Warum muß der Kapitalismus beseitigt werden?

capitalismIn der DDR wußte es bereits jedes Schulkind, daß der Kapitalismus vor allem in seinem letzten Stadium, dem Imperialismus,  eine menschenverachtende und aggressive Rolle spielt. Doch damals war das für uns als Kinder der DDR nur Theorie. Heute kann es jeder – wenn er will – in der Praxis sehr gut überprüfen. Und dazu muß man nicht einmal soweit gehen, daß man die Ukraine als Beispiel hernimmt, wo Krieg und Faschismus herrschen. Man braucht sich nur einmal die zunehmende Gewalt, die Kriminalität, die Arbeitslosigkeit und die Hartz4-Schikanen anzusehen, dann versteht man, was der Kapitalismus für eine schändliche Gesellschaftsformation ist. Natürlich wird diese Erkenntnis längst nicht von allen Menschen in gleicher Weise geteilt. Es gibt in der BRD durchaus noch genügend Menschen, die mit sich und ihrer Umwelt zufrieden sind, und die sich gar nicht vorstellen können, daß andere Lebensumstände möglich sind, die zudem heute für das Überleben der Menschheit ein dringendes Erfordernis sind.

Warum reden wir immer vom Kapitalismus? Was ist das eigentlich?

Im Kapitalismus stehen sich als Hauptklassen die Arbeiterklasse und die Kapitalistenklasse gegenüber. Die Kapitalisten sind Eigentümer der Fabriken mit allen Maschinen und Gebäuden. Der Arbeiter muß, um leben zu können, seine Arbeitskraft dem Kapitalisten verkaufen. Der Kapitalist eignet sich an, was der Arbeiter schafft. Er beutet den Arbeiter aus. In der heutigen Zeit hat sich der Kapitalismus zum Imperialismus entwickelt. Die Imperialisten sind die gefährlichsten Feinde des Friedens. – Bei allen, Unterschieden der drei Produktionsweisen Sklaverei, Feudalismus und Kapitalismus ist ihnen gemeinsam, daß eine Minderheit über die Mehrheit der Menschen herrscht und die Mehrheit ausbeutet. Das ist ungerecht. Deshalb haben zu allen Zeiten die Unterdrückten gegen ihre Unterdrücker gekämpft. Diese Kämpfe nennen wir Klassenkämpfe. Der Kapitalismus ist die letzte Gesellschaftsordnung, die auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, auf der Ausbeutung einer Klasse durch die andere beruht. Die revolutionären Kämpfe der Arbeiterklasse gegen die Kapitalisten erzwingen schließlich die Beseitigung des Kapitalismus und die Beendgung der Ausbeutung, sie führen zur Errichtung des Sozialismus. [1]

FRAGE: Warum ist es notwendig, den Kapitalismus abzulösen? Warum ist der Kapitalismus reif, ja, überreif für seine revolutionäre Überwindung?

Die wichtigsten Argumente für die Beseitigung des Kapitalismus

Für die Beantwortung dieser Fragen bilden die bisher erarbeiteten Kenntnisse über das Wesen der kapitalistischen Ausbeutung und des Imperialismus die Grundlage. Wir wollen noch einmal die wichtigsten Argumente zusammenfassen:

  • Überlebte Produktionsverhältnisse. Die kolossale Entwicklung der modernen Produktivkräfte im Interesse des kapitalistischen Profits wird unverträglich mit ihrer „kapitalistischen Hülle“, also den Produktionsverhältnissen, die auf dem privatkapitalistischen Eigentum an Produktionsmitteln beruhen.  In dem wachsenden Widerspruch zwischen den modernen Produktivkräften und den überlebten Produktionsverhältnissen liegt die tiefe Ursache für die Notwendigkeit der Ablösung des ganzen kapitalistischen Systems.

Warum? Weil massenhaft Produkte hergestellt werden, die die Welt nicht braucht. Weil die Umwelt auf nicht wieder gutzumachende Weise geschädigt wurde und immer noch wird. Weil massenhaft Wälder abgeholzt werden, und sogar ganze Bäume geschreddert werden, nur weil es profitabel ist. Weil Energie und Rohstoffe sinnlos verschwendet werden…

  • Wachsender Widerspruch zwischen Arm und Reich. Die stürmische Entwicklung der Produktivkräfte im Kapitalismus führt zur Produktion in immer größeren gesellschaftlichen Maßstäben, zur Einbeziehung von Millionen Werktätigen in einen vielgestaltigen, arbeitsteiligen Produktionsprozeß. Die Produktionsmittel und der von den Werktätigen erarbeitete gesellschaftliche Reichtum gehören jedoch weiterhin den kapitalistischen Privateigentümern. Dieser Widerspruch vertieft sich. Immer dringender wird die Notwendigkeit, dem gesellschaftlichen Charakter der Produktivkräfte die entsprechenden Produktionsverhältnisse zu schaffen. Lenin verwies darauf, daß mit der Entstehung und Entwicklung des staatsmonopolistischen Kapitalismus die unmittelbare Vorstufe des Sozialismus erreicht ist.

Warum? Weil die Besitzer und Anteilseigner der Betriebe auf Kosten der Werktätigen leben. Weil die Unterschiede immer krasser werden. Weil die Armut auf der Welt durch Nichts mehr zu beseitigen ist. Weil der ganze Reichtum der Welt ausreichen würde, um alle anstehenden Probleme der Menschheit sofort zu lösen…

  • Eine modrige, verfaulene Gesellschaft. Die historische Überlebtheit des Kapitalismus kommt in krasser Weise in den Fäulniserscheinungen seines imperialistischen Entwicklungsstadiums zum Ausdruck, Die Krisen auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens, die Massenarbeitslosigkeit, die Nichtauslastung von Produktionskapazitäten, die Entwicklung der Technik vorrangig für kriegerische Zwecke, die alles überwuchernde Rüstungsproduktion, die wachsende Kriminalität und viele andere Gebrechen erfordern grundlegende gesellschaftliche Veränderungen.

Warum? Weil die Wirtschaftskrisen in diesen System nicht zu beseitigen sind. Weil die Massenarbeitslosigkeit, der soziale und kulturelle Verfall der Menschheit, die Korruption und die Kriminalität schon beinahe epidemische Ausmaße angenommen haben. Weil die Waffenproduktion ein riesiges Vermögen verschlingt….

  • Die zunehmende Aggressivität und Kriegsgefahr. Das Monopol ist die tiefe Quelle militärischer Konflikte und imperialistischer Kriege. Es verwandelt die modernen Produktivkräfte in gefährliche Vernichtungskräfte. In unserer Zeit bedrohen die Hochrüstungspolitik der aggressivsten Kräfte des Monopolkapitals, die Vorbereitung eines Atomwaffenkrieges durch den USA-Imperialismus und die NATO die Existenz der ganzen Menschheit. Auf der historischen Tagesordnung steht somit eine tiefgreifende Umwälzung der bestehenden kapitalistischen Zustände. Durch diese Umwälzung ist der Kapitalismus revolutionär zu überwinden und eine neue, die kommunistische Gesellschaft zu errichten.

Warum? Weil die Eroberung neuer Rohstoffquellen und Märkte und der Kampf um die Neuaufteilung der Welt die einzige Möglichkeit ist, die dieses kranke System noch am Leben erhält. Weil die Brutalität der Kriege immer größtere Ausmaße annimmt. Weil es keine Garantie dafür gibt, daß  die Kriege nicht durch irgendeinen dummen Zufall zum Weltkrieg ausarten können. Das wären die letzten Tage der Menschheit.

Worum geht es bei der Überwindung des Kapitalismus?

rabotaZum Inhalt dieser grundlegenden Wende gehört das radikale Brechen mit den überlieferten Eigentumsverhältnissen. Privateigentum an Produktionsmitteln ist schrittweise abzuschaffen und gesellschaftliches Eigentum zur herrschenden Eigentumsform zu entwickeln. Die Produzenten, die Werktätigen, werden dadurch zugleich zu den Eigentümern der Produktionsmittel, und die private Aneignung unbezahlter Arbeit wird ein für allemal unmöglich gemacht. Das ist das Ende der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Was des Volkes Hände schaffen, ist dann des Volkes Eigen! Das beherrschende Prinzip sind nicht mehr kapitalistische Profitgier und erbarmungsloser irnperialistischer Konkurrenzkampf, sondern die planmäßige und gemeinschaftliche Arbeit der Eigentümer der Produktionsmittel zur wachsenden Befriedigung ihrer materiellen und kulturellen Bedürfnisse.

Wie soll es weitergehen nach dem Sturz des Kapitalismus?

Auf der Basis dieser grundlegenden ökonomischen Veränderungen wird die antagonistische Klassenteilung der Gesellschaft aufgehoben und in einem längeren Entwicklungsweg die klassenlose Gesellschaft geschaffen. Dieses radikale Brechen mit den ökonomischen und sozialen Grundlagen der kapitalistischen Gesellschaft hat die Zerstörung der bürgerlichen Staatsmacht zur Voraussetzung, die die Privateigentümergesellschaft mit allen Mitteln zu verteidigen sucht.

Warum ausgerechnet Sozialismus? Ist der nicht gescheitert???

Nein. Der Sozialismus ist nicht gescheitert. Der Sozialismus wurde zerstört. Das war keineswegs unvermeidbar. Siehe hier: Warum hat der Sozialismus verloren? oder auch: Wie die Chruschtschowisten die DDR zerstörten.  Oder: L. Pribytkowa: Die Demontage.
(Es gibt aber auch andere „Erklärungen“, die die Ursache der Zerstörung des Sozialismus auf angebliche Abweichungen vom Marxismus-Leninismus unter Stalin zurückführen wollen. Bei genauerem Hinsehen und nach intensivem Studium der Geschichte erweisen sich diese Behauptungen aber als unwissenschaftlich, da sie weder die konkrete historische Situation
berücksichtigen, noch die Erfolge des sozialistischen Aufbaus bis zum Überfall auf die Sowjetunion und den heldenhaften Sieg über den deutschen Faschismus zu würdigen wissen, sondern im wesentlichen nur die altbekannten Lügen Chruschtschows von 1956 wiederholen, was darauf hinausläuft, Stalin mit Hitler gleichzusetzen. Ein alter Trick der Nazis! Es handelt sich dabei also lediglich um antikommunistische Verleumdungen, wie dieses Beispiel hier zeigt.)

Der Sozialismus sichert die Zukunft der Menschheit!

Der sozialistische Staat wird zum politischen Hauptinstrument der Errichtung sozialistischer Produktionsverhältnisse, des Kampfes um ihren vollen Sieg und ihre ständige Weiterentwicklung und Vervollkommnung. Indem der sozialistische Staat mit den Monopolen die Wurzeln des Krieges beseitigt, erhebt er das Prinzip der friedlichen Arbeit und der Sicherung des Friedens zum Grundanliegen der neuen Gesellschaft.  Der Inhalt der historischen Mission der Arbeiterklasse besteht in zwei untrennbar miteinander verknüpften Aufgaben – dem Sturz des Kapitalismus und dem Aufbau – des Sozialismus und Kommunismus. Damit befreit die Arbeiterklasse die Menschheit von Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg. Unverrückbares Ziel der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung ist die Errichtung der kommunistischen Gesellschaft. Vor mehr als 160 Jahren wurde der Kommunismus von den damals Herrschenden noch als Gespenst, das in Europa umgeht, verhöhnt und in einer für heilig erklärten Hetzjagd erbarmungslos verfolgt (vgl. Einleitung zum Kommunistischen Manifest).

Der Kommunismus – ein Gespenst?

In gewisser Weise ja, weil damals noch nicht im Prozeß des realen Aufbaus, sondern erst in der Vorstellung als Ideal, als geistige Alternative zum Kapitalismus existierend. Aber ein Gespenst, das der herrschenden Klasse schon damals Angst einjagte. Marx und Engels begründeten im Kommunistischen Manifest die Gesetzmäßigkeit des Kommunismus, der als historische Altemative notwendig aus den gesellschaftlichen Verhältnissen des Kapitalismus hervorwächst, der sich zwingend aus den historischen Entwicklungsprozessen ergibt. Sie kennzeichneten in der Geburtsurkunde des wissenschaftlichen Kommunismus das Wesen der neuen Gesellschaft, die radikal und endgültig die tatsächliche tiefe Ursache kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung aufhebt. Sie wiesen den realen Weg, den es zur Errichtung der kommunistischen Gesellschaft zu beschreiten gilt. Und sie erkannten im Proletariat die revolutionäre Klasse der kapitalistischen Gesellschaft, die die Kraft besitzt, die Notwendigkeit der revolutionären Beseitigung des Kapitalismus zur Wirklichkeit werden zu lassen.

Die Entwicklung des wissenschaftlichen Kommunismus und die Verbindung der revolutionären Theorie mit der revolutionären Arbeiterbewegung – das war es, was der Bourgeoisie Furcht einjagte… [2]

Quellen:
[1] Von Anton bis Zylinder. Lexikon für Kinder. Der Kinderbuchverlag Berlin (DDR), 1985, S.302.
[2] Staatsbürgerkunde, Klasse 9. Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin (DDR), S.86-89. (Aktualisierungen und Einfügungen [kursiv] von mir, N.G.)

(Warum wird hier aus Kinder- und Jugendliteratur zitiert? Weil im Unterschied zur BRD auch Kinderbücher und Schulbücher in der DDR auf wissenschaftlicher Grundlage beruhten, einfach und verständlich geschrieben sind, von Historikern, Pädagogen oder namhaften sozialistischen Autoren verfaßt wurden und nicht wie heute vorwiegend gewerblichen Zwecken dienten. )

Dieser Beitrag wurde unter Arbeiterklasse, Kleines Lexikon, Marxismus-Leninismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Warum muß der Kapitalismus beseitigt werden?

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Warum reden wir immer vom Kapitalismus? Was ist das eigentlich?

    Im Kapitalismus stehen sich als Hauptklassen die Arbeiterklasse und die Kapitalistenklasse gegenüber. Die Kapitalisten sind Eigentümer der Fabriken mit allen Maschinen und Gebäuden. Der Arbeiter muß, um leben zu können, seine Arbeitskraft dem Kapitalisten verkaufen. Der Kapitalist eignet sich an, was der Arbeiter schafft. Er beutet den Arbeiter aus. In der heutigen Zeit hat sich der Kapitalismus zum Imperialismus entwickelt. Die Imperialisten sind die gefährlichsten Feinde des Friedens. – Bei allen, Unterschieden der drei Produktionsweisen Sklaverei, Feudalismus und Kapitalismus ist ihnen gemeinsam, daß eine Minderheit über die Mehrheit der Menschen herrscht und die Mehrheit ausbeutet. Das ist ungerecht. Deshalb haben zu allen Zeiten die Unterdrückten gegen ihre Unterdrücker gekämpft. Diese Kämpfe nennen wir Klassenkämpfe. Der Kapitalismus ist die letzte Gesellschaftsordnung, die auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, auf der Ausbeutung einer Klasse durch die andere beruht. Die revolutionären Kämpfe der Arbeiterklasse gegen die Kapitalisten erzwingen schließlich die Beseitigung des Kapitalismus und die Beendgung der Ausbeutung, sie führen zur Errichtung des Sozialismus. [1]

  2. Klaus Steinhaus schreibt:

    Das muß doch nicht noch weiter erklärt werden.

    • sascha313 schreibt:

      Das wäre natürlich schön – doch leider ist es so, daß man es erklären muß – und wie der Philosoph Georg Lukács schon 1951 feststellte: „Die Krixse der bürgerlichen Philosophie dauert weiter an. Ein deutliches Symptom dieser Krise ist die Tatsache, daß die Befreiung vom geistigen Terror des Faschismus in der bürgerlichen Philosophie keine Wendung hervorgebracht hat. Die bürgerliche Philosophie setzt ihren Weg (im Gegensatz zum fortschrittlichsten Teil der Literatur) dort fort, wo sie vor dem Faschismus stehengeblieben ist. … Wie lange sich der Kapitalismus aufrechterhalten kann, wann ihn der Sozialismus im Weltmaßstab ablösen wird, kann heute niemand wissen. Aber nichts weist darauf hin, daß das heutige Bürgertum noch imstande wäre, eine selbständige, umfassernde, fortschrittliche Weltanschauung aufzubauen.“ (G.Lukács: Existentialismus oder Marxismus? Aufbau Verlag Berlin, 1951, S.32.)

  3. Pingback: Die Krise der bürgerlichen Philosophie | Sascha's Welt

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s