Margot Honecker: …und der Zukunft zugewandt !

Margot HoneckerFrauen an der Spitze unseres Staates – Margot Honecker, Minister für Volksbildung der DDR, war eine von ihnen. 1963 wurde sie in diese Funktion berufen. Mit der Jugend war sie seit Jahrzehnten verbunden. Von 1949 bis 1953 war sie Sekretär des Zentralrats der FDJ und Vorsitzende der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“. Übrigens arbeiteten im Volksbildungswesen der DDR überwiegend Frauen. Ihr Anteil in leitenden Funktionen war hoch. Auch in den ehrenamtlich wirkenden Elternbeiräten und Klassenelternaktivs redeten Frauen ein gewichtiges Wort mit. Mehr als 500.000 gehörten diesen Gremien an, das war mehr als die Hälfte aller Mitglieder. 54 Prozent der Klassenelternaktivs wurden von Frauen geleitet. (aus: Sie bei uns, Verlag für die Frau, Leipzig – DDR, 1974, S.64.)

Margot Honecker

…und der Zukunft zugewandt

(Auszug aus einer Rede zur internationalen Pädagogenkonferenz in der Hauptstadt der DDR, Berlin, im November 1971 – leicht gekürzt)

Gestatten Sie mir, Ihrer Konferenz eine erfolgreiche Arbeit zu wünschen und der Überzeugung Ausdruck zu geben, daß diese Beratung einen Beitrag zur Klärung wesentlicher Probleme der Theorie und Praxis unserer marxistisch-leninistischen Pädagogik leisten wird ….

Die ideologische Auseinandersetzung spitzt sich zu

Liebe Genossen! Im Mittelpunkt unserer Beratung steht die weitere Entfaltung der Offensive unserer marxistisch-leninistischen Theorie, unserer marxistisch-leninistischen Pädagogik im Kampf gegen die imperialistische Ideologie und deren Ausgeburt, den Antikommunismus, die politisch-ideologische Hauptwaffe des Imperialismus. In der heutigen Zeit … verstärkt sich die Auseinandersetzung auf ideologischem Gebiet. Unsere marxistisch-leninistische Pädagogik spielt dabei eine große Rolle. Als marxistisch-leninistische Gesellschaftswissenschaft steht unsere Pädagogik der bürgerlichen Ideologie unversöhnlich gegenüber. Wir haben nie und werden nie den Klassencharakter unserer Theorie leugnen. Sie war, ist und bleibt der Ausdruck der Interessen der Arbeiterklasse, ebenso wie die bürgerliche Pädagogik stets der Ausdruck der Interessen der Bourgeoisie war und ist. Unsere marxistisch-leninistische Pädagogik ist eine streitbare Wissenschaft. Unter den Bedingungen des sich zuspitzenden ideologischen Klassenkampfes führt sie einen kompromißlosen Kampf gegen die bürgerliche Ideologie und gegen den Revisionismus aller Schattierungen.

Gegen den Mißbrauch der Schule

Die Weiterentwicklung unserer marxistisch-leninistischen Pädagogik vollzieht sich in der offensiven Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Pädagogik, der Aufdeckung der ihr zugrunde liegenden sozialen und philosophischen Wurzeln. Wenn wir uns als Pädagogen mit dem Kampf gegen den Antikommunismus beschäftigen, so tun wir das aus unserer Verantwortung für die Erziehung der jungen Generation. Es ist ein wichtiges Erfordernis unserer Zeit, unsere ganze Kraft einzusetzen für die Erziehung bewußter Kämpfer für die Sache des Kommunismus, für die Sache des Friedens, gegen den Mißbrauch der Schule und der Pädagogik durch die Monopolbourgeoisie, die mit dem Antikommunismus die Herzen und Hirne der Jugend vergiften will.

Die Lage des Imperialismus ist nicht beneidenswert

Heute … ist die Lage des Imperialismus wahrhaftig nicht beneidenswert; denn immer tiefer wird seine Krise. Deshalb verstärkt er verzweifelt seine Angriffe auf die Theorie und Praxis des wissenschaftlichen Sozialismus. Dabei bedient er sich des Antikommunismus … Wir wissen, Angriffe an dieser oder jener Stelle können heute weder das Gesamtbild der Welt verändern noch die Völker vom Wege der gesellschaftlichen Entwicklung, die gesetzmäßig zum Sozialismus verläuft, abbringen. … Der Kommunismus prägt(e) das Antlitz unseres Jahrhunderts. Der Kampf gegen ihn ist nichts Neues. Er ist so alt wie der wissenschaftliche Sozialismus. Als mit dem Kommunistischen Manifest der Marxismus erstmals als wissenschaftliche Lehre vom Sozialismus in die Weltarena trat, wurde diese Herausforderung von der Bourgeoisie mit Antikommunismus beantwortet. Die Ausbeuterklassen versuchten, den aufstrebenden Marxismus um jeden Preis niederzuhalten. Sie kerkerten die Revolutionäre ein und versuchten, die immer mehr erstarkende Arbeiterbewegung in ihrem Blut zu ertränken. Das Bismarcksche Sozialistengesetz und die Niederschlagung der Pariser Kommune sind dafür prägnante historische Beispiele.

Die Angriffe der Ewiggestrigen auf die Sowjetunion

Die Monopolbourgeoisie förderte mit allen Mitteln den Opportunismus und Revisionismus in der internationalen Arbeiterbewegung. Aber die Ideen des Marxismus, von Lenin in Anwendung auf die Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution weiterentwickelt, wurden trotz alledem in der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution zum Siege geführt. Mit Beginn dieses neuen Zeitalters der Menschheitsgeschichte wurde der Antikommunismus zürn wütenden Antibolschewismus und Antisowjetismus. Seit 1917 ist der Antikommunismus zur bestimmenden Ideologie des internationalen Monopolkapitals geworden. Seine Angriffe richteten sich jetzt nicht mehr nur gegen die Ideen des Kommunismus, sondern gegen die Praxis des kommunistischen Aufbaus in der Sowjetunion. Unter seinen Fahnen sammelten sich die weißgardistischen Konterrevolutionäre und die imperialistischen Interventen. Aber die bewaffnete Intervention scheiterte an der Stärke der jungen Sowjetmacht und dem proletarischen Internationalismus Millionen Werktätiger in der ganzen Welt. Im Kampf gegen die Sowjetunion, setzte die imperialistische Bourgeoisie schließlich ihre Hoffnung auf die widerwärtigste Ausgeburt des Imperialismus – den Faschismus.

Der Sozialismus siegt!

Die Sowjetunion zerschlug im Großen Vaterländischen Krieg in einem heldenhaften und opferreichen Kampf den faschistischen Aggressor und befreite die Völker Europas von seiner blutigen Herrschaft. Im Ergebnis der Zerschlagung des Faschismus erstarkte die Macht der Sowjetunion, entwickelte sich das sozialistische Weltsystem immer mächtiger. Unaufhaltsam wuchs in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg die Bewegung der Arbeiterklasse selbst in solchen Ländern, die als die stabilsten Bastionen des Imperialismus galten. Es wuchs die nationale Befreiungsbewegung gegen den Imperialismus. … Die Geschichte hat längst die Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit des Antikommunismus bewiesen. Wie könnte auch dieser von Thomas Mann so treffend als die Grundtorheit unseres Jahrhunderts bezeichnete Antikommunismus, dieses eklektizistische Gemisch reaktionärer Ideen, die mit den gegen den Fortschritt, gegen den Frieden gerichteten Aktionen einhergehen., eine Alternative zum wissenschaftlichen Kommunismus sein, dem Banner, um das sich die Volker auf ihrem Weg zu Frieden, Freiheit, Brüderlichkeit und Menschlichkeit zusammengeschlossen haben!

Das Gift des Antikommunismus

Die Gefährlichkeit des Antikommunismus darf man aber keinesfalls unterschätzen. Deshalb führen wir einen offensiven Kampf gegen ihn auch in Schulpolitik, Pädagogik und Jugenderziehung. Soll doch auch hier der Versuch unternommen werden, unsere marxistisch-leninistische Theorie zu zersetzen, die Erfolge der sozialistischen Bildung und Erziehung zu verunglimpfen und im eigenen Herrschaftsbereich die Jugend zu vergiften, um sie für die aggressiven, menschenfeindlichen Ziele des Imperialismus reif zu machen. Es entspricht zutiefst dem humanistischen Anliegen der sozialistischen Pädagogik, alles zu tun, um die Jugend vor dem Gift des Antikommunismus zu schützen. Die Verwirklichung der höchsten Ziele der Menschheit, den Kommunismus zum Siege zu führen, den Frieden zu erhalten und zu sichern, macht den konsequenten, kompromißlosen Kampf gegen den Antikommunismus, den Feind der Völker und ihrer Jugend, zu einer unabdingbaren Aufgabe aller Pädagogen, die es mit ihrem humanistischen Auftrag ernst meinen..

Das sozialistische Bildungssystem

Wir wissen, es hat in der Geschichte nicht an Anstrengungen imperialistischer Theoretiker gefehlt, die marxistisch-leninistische Pädagogik, insbesondere die Sowjetpädagogik, zu verteufeln. Das aber hat den Siegeszug der marxistisch-leninistischen Pädagogik nicht aufhalten können. Sie hat sich im Leben und im Kampf bewährt; ist sie doch die einzig wissenschaftliche Theorie der Bildung und Erziehung. Anschaulich beweist das die Entwicklung des Bildungswesens in unseren Ländern. Die Sowjetmacht schuf anstelle des rückständigen Bildungswesens des alten zaristischen Rußlands in historisch kurzer Frist das vorbildlichste Bildungswesen der Welt. Die sowjetische Schule erzog Generationen von Sowjetbürgern, die das Werk des Roten Oktober ehrenvoll fortführen, die aus dem wirtschaftlich und wissenschaftlich zurückgebliebenen Rußland die Weltmacht Sowjetunion schufen. Sie erzog Menschen, die die härtesten Bewährungsproben der Geschichte des Sowjetlandes bestanden, die den Weg in den Kosmos bahnten und die heute der Menschheit auf dem Weg zum Kommunismus voranschreiten. Indem wir die allgemeingültigen Erkenntnisse und Erfahrungen der sowjetischen Pädagogik schöpferisch anwandten, haben wir in unseren sozialistischen Ländern ein hochentwickeltes sozialistisches Bildungswesen aufgebaut.

In der DDR wurde der faschistische Ungeist ausgerottet

Nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus haben wir in der Deutschen Demokratischen Republik unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer Partei den Ungeist des Faschismus und Militarismus, des Chauvinismus und Rassismus mit seinen Wurzeln ausgerottet. Gestützt auf die Erkenntnisse und Erfahrungen der sowjetischen Pädagogik, haben wir eine Schule geschaffen, die den Kindern des Volkes eine hohe wissenschaftliche Bildung vermittelt, sie auf das Leben im Sozialismus vorbereitet und sie im Geiste der marxistisch-leninistischen Weltanschauung zu guten Patrioten und glühenden Internationalisten, zur unverbrüchlichen Freundschaft mit der Sowjetunion erzieht. So wurde erstmals in der deutschen Geschichte dem realen Humanismus im Bildungswesen zum Durchbruch verhelfen. Wo in den kapitalistischen Ländern gibt es eine solche Entwicklung des Bildungswesens, solche Bedingungen für die Arbeit der Lehrer, Erzieher und pädagogischen Wissenschaftler?

Die katastrophale Lage der Schule in der BRD

Anschaulicher Ausdruck der tiefen Krise, in der sich das imperialistische System befindet, ist auch die katastrophale Lage der Schule in der BRD. Die Tatsache, daß das Bildungsprivileg der herrschenden Klasse nach wie vor ungebrochen ist, daß der Inhalt der Bildung und Erziehung nach wie vor den reaktionären Zielen des Antikommunismus unterworfen ist, beweist erneut : Mit dem Regierungswechsel in der BRD hat sich nichts am Herrschaftssystem geändert. War schon in den von der SPD-Führung bei Regierungsantritt verkündeten Reformplänen für das Bildungswesen nicht die Rede von einer demokratischen Reformierung des Inhalts der Schulbildung, so muß man heute feststellen, daß selbst diese Reformen zurückgestellt wurden. Dafür wurde der sozialdemokratische Kriegsminister Schmidt von des: Springer-Presse dafür gerühmt, daß im Staatshaushalt 1972 eine Steigerung der Rüstungsausgaben auf ca. 30 Milliarden – das ist die größte Ausgabe seit Bestehen der Bundesrepublik – erfolgte, während von den für 1972 geplanten Bildungsausgaben 1,4 Milliarden gestrichen wurden.

Der Sozialismus ist der Zukunft zugewandt

Aus den verbindlichen Lehrbüchern und Lehrmaterialien ist der Geist des Antikommunismus und Antisowjetismus nach wie vor nicht entfernt worden. … Der Antikommunismus ist in der BRD erklärte Staatspolitik seit der Existenz dieses Staates. Und es erweist sich erneut: Die Ideologie der herrschenden Klasse ist bestimmend für den Geist der Schule. Wo die Schule den Interessen des Monopolkapitals zu dienen hat, ist sie auf den Antikommunismus festgelegt, der, wie er auch immer begründet werden mag, den Interessen der Reaktion sowohl nach innen als auch nach außen dient. Liebe Freunde und Genossen! Für alle demokratischen Kräfte, die um eine fortschrittliche, demokratische Schule kämpfen, ist das Bildungswesen der sozialistischen Länder, vor allem der Sowjetunion, zum Beispiel geworden.

Alle unsere Erfolge beruhen darauf, daß mit der Errichtung der Macht der Arbeiterklasse unter der Führung unserer marxistisch-leninistischen Parteien unser Bildungswesen konsequent auf der Grundlage der wissenschaftlichen Lehre des Marxismus-Leninismus, auf der Grundlage der marxistisch-leninistischen Pädagogik aufgebaut wurde. Das Unterpfand unseres weiteren erfolgreichen Voranschreitens wird darin bestehen, den Kampf um die Reinheit unserer wissenschaftlichen Lehre weiter konsequent zu führen und alle Kräfte zu vereinen, um die Theorie und Praxis unserer sozialistischen Pädagogik ständig zu bereichern und weiter zu entwickeln. In diesem Sinne wünsche ich der Konferenz einen guten Verlauf!

Quelle:
Autorenkollektiv, Die marxistisch-leninistische Pädagogik – eine streitbare Waffe gegen den Antikommunismus, Volk und Wissen, Volkseigener Verlag, 1972, S.17-23.

Siehe auch:
Wer ist Margot Honecker?
Das einheitliche sozialistische Bildungssystem in der DDR
Welches ist das beste Bildungssystem in der Welt?
Erich Honecker: Über den Sozialismus und seine Zukunft

Einige Referate der Konferenz:
* aus dem Referat von Prof. A.Kossakowski (DDR)
* aus dem Referat von Dozent Dipl.Ing. A.Pravdik (ČSSR)
* aus dem Referat von Prof. H.G. Hofmann (DDR)

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