Woher nehmen wir unsere Erkenntnisse? Was ist Evidenz?

WissenschaftZunächst verdanken wir unsere Erkenntnisse unseren Sinnesorganen. Wir bezeichnen dies als das 1.Signalsystem (Reiz → Empfindung → Wahrnehmung) oder die „sinnliche Stufe der Erkenntnis“. Die Entwicklung des 2.Signalsystems erfolgte im Verlauf des Prozesses der Menschwerdung und der Entstehung der menschlichen Gesellschaft. Sie ging in ständiger, enger Verbindung und Wechselwirkung mit bestimmten biologischen Veränderungen und der gesellschaftlichen Entwicklung vor sich. Friedrich ENGELS gibt in seiner Schrift über den Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen eine anschauliche Darstellung dieser Entwicklung. Das 2.Signalssystem (Begriffe → Urteil → Schluß) oder die „rationale Stufe der Erkenntnis“ besteht in der Fähigkeit des menschlichen Denkens…

Der Zusammenhang zwischen Arbeit, Sprache und Denken

Arbeit und Sprache spielten für die Entwicklung des Menschen und der menschlichen Gesellschaft, für die Entwicklung des menschlichen Denkens eine hervorragende Rolle. Friedrich ENGELS schrieb: „Zunächst die Arbeit, dann aber zusammen mit ihr die artikulierte Sprache, das waren die beiden Triebkräfte, unter deren Einfluß das Gehirn des Affen sich allmählich in das menschliche Gehirn umwandelte.“ In seienr Arbeit über den Marxismus in der Sprachwissenschaft schreibt STALIN: „Die Lautsprache ist in der Geschichte der Menschheit eine der Kräfte, die den Menschen halfen, sich vom Tierreich abzusondern, sich zu Gemeinschaften zu vereinigen, ihr Denken zu entwickeln, eine gesellschaftliche Produktion zu organisieren, einen erfolgreichen Kampf mit den Kräften der Natur zu führen und bis zu dem Fortschritt zu gelangen, den wir in der Gegenwart haben.“

Die Arbeit ist das primäre…

Natürlich blieb die neue Qualität, die sich auf der Grundlage der Arbeit und der Sprache entwicklet hatte, das Denken, nicht ohne Einfluß auf die Sprache und die Arbeit. Es wirkte seinerseits fördernd auf beide.  Ein besonderer Zusammenhang besteht ferner zwischen Sprache und Denken. ENGELS schrieb, „Die Entwicklung des Gehirns und der ihm unterstehenden Empfindungen, die Entwicklung des sich immer weiter aufhellenden Bewußtseins, des Vermögens, zu abstrahieren und logisch zu denken, wirkten auf Arbeit und Sprache zurück und gaben beiden immer neue Anstöße zur weiteren Entwicklung. Arbeit, Sprache und Denken sind also grundlegende Faktoren der Menschwerdung und der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Die Arbeit das Primäre, Denken und Sprache das Sekundäre.“

Sprache und Denken

Ein besonderer Zusammenhang besteht ferner zwischen Sprache und Denken. In seiner Arbeit über den Marxismus in der Sprachwissenschaft schreibt STALIN: „Man sagt, daß die Gedanken im Kopf des Menschen entstehen, bevor sie in der Rede ausgesprochen werden, daß sie ohne sprachliches Material, ohne sprachliche Hülle, sozusagen in nackter Gestalt entstehen. Aber das ist völlig falsch. Welche Gedanken im Kopf des Menschen auch immer entstehen mögen, sie können nur auf der Grundlage des sprachlichen Materials, auf der Grundlage der sprachlichen Termini und Sätze entstehen und existieren. Gedanken, frei vom sprachlichen Material, frei von der sprachlichen ,natürlichen Materie‘, gibt es nicht. ,Die Sprache ist die unmittelbare Wirklichkeit des Gedankens‘ (Marx). Die Realität des Gedankens offenbart sich in der Sprache. Nur Idealisten können von einem Denken, das mit der ,natürlichen Materie“ der Sprache nicht verbunden ist, von einem Denken ohne Sprache sprechen.“ Dieser Hinweis STALINS ist für das Verständnis des Zusammenhangs von Denken und Sprache sehr wichtig. Die Sprache liefert also dem Denken  das Wortmaterial, ohne welches Gedanken im menschlichen Gehirn nicht entstehen können.

Quelle:
Prof.Dr. M. Zetkin: Grundlagen der Medizin für Heilberufe, VEB Verlag Volk und Gesundheit Berlin, 1953, S.236ff.

Die nonverbale Kommunikation

Nonverbale Kommunikation ist jedes nichtsprachliche Verhalten, das Auskunft über innere Zustände und/oder Absichten des sich verhaltenden Lebewesens gibt. Dazu gehören auch bildhafte, akustische, haptische und olfaktorische Signale. An der nonverbalen Kommunikation eines Menschen sind Emotionen, Einstellungen, Lebensgewohnheiten, und teilweise sogar Gedanken ablesbar. Doch ein Austausch der Gedanken bedarf immer der verbalen Kommunikation. Können Tiere denken? Kurt GOSSWEILER schrieb: „daß die Tiere z.B. sehr wohl den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung erkennen – und das ist ja doch auch schon ,Denken‘, wenn auch auf niedriger Stufe. Daß manche Tiere aber noch zu ganz anderen, schwierigeren Denkleistungen, z.B. zur Verwendung von aus der Natur gewonnenem Material als Werkzeuge und sogar zum Zählen, fähig sind, das kann man in den Quiz-Sendungen ,Wunder der Natur‘ (oder so ähnlich) in eindrucksvollen Beispielen erleben.“


Was ist Wissenschaft?

Wissenschaft: historisch entstandene und sich entwickelnde Gesamtheit spezifisch gesellschaftliche Ar­beitsprozesse, die auf die Gewinnung, Verarbei­tung, Vermittlung und Anwendung von Erkenntnissen über gesetzmäßige Zusammenhänge in der objektiven Realität gerichtet sind, sowie das System dieser Erkenntnisse selbst. Das spezifische Primärpro­dukt wissenschaftlicher Tätigkeit sind empirische und theo­retische wissenschaftliche Erkenntnisse über die Natur, die Gesellschaft und das Denken, die in den Einzel­wissenschaften als logisch geordnete und entwicklungsfähige Systeme von Begriffen, Aussagen, Theorien, Hypo­thesen u.a. zusammengefaßt sind. Diese sind Wi­derspiegelungen von Gegenständen, Eigenschaften, Strukturen und Prozessen der objektiven Realität und bilden eine Form des gesellschaftlichen Bewußt­seins.

Die Wissenschaft als Produktivkraft

Als gesellschaftliche Tätigkeit ist die Wissenschaft sozialökonomisch determiniert; ihre grundsätzlichen Ziele er­geben sich aus den Existenz-, Produktions- und Reproduktionsbedingungen der jeweiligen Gesell­schaftsordnung, aus grundlegenden gesellschaftlichen Bedürfnissen und ihrem eigenen Entwicklungs­stand. Als Einheit von materieller und ideeller Tä­tigkeit ist die Wissenschaft Produkt der gesellschaftlichen Praxis und zugleich Grundlage und Voraussetzung ziel­strebigen und erfolgreichen menschlichen Handelns; ihre Erkenntnisse finden in allen gesellschaftlichen Be­reichen Anwendung. Von besonderer Bedeutung ist ihre Rolle als unmittelbare Produktivkraft der Ge­sellschaft, zu der sie sich in dem Maße entwickelte, wie sich ihre Erkenntnisse in Arbeitsmitteln und -gegenständen, technologischen Prozessen und Erzeug­nissen der materiellen Produktion materialisierten.

Wissenschaft im Kapitalismus und im Sozialismus

Im Kapitalismus unterliegt die Wissenschaft den Verwer­tungsbedingungen des Kapitals; ihre Nutzung im Profit- und Machtinteresse der herrschenden Klasse führte über ihren militärischen, ideologischen oder biologischen Mißbrauch bis zur heuti­gen Gefahr der Vernichtung der Menschheit in ei­nem Atomwaffenkrieg oder durch einen „Great Reset“. Der fortschrittsfördernde und humanistische Charakter der Wissenschaft vermag sich nur unter sozialistischen Verhältnissen voll zu entfalten; die Ergebnisse der Wissenschaft und ihre rasche und breitenwirk­same Anwendung in der Produktion dienen hier der Erhöhung der ökonomischen Leistungskraft der sozialistischen Gesellschaft, der Entwicklung ihres militärischen Schut­zes, dem sozialen Fortschritt sowie der sozialistischen Persönlichkeitsentwicklung.

Die wissenschaftlich-technische Revolution

Die hohe Dynamik des wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts, seine ra­sche Umsetzung in grundlegend neue Technologien und deren breite Anwendung in der Produktion sind Basis der revolutionären Veränderungen, die sich gegenwärtig in den Produktivkräften vollziehen (wissenschaftlich-technische Revolution). In der Gegenwart führt die Entwicklung der Wissenschaften einer­seits zu immer stärkerer Differenzierung der Wis­senschaften, zur Entstehung neuer Disziplinen, von Grenzwissenschaften und Querschnittswissen­schaften, andererseits zu einer stetigen Vereinheitlichung des wissenschaftlichen Weltbildes (Integration der Wissenschaften). Das System der Wissenschaften kann nach dem Gegenstand in Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften, aber auch nach den Methoden, dem Abstraktionsgrad und anderen Gesichtspunkten klassifiziert werden.

Wissenschaftsmoral

Der soziale Charakter der Wissenschaft wird durch die zugrunde liegenden Klasseninteressen bestimmt. Im Kapitalismus gibt es keine klassenneutrale Wissenschaft. Dabei geht es insbesondere um die Erhaltung des Friedens, die Durchsetzung des sozialen Fortschritts, des Schutzes der Umwelt und der Gesundheit. Es gibt heute eine weltweite Auseinandersetzung um die Bewahrung einer humanistisch-progressiven Moral der Wissenschaft. Auseinandersetzungen zwischen  humanistischen und antihumanistischen Positionen finden auch zwischen den Vertretern der bürgerlichen Klasse statt.

Quelle:
BI-Lexikon (5 Bd.), VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1988, Band 5, S.425.

Was ist Wahrheit?

Wahrheit ist eine Bezeichnung dafür, daß sich Gegenstände, Erscheinungen und Gesetzmäßigkeiten der objektiven Realität im Bewußtsein des Menschen so widerspiegeln, wie sie außerhalb und unabhängig vom erkennenden Subjekt existieren. Wahrheit ist die Übereinstimmung vom Denkinhalt, von Urteilen und Begriffen mit dem Objekt, die geprüft wird durch die gesellschaftliche Praxis. Zur Wahrheit zu kommen, sagt MARX, bedeutet zu den Dingen zu gehen, wie sie sind. (MEW, Bd.1, S.27).

Quelle:
N.I.Kondakow: Wörterbuch der Logik. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1978, S.524.

Welche Bedeutung hat die Evidenz?

Die Wissenschaft strebt nach Erkenntnis vom We­sen der Dinge und der Erscheinungen durch logi­sche Schlüsse, die auf Erfahrung und Experiment beruhen. Urteile, die auf Evidenz basieren, können sich aber als falsch erweisen. Bekannt sind verschiedenartige optische Täuschungen, Fehler bei der Bewertung und dem Vergleich von Teilstreckenlängen, von Winkelgrößen oder Entfernungen zwischen Gegenständen, die vom Beobachter unter bestimmten Bedingungen begangen werden.

Sind Sinneserfahrungen sicher?

Die Idealisten versuchen seit altersher die Erscheinungen der optischen und akustischen Täu­schung zum Beweis einer angeblichen Unsicherheit der Sinneserfahrung zu nutzen. Aber diese Versuche haben keinen Erfolg. Verzerrungen in der Wahrnehmung durch die einen Sinnesorgane werden durch die Angaben der anderen Sinnesorgane korri­giert, und deshalb entsteht im Ergebnis letzten Endes gesichertes Wissen. Von der Zuverlässigkeit sinnlichen Wissens zeugt auch die Tatsache, daß der Mensch gerade mit den Sinnesorganen die Be­dingungen aufdeckte, unter denen das Entstehen von optischen und. akustischen Täuschungen möglich wird. Da der Mensch diese Bedingungen kennt, nutzt er sie bewußt aus, z.B. bei der Per­spektive in der Malerei und Architektur.

Wie gelangt man zur Wahrheit in der Erkenntnis?

Die meisten wahren Kenntnisse, die den Inhalt der Wissenschaft bilden, sind keine evidenten, sondern vermittelte Wahrheiten. Ihr Wahrheitsgehalt wird im Arbeitsprozeß beim Schließen überprüft mit Hilfe von Geräten und Apparaturen. Darum ist der Versuch einer ganzen Reihe von Rationalisten, z. B. von DESCARTES, jede Wahrheit auf eine rational evi­dente Aussage zurückzuführen, nicht gerechtfertigt. Das Allgemeine, das die Wissenschaft aufdecken muß, um das Wesentliche zu erforschen, wird in Ge­danken und Wörtern widergespiegelt, die Funk­tionen nicht des ersten, sondern des zweiten Signal­systems sind.

Quelle:
N.I.Kondakow: Wörterbuch der Logik. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1978, S.161.

Weg der Erkenntnis

So aber nun eine allerletzte Frage:
Warum gibt es so viele Menschen, die mit Scheuklappen durch die Welt laufen? Warum gibt es so viele, die gar kein Interesse daran haben, etwas anderes zu glauben als das, was sie immer schon geglaubt haben? Warum gibt es Menschen, die jede andere Meinung, jeden abweichenden Standpunkt für verrückt erklären? Wissen Sie eigentlich, warum so viele Menschen manipulierbar sind, sogar ohne sich dessen bewußt zu sein?

ANTWORT: Weil es bequemer ist, nicht anzuecken und zu glauben – anstatt nachzudenken.


pdfimage Woher nehmen wir unsere Erkenntnisse?

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20 Antworten zu Woher nehmen wir unsere Erkenntnisse? Was ist Evidenz?

  1. „In seiner Arbeit über den Marxismus in der Sprachwissenschaft schreibt STALIN: „Die Lautsprache ist in der Geschichte der Menschheit eine der Kräfte, die den Menschen halfen, sich vom Tierreich abzusondern, sich zu Gemeinschaften zu vereinigen, ihr Denken zu entwickeln, eine gesellschaftliche Produktion zu organisieren, einen erfolgreichen Kampf mit den Kräften der Natur zu führen und bis zu dem Fortschritt zu gelangen, den wir in der Gegenwart haben.“

    Grandios! Von Stalin kann man sehr viel lernen! Wahrlich, er war ein überbegabter Mensch. Welch tiefe Erkenntnisse er doch über das Sein hatte!

    Mit LENIN Werke I.-III. bin ich fast durch … dann muß ich mir die Werke von Stalin durchlesen.

    • sascha313 schreibt:

      🙂 Es ist mir eine Freude, Dich lesen zu sehen. Ganz meinerseits auch die freudige Wiederentdeckung dieses Textes…

    • tommmm schreibt:

      Klare Gedanken erfordern klare Worte.

      Das vergleiche mal den Wortdrechselein der heutigen Politkaste.
      (Vielleicht haben sie auch keine klaren Gedanken?) 🙂

      • Mit den „klaren Worten“, ist das so eine Sache!
        Wenn ein Politiker in seiner Rede etwa das Wort „Recht“ verwendet, spricht er von der Philiosophie des Rechts, seine Zuhörer „verstehen“ darunter jedoch die (christlich-religiöse) Gerechtigkeit, worüber bereits Plato in Buch 1. seiner Politeia einen dialektischen Dialog (ein Gespräch) zwischen Sokrates und seinen Freunden führen lässt, aus dem hervorgeht, daß jeder der Gesprächsteilnehmer eigentlich etwas anders unter der Gerechtigkeit versteht.

      • sascha313 schreibt:

        …belanglos. Es gibt genügend Beispiele, wo mit vielen „klaren“ Worten Unklarheit verbreitet wird!

  2. „Darum ist der Versuch einer ganzen Reihe von Rationalisten, z. B. von DESCARTES, jede Wahrheit auf eine rational evi­dente Aussage zurückzuführen, nicht gerechtfertigt.“

    Sie ist auch noch aus einem zweiten Grunde nicht gerechtfertigt:
    DESCARTES setzt das Denken (den Geist, die Idee, das Bewußtsein) vor das Sein = objektive Realität. Mit seinem berühmten Ausspruch: Cogito, ergo sum „Ich denke, also bin ich“, erhebt er das Denken (den Geist, die Idee, das Bewußtsein) über die objektive Realität, womit er das Denken (den Geist, die Idee, das Bewußtsein) für außerhalb und unabhängig von der objektiven Realität erklärt. Das kann schon ganz natürlich aber nicht richtig sein, denn zum Denken ist ein Gehirn erforderlich, welches durch die Sprache – in ihren verschiedenen Formen (Laut-, Fühl- und Zeichen-Sprache) erst erlernt werden muß und das kann nicht ohne das Erlernen der Sprache selbst geschehen.

    Das Dogma von der Sünde der Kirchen-Religion geht so: „Ich habe gesündigt, in Gedanken, Worten und Werken“, die Wahrheit ist jedoch: Erst kommt das Werk (das Sein, die objektive Realität), dann erlernt der Mensch die Sprache und erst dann kann er das Denken erlernen/entwickeln, woraus das Bewußtsein entsteht.

    Bildlich: Aus der Saat, entsteht die Pflanze, an der wachsen Blüten und daraus entstehen die Früchte. „Leide“ träumen die Leute immer noch und bilden sich ein, daß es den Apfel ohne den Baum, an dem er wächst, geben könnte oder es ein Buch ohne Autor und eine Zeitung ohne Scheiber gäbe. Die Henne und der Hahn waren zuerst da, dann kommt das Ei, aus dem ein Kücken schlüpft.

  3. Erfurt schreibt:

    Nehmen wir eine Schlagzeile von Gestern: Massenproteste in Moskau für die Freilassung von Nawalny Natürlich war es wieder die Tagesschau die solchen Mist verbreitet. In Wirklichkeit kennen die meisten Russen diesen Krawallni gar nicht und in der gesamten Geschichte der Menschheit ist es noch niemals vorgekommen, daß eine Freilassung gefordert wird für eine Witzfigur die 30 Tage Haft bekommen hat.

    Und natürlich dienen Fakenews dieser Art bestenfalls dazu, von den Demonstrationen im eigenen Lande abzulenken. So z.b. in Erfurt, wo einige Tausend auf dem Domplatz gegen Maskenpflicht u.a. Unterdrückungsmaßnahmen demonstriert haben.

    Motto in erfurt: Die Maske ist der neue Hitlergruß!

    So isses! Und als Ergänzung: #ZeroCovid ist die neue schwarze Null der Spanferkelregierung!

    Schönen Sonntag!

  4. „Ein besonderer Zusammenhang besteht ferner zwischen Sprache und Denken. In seiner Arbeit über den Marxismus in der Sprachwissenschaft schreibt STALIN:
    „Man sagt, daß die Gedanken im Kopf des Menschen entstehen, bevor sie in der Rede ausgesprochen werden, daß sie ohne sprachliches Material, ohne sprachliche Hülle, sozusagen in nackter Gestalt entstehen. Aber das ist völlig falsch. Welche Gedanken im Kopf des Menschen auch immer entstehen mögen, sie können nur auf der Grundlage des sprachlichen Materials, auf der Grundlage der sprachlichen Termini und Sätze entstehen und existieren. Gedanken, frei vom sprachlichen Material, frei von der sprachlichen ,natürlichen Materie‘, gibt es nicht. ,Die Sprache ist die unmittelbare Wirklichkeit des Gedankens‘ (Marx). Die Realität des Gedankens offenbart sich in der Sprache. Nur Idealisten können von einem Denken, das mit der ,natürlichen Materie“ der Sprache nicht verbunden ist, von einem Denken ohne Sprache sprechen.“ Dieser Hinweis STALINS ist für das Verständnis des Zusammenhangs von Denken und Sprache sehr wichtig. Die Sprache liefert also dem Denken das Wortmaterial, ohne welches Gedanken im menschlichen Gehirn nicht entstehen können.“

    Ist es nicht eigentlich erstaunlich, daß ich vor zehn Jahren — bis dahin hatte ich noch nie etwas von Marx, Engels, Lenin oder Stalin gelesen – hielt den Kommunismus für eine antichristliche, menschenfeindliche Ideologie von Leuten, die ‚irre‘ im Kopf sein müssen — zur selben Erkenntnis gekommen bin, wie dieser große Philosoph der marxistisch-leninistischen Philosophie?
    Jedenfalls war ich beim Lesen der beien Texte von Stalin mal wieder baff erstaunt, „daß ich ‚ja dann doch nicht‘ der Einzige und schon gar nicht der Erste war, der das erkannt hat.“

  5. Ulrike schreibt:

    Zu meinem Studium der Pädagogik/Psychologie war Galperin unverzichtbar.
    Die Marxisten der kultur-historischen Schule haben mit Wygotski, Leontjew, mit Rubinstein, Anochin, Marx und Engels und anderen Wissenschaftlern der Psychologie studiert und ich hab mit ihnen meine Diplomarbeit geschrieben. Habe hier noch nie etwas über ihn hier lesen können.
    Natürlich war das „Signalsystem“ ein ganz wichtiges Element im Studium. Für die Lebens- und Berufspraxis bis heute unverzichtbar,. Nicht am Schreibtisch sondern im Leben spielt die Musik.

    • Hallo und guten Abend Ulrike,

      du schreibst: „Die Marxisten der kultur-historischen Schule haben (…)“

      Ich habe mich über diesen Satz richtig „aufgeregt“: *Was fürn schwachsinniger Begriff soll das nun wieder sein: *kultur-historisch“?*, fragte ich mich geradezu empört. Aber ich konnte mich schnell beruhigen und dachte, daß ich besser mal nachfrage, was das denn sein soll: *die „kultur-historische Schule der Marxisten“* — Sicher wirst du es mir erklären können. Danke.

      • Ulrike Spurgat schreibt:

        Nichts werde ich erklären müssen. Und „jedes Kind“ hat seinen. Namen und Ereiferungen tun nicht not. Schlaumeier gibt es immer. Und besser ist es sich abzuregen !

    • tommmm schreibt:

      Ulrike, über Pädagogik habe ich Makarenko gelesen. Der schreibt ja eher in Romanform. Ich fand es sehr spannend.
      Wie ist denn Wygotski oder Leontjew zu lesen. Geht das ohne Vorbildung oder ist das eher „trocken“ und was für Profis auf dem Gebiet?

      • Ulrike Spurgat schreibt:

        tommmm, sei versichert, dass ich sehr gerne in meinem „Fundus“ und erarbeiteten Texten nachschaue was eventuell für dich da von Interesse sein könnte. Ich brauche dafür nur etwas Zeit, denn einfach „nur ein Buch“ zu empfehlen ist in dieser Frage nicht hilfreich, da es insofern schwierig werden kann, dass selbst neue Begriffe wie sie zu verstehen und historisch in ihrer Entwicklung einzuordnen sind einen „zwingen“ das eigene Denken zu „revolutionieren“ und hemmungs- und gnadenlos das „Oberstübchen“ mit den bürgerlichen Ideologien auszumisten. Gleichzeitig aber den erkannten Fortschritt die nützlichen Aspekte bürgerlicher Erkenntnisse immer in den aktuellen jeweiligen Entwicklungsstand unbedingt mit einzubeziehen. „Denn alles ist immer in ständiger Bewegung.“ (Womit ich hier nicht Bernsteins Bewegung meine).
        Ich hab da so eine Idee….und komme dann wieder.

  6. sascha313 schreibt:

    Hallo jauhuchanam, die marxist.-leninist. Kulturgeschichte als Zweig der historischen Wissenschaft, die sich mit der Entwicklung der Kultur und ihrer Bestandteile in Beziehung zur allgemeinen Gesellschaftsgeschichte beschäftigt, hatte vor allem in den Ländern des sozialistischen Weltsystems – und nicht nur dort – größte Bedeutung für das Geschichtsbild und die sozialistische Bewußtseinsbildung des werktätigen Volkes im Kampf gegen den Imperialismus. Die wissenschaftliche Darstellung der proletarisch-sozialistischen Kultur (wozu selbstredend auch die Werke von Marx, Engels, Lenin und Stalin sowie auch Wygotski, Rubinstein u.a. gehören) vom Standpunkt der Weltanschuung und gesellschaftlichen Politik der Arbeiterklasse und deren Begriffe waren weder „schwachsinnig“ noch „empörend“, sondern geradezu eine dringende Notwendigkeit, um dem bürgerlichen Zivilisationspessimismus und Kulturverfall der westlichen Ideologen eine progressive marxistische-leninistische Kultur und Wissenschaft entgegenzusetzen.

    • Ulrike Spurgat schreibt:

      So brillant hätte ich es nicht sagen können. Auf den Punkt gebracht. Vielen Dank !

    • Danke für die Erklärung. Und dann vergleiche deine Erklärung mal mit der, die auf Wikipedia steht — vielleicht erkennt man dann, warum ich überhaupt gefragt habe (musste!)

      Ich habe die marxistisch-leninistische Kulturgeschichte überhaupt nicht als „schwachsinnig“ oder „empörend“ bezeichnet, sondern lediglich mitgeteilt, daß ich mich über die „Neuschöpfung“ kultur-historischen Schule erregt hatte und deshalb nachfragte, was das denn nun wieder für ein „Orwellsches Neusprech“ ist.

      Es mag ja sein, daß Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind oder die dort Anthropologie und/oder Psychologie studiert haben, verstehen, was mit kultur-historischen Schule gemeint ist, aber im heutigen kaptialistischen Deutschland wird das kaum einer von tausend Intellektuellen, geschweige denn Proletariern verstehen.

      Klar, ich hätte selbstverständlich besser erst gar nicht hier nachgefragt und gleich bei Wikikpedia nachschauen können, was unter kulturhistorischen Schule verstanden wird. Aber ich denke, es wird mir hier jeder zustimmen, daß die dortigen Erklärungen doch wohl sehr vom Kapitalismus eingefärbt sind, oder?

      Und wenn schon ich hier nicht mehr nachfragen darf und auf meine Frage dann folgende „Antwort“ – die gar keine ist! erhalte: „Nichts werde ich erklären müssen. Und „jedes Kind“ hat seinen. Namen und Ereiferungen tun nicht not. Schlaumeier gibt es immer. Und besser ist es sich abzuregen !“ dann werden auch andere Menschen nicht mehr nachfragen, weil sie automatisch befürchten müssen, daß man sie für doof verkaufen will! … oder glaubt oder meint hier jemand, daß ich nicht wüßte, was unter „Schlaumeier gibt es immer.“ zu verstehen ist? Es ist ein Argumentum ad hominem! Sie hätte auch gleich sagen können: „Was bist du denn für ein Blödmann!?“

      • sascha313 schreibt:

        …interessierte Fragen sind immer erlaubt. Es gibt aber (man kann das hier im Blog nicht imer so gensu trennen bzw. es ist nicht immer erkennbar) Fragen, die aus ganz anderen Gründen gestellt werden. Muß ich das erklären? Das führt jedenfalls von Thema weg. Und es gibt durchaus auch Fragen, die genau das beabsichtigen… Und da erwarten wir wenigstens hier schon eine gewissen Solidarität!

      • Ulrike Spurgat schreibt:

        Niemals würde ich einen anderen Kommentator so ohne weiteres als einen „Blödmann“ betiteln. Warum denn sollte ich das tun ?
        Nur ist es aber auch so: Wer verteilen kann muss auch einstecken können.
        Mir liegt völlig fern deinen Lernprozess in Frage geschweige dir deine Entwicklung absprechen zu wollen.
        Allerdings ist es so, dass die Akzeptanz der eigenen Geschichte und die Entwicklung, also all dessen was ich oftmals in Jahrzehnten mühsam auch mit dem Kampf mit mir selber erarbeitet habe zu einem stabilen Fundament des Lebens werden konnte auf dem sich sicher bewegt werden kann.
        Ich muss niemanden überzeugen oder überreden, dass ist nicht meine Aufgabe. Ohne die geistigen Freunde, wie auch Wigotsky, Leontjew, Rubinstein, Galperin, Holzkamp/Osterkamp und Wolfgang Jantzen wären die Chancen auf ein sinnvolles Leben in Richtung Null gegangen. Die Erkenntnis, dass der Mensch sich lebenslang entwickelt und dass dabei keine Grenzen gesetzt werden können waren von solch einer Tragweite, dass ich lernen wollte und lernen musste. Es gab keine Therapie, die überzeugend gewesen ist der eigenen menschlichen Problematik, wobei Isolation und Ausgrenzung die Fähigkeit des Lernens erschwerten und als eines der größten Hindernisse sich zeig hätte gerecht werden können. Es war eine Kreiselei, entweder um sich selber oder aber um den Therapeuten und ich war kreuzunglücklich bis meine Genossen mich sowas von herausgefordert haben…. und ich lernen konnte die Versagens Ängste zu überwinden. Ich wollte den Dingen auf den Grund gehen und niemals hätte ich aufgegeben. Es wurde gelesen, diskutiert, in Frage gestellt und so verstand ich mehr und mehr um was es wirklich geht: Und weil der Mensch ein Mensch ist….- Wolfgang Jantzen, kompromisslos stand er auf der Seite derer die die Gesellschaft „lange abgeschrieben“ hat. Jantzen war überzeugt, dass jeder Mensch die Fähigkeit zur Entwicklung hat. Er lebte mit schwer gehirngeschädigten Menschen eine zeit lang zusammen und forschte in dem Bereich bei geschädigten Hirn Schlaganfall Patienten die es besonders schwer getroffen hatte. (Aphasie). Und selbst dort gab es Verbesserungen, obwohl er ständig gegen all die Widrigkeiten und Anfeindungen seiner bürgerlichen Kollegen angehen musste, weil die das nicht akzeptieren wollten. Sie brauchten die Stigmatisierung und die Festlegung von Krankheitsbildern auf immer…. und Jantzen z.B. war überzeugt von einem lebenslangen Lernen, und das jeder Mensch lernfähig ist und das es keine Grenze des Lernens geben kann. Selbst im Kapitalismus ist es möglich mit einer Weltanschauung zu „punkten“ die all den bürgerlichen Wissenschaftlern die Haare zu Berge stehen lässt.
        Will sagen, dass ich dir solch eine konkrete geerdete Antwort, wie Sascha sie dir gegeben hat niemals hätte geben können. Selbst dann nicht, wenn ich mich sehr bemühe. Dieser Teil des Hirns ist nicht so entwickelt wie bei anderen Menschen und ich wäre dir nicht gewachsen, weder in Wort noch in Schrift.

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