Machtsollte der andere Vertragsteil diese dritte Macht in keiner Form unterstützen. Beide Seiten verpflichten sich zur Information und Konsuktation über Fragen von gemeinsamen Interesse. Keine der beiden vertragschließenden Seiten durfte sich an einer Mächtegruppierung beteiligen, dies ich mittlebar oder unmittelbar gegen den anderen Teil richtete.

Alle Streitfragen untereinander sollten auf friedlichem Wege bereinigt werden. Der Abschluß des Nichtan­griffsvertrages zerschlug die Pläne der inter­nationalen Reaktion, die Hitlerdeutschland gegen die Sowjetunion lenken wollte und die dar­auf hoffte, daß es zu einem Krieg zwischen beiden Staaten unter für die Sowjetunion ungünstigen Bedingungen kommen werde.

Während der britisch-französisch-sowjeti­schen Verhandlungen im Frühjahr und Som­mer 1939 hatte sich herausgestellt, daß die Westmächte und auch Polen nicht bereit wa­ren, mit der Sowjetunion einen Pakt gegen die faschistischen Aggressoren abzuschließen.

Während die westlichen Militärmissionen in Moskau verhandelten, fanden zu gleicher Zeit Geheimverhandlungen zwischen der britischen Regierung und der Hitlerregierung statt, um zu einem Abkommen über die Auf­teilung der Welt in Einflußsphären, in die auch China und die Sowjetunion einbezogen werden sollten, zu gelangen.

Im Fernen Osten war die Sowjetunion bereits in Kampfhandlungen mit dem japanischen Im­perialismus verwickelt. Am 7. Juli 1937 hatte der Krieg Japans gegen China begon­nen. Im Juli/August 1938 mußten sowjetische Truppen einen japanischen Überfall auf so­wjetische Gebiete am Chassan-See zurück­schlagen. Am 11. Mai 1939 waren japani­sche Truppen in das Gebiet der Mongoli­schen Volksrepublik eingedrungen, die mit der UdSSR seit 1936 durch einen Vertrag über gegenseitige Hilfe verbunden war. In­folge dieser Lage drohte der Sowjetunion ein Zweifrontenkrieg bei völliger Isolierung.

Deshalb faßte die Sowjetregierung den schweren, aber notwendigen Entschluß, ein deutschen Angebot für einen Nichtangriffsvertrag an­zunehmen, wobei sie über die Vertragstreue des Hitlerregimes keinerlei Illusionen hegte. Der Vertrag verhinderte das Zustandekommen einer antisowjetischen Front der mächtigsten imperialistischen Staaten. Die Sowjetunion gewann weitere Jahre für den sozialistischcn Aufbau.

Quelle: Sachwörterbuch der Geschichte (2 Bde.), Dietz Verlag Berlin 1969, Bd.1, S.475-477.

Hier die Protokolle auf Russisch und auf Deutsch mit dem geheimen Zusatzprotokoll und der dazugehörigen Erläuterung:

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Anmerkung

Bei der Veröffentlichung verwendeten die Nazis in der Zeitung eine falsche Bezeichnung, die später überall wieder auftauchte. Sie schrieben Nichtangriffspakt. Es war aber kein „Pakt“, sondern ein „Vertrag“! Sie führten damit die verleumderische Bezeichnung des Nichtangriffsvertrages als eines „Hitler-Stalin-Paktes“ ein. Zur Erklärung: Ein Pakt ist ein Bündnis zu einem gemeinsamen Tun, ein Nichtangriffsvertrag ist ein Abkommen über ein beiderseitiges Nicht-Tun.

naScan

In der sowjetischen Zeitung (s.unten) steht es korrekt: „договор“ = Vertrag.

Dogowor

…deutsch: „Abschluß des sowjetisch-deutschen Vertrages über den Nichtangriff“


Weitere Verleumdungen:

  • die Menschenkette „Baltischer Weg“ mit 2 Millionen Teilnehmern aus Litauen, Lettland und Estland von Vilnius über Riga bis Tallin war eine propagandistische, antikommunistische Inszenierung
  • Wenn der Kongreß der Volksdeputierten der Sowjetunion am 24. Dezember 1989 den Nichtangriffsvertrag „verurteilte“, so ist das ein Ergebnis der volksverräterischen, antikommunistischen Politik durch die Gorbatschow-Jelzin-Clique, ein Ergebnis der Konterrevolution. Es war kennzeichnend für die kluge Politik der KPdSU unter Führung Stalins, einen solchen Vertrag abzuschließen.
  • Es ist eine durch nichts begründete Verleumdung, der Sowjetunion „Welteroberung“ zu unterstellen. Niemals hat (im Gegensatz zu den USA und anderen imperialistischen Staaten) ein sozialistisches Land ein anderes überfallen.
  • Ebenso verleumderisch ist es, den Nichtangriffspakt als einen „berüchtigten“ „Pakt“ zu bezeichnen.
  • Es wurde bislang kein einziger Beweis erbracht, daß in der Sowjetunion unter der Führung bzw. auf Veranlassung Stalins „Massenmorde“ begangen wurden. Im Gegenteil, die erfundenen Behauptungen von Hearst, Conquest und anderer Provokateure über angebliche „Millionen von Opfern“ des „totalitären Stalinregimes“  sind Fälschungen.

Siehe auch hier:
Der Weg des deutschen Imperialismus in den Krieg.
Klaus Wallmann: Der Nichtangriffsvertrag
Nikolai Schpanow: Der Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen 1939
Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch?

Wider den Geschichtsrevisionismus der polnischen Regierung

Die reaktionären polnischen Regierungen 1939 + 2919 / Curzon-Linie

pdfimage    Kurt Gossweiler – Der Nichtangriffsvertrag

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50 Antworten zu Der Nichtangriffsvertrag zwischen Deutschland und der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken

  1. olivia2010kroth schreibt:

    „Der Vertrag (von 1939) verhinderte das Zustandekommen einer antisowjetischen Front der mächtigsten imperialistischen Staaten. Die Sowjetunion gewann weitere Jahre für den sozialistischcn Aufbau.“
    Ja, aber nicht viele. Nur zwei Jahre, denn 1941 fielen Hitlers Truppen in die Sowjetunion ein.

    • Hausmeister schreibt:

      Im selben Jahr, also 1941 wurden massenweise Arbeitskräfte aus Litauen, Estland und Lettland nach Deutschland verbracht — genauso wie heute. Nur wurden die damals nicht als Flüchtlinge bezeichnet sondern als Ostarbeiter.

    • Harry56 schreibt:

      Was müssen wir uns heute noch über einem alten, heute schon wirklich vorgestrigen Vertrag unterhalten, welcher spätestens ab dem 22. Juni 1941 vollkommen obsolet war?

      Soz. Gruß!

      • sascha313 schreibt:

        Nur, Harry, wir würden ja gerne darauf verzichten, uns über „vorgestrige Verträge“ und historische Vorgänge zu unterhalten, wenn nicht ein polnischer Staats-Chef in aller Öffentlichkeit derartige haarsträubende Lügen verbreiten würde, die von einem zutiefst menschenverachtenden Antikommunismus und einer Russophobie geprägt wären, daß sich einem buchstäblich die Fußnägel hochrollen: https://www.youtube.com/watch?v=svi_v1NFemQ
        Dieser A. Duda ist einer der führenden geschichtsfälscher in der EU, dessen Ziel es ist, den Faschismus verharmlosend, die Sowjetunion (und nun Rußland) als den Hauptfeind Polens hinzustellen. Damit stellt er sich an die Seite der ukrainischen Faschisten, die die Nazikollaborateure und Massenmörder von OUN/UPA als Verteidiger vor der „bolschewistischen Invasion“ umzufälschen suchen. Diese abscheuliche Geschichtsfälschung kann keinesfalls unwidersprochen bleiben!

  2. Hausmeister schreibt:

    Interessant, dieses Papier mal sehen zu dürfen, danke Dir!!! Wie lautete denn die Begründung der Faschisten für den Überfall der UdSSR 1941, gab es überhaupt eine Begründung?
    Btw., normalisierte Beziehungen zur UdSSR, Rathenau und Weitere sind dafür ermordet worden weil sie die Rapalloverträge unterschrieben hatten. Rapallo wäre auch mal ein Thema.

    • sascha313 schreibt:

      Jetzt liegt seit ein paar Wochen auch die russischsprachige Version vor. Die Nazis hatten gelogen, als sie schrieben es sei ein „Pakt“! Sie führten die verleumderische Bezeichnung des Nichtangriffsvertrages als eines Hitler-Stalin-Paktes ein (ein Pakt ist ein Bündnis zu einem gemeinsamen Tun, ein Nichtangriffsvertrag ist ein Abkommen über ein beiderseitiges Nicht-Tun) und lenkten damit von den historischen Hintergründen ab.

      Der Geheimvertrag hatte für die UdSSR den Sinn, die eigenen belorussischen und ukrainischen Minderheiten und deren Territorium vor der Fremdherrschaft zu retten, die durch den Überfall der deutschen, britischen und amerikanischen Truppen von der UdSSR abgetrennt worden waren. Die reaktionäre polnische Führung war nach dem Überfall der Nazis England geflüchtet und hatte das polnische Volk seinen Schicksal überlassen…

      • olivia2010kroth schreibt:

        „Die Nazis hatten gelogen, als sie schrieben es sei ein „Pakt“! Sie führten die verleumderische Bezeichnung des Nichtangriffsvertrages als eines Hitler-Stalin-Paktes ein (ein Pakt ist ein Bündnis zu einem gemeinsamen Tun, ein Nichtangriffsvertrag ist ein Abkommen über ein beiderseitiges Nicht-Tun) …“

        Diesen Gedankengang finde ich sehr interessant. Als ich den Text las, erinnerte mich das Wort „Pakt“ spontan an den Teufels-Pakt in Goethes Faust, der seine Seele dem Teufel verkauft. Faust unterschreibt den Pakt mit seinem Blut. Ihr gemeinsames Tun: Sie reisen durch die Welt, saufen und raufen, schlagen Leute tot und stürzen ein Mädchen ins Unglück. Das war ein echter Pakt: ein Bündnis zu gemeinsamem Tun …

        Und was wollten die Nazis gemeinsam mit den Sowjets tun? Was hatten sie im Hinterkopf geplant? Hatten sie überhaupt etwas Anderes geplant, als 1941 die Sowjetunion zu überfallen?

      • Hausmeister schreibt:

        Ich vermute, daß die polnische Regierung dafür bestochen wurde ins Ausland zu gehen. Denn sie hat sich ja nicht aufgelöst sondern es gab sie weiter in London, Angers und Paris. Also muss sie auch jemand finanziert haben.

      • sascha313 schreibt:

        …völlig gleichgültig, ob aus Feigheit, Verantwortungslosigkeit oder Berechnung. Es wäre einfacher gewesen, diese Regierung hätte sich ein neues Volk gewählt (vorausgesetzt, es will sie überhaupt noch jemand haben).

      • Thomas Artesa schreibt:

        Wie immer richtig erkannt lieber Sascha. Die semantische Verrenkung mit dem Pakt geistert schon seit den alten Goebbels-Zeiten in den Schulbüchern herum. Nichts dazugelernt und alles nur noch schlimmer gemacht in all den Bundesdeutschen Jahren! Mit dem Warschauer – „Pakt“ ist das gleiche Spiel getrieben worden. Der Westen macht Verträge unter Herren – der Osten nur mafiöse Spelunken-Tricksereien. Bla, bla, bla… wie immer es lebe die humanistische Wertegesellschaft der edelmütigen Demokraten und anderer barmherziger Sozialdarwinisten. Altes Spiel – neues Glück und wieder einmal können Panzer gen Russland rollen für unsere teuren und treuen NATO-Freunde und Befreier in Washington oder London. Diese Hypokriten und ewigen Erbsenfresser am Katzentisch des Finanzkapitals!

  3. gunst01 schreibt:

    Stalin wusste genau, dass Hitler den Plan erfüllen musste, der ihm in seinem Buch `Mein Kampf´ diktiert wurde. Mit dem Nichtangriffspakt war der Weg frei, Polen aufzuteilen und so die Ausgangslage für den eigenen Aufmarsch zu verbessern. Im großen Spiel des anglo-amerikanischen Kapitals kam der ihm einige Tage zuvor und tappte in die Falle. Der Plan ging auf und der Aufstieg des bis dahin unbedeutenden Amerikas zum neuen Imperium war gesichert,

    • sascha313 schreibt:

      Nicht ganz – zugegeben: es ist ein heißes Thema! Aber man muß hier auch die Vorgeschichte beachten und die Hintergründe kennen. Der Aufschub des Überfalls auf die UdSSR um eine kurze Frist rettete dieses Land (die UdSSR) vor der völligen Vernichtung. Und um es ganz klar zu sagen: Die UdSSR hatte niemals die Absicht, Deutschland zu überfallen!

      • olivia2010kroth schreibt:

        Dass der Vertrag für die UdSSR sinnvoll war als Aufschub, um die Industrialisierung und die Militarisierung voranzutreiben, ist mir klar. Aber weshalb war der Vertrag für die Nazis sinnvoll? Hitler wusste sicherlich, dass Stalin nie und nimmer die Deutschen grundlos überfallen würde. Wieso brauchte er diesen Vertrag/Pakt?

      • WEIL Stalin einfach klüger war! Stalin hat schlicht die GEGEBEN Welt BEGRIFFEN! … und aus einem scheinbaren VERLUST, DEN Guten VORTEIL für ‚uns‘ – JA! die ganze Menschheit – Gezogen!!! Mir ist – aufgrund der ganzen ANTI Marx, Engels, Lenin — den eh niemand widerlegen kann! — Bolschewisten und Stalin HETZE – sehr klar: Das „System“ kann die Äquivalenz-Formel von Karl Marx [siehe „Ware“ Kapitel 1 in „Das Kapital“] — so einfach und simpel sie auch ist — nicht HIN-NEHMEN, obwohl sie jeder halbgebildete Mensch begreift!!!

    • Hausmeister schreibt:

      Die hauptsächliche Zweckbestimmung von „Mein Kampf“ war es, auf den Krieg vorzubereiten und von der Tatsache abzulenken daß der Deutsche Faschismus mit dem Geld amerikanischer Banken (Dawesplan 1924) finanziert wurde.

    • S. Erfurt schreibt:

      Stalin wusste genau, dass Hitler den Plan erfüllen musste, der ihm in seinem Buch „Mein Kampf“ diktiert wurde.

      Das ist so nicht richtig. Was Hitler in Mein Kampf aufgeschrieben hat, ist das Diktat der deutschen und amerikanischen Großindustriellen was im Wesentlichen diese Ziele umfasste:

      1. Die Gründung des Staates Israel,
      2. Die Vernichtung der UdSSR um den Vormarsch des Kommunismus zu verhindern.

      Es ist eine logische Konsequenz, daß (2) mit einem heimtückischen Überfall auf die UdSSR einhergehen musste. Bis dahin jedoch galt es, die Finanzierung des nächsten Krieges vorzubereiten und dazu dem Deutschen Volk gegenüber die Propagandatrommel zu rühren.

      Und so trat zeitgleich mit der Herausgabe dieser Hetzschrift (1924/25) der Dawesplan in Kraft welcher die Finanzierung des faschistischen Militarismus mit Krediten amerikanischer Banken sicherstellte. Der Mythos Hitler indes musste erst geschaffen werden

      Freundschaft 😉

  4. grfinx schreibt:

    Danke, Sascha. Es ist auch für mich sehr interessant, den Vertrag einmal „in Kopie“ sehen zu können. Bisher kannte ich nur Bezugnahmen darauf und Schlussfolgerungen aus seinen Inhalten und dem was sie bedeuten „sollen“. Ich denke, das Erfassen und Begreifen der gesamten Tragweite der Entscheidung der UdSSR, diesen Vertrag mit dem Deutschen Reich zu zeichnen, ist nur unter Berücksichtigung aller außenpolitischen Faktoren jener Zeit möglich. Vor allem angesichts der jahrelangen und zahllosen Bemühungen, der UdSSR damals, insbesondere mit Frankreich und England zuvor Friedensverträge zu erreichen. Wie verlässlich diese dann waren oder gewesen wären, zeigte u. a. die Zustimmung Frankreichs zur „Aufteilung“ der Tschechischen Republik. Ich frage mich heute, ob die UdSSR damals eine andere Wahl hatte. Gegen die heutige Polemik in dieser Sache sachlich zu argumentieren ist indes schwierig, denn sie verlangt auch vom Zuhörer den Willen, sich mit geschichtlichen Details intensiver auseinanderzusetzen, als die sog. „Mainstream-Presse“ es ermöglicht. Der Wille ist nicht bei vielen präsent.

  5. Johann Weber schreibt:

    Leider wieder viel Text. Geschichte kann man nicht im Schlagzeilenstil aufarbeiten.

    In Zeiten, in denen die Geschichte umgeschrieben wird, klärt ein Blick in Quellen auf, die noch von dieser Geschichtsumschreibung unbelastet sind.
    Hier ein Auszug aus der Enzyklopädie „Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“ Verlag Kultur und Fortschritt Berlin 1950. Beachte: 1950 !

    „Der zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem Überfall Deutschlands auf Polen. Am 3. September erklärten England und Frankreich Deutschland den Krieg. In 17 Tagen war Polen besiegt. Die reaktionäre polnische Regierung war nicht imstande gewesen, das Land zu verteidigen, sondern überließ das polnische Volk seinem Schicksal und floh ins Ausland. Ohne Führung und ohne Kommando haben das polnische Volk und einzelne Truppenteile gleichwohl der deutschen Invasion tapfer Widerstand geleistet. In heroischer Weise schlugen sich die Verteidiger von Warschau und die Matrosen von Gdynia; diese vereinzelten Widerstandsherde wurden jedoch bald vernichtet. Nach der Eroberung Polens rückten die faschistischen Truppen bis an die West-Ukraine und den westlichen Teil Belorußlands vor, in der Absicht, sich auch dieser Gebiete zu bemächtigen. 7 Mill. Ukrainern und 3 Mill. Belorussen drohte die Gefahr, unter deutsche Herrschaft zu geraten, wodurch die West-Ukraine und Belorußland zu Aufmarschgebieten für einen Überfall auf die Sowjetunion geworden wären. Auf Befehl der Sowjetregierung begann daher die Rote Armee am 17. September 1939 ihren Befreiungszug, um Leben und Besitztum der Bevölkerung des westlichen Teiles Belorußlands und der West-Ukraine unter ihren Schutz zu nehmen. Das von den polnischen Pans befreite ukrainische und belorussische Volk beschloß, sich ukrainischen und belorussischen Brüdern der Sowjetunion zu vereinigen und dieserhalb sowjetischen Regierung vorstellig zu werden.

    Der Oberste Sowjet der UdSSR entsprach am 1. November 1939 der Bitte der Volksversammlung der West-Ukraine und am 2. November der der Volksversammlung Belorußlands, ihre Gebiete in die Sowjetunion einzugliedern und die West-Ukraine mit der Ukrainischen SSR sowie Belorußland mit der Belorussischen SSR zu vereinigen.

    Das faschistische Deutschland unternahm auch den Versuch, die Sowjetunion an ihrer Nord-Westgrenze zu bedrohen. Geführt von deutschen Offizieren, bereitete die finnische Armee den Überfall auf die UdSSR vor. Die Regierungen Englands, Frankreichs und der USA stellten Finnland bereitwillig die hierzu erforderlichen Mittel zur Verfügung. Finnland bedrohte Leningrad (die Grenze verlief 30 km vor Leningrad). Das große, von vielen Millionen Menschen besiedelte Industrie- und Kulturzentrum der Sowjetunion lag im Wirkungsbereich finnischen Geschütze. Nur 2-3 Flugminuten trennten es von den finnischen Flugplätzen. An ihrer gesamten Grenze trafen die Finnen Kriegsvorbereitungen.

    Die Sowjetregierung sah sich aus diesen Gründen, gezwungen, Leningrad und die nordwestlichen Grenzen der Sowjetunion zu sichern. Der Vorschlag der Sowjetregierung zum Abschluß eines gegenseitigen Beistandspaktes wurde von Finnland abgelehnt. Der Ablehnung verfiel auch ihr weiterer Vorschlag, die Grenze auf der Karelischen Landenge einige Dutzend Kilometer zu verlegen und der Sowjetunion die Halbinsel Hangö zwecks Anlegung von zur Verteidigung Leningrads erforderlichen militärischen Stützpunkten gegen eine Überlassung beträchtlicher anderer Grenzgebiete zu verpachten. Die Regierung Finnlands erklärte die allgemeine Mobilmachung. Am 30. November 1939 verübten finnische Truppen eine Reihe von provokatorischen Übergriffen an der sowjetischen Grenze. Die Rote Armee ging daraufhin zur Offensive über. Sie hatte den Krieg gegen eine gut ausgerüstete Armee unter den äußerst schwierigen Verhältnissen eines nordischen Winters zu führen. Unter Mitwirkung ausländischer Spezialisten war an der Grenze von Finnland die stark befestigte „Mannerheim-Linie“ angelegt worden, die als uneinnehmbar galt.“

    Als Beweis der Glaubwürdigkeit dieser Schilderung, hier ein Auszug dem Schwedter Tageblatt vom 28.11.1939 zur Vorgeschichte zum sogenannten sowjetischen „Überfall“ auf Finnland:

    „Finnen schießen auf russisches Gebiet
    Vier russische Soldaten getötet, neun verwundet – scharfer Protest Molotows

    Das sowjetische Nachrichtenbüro TASS verbreitet eine amtliche Meldung vom Stab der Truppen des Leningrader Bezirks, wonach es an der finnisch-sowjetischen Grenze zu einem ernsten Grenzzwischenfall gekommen ist. Nach dem Bericht der TASS sei von finnischer Seite am Sonntagnachmittag um 13.45 Uhr Moskauer Zeit plötzlich Artilleriefeuer auf das sowjetische Territorium eröffnet worden, und zwar seien sieben Kanonenschüsse abgefeuert worden, wodurch auf sowjetischer Seite drei Rotarmisten und ein Unteroffizier getötet und sieben Rotarmisten, ein Unteroffizier und ein Leutnant verwundet wurden.
    Der Vorsitzende des Rats der Volkskommissare und Außenkommissar Molotow hat im Zusammenhang mit diesem Vorfall dem finnischen Gesandten eine Note überreicht, in der es u.a. heißt: Die russische Regierung sieht es für notwendig an, zu unterstreichen, daß bei den kürzlich vor sich gegangenen Verhandlungen mit Herrn Tanner und Paasikivi die russische Regierung auf die Gefahr aufmerksam gemacht hat, welche die Konzentrierung starker aktiver Truppen in unmittelbarer Nähe der Grenze gegenüber Leningrad bedeutet. Aus Anlaß des vom finnischen Gebiete aus eingetretenen provoziernden, gegen die russischen Truppen gerichteten Artilleriefeuers ist die russische Regierung jetzt gezwungen, festzustellen, daß die Konzentrierung finnischer Truppen in der Nähe Leningrads nicht nur eine Bedrohung Leningrads darstellt, sondern tatsächlich eine feindliche Handlung gegen die Sowjetunion bedeutet, welche schon zu Angriffen gegen russische Truppen geführt und Opfer gefordert hat. Es ist nicht die Absicht der Sowjetregierung, diesen verabscheuungswürdigen Angriff zu übertreiben, welchen Abteilungen der finnischen Armee unternommen haben, die dazu vielleicht durch ihre Führung verführt wurden, aber die russische Regierung würde wünschen, daß solche verabscheuungswürdigen Handlungen zukünftig nicht eintreffen.

    Aus diesem Anlaß bringt die russische Regierung einen scharfen Protest vor und schlägt vor, daß die finnische Regierung unverzüglich ihre Truppen von der karelischen Nase 20 bis 25 Kilometer weiter von der Grenze weg verlegt und damit die Möglichkeiten zu neuen Provokationen verhindert.“
    http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/index.php?id=dfg-viewer&set%5Bimage%5D=3&set%5Bzoom%5D=default&set%5Bdebug%5D=0&set%5Bdouble%5D=0&set%5Bmets%5D=http%3A%2F%2Fcontent.staatsbibliothek-berlin.de%2Fzefys%2FSNP2686518X-19391128-0-0-0-0.xml

    Nochmals ein Blick in die Enzyklopädie „Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“ diesmal zu den Vorgängen in Bessarabien:

    „Ein weiteres wichtiges Ereignis in der Geschichte der Sowjetunion brachte noch der Sommer 1940. Die rumänischen Großgrundbesitzer hatten in Bessara­bien 22 Jahre lang gehaust. Mit Hilfe deutscher Truppen hatten sie im Jahre 1918 das Land an sich gerissen, also zu einer Zeit, als die Sowjetunion mili­tärisch noch schwach war. Niemals war diese Inbesitznahme von der Sowjetunion anerkannt worden. Die militärische Schwäche der Sowjetunion gehörte nun­mehr der Vergangenheit an, und die internationale Lage verlangte im Interesse eines dauernden Friedens unter den Ländern eine schnelle Lösung dieser bis­lang noch offengebliebenen Frage. Am 26. Juni 1940 stellte die Sowjetregierung an Rumänien das Verlangen auf Rückgabe Bessarabiens und die Über­lassung der Nord-Bukowina, deren Bevölkerung be­reits im Jahre 1918 den Anschluß an die Sowjetunion gewünscht hatte. Die Rote Armee setzte sich zur Befreiung Bessarabiens und der von Ukrainern be­wohnten Nord-Bukowina in Bewegung. Die rumä­nische Regierung war sich klar darüber, daß sie nicht mehr die junge und schwache Sowjetrepublik von 1918, sondern einen der mächtigsten Staaten der Welt vor sich hatte, und willigte deshalb in die Rückgabe der gewaltsam angeeigneten Gebiete an die UdSSR ein.

    Auf der 7. Tagung des Obersten Sowjets der UdSSR (1.-7. August 1940) wurden Litauen, Lett­land und Estland, Bessarabien und die Nord-Buko­wina auf ihr Ersuchen hin als Litauische; Lettische und Estnische SSR in die Sowjetunion aufgenommen wie auch die Moldauische SSR aus der Moldauischen ASSR und einem großen Teil Bessarabiens geschaffen. Einige Bezirke Bessarabiens (Chotin, Akkerman und Ismail) mit überwiegend ukrainischer Bevölkerung sowie die Nord-Bukowina wurden der Ukrainischen SSR angegliedert.“

  6. Johann Weber schreibt:

    Nachtrag:
    So arbeiten die Geschichtsumschreiber seit Jahren:
    „Finnland war ja nun gerade ein Land, das überhaupt keine Aggressionen gegenüber der Sowjetunion hatte und das gar kein Interesse daran haben konnte, den großen Nachbarn zu provozieren.“ – erklärt der Osteuropa-Historiker Jörg Baberowski von der Berliner Humboldt-Universität. 30.11.2014
    https://www.deutschlandfunk.de/winterkrieg-traurige-marginalie-des-zweiten-weltkriegs.871.de.html?dram:article_id=304652

  7. Egal – wie ein Mensch nun zu diesem VERTRAG stehen mag:
    Pacta sunt servanda (lat.; dt. Verträge sind einzuhalten) ist das Prinzip der Vertragstreue im öffentlichen und privaten Recht.

    welches seit der Bronzezeit, ja seit „der Menschwerdung vor 12 bis 15 tausend Jahren gilt“ — urkundlich bereits vor etwa 9.500 Jahren in Nordwest-Indien [Harappa und Mohenjo-Daro] IN STEIN GEHAUEN!!! —> Bis heute zeugt die Anlegung der Straßen und die Kanalisation von Mohenjo-Daro von einer bis heute nicht übertroffenen Organisation des Städtebaus: Bis heute hat keine menschliche Kultur — nicht die Sumerer, ‚Mesopotanier‘, alten Ägypter, Athen oder Rom oder sonst eine Erfindung der Menschen — etwas VERGLEICHBARES Geschaffen!

    Pacta sunt servanda (lat.; dt. Verträge sind einzuhalten) ist das Prinzip der Vertragstreue im öffentlichen und privaten Recht.
    … und das WEIß man spätestens, wenn man einmal die Thora (Bibel) plus das Evangelium in unserem Kulturkreis gelesen hat:
    Jedes Versprechen, jeder Vertrag NICHTIG IST, wenn ein Vertragspartner die Regeln bricht! : Wenn der Papst MICH nicht mehr schützt! MUSS auch ICH ihn – sein VASALL – nicht mehr schützen: Mein TREUE-EID wird mit dem Treue-Bruch des Papstes (Kirche, Vatikan, Religion oder was auch immer die Philosophie es nennt!) HINFÄLLIG!

    • grfinx schreibt:

      Eigentlich gäbe es dieser zumindest im Zivilrecht noch immer geltenden Grundregel nichts hinzuzufügen. Leider nehmen es die bürgerliche Politik und deren Presseorgane damit in völkerrechtlichen Maßstäben nicht so genau und so sehen wir uns heute auch in dieser Sache einem verschobenen Rechtsbewusstsein gegenüber, nach welchem damals – sinngemäß – zwei „Bösewichte“ einen „Pakt“ geschlossen haben. Aus diesem Blickwinkel ist es für den leichtgläubigen Betrachter dann fast schon zweitrangig, dass der eine „Bösewicht“ vertragsbrüchig wurde. Denn: der andere „Paktierer“ ist ja auch ein „Bösewicht“. So simpel und falsch ist diese Sichtweise und die darin inkludierte Wertung dieser Ereignisse durch die bürgerliche Presse. Das eigentlich grundlegende und ohne Frage richtige Prinzip: Pacta sunt sevanda verliert dabei nahezu jede Bedeutung. Das ist die Situation, welcher wir bei der Bewertung dieser Ereignisse in der öffentlichen Wahrnehmung heute meistens begegnen. Und deshalb ist diese Diskussion so wichtig.

    • olivia2010kroth schreibt:

      „Pacta sunt servanda“. Jawohl! Wenn man allerdings die heutige Politik der USA überprüft, dann sind Verträge nur dazu da, sie nach Belieben zu brechen. Insofern hat die Politik der USA viel mit der Hitlers gemeinsam.

      • Hausmeister schreibt:

        Es gibt keinen Vertrag den die USA bisher nicht gebrochen, keinen Krieg den die USA nicht mit einer Lüge begonnen und kein Volk der Welt mit dem die USA Frieden geschlossen haben.
        Afghanistan: Die USA ziehen es vor, mit Terroristen zu verhandeln anstatt mit einer vom afghanischem Volk demokratisch gewählten Regierung.

  8. Ronny schreibt:

    Sehr zu empfehlen:
    „Die Vorgeschichte des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrags“ von V.J.Sipols
    Pahl-Rugenstein Verlag Köln 1981

    • sascha313 schreibt:

      …ein westdeutscher Verlag ist i.a. nicht zu empfehlen, da hier im wesentlichen die Interessen der deutschen Großbourgeoisie vertreten werden!

      • Eleonore Kraus schreibt:

        Pahl-Rugenstein war einer der Verlage in der alten BRD die durchaus zu empfehlen sind. Er war ein linker Verlag.

      • Thomas Artesa schreibt:

        Sehr zu empfehlen ist hierbei:
        Deutsche Geschichte in drei Bänden (1, 2, 3)
        VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften von 1967.
        Genau so aktuell wie vor 40 Jahren!!!

      • sascha313 schreibt:

        Danke für die Empfehling. Es gibt auch die – leider unvollständige – Ausgabe „Deutsche Geschichte“ Bd. 1/2/4/5/9 (hrsg, v. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften), deren letzter Band 9 im Jahre 1989 erschien: „DDR 1945-1949″… Offensichtlich waren aufgrund des politschen Drucks weitere Ausgaben strittig.

  9. einseinsnull schreibt:

    den punkt von olivia sehe ich aber auch so. hitler konnte zurecht davon ausgehen, dass stalin nicht schnellstmöglich und grundlos in deutschland einfallen würde, und das nicht nur, weil da noch polen dazwischen war oder wegen der militärischen unterlegenheit. warum also? war hitler vielleicht so dumm zu glauben, dass man dem vertrag in moskau irgendeine bedeutung beimessen würde?

    • Johann Weber schreibt:

      einseinsnull schreibt: „den punkt von olivia sehe ich aber auch so. hitler konnte zurecht davon ausgehen, dass stalin nicht schnellstmöglich und grundlos in deutschland einfallen würde, und das nicht nur, weil da noch polen dazwischen war oder wegen der militärischen unterlegenheit. warum also? war hitler vielleicht so dumm zu glauben, dass man dem vertrag in moskau irgendeine bedeutung beimessen würde?“

      Ich möchte auf das Dekret Nr. 1 (Friedensdekret) von Lenin hinweisen.
      Dieses Dekret Nr. 1 war bindend für alle Regierungen in der Sowjetunion.
      Somit konnte es kein „einfallen in Deutschland“ geben.

      Prof. Dr. Hans-Dieter Döpmann, Professor für Kirchengeschichte an der Sektion Theologie der Humboldt-Universität Berlin sprach in der Ost-CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom 4.10.1982 dies klar an:

      „Das Dekret für den Frieden wurde zur Leitlinie sozialistischer Außenpolitik, die von den Leninschen Normen friedlicher Koexistenz zwischen Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung geprägt ist. Das erwies sich bereits in den auf eine umfassende Abrüstung abzielenden Vorschlägen, die der damalige Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten. G. W. Tschitschenn. im April 1922 auf der Konferenz von Genua unterbreitete. Es kennzeichnete den fast gleichzeitig mit Deutschland abgeschlossenen Vertrag von Rapallo. Dies bestimmt die Außenpolitik der im Dezember 1922 gegründeten UdSSR. Und dies fand Ausdruck in den weit über 100 Vorschlägen, die seit dem Ende des zweiten Weltkrieges von der Sowjetunion und den anderen Ländern der sozialistischen Gemeinschaft zur Friedenssicherung, für Entspannung und Abrüstung, insbesondere zur Abwendung der alles menschliche Leben gefährdenden nuklearen Bedrohung gemacht worden sind.“

    • olivia2010kroth schreibt:

      Ganz genau so! Vielleicht war Hitler wirklich dumm? Trotz all seiner minutiösen Planung verlor er seinen „Blitzkrieg“ gegen die russischen „Untermenschen“. Ich glaube, seine Dummheit, liegt darin begründet, dass er die Russen, inklusive Stalin, gewaltig unterschätzte. Diese ideologisch-rassistisch begründete Haltung gegenüber den Russen als „Untermenschen“ war eine einzige grosse Dummheit. Wir dürfen nicht vergessen, dass Hitler keine Bildung hatte. Er war ein österreichischer Anstreicher, bevor er an die Macht gelangte.

      • sascha313 schreibt:

        Hitler, Göring, Goebbels, (und auch die nicht bestraften oder geflüchteten) – sie waren Verbrecher! Das allein zählt. Nürnberg hat gezeigt, daß die sozialistische Moral der „kapitalistischen“ so weit überlegen ist, daß selbst ein Antikommunist wie Churchill (oder Anklagevertreter wie Jackson und Falco) sich ihr beugen mußten.

        Nebenbei bemerkt – es war auch nicht allein die Klugheit Stalins… sondern es war die kommunistische Moral, es war die Partei (die recht hatte!) die mit dem Sieg über den Faschismus ihre historische Überlegenheit bewies! Ihr folgten Millionen junger Menschen – Kommunisten, Komsomolzen, und Millionen einfacher Menschen… ja, sogar Geistliche.

      • Es ist gar nicht gut zu meinen, daß A.H. „dumm“ gewesen wäre, denn das war er keinesfalls. Und mit dieser falschen Sichtweise, haben ihn auch seine Gegner unterschätzt.

  10. Mike Foehl schreibt:

    Sehr guter Artikel und eine sehr gute Diskussion. Wir müssen das auf die Straße bringen, auch schon wegen der Resolution der EU: http://www.idcommunism.com/2019/09/eu-parliaments-new-despicable-anticommunist-resolution-distorts-history.html

  11. olivia2010kroth schreibt:

    Sascha schreibt:

    „Nürnberg hat gezeigt, daß die sozialistische Moral der „kapitalistischen“ so weit überlegen ist, dass selbst ein Antikommunist wie Churchill (oder Anklagevertreter wie Jackson und Falco) sich ihr beugen mußten.“

    Das sehe ich auch so. Aber die Folgejahre von Nürnberg haben leider noch Einiges mehr gezeigt: Churchill trickste die Nürnberger Urteile teilweise aus, wenn er dazu in der Lage war. Zum Beispiel bei dem Verbrecher von Manstein, der in der UdSSR Tausende und Abertausende Kommunisten und Juden hinrichten liess.

    Von Manstein sass als „Kriegsverbrecher“ in einem britischen Gefängnis ein. Dann wurde auf Betreiben Churchills seine Strafe verkürzt. Schliesslich wurde er wegen „guter Führung“ auch noch vorzeitig entlassen. Schliesslich beriet er die BRD im Aufbau der Bundeswehr als „Spezialist“ für Militärsachen. Und ausserdem beriet er die NATO.

    Die Kirsche auf der Torte:
    Die Kriegsverbrechen dieses Kriegsverbrechers gerieten in der BRD binnen weniger Jahrzehnte nach Kriegsende komplett in Vergessenheit, so dass von Manstein „mit Ehren“ als „Ehrenbürger“ in seinem deutschen Geburtsort beerdigt wurde.

    Und das alles in ein- und demselben Jahrhundert: im 20. Jahrhundert, weniger als 100 Jahre nach den Nürnberger Prozessen. Die Deutschen (übrigens auch die Briten) leiden gerne unter Gedächtnisschwund, wenn es ihnen in den Kram passt.

    Diese von Manstein-Geschichte ist bei WIKIPEDIA in aller Ausführlichkeit dargestellt. Ich habe sie hier kurz zusammengefasst.

    • Thomas Artesa schreibt:

      Churchill war und blieb zeitlebens ein Schurke und Hypokrit im Dienste der Rothschilds. Seine wahre Fratze hatte er 1946 mit seiner Fulton-Rede gezeigt. Abgesehen davon hatte er bereits 1922 in Sulaimaniya die dortigen irakischen Kurden mit Giftgas bombardieren lassen oder den bengalischen Holocaust an 10 Millionen Indern und Burmesen etc. veranlasst, um die Japaner besser bekämpfen zu können. Dieser Nobelpreisträger war alles andere als nobel – scheinheilige Missgeburt der Geschichte und Stiefelknecht des Finanzkapitals und seiner britischen Krone.

      • S. Erfurt schreibt:

        So isses! Und: Der Krieg den GB gegen Palästina führte, ab dem Zeitpunkt der Mandatsübernahme, darf natürlich auch nicht unerwähnt bleiben. Dieser Bombenterror auf Palästina gehörte zu den Vorbereitungen der Gründung des Staates Israel.

        Die Neuaufteilung der Welt: Eine endlose Geschichte!

  12. Hausmeister schreibt:

    Es hat wenig Sinn über den IQ eines Adolf Hitler zu polemisieren. Genauso wie es unsinnig ist, darüber nachzudenken ob heutige Politiker überlegen was sie tun. In Fakt müssen Politiker auch gar nicht überlegen denn sie handeln stets im Interesse des Kapitals was primitiven Gesetzmäßigkeiten folgt. D.h., daß politische Entscheidungen vom IQ der Politiker unabhängig sind, darauf kommt es an, das zu verstehen. Und dafür lügen die uns in die Taschen daß die Nähte platzen. Wenn heutige Politiker bspw. davon faseln wie 5000 Arbeitsplätze eines Reiseunternehmens zu retten sind, ist das nur heiße Luft, im Hintergrund passiert was ganz anderes: Nämlich die Rettung des Kapitalismus.

    Und eben aus diesem Grund kann es auch keine gemeinsamen Interessensphären zwischen Hitlerdeutschland und der UdSSR gegeben haben, auch wenn davon in diesem Vertrag die Rede ist. Voller Boshaftigkeit konnte Hitlerdeutschland mit diesem Vertrag brechen, denn es gab gar kein internationales Kontrollorgan was die Einhaltung von Verträgen dieser Art hätte kontrollieren können. Und auf wessen Seite sich die UNO heute stellen wissen wir…

  13. olivia2010kroth schreibt:

    Sascha schreibt:
    „Nürnberg hat gezeigt, daß die sozialistische Moral der „kapitalistischen“ so weit überlegen ist, daß selbst ein Antikommunist wie Churchill (oder Anklagevertreter wie Jackson und Falco) sich ihr beugen mußten.“

    Churchill beugte sich, aber später umging bzw. modifizierte er in Nürnberg gefällte Urteile. Zum Beispiel im Fall des Kriegsverbrechers Erich von Manstein. Zunächst sass dieser in britischer Haft, aber dann wurde seine Zeit im Gefängnis verkürzt. Schliesslich wurde er „wegen guter Führung“ entlassen. Manstein half mit beim Aufbau der Bundeswehr in der BRD und beriet sogar die Nato; Nach seinem Tod begrub man ihn als „Ehrenbürger“ in seinem deutschen Heimatort.

    Soweit mein Kommentar zu den Folgen von Nürnberg.

    • sascha313 schreibt:

      Mit dem Machtantritt von Truman kam in den USA ein Unterstützer des Faschismus ans Ruder. Und mit Churchills berüchtigter Rede in Fulton/USA, 5. März 1946 begann ganz offen der Kalte Krieg gegen die Sowjetunion. Damit war auch dem Neofaschismus und Militarismus, der Wiedereinsetzung von Nazi- und Kriegsverbrechern, Nazi-Juristen und Nazi-Beamten in der späteren BRD der Weg geöffnet. Ganz im Gegensatz zur DDR, in der der Faschismus konsequent mit all seinen ideologischen Wurzeln ausgerottet worden war. Kriegsverbrecher wie Manstein, Kappler und andere wären bei uns lebenslänglich ins Gefängnis gekommen.

  14. Hausmeister schreibt:

    Ach neulich im Freibad:
    Eine ältere Dame (um die 80) lief uns übern Weg und irgendwie kamen wir auf die Ostsee zu sprechen. Sie sagte, daß sie auch von der Ostsee komme. Ich wurde neugierig und fragte ob sie von der West- oder Ost-Ostsee stamme. Stettin lautetet ihre Antwort. Sie sei mit ihrer Mutter die eine Ärztin war von Stettin erst nach Rügen und dann nach Schleswig Holstein geflüchtet. Ihr Vater sei in Gefangenschaft gewesen und zwar in Frankreich.

    Da war für mich alles klar. Schade, dachte ich noch, ihr Vater der garantiert ein Nazi war, wäre in russischer Gefangenschaft bestimmt besser aufgehoben gewesen….

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