Ljubow Pribytkowa: JE ZIVILISIERTER, DESTO UNMENSCHLICHER…

ohne SowjetunionDie Zerstörung der Sowjetunion war nicht nur die größte Katastrophe in der Geschichte dieses großen Landes, sondern auch die bisher größte Katastrophe in der Geschichte der Menschheit überhaupt. Die angebliche westliche Zivilisation erweist sich dabei stets aufs Neue als eine menschenverachtende und brutale Form imperialistischer Gewaltherrschaft, die nicht nur in Rußland zu unbeschreiblichem Elend und moralischem und kulturellem Verfall geführt hat, sondern in zunehmendem Maße nunmehr auch die westlichen Länder selbst erreicht. In ihrem Beitrag schreibt die russische Publizistin über die Ursachen und Folgen der sogenannten Perestrojka und verweist auf die unumgängliche Perspektive der erneuten Errichtung einer ausbeutungsfreien, sozialistischen Gesellschaft, wenn die Menschheit nicht im Chaos versinken will…

Heute wird viel über die angebliche Zivilisation geredet. Wie sie sich im heutigen Rußland präsentiert, ist mit bloßem Auge zu erkennen. Da gibt es nichts, worüber man sich freuen könnte. Die bürgerliche Konterrevolution hat die progressive Entwicklung der Sowjetunion nicht nur einfach angehalten, sondern sie hat das große Land in eine Katastrophe gestürzt. 70 % der Industriebetriebe des Landes sind heute geschlossen oder wurden in Kaufhäuser umgewandelt, und über 90 % der noch vorhandenen Betriebe, die von den sowjetischen Arbeitern aufgebaut wurden, befindet sich heute in privaten Händen. Armut und Elend, Arbeitslosigkeit und Landstreicherei wurden zur Realität, und nicht wenige Menschen leben am Rande der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit.

Was geschah nach der Konterrevolution?

Als die UdSSR zerfiel, erhielten die Völker ihre sogenannte nationale „Unabhängigkeit“, die sich für die absolute Mehrheit der Menschen in eine extreme Verschlechterung der Lebensqualität, in den Verlust der Brüderlichkeit, der Völkerfreundschaft, der sozialen Gerechtigkeit und Gleichheit und die völlige Ungewißheit über den morgigen Tag verwandelte. Unsere Gesellschaft ist so tief gefallen, wie niemals zuvor. Der Fortschritt wurde durch den Rückschritt ersetzt. Nicht nur in der Wirtschaft und in der Politik, sondern auch in der Wissenschaft, in der Bildung und im Gesundheitswesen. Die Kultur vieler Völker, ihre Sittlichkeit und Moral sind fast in den Schmutz gefallen. Immer weniger Menschliches bleibt in der Gesellschaft noch übrig. So als ob tatsächlich ein langsamer, den Menschen unbewußter Prozeß der Umwandlung des homo sapiens in seine tierischen Vorfahren vor sich ginge…

Meine ersten Jahre nach dem Studium

Nach dem Abschluß des Studium am Institut Mitte der sechziger Jahre arbeitete ich drei Jahre in der Forstwirtschaft des Irkutsker Gebietes als Direktor einer Mittelschule. Ich wohnte in im Dorf in einem Häuschen, dessen Tür ich manchmal am Morgen, wenn ich zur Arbeit eilte, mit einem Kettchen verschloß. Auch die Schule wurde am Abend mit einem einfachen Schloß verriegelt. Nie gab es Sorge über einen möglichen Diebstahl oder Raubüberfall. Das wußten im Dorf fast alle. Oft kamen Menschen zu mir mit ihren Lebensproblemen, und ich half, wo ich konnte. Als ich dann wegfuhr, um meine Aspirantur abzulegen, verabschiedete ich mich von allen, wie von Verwandten…

Neue westliche „Zivilisation“ zieht ein…

Nachdem die Bourgeoisie Ende der achtziger Jahre an die Macht gekommen war, begann sie, die sowjetische Gesellschaft mit der westlichen „Zivilisation“ zu überschütten und die Menschen mit ihrer gelobten „Freiheit und Demokratie“ zu belegen. Die Helden der Sowjétunion und die besten Menschen unseres Landes wurden mit Schmutz überhäuft, die weißgardistischen Henker und ihre Komplizen begann man zu loben. Der Abriß der Denkmäler für den genialen Denker Karl Marx, den Gründer des ersten Arbeiter- und Bauern-Staates, Wladimir Iljitsch Lenin und für die Helden des Großen Vaterländischen Krieges begann nicht erst in der Ukraine. Und die Iwans in Rußland und in den Baltischen Ländern, die sich nicht mehr an ihre Vorfahren erinnerten, marschierten dabei in der ersten Reihe.

Sicherheitstüren und Wachschutzleute

Wir tauschten in den Wohnungen die hölzernen Türen gegen Metalltüren, bauten hastig zwei, drei Sicherheitsschlösser ein und schraubten Gitter vor die Fenster. In vielen Häusern und Eingängen wurden gepanzerte Türen und Wechselsprechanlagen eingebaut. In die Schulen und Hochschulen kann man jetzt nicht mehr einfach so hineingehen. Am Eingang sitzt ein gesunder Wachschutzmann. Er könnte auf dem Bau arbeiten oder in der Landwirtschaft, doch er sitzt den ganzen Tag gedankenlos auf seinem Stuhl und paßt auf. Wachleute gibt es im Land jetzt mehr, als Arbeiter in den Betrieben.

Ach, was war die Sowjetunion doch totalitär!

Zur sowjetischen Zeit konnte man an einem beliebigen Informationsschalter das Telefon und die Adresse aller benötigten Personen erfragen. Heute erhält man diese Informationen nur mit Genehmigung der Polizei. Die Menschen grenzen sich jetzt mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln voneinander ab. Und dafür nehmen in der Presse und im Fernsehen die Lügen über den Totalitarismus und die fehlende Freiheit in der UdSSR kein Ende.

Eine schöne neue Freiheit…

  • Im Westen wird das als Freiheit bezeichnet, wozu niemand eine Beziehung hat. Das führt bis ins Absurde. Einige Regierungen beschließen sogar Gesetze über die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Da macht auch Rußland keine Ausnahme. Bei uns hat irgend so ein freies Mädchen mit ihrem Freund geschlafen, und später stellte sie den ganzen nächtlichen Liebesprozeß ins Internet. Als der Freund das sah, war er schwer erschüttert und nahm sich das Leben.
  • Frei war auch die 25jährige Anna Nossowa in Moskau, die Ende Januar 2016 den ganzen Tag vor einem Geschäft mit dem Lautsprecher für Schafspelze warb. Sie tat fleißig ihre Arbeit, um etwas Geld zu verdienen. Und ihr war es gleichgültig, als ältere Leute mehrfach dagegen protestierten, da man bei einem solchem Lärm in der Nachbarschaft nicht leben kann. Ein nicht mehr ganz junger Ingenieur hielt das nicht aus. Ein Schuß und Anna mußte ihr Leben lassen, kaum daß es begonnen hatte.
  • Auch wird jetzt selten im Bus oder in der Straßenbahn für ältere Leute oder Invaliden ein Platz frei gemacht. Da sitzen die ach so freien jungen Dämchen, ins Handy vertieft und klimpern mit ihren lackierten Fingernägeln auf der Tastatur herum.

Die Moral der bürgerlichen Gesellschaft

Die menschliche Moral in der Gesellschaft wird immer weniger – die Achtung vor dem Alter, das Mitgefühl gegenüber dem Schicksal anderer Menschen, das Bedürfnis, Schwächeren zu helfen. Und viele halten schon das hohe sowjetische Ideal – zuerst an die Heimat zu denken und später an sich selbst – für einen Anachronismus. Je „zivilisierter“ das Land ist, desto unmoralischer werden die Leute. Sie sind gleichgültig gegenüber anderen Menschen, und immer weniger bereit, gegen die Ungerechtigkeiten der Welt und für die Befreiung des Planeten vom Neokolonialismus zu kämpfen. Und es gibt mehr und mehr überschlaue Gründlinge, die nichts gesehen, nichts gehört haben; und je weniger man weiß, desto besser schläft man…

Die bürgerliche Presse betrügt die Massen erfolgreich mit schönen, aber leeren Phrasen über Menschenrecht und Freiheit. Doch in der kapitalistischen Welt gibt es keine Freiheit, und es kann sie nicht geben. Im Grunde kann nur von einer Freiheit die Rede sein – von der Freiheit der Herrschaft der Bourgeoisie. Doch vom Verständnis dessen ist die Mehrheit der Menschen noch sehr weit entfernt.

Die USA – das „zivilisierteste“ Land der Erde?

Sehen wir uns die Vereinigten Staaten von Amerika an. Dieses „zivilisierte“ Land hat sich schon seit langem in eine Gesellschaft von Robotern verwandelt. Wladislaw Schwed schreibt in der Zeitschrift „Die russische Spezialeinheit“ in einem Artikel „Die USA – das finstere Imperium“ [1]: „moderne Technologien ermöglichen es der amerikanischen Regierung, die totale Kontrolle über die Gesellschaft auszuüben“. Die Freiheit auf amerikanisch – das ist die Einführung elektronischer Personalausweise und Bankkarten, Mikrochips in Dokumenten und Karten der Bürger und Kameras zur Videoüberwachung. Da die absolute Mehrheit der Amerikaner über Handys verfügt, ist es möglich, alle ihre Gespräche abzuhören und praktisch ihre Bewegung in jeder beliebigen Region der Welt zu kontrollieren. Und wenn die Menschen sich unter totaler Kontrolle befinden, verwandeln sie sich zwangsläufig in Marionetten, die von Angst beherrscht sind und über man die man frei verfügen kann. Da muß man sich nicht wundern, wenn bei den amerikanischen Schülern und ihren Eltern das Denunziantentum gegenüber Mitschülern, Nachbarn und Bekannten zur Norm gehört.

…ein KZ mit verstärkter Ernährung

Unsere aus den USA zurückkommenden Landsleute nennen dieses Land ein „Konzentrationslager mit verstärkter Ernährung“. Deshalb waren es dort auch nicht allzu viele, die gegen die aggressive Politik der eigenen Soldateska protestierten, als sie in Korea, Vietnam, Jugoslawien, im Irak, in Afghanistan und Libyen buchstäblich tierisch wütete. Und jetzt tun die Yankees alles, um den ihnen nicht genehmen syrischen Präsidenten Baschar Assad zu stürzen. Der durchschnittliche amerikanische Kleinbürger lebt nach seinem Magen, und nicht nach der Vernunft. Er ist unpolitisch. Er interessiert sich nicht dafür, was in der Welt geschieht. Ihm kommt nicht in den Sinn, daß die wahren Terroristen in der Welt nicht Al Kaida oder ISIS sind, sondern sein eigenes Land – die Vereinigten Staaten von Amerika. Die USA haben der Europäischen Union geholfen, die NATO zu schaffen – eine Militärorganisation mit neofaschistischem Charakter. Sie bringt den Völkern der Welt nur Leid und Tod.

Wer sind deine Partner? Ich sage dir, wer du bist!

Diese Einschätzung der USA und der NATO ist keineswegs übertrieben. Und deshalb ist es äußerst seltsam zu hören, wenn hohe Beamte Rußlands – der Präsident, der Ministerpräsident und verschiedene Abgeordnete die Führer der USA und ihre europäischen Handlanger als Partner und Kollegen bezeichnen. Hier gibt es ein neues Sprichwort: Sage mir, wer deine Partner sind und ich sage dir, wer du bist. Obwohl, was ist daran so seltsam. Rußland ist heute Teil der imperialistischen Welt. Es herrscht die „goldene Milliarde“, deren Kapital auf Kosten der grausamsten Ausbeutung der Lohnarbeiter von Jahr zu Jahr wächst. Sie läßt Milliarden Menschen auf der Erde hungern. Sie zerlegt, verführt und verunstaltet all das Beste, was von der menschlichen Gesellschaft noch übrig blieb.

Wo ist die hohe sowjetische Moral geblieben?

Sogar die Arbeiterklasse, die fortschrittlichste Klasse der Gegenwart, ist heute von kleinbürgerlichem Individualismus verseucht. Immer weniger bleibt in Rußland von der hohen Moral übrig, die zur sowjetischen Zeit ausgeprägt war – die Kameradschaft und Kollektivität, die Solidarität und gegenseitige Hilfe, der proletarische Internationalismus und die Völkerfreundschaft. Und Rundfunk und Fernsehen hören nicht auf, ihre Zuhörer davon zu überzeugen, daß die Hauptsache im Leben die persönlichen Interessen sind, und nicht etwa die gesellschaftlichen. Man soll sich um die eigene Familie kümmern, um das Tränchen des eigenen Kindes. Und es gibt keinen Grund, sich darüber zu beunruhigen, daß zwei Milliarden arbeitslose Bewohner dieser Erde nicht wissen, wie sie ihre Familie ernähren sollen. Jeden Tag sterben auf unserer Erde mehr als 20.000 Kinder vor Hunger und Krankheit, aber das ist ja doch nicht bei uns…

Individualismus und Nationalismus sind unmoralisch!

Der in die menschlichen Seelen eindringende Individualismus tötet die Menschlichkeit. Er ist unmoralisch. Weil der Mensch seiner Natur nach ein soziales Wesen ist. In der Gesellschaft zu leben und frei von der Gesellschaft zu sein, ist unmöglich! Und deshalb kann der Mensch erst, nachdem er sich mit seinen Klassenbrüdern vereint hat, die Befreiung vom sozialen Joch erlangen. Auch der Nationalismus, mit dem die Bourgeoisie die arbeitende Bevölkerung ansteckt, um sie vom Verständnis der wahren Gründe ihres Unglücks und vom Kampf abzulenken, ist unmoralisch. Und sie macht das sehr geschickt, weil in Rußland sogar die Kommunisten, die ihrer Natur nach Internationalisten sind, dieser Epidemie zum Opfer gefallen sind.

Die amoralische Konsumgesellschaft

Der amerikanische Schriftsteller John de Graaf ist von einer weiteren ansteckenden Krankheit der Moral in der kapitalistischen Welt beunruhigt – der Überkonsumtion [2]. Diese Amoralität hat auch Rußland schon erfaßt. Warum fürchten sich die Arbeiter, auf Betriebsversammlungen ihre Stimme gegen die gefräßigen Ausbeuter zu erheben? Warum schweigen sie so feige, wo sie doch ihre Lebensinteressen verteidigen müßten? Weil sie beim nächsten Mal schon entlassen werden. Die Bourgeoisie mag keine denkenden, die Wahrheit suchenden und protestierenden Menschen. Die Arbeit darf man keinesfalls verlieren. Die Menschen sind in Krediten und Schulden versumpft.

Kaufen! Kaufen! Kaufen! Obwohl, der größte Teil von dem, was beim Ausverkauf von den Menschen gekauft wird, ist doch – bitteschön! – wirklich nicht notwendig. Heute hat die Werbung alles plattgemacht. Die Marktforschung, die sich mit der Erzeugung und Einführung unnötiger Bedürfnisse der Menschen befaßt, versteht etwas von ihrem Handwerk, und so haben die Menschen unter dem Einfluß momentaner Emotionen jeden Quatsch gekauft, von dem nur Handel und Hersteller profitieren. Über vernünftige Bedürfnisse zu reden, ist jetzt nicht gefragt…

Wissenschaftliches Denken ist überflüssig

In den Schulen und Hochschulen setzt man sich nicht mehr zum Ziel, bei den Schülern und Studenten das wissenschaftliche Denken zu entwickeln; es ist nicht die Aufgabe, entwickelte und gebildete Persönlichkeiten zu erziehen, wie das zur sowjetischen Zeit der Fall war. Die Menschen brauchen heute kein großes Wissen. Hauptsache, sie wissen, welche Taste des Computers sie drücken müssen, um die nötigen Informationen aus dem Internet zu bekommen. Wie soll man sich da nicht an die zum Klassiker gewordene Satire „Der Kummer mit dem Verstand“[3] des bekannten russischen Dramatikers Alexander Gribojedow erinnern. Heute herrscht in der Welt seine Majestät, der Markt! Klug muß man nicht sein, denn das ist unerwünscht, doch man ist verpflichtet, ein Käufer zu sein!

Nur der Starke hat ein Recht auf Leben

Die Presse lobt beim Menschen Unternehmergeist, Hinterlist und Schläue, und die Fähigkeit, mit allen Mitteln zum Erfolg zu kommen. Sie schärft den Menschen ein, daß jeder nur für sein eigenes Wohl sorgen soll, und dafür, andere zu überholen und zu übervorteilen. Geb’s Gott, daß er kein „Schwächling“ wird, sonst wird er aus dem menschlichen Rudel hinausgeworfen, zertreten und zerstört. Nur der Starke hat in dieser Marktwirtschaft ein Recht auf Leben.

Nicht alle Menschen erkennen das Wesen der Macht

Die Konterrevolution in der UdSSR hat Millionen Menschen in den Staub geworfen. Auch in Rußland hat heute die Bourgeoisie, die Klasse der Raubtiere, die Macht. In ihren Händen befinden sich die Banken und das Land, die Betriebe und Fabriken, die Bergwerke, die Minen und die Verkehrswege. Doch nicht alle Menschen erkennen das Wesen der Macht. Sie glauben an die „guten und wohltätigen“ Millionäre, an die „guten“ Präsidenten, Gouverneure und Abgeordneten. Naiv gehen sie zu den Wahlen – zu diesen kostenlosen Veranstaltungen –, und sie hoffen mit deren Hilfe, ihr Leben zu verbessern.

Der Kapitalismus muß vernichtet werden!

Sie verstehen nicht, daß sich in den Händen der Bourgeoisie nicht nur alle materiellen Reichtümer des Landes, sondern auch der Rundfunk, das Fernsehen, die Zeitungen und Zeitschriften, die Verlage und Theater befinden. Sie hat das gesamte Internet in ihrer Gewalt. Die Geldsäcke bestimmen jetzt auch unsere Geisteswelt. Natürlich auf ihre Art und Weise. Sie spenden Millionen, um räuberische Moral der Herren zur Moral der Arbeitenden zu machen. In der Sowjetunion war einst der Mensch des Menschen Freund, Genosse und Bruder. Doch da, wo das Kapital herrscht, ist der Mensch des Menschen Wolf. Der Kapitalismus ist ein unmenschliches System. Es muß vernichtet werden. Das ist eine Gesetzmäßigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung! Und deshalb ist im 21. Jahrhundert das eherne Wort des „Manifests der Kommunistischen Partei“ aktueller denn je:

„Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.“ [4]

28. Februar 2016.

Quelle: https://work-way.com/chem-tsivilizovannej-tem-beschelovechnej/

(Übersetzung Florian Geißler)

Anmerkungen:
[1] http://www.specnaz.ru/articles/226/2/2283.htm (russ.)
[2] John de Graaf: [Affluenza] The All-Consuming Epidemic, Berrett-Koehler Publishers, 2005.
[3] Alexander Sergejewitsch Gribojedow (1795-1825), russischer Diplomat und Schriftsteller, schrieb 1823 die Verskomödie „Verstand schafft Leiden“ (Горе от ума), eine Satire auf den russischen Staat, die von der Zensur verboten, doch später vielfach aufgeführt wurde.
[4] Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd.4, S.493; Dietz Verlag Berlin, 1974.

images Ljubow Pribytkowa: Zivilisiert und unmenschlich

 


Siehe auch:
Gesinnungen, Charaktereigenschaften und Wertmaßstäbe und der Unsinn von der „westlichen Wertegemeinschaft“
Warum ist die SOZIALISTISCHE WIRTSCHAFT die einzige vernünftige Alternative zum Kapitalismus? Und was verstehen wir darunter?
Über das Wesen der Moral
Ljubow Pribytkowa: Ist die Vereinigung der Kommunisten möglich?
Psychologische Kriegsvorbereitung

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4 Antworten zu Ljubow Pribytkowa: JE ZIVILISIERTER, DESTO UNMENSCHLICHER…

  1. Vorfinder schreibt:

    Und wann merken das die sog. Linken in der BRD?

    • sascha313 schreibt:

      Die sogenannten „Linken“ in der BRD und der EU und die russische KPRF haben mit dem Marxismus gebrochen und sind zu Handlangern der Bourgeoisie geworden. Aber selbst Sjuganow mußte eingestehen: „Stalin hat die Leninsche Modernisierung fortgesetzt … Die von Lenin und Stalin ins Werk gesetzten Veränderungen zusammengenommen haben innerhalb von 20 Jahren das Potential des Landes auf das Siebzigfache gesteigert. … Die heutigen Machthaber dagegen haben ein Land bekommen, das nach allen wichtigsten Indikatoren zu den ersten drei oder fünf Ländern der Welt zählte und sie haben es an den Bettelstab gebracht.“ (zitiert nach „junge Welt“, 30./31. Januar 2016, S.3) Was Sjuganow allerdings verschweigt, ist seine persönliche demagogische Rolle als Lakai der russischen Oligarchen und der russ.-orth. Kirche.

      • Vorfinder schreibt:

        Für die Kommunisten, die es dabei nicht belassen wollen, hilft es, Stalin zu studieren und danach zu handeln. Ohne wahre kommunistische Partei aber bliebe auch das Kraftlos. Gegenwärtig gewinnt ja eher die Spaltung unter Kommunisten Fahrt – eben weil es an Klarheit fehlt, u.a. zu Stalin.

        In Russland besinnen sich so manche ja auf die Lehren der Klassiker. In der BRD aber bettelt die PdL weiter darum, Handlanger der Bourgeoisie sein zu dürfen, und sie hätte gerne einen vorderen Platz im Boot der Menschenschlechter. Die DKP ist lächerlich – womit ich nicht sage, dass die aufrechten Genossen, die keine andere politische Alternative sehen und deshalb in dieser Partei sind, lächerlich wären! Und die KPD findet und findet ihre Sprache nicht wieder. Selbst wenn morgen das herrschende System klirrend zusammen brechen würde, die Scherben würden wohl in den Taschen der aufziehenden Faschisten landen. – Stalin wußte, dass der Weg der Revisionisten in die Barbarei führt. Deshalb Stalins Konsequenz.

        Die Frage der Einheit der Kommunisten kann also heute nur beantwortet werden, wenn die Antwort unerbittlich den Kampf gegen den Revisionismus in den eigenen Reihen einschließt. Alles Getue mit dem „demokratischen Sozialismus“ wird den Kapitalismus ganz und gar nicht besiegen. Die Hauptfrage ist, ob RECHTZEITIG eine ausreichende Anzahl Menschen bereit ist, den Kapitalismus tatsächlich zu überwinden.

  2. Harry 56 schreibt:

    Hallo Vorfinder,
    noch eine weitere blitzblanke „Kommunistische Partei“, gern noch mit einem fetten „B“ hinten dran gehängt? Aber aber! Wir haben doch schon die DKP, die MLPD, „Die Linke“, die (straßen-) kampferprobte „Antifa“, die nicht minder „antifaschistischen“ und ebenso „kämpferischen“ Gewerkschaften á la IG Metall, Ver.di & Co.

    Par exemple: nur mal so etwa zur Erleuchtung, IGM-Boß „Kollege“ Hoffmann im Zusammenhang zur „Flüchtlingskrise“ zum weiteren Kurs dieser „Arbeiter-vertreter“ in den Betrieben bei böswilligen Gemurmel: „Wer hetzt der fliegt!“ Gnadenlos! Und das soll alles nicht reichen?

    Fast jeden Montag in Dresden, an anderen Tagen in anderen Städten alle vereint mit sonstigen Schülern, Studenten und Lehrern, Pastoren und Professoren im Kampf und „Zeichen setzen“ gegen den „braunen Mob“ von Pegida, AfD und sonstige Ungeheuer.

    Wozu also noch bei dieser wirklich geballten „antifaschistischen Macht“ noch eine neue rrrrevolutionäre „Kommunistische Partei“? Soll etwa der liebe Verfassungsschutz ein höheres Budget, noch mehr „IM“ erhalten?🙂

    Beste soz. parteilose Grüße!

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