Die Begriffe der Kommunisten und ihre Fälschungen durch die Massenmedien der Ausbeuterklasse…

Es ist eine alte Methode der Bourgeoisie, die Begriffe der Kommunisten zu verdrehen und zu verfälschen, um sie ihres eindeutigen und entlarvenden Inhalts zu berauben. Dies sei hier einmal an Hand des „Sowjetisch-deutschen Nichtangriffsvertrages“ von 1939 erläutert. Wenn es um Formulierungen ging, war Stalin sehr genau. Nicht umsonst hat er sich an den Gesprächen zwischen Molotow und Ribbentrop persönlich beteiligt. Und so trägt diese Vereinbarung auch seine Handschrift.

Nicht nur aus Gleichgültigkeit wird heute in den imperialistischen Massenmedien nur noch der Begriff „Nichtangriffs-Pakt“ verwendet, was eine gemeinsame Verschwörung („Pakt mit dem Teufel“ – und natürlich ist Stalin damit gemeint) denken läßt. Und im nächsten Atemzug ist dann von einer Gleichsetzung des faschistischen Diktators mit J.W. Stalin die Rede. Das ist keineswegs ein Zufall! Und es ist eben keine „Geschmackssache“, wie man das sieht oder schreibt, sondern eine prinzipielle Frage. Wir müssen uns hier nicht Begriffe unterjubeln lassen, die der klumpfüßige Demagoge einst ganz bewußt aussuchte, um die Kommunisten zu denunzieren. Es ist also weder ein „Ribbentrop-Molotow-,Pakt‘ “, noch ein „Deutsch-Sowjetischer Nichtangriffs-,Pakt‘ “, sondern (und das ist keine Kleinigkeit):
der „Sowjetisch-Deutsche Nichtangriffsvertrag“!

Hier ist, was Kurt Gossweiler dazu schrieb (s.a. Anhang)
Auszug Text Gossweiler
Quelle: Kurt Gossweiler, Quo vadis DKP? vom 17.September 2011 (s.Anhang).

Und auf Russisch heißt es ebenso korrekt:
„Советско-германский договор о ненападения“
Russische Website
Источник: „Военно-исторический журнал“ №2, 1939 г., стр. 5-11
Quelle: http://www.retropressa.ru/o-ratifikacii-sovetsko-germanskogo-dogovora-o-nenapadenii/

Allerdings findet man heute in verschiedenen, auch in russischen Sekundärquellen (und die scheinen alle voneinander abzuschreiben!) das Wort „Pakt“ („пакт“). Doch in der Prawda vom 24. August 1939 und in der o.g. Militärhistorischen Zeitschrift (№2, 1939, S. 5-11) wurde dann wiederum die korrekte Bezeichnung „договор“ („Vertrag“) verwendet.

Die Prawda schrieb:
„Правда“ от 24 августа 1939 г.: „23 августа в 1 час дня в Москву прибыл министр иностранных дел Германии г-н Иоахим фон Риббентроп…. В 3 часа 30 минут дня состоялась первая беседа председателя Совнаркома и Наркоминдел СССР тов. Молотова с министром иностранных дел Германии г. фон Риббентропом по вопросу о заключении пакта о ненападении. Беседа происходила в присутствии тов. Сталина и германского посла г. Шуленбурга и продолжалась около 3-х часов. После перерыва в 10 часов вечера беседа была возобновлена и закончилась подписанием договора о ненападении.“

Übersetzung:
„Am 23. August um 1 Uhr tags kam der Außenminister Deutschlands Herr Joachim von Ribbentrop nach Moskau… Um 3.30 Uhr fand das erste Gespräch des Vorsitzenden des Volkskommissariats und Volkskommissars für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR Gen. Molotow mit dem Außenminister Deutschlands Hr. von Ribbentrop statt über die Frage des Abschlusses eines Paktes über den Nichtangriff. Das Gespräch wurde in Anwesenheit des Gen. Stalin und des deutschen Botschafters Hr. Schulenburg geführt und dauerte ungefähr 3 Stunden. Nach einer Pause wurde das Gespräch am Abend um 10 Uhr fortgesetzt und endete mit der Unterschrift unter einen Nichtangriffsvertrag.“

Hier der Prawda-Ausschnitt vom 24. August 1939:
Prawda-Artikel
Und da Stalin die Wahl seiner Worte sehr genau bedachte, denke ich, wir sollten das auch tun. Genosse Dr. Kurt Gossweiler hat also recht!

(weitere fälschende Begriffe siehe unten)


Anhang

Auch die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) schloß sich diesen Lügen an und brachte auf ihrer Website unter der Überschrift „Stalin, der Verräter bist du“ eines anonymen Autors eine eigene (antikommunistische!) Fälschung. Das veranlaßte Genossen Gossweiler zu folgender Stellungnahme:

Quo vadis, DKP?

Kurt Gossweiler
17. September 2011

Aus vielen Anlässen sah ich mich schon veranlaßt, zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag vom August 1939 Stellung zu nehmen. Dabei konnte ich mich auf die hervorragende sowjetische Veröffentlichung „Geschichtsfälscher“ stützen. Die Anlässe wurden von Mal zu Mal unerfreulicher.

Ging es zuerst darum, die bürgerlichen Geschichtsfälschungen zur Verleumdung der Sowjetunion zurückzuweisen, so trat 1956 der nie für möglich gehaltene Fall ein, daß die historische Wahrheit über die Politik der Sowjetführung unter der Führung Stalins insgesamt, besonders aber auch den Nichtangriffsvertrag betreffend, gegen deren skrupellose und bösartige Entstellung durch keinen anderen als Stalins Nachfolger als Generalsekretär der KPdSU, durch Chruschtschow, verteidigt werden mußte. Das ist schon vielfach geschehen. Zu nennen wäre hier auch noch als eine der neuesten Beiträge eine Ausarbeitung von Hans-Jürgen Falkenhagen: „Der sogenannte ‚Hitler-Stalin-Pakt‘ (Nichtangriffsvertrag)“ Aber die Impfung der kommunistischen Bewegung mit dem Gift des als „Anti-Stalinismus“ verpackten Antikommunismus durch Chruschtschow wirkt noch immer verhängnisvoll. Und der Nichtangriffvertrag, vorsätzlich den Tatbestand verfälschend als „Hitler-Stalin-Pakt“ bezeichnet – ein Pakt ist ein Bündnis zu einem gemeinsamen Tun, ein Nichtangriffsvertrag dagegen ein Abkommen über ein beiderseitiges Nicht-Tun – wird noch immer als ein Hauptargument ins Feld geführt.

Wie die meisten kommunistischen Parteien übernahm auch die nach dem Verbot der KPD 1956 im Jahre 1958 gegründete DKP weitgehend die von Chruschtschow verfälschte Darstellung der Geschichte und Politik der KPdSU unter Stalins Führung. Aber Kurt Bachmann – ihr erster Vorsitzender bis 1973 – schrieb 1988 in einem Artikel zum Nichtangriffsvertrag: „Der Nichtangriffsvertrag war, so habe ich es 1939 gesagt und davon bin ich auch heute zutiefst überzeugt, weder unter den damaligen Bedingungen noch aus heutiger Sicht ein Fehler, sondern kluge Einsicht in das damalige Notwendige.“

Und sogar Willi Gerns, in der DKP Fachmann für die Geschichte der Sowjetunion und ihrer Nachfolgestaaten, und das Gegenteil eines Kritikers des XX.Parteitages der KPdSU und Chruschtschows, verteidigte im September 2009 in der UZ den Nichtangriffsvertrag gegen den russischen Ministerpräsidenten Putin, als der in Polen anläßlich des 70. Jahrestages des Überfalles der Hitler-Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 den Nichtangriffsvertrag als „unmoralisch“ bezeichnet hatte. Gerns stimmte der Kritik des ZK-Mitglieds der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation S. P. Obuchow zu, der sich gegen Putin mit der Erklärung gewandt hatte: “Die strategische Entscheidung, die der UdSSR eine fast zweijährige friedliche Atempause und die Vorbereitung auf die Verteidigung ermöglichte, die einen Zweifrontenkrieg verhinderte und damit das Fundament für unseren Sieg 1945 legte, – soll unmoralisch gewesen sein?“

Gerns bekräftigte diese Kritik Obuchows an Putin: „Der Hervorhebung dieser strategischen Seiten des Vertrages muß man meiner Überzeugung nach zustimmen. … Wie hätte sich der Krieg entwickelt, wenn der Überfall der Naziwehrmacht auf die Sowjetunion 1941 seinen Ausgang Hunderte Kilometer weiter östlich vor den Toren von Minsk und Leningrad genommen hätte? Und übersehen werden sollte auch nicht, daß die Gebiete, die die Sowjetunion 1939 in Ostpolen besetzte, zuvor während des Bürger- und Interventionskrieges von den polnischen Nationalisten annektiert worden waren.

Die Aussagen von Bachmann und Gerns belegen, daß in der DKP der Nichtangriffsvertrag als eine richtige, den damaligen Bedingungen entsprechende Maßnahme eingeschätzt wurde und auch noch wird, obwohl die DKP programmatisch die revisionistischen Entstellungen der Geschichte der KPdSU durch Chruschtschow übernommen hat. Das aber scheint sich inzwischen grundlegend geändert zu haben. Denn im Internet-Portal der DKP „kommunisten.de“ erschien am 24. August 2011 ein Artikel, überschrieben „ …Stalin, der Verräter bist du!“, der die kaum noch überbietbaren infamen Chruschtschowschen Verleumdungen noch übertrifft.

Der Verfasser* der antikommunistischen Schmähschrift zieht es vor, durch ein Kürzel „hth“ anonym zu bleiben. Aber er ist natürlich der Parteiführung bekannt, da sie ihm schon mehrfach diese Internet-Seiten des Parteiorgans zur Verfügung stellte, (oder hat sie ihn gar zu diesen Artikeln aufgefordert?) Nur einige Zitate seien hier angeführt, um deren feindlichen, antikommunistischen Gehalt zu offenbaren: Da wird gleich zu Anfang erklärt, der Nichtangriffsvertrag habe „vorerst jede Hoffnung auf eine breite staatliche Einheitsfront gegen den Hauptaggressor Deutschland zunichte“ gemacht. Kein Wort davon, daß es die Sowjetunion war, die seit Jahren sich darum bemühte, eine solche Einheitsfront zustande zu bringen, aber am ablehnenden Verhalten ihrer westlichen Verhandlungspartner scheiterte.

  1. Die Bemühungen der Sowjetunion begannen mit ihrem Eintritt in den Völkerbund 1935 – dieser Schritt wurde aber von der englischen Regierung beantwortet mit dem Abschluß des berüchtigten Flottenabkommens mit Hitlerdeutschland im gleichen Jahr. Seit ihrem Eintritt in den Völkerbund trat die Sowjetunion dort immer wieder mit dem Vorschlag zur Bildung eines Systems der kollektiven Sicherheit zur Abwehr von Aggressionen auf.
  2. Als Franco mit direkter Unterstützung Hitlers und Mussolinis die spanische Volksfront-Regierung bekämpfte, war die Sowjetunion der einzige Staat, der die spanische Republik politisch, materiell und militärisch unterstützte. Die „befreundeten“ Westmächte, darunter die Volksfront-Regierung des benachbarten Frankreich, unterließen nicht nur vereinbarte Hilfe, sondern unterstützten Franco und seine deutschen und italienischen Verbündeten durch die sogenannte „Nichteinmischungspolitik“.
  3. Statt auf die sowjetischen Vorschläge zur Abwehr der Aggressoren durch ein System der kollektiven Sicherheit einzugehen, ließen die Westmächte 1935 den Bruch des Versailler Vertrages durch die Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland zu, 1936 den Überfall Italiens auf Abessinien, 1938 den „Anschluß“ Österreichs an Deutschland, und im Oktober 1938 segneten sie mit dem berüchtigten“ Münchener Abkommen“ die Annexion des Westgebietes der Tschechoslowakei („Sudetengebiet“) durch Deutschland ab.
  4. Als dann nach dem Münchener Schand-Abkommen die Rest-Tschechoslowakei von Hitler-Deutschland immer mehr bedroht wurde, war es – als einziger Staat! – wiederum nur die Sowjetunion, die der Prager Regierung militärischen Beistand anbot.

Die weiteren Bemühungen der Sowjetunion und die Reaktion der Westmächte schildert Falkenhagen wie folgt:

„Im März 1939 nahm die Sowjetunion erneut Verhandlungen auf, um eine antifaschistische Allianz zu bilden. Großbritannien und Frankreich ließen die Dinge schleifen und manövrierten. Hitler wurde zu verstehen gegeben, daß er gegen die Sowjetunion marschieren kann. Von Juni bis August 1939 fanden geheime deutsch-britische Verhandlungen statt, in deren Verlauf die Briten Hitler Handlungsfreiheit im Osten im Austausch gegen die Garantie der Unversehrtheit des Britischen Empires zusagten. Das Britische Empire war damals durch zunehmende Unruhen und Aufstände in seinen Kolonien bedroht.
Am 29. Juli 1939 führte Charles Roden Buxton eine geheime Mission für den britischen Premierminister Chamberlain in der deutschen Botschaft durch. Er entwickelte den Plan:

  1. Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des britischen Empire durch Deutschland und seitens der Antikominternpakt-Staaten.(Deutschland, Japan, Italien, Ungarn, Spanien u.a.)
  2. Großbritannien verpflichtet sich, die deutschen Interessensphären in Süd- und Osteuropa zu respektieren mit der Konsequenz des Verzichts von Garantien, die es gewissen Staaten gewährt hatte.
  3. Die Gespräche zum Abschluß eines Paktes mit der UdSSR werden seitens von Großbritannien eingestellt. Stalin wurde von seinen Geheimdiensten darüber genau informiert Im August 1939 traten die Verhandlungen zwischen Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion in eine Schlußphase.“

Soweit Falkenhagen.

Wie die Westmächte und Polen den Abschluß eines Abkommens sabotierten, das ist schon in so vielen Veröffentlichungen – auch in den von mir genannten zum Nichtangriffsvertrag – geschildert worden, daß es hier nicht wiederholt werden muß.

Von alledem aber kein Wort im „kommunisten.de“ – Artikel der Internetzeitung der DKP! Und das nicht aus Unwissenheit, kommt der hth-Anonymus doch auf diese Verhandlungen und ihr Scheitern zu sprechen, aber wie? Er kehrt in unglaublicher Dreistigkeit und Verlogenheit die Tatsachen in ihr Gegenteil um: ihm zufolge sabotierten nicht die Westmächte ein Abkommen mit der Sowjetunion, um ihr Ziel zu erreichen, Hitlerdeutschland zum Angriff auf die Sowjetunion zu bringen, sondern die Sowjetunion sabotierte ein mögliches Abkommen mit den Westmächten, weil Stalin unbedingt ein Abkommen mit Hitler-Deutschland wollte.

Als Beweise für diese Behauptung führt hth Aufzeichnungen über Gespräche sowjetischer mit deutschen Diplomaten an, die beweisen sollen, daß die Sowjetunion eine politische Verständigung mit Hitlerdeutschland für einen Nichtangriffsvertrag einem Abkommen mit den Westmächten gegen eine deutsche Aggression vorgezogen habe.

Wer sich so eingehend mit der Vorgeschichte des Nichtangriffsvertrags beschäftigt, dem kann eigentlich nicht entgangen sein, daß es dazu seit langem eine ausführliche Monographie des sowjetischen Autors V. J. Sipols gibt . Und wer dort nachliest, der findet die Belege dafür, daß der DKP-Autor hth ein übler Demagoge und Lügner ist, der aus dem Zusammenhang eben jene Fakten herausreißt, mit denen er vorgibt, dem Leser die historische Wahrheit vorzutragen. Die ist aber das Gegenteil von dem, was hth vorbringt, wie bei Sipols nachzulesen.

Von ihm erfahren wir:
„Am 17. April 1939 unterbreitete die Sowjetunion der britischen und der französischen Regierung konkrete, weitreichende Vorschläge, in denen vorgesehen war:
– Abschluß eines Abkommens über gegenseitige Hilfe zwischen Großbritannien, Frankreich und der UdSSR;
– Hilfeleistung der drei Mächte für die osteuropäischen Nachbarländer der UdSSR im Falle einer Aggression gegen diese Länder.
Im Einklang mit den sowjetischen Vorschlägen sollten die drei Mächte in kürzester Frist Umfang und Formen der militärischen Hilfe erörtern und festlegen, die jede von ihnen dem Aggressionsopfer zu leisten hätte, d.h. eine militärische Konvention abschließen. Der Vertrag über gegenseitigen Beistand und die militärische Konvention sollten gleichzeitig unterzeichnet werden und eine Gültigkeit von 5 bis 10 Jahren haben. Im Falle eines bewaffneten Konflikts durfte kein Sonderfrieden mit dem Aggressor geschlossen werden. Bei der Übergabe dieser Vorschläge an den britischen Botschafter W. Seeds hob der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR – (das war bis Ende April 1939 noch Maxim M. Litwinow) – insbesondere die Bedeutung der gleichzeitigen Unterzeichnung beider Abkommen, sowohl des politischen als auch des militärischen, hervor. ….

Die sowjetischen Vorschläge fanden jedoch bei der britischen und der französischen Regierung keine Unterstützung. Es mag heute noch so paradox erscheinen, aber sie fanden diese Vorschläge unakzeptabel. Der ständige stellvertretende Außenminister Großbritanniens, A. Cadogan, verfaßte augenblicklich eine Mitteilung über die sowjetischen Vorschläge, die er dem außenpolitischen Ausschuß der Regierung zustellte. Dieses Dokument zeugt davon, wie groß der Hass der britischen regierenden Spitze gegen die UdSSR war.

Der sowjetische Vorschlag bringt uns in eine „äußerst schwierige“ Lage, schrieb Cadogan. „Wir müssen den Nutzen von den papierenen Verpflichtungen (!) Rußlands, sich uns im Kriege anzuschließen, und den Schaden (!) abwiegen, den uns die offene Vereinigung mit Rußland bringt.“ Cadogan meinte ferner, vom praktischen Standpunkt aus spreche alles „gegen die Annahme des russischen Vorschlags.“ Er stellte jedoch fest, daß die linksorientierten Kreise bemüht sein werden, die Zurückweisung des Vorschlags im Kampf gegen die Regierung auszuschlachten. Lehnt Großbritannien den sowjetischen Vorschlag ab, besteht außerdem die Gefahr, daß die Sowjets irgendein „Nichteinmischungsabkommen“ mit Deutschland schließen könnten.“ (S.252 f .) …

Bei der Erörterung der sowjetischen Vorschläge sprach sich Lord Halifax auf der Sitzung der britischen Regierung vom 26. April gegen ein ‚umfassendes‘ Abkommen mit der UdSSR aus. Das Hauptargument des britischen Außenministers lautete, die Unterzeichnung eines Bündnisses mit der UdSSR durch Großbritannien und Frankreich könnten sich negativ auf die britisch-deutschen Beziehungen auswirken, d.h. das Zustandekommen einer neuen britisch-deutschen Vereinbarung – das Hauptziel der britischen Regierung – unmöglich machen. Die sowjetischen Vorschläge wurden auf jener Sitzung als unannehmbar bezeichnet.

Der Leiter des Norddepartments im britischen Außenministerium, L. Collier, stellte zur Haltung der britischen Regierung fest, daß sie sich nicht an die UdSSR binden, wohl aber ‚Deutschland die Möglichkeit geben will, seine Aggression ostwärts auf Kosten Rußlands zu entfalten.‘

N. Chamberlain orientierte sich in seiner Politik weiterhin auf die Möglichkeit eines sowjetisch-deutschen Konfliktes. Hätte aber Großbritannien ein Abkommen mit der UdSSR geschlossen, wäre es ein gewisses Hindernis bei der Verwirklichung der deutschen Aggressionspläne gegen den Sowjetstaat. Ein Abkommen über Zusammenarbeit mit der UdSSR stand folglich im Widerspruch zu dem gesamten politischen Kurs der britischen Regierung. (S.254 f.) … I.Maiski (der sowjetische Botschafter in London), berichtete in jenen Tagen nach Moskau, die Idee von einem Bündnis mit der UdSSR ist … sehr populär.‘ …

Nichtsdestoweniger hielt die britische Regierung weiter an dem Standpunkt fest, es genüge schon, daß zwischen Großbritannien, Frankreich und der UdSSR irgendwelche Verhandlungen im Gange sind, damit Hitler zur Unterzeichnung eines britisch-deutschen Abkommens bewogen wird.

Der sowjetische Vorschlag wurde auf der Sitzung der britischen Regierung am 3. Mai erörtert. E. Halifax und andere Regierungsmitglieder äußerten die Hoffnung, daß man mit Hitler trotz alledem eine Übereinkunft erreichen kann, wenn man ihm die Handlungsfreiheit im Osten gewährt, und sprachen sich gegen eine Änderung der britischen Politik aus.. Sie äußerten erneut die Befürchtung, daß sich die Sowjetregierung angesichts der britischen Haltung gezwungen sehen wird, sich um eine Normalisierung der Beziehungen zu Deutschland zu bemühen. Obwohl dies als kaum wahrscheinlich betrachtet wurde, hielt man es dennoch für zweckmäßig, ‚die Verhandlungen (mit der UdSSR) noch eine gewisse Zeit lang weiterzuführen‘, um einer Normalisierung der sowjetisch-deutschen Beziehungen entgegenzuwirken. (S. 254 ff.) …

Inzwischen wuchs die Besorgnis in der britischen Öffentlichkeit immer mehr…
Chamberlains Politik wurde von D. Lloyd George, W. Churchill, C. Attlee und anderen Abgeordneten, die für den möglichst baldigen Abschluß eines britisch-französisch-sowjetischen Abkommens eintraten, scharf kritisiert. …

Gegen ihren Wunsch sah sich die Regierung N. Chamberlain schließlich gezwungen, einem britisch-französich-sowjetischen Pakt zuzustimmen; (wie die weiteren Ereignisse zeigen, war das leider nur eine verbale Zustimmung). ….

Am 27. Mai verständigten sich der britische Botschafter, W. Seeds und der französische Geschäftsträger, J. Payart, W. Molotow, der Anfang Mai zum Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten ernannt worden war, daß ihre Regierungen ‚einverstanden sind‘, den sowjetischen Vorschlag zum Abschluß eines britisch-französich-sowjetischen Vertrags anzunehmen, jedoch die obengenannten Vorbehalte geltend machen. Die Sowjetregierung war sich selbstverständlich dessen bewußt, daß diese Vorbehalte den Vertrag zu einem Fetzen Papier degradieren, was dem britischen und dem französischen Diplomaten auch direkt erklärt wurde. (S.257 ff) …

Der Sekretär des ZK der KPdSU(B), A. Shdanow, schrieb mit Recht in einem „Prawda“-Artikel , die britische und die französische Regierung wollten ja gar keinen gleichberechtigten Vertrag mit der UdSSR, sie zögen die Verhandlungen vielmehr in die Länge und würden künstliche Komplikationen in Fragen erfinden, die sich beim guten Willen Großbritanniens und Frankreichs ohne Verzögerungen und Hindernisse regeln ließen. ‚Mir scheint‘, schrieb Shdanow, ‚daß die Engländer und die Franzosen keinen echten, für die UdSSR annehmbaren Vertrag, sondern lediglich Gespräche über den Vertrag wollen, um, mit der angeblichen Unnachgiebigkeit der UdSSR vor der Öffentlichkeit ihrer Länder spekulierend, sich den Weg zu einer Abmachung mit den Aggressoren zu erleichtern.‘ “ (S.261)

Die Sowjetunion befand sich durch dieses falsche Spiel der Westmächte in einer Situation hoher Gefährdung, die von Sipol zutreffend wie folgt beschrieben wird:
„Die Sowjetunion befand sich im Grunde genommen auch jetzt noch im Zustand der internationalen Isolierung, in den sie im Herbst 1938 durch das Münchener Komplott Großbritanniens und Frankreichs mit den deutschen und italienischen Aggressoren geraten war. Mehr noch, die Sowjetunion mußte dem Umstand Rechnung tragen, daß sich im Falle eines deutschen Überfalles einige westliche Nachbarstaaten sowie Japan durchaus den deutschen Angreifern anschließen konnten. Wie gesagt, sah sich der Sowjetstaat der Gefahr eines Zweifrontenkrieges gegenüber, wobei außerdem noch die Gefahr eines antisowjetischen Komplotts des gesamten imperialistischen Lagers existierte.“ (S. 291)

Wie sollte und wie konnte die Sowjetunion aus diesem Dilemma herauskommen? Natürlich nur auf dem Wege, dem die Sowjetunion – zusammen mit der internationalen Solidarität der Freunde der Sowjetunion in der ganzen Welt – ihr mehr als zwanzigjähriges Überleben mitten in der feindlichen imperialistischen Umkreisung verdankte, durch die Ausnützung der innerimperialistischen Gegensätze. Das bedeutete in der konkreten Situation des Jahres 1939 die Ausnutzung der Furcht der Westmächte vor einer deutsch-sowjetischen Verständigung auf der einen, und der Furcht Nazideutschland vor einem Bündnis der Westmächte mit der Sowjetunion gegen den deutschen Aggressor auf der anderen Seite.

– Die Furcht der ersteren ließ diese darauf eingehen, das sowjetische Bündnisangebot zum Gegenstand von Verhandlungen zu machen – aber nur mit dem Hintergedanken, dadurch die deutsche Seite zur Annahme des westlichen Angebots zur Zusammenarbeit auf Kosten der Sowjetunion zu verführen bzw. zu erpressen.
– Die Furcht der anderen Seite, also Nazi-Deutschlands, veranlaßte diese zu dem Angebot an die Sowjetunion zu einer Verständigung bis hin zu einem Nichtangriffsvertrag.

Sipols schildert (ab S.291) eingehend die deutschen Schritte dahin, von den ersten Angeboten im Mai 1939 zu einem Wirtschaftsabkommen in Gesprächen zwischen dem Mitarbeiter des deutschen Außenministeriums Schnurre mit dem sowjetischen Vertreter Astachow, den Unterredungen Schulenburgs, des deutschen Botschafters in Moskau, mit dem sowjetischen Außenminister Molotow über nicht nur verbesserte wirtschaftliche, sondern auch politische Beziehungen und den diplomatischen Verhandlungen bis zum Abschluß des Nichtangriffsvertrages am 24. August 1939.

Die Sowjetunion verhielt sich – solange sie noch einen Erfolg der Verhandlungen mit den Westmächten für erreichbar hielt, – dem Werben den Nazidiplomaten gegenüber kühl zurückhaltend, worüber Schulenburg sich in seinen Berichten nach Berlin bitter beklagte. So berichtete er am 4. August 1939 nach Berlin, daß die „Sowjetregierung gegenwärtig entschlossen ist, mit England und Frankreich abzuschließen.“ Drei Tage später schrieb er: „Bei jedem Wort und bei jedem Schritt merkt man das sehr große Mißtrauen uns gegenüber. Daß dem so ist, wußten wir ja seit langem. Das Unglück dabei ist nur, daß das Mißtrauen … sehr leicht entflammt und nur sehr schwer und langsam wieder beseitigt werden kann.“ (S.299.)

Hätten die Westmächte es ernst gemeint mit ihrem Eingehen auf das sowjetische Bündnisangebot – dann wäre es in kurzer Zeit zustande gekommen- denn ein antifaschistisches Bündnis entsprach der Natur der Sowjetunion. Aber weil es wider die Natur der imperialistischen Mächte war, mußte es ihnen aufgezwungen werden. Das geschah und konnte nur dadurch geschehen, daß die Westmächte sich schon mit Nazideutschland im Kriege befanden, als Hitler auch die Sowjetunion überfiel. Jetzt konnten sie schon nicht mehr – wie das unter Chamberlain nicht unmöglich gewesen wäre – die Front wechseln und gemeinsam mit Hitlerdeutschland den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion führen – ihre Völker hätten das nicht zugelassen, sondern sie davon gejagt. Sie mußten vielmehr mit der Sowjetunion die Anti-Hitlerkoalition bilden.

Der Nichtangriffsvertrag war also in Wahrheit die Grundsteinlegung für die Anti-Hitlerkoalition!

Der hth-Anonymus wirft der Sowjetunion dagegen vor, sie habe das Zustandekommen einer solchen Koalition schon im Jahre 1939 verhindert. Als „Beweis“ dafür führt er unter anderem eine Erklärung des sowjetischen Außenministers Molotow vor dem Obersten Sowjet am 31. August 1939 an, in der es hieß: „Ist es wirklich so schwer zu verstehen, daß die UdSSR bisher und weiterhin ihre eigene unabhängige Politik verfolgt, die sich auf den Interessen der Völker der UdSSR und nur auf ihren Interessen gründet.“

Der hth-Schreiberling behauptet, diese Erklärung bringe ein „egoistisch-selbstbezogenes Prinzip“ zum Ausdruck, welches das genaue Gegenteil des Grundsatzes des Kommunistischen Manifestes sei, wonach der Kampf der Kommunisten seinem Inhalt nach international sein müsse. Und er fährt fort: „1939 konnte der erwähnte Grundsatz des Kommunistischen Manifestes nur alternativlos bedeuten: alle Kräfte, auch auf bürgerlich staatlicher Seite, gegen den Hauptaggressor in Europa – den Hitler-Faschismus – zusammen zu schließen.“

Genau das hat die Sowjetführung im Jahre 1939 über viele Monate hindurch hartnäckig versucht. Nachdem dieser Versuch an der hinterhältigen Sabotagepolitik der „bürgerlich staatlichen Seite“ gescheitert war – bestand die alternativlose Aufgabe von Kommunisten darin, die Existenz des ersten sozialistischen Staates gegen einen drohenden gesamtimperialistischen Vernichtungsschlag zu sichern., und sei es auch nur für einen beschränkten Zeitraum. Das war unter den damaligen Umständen nur durch die Annahme des deutschen Angebotes eines Nichtangriffsvertrages möglich. Dieser Schritt widersprach keineswegs den Grundsätzen des kommunistischen Manifestes, sondern folgte geradezu wortwörtlich Weisungen, die ein Karl Marx und ein Lenin gegeben hatten.

Die Marxsche Weisung lautet:
„In der Politik darf man sich, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, mit dem Teufel selbst verbünden – nur muß man die Gewißheit haben, daß man den Teufel betrügt, und nicht umgekehrt.“ (MEW, Bd. 8, S.392, Brief v. K. Marx an den Redakteur der „New York Tribune.)

Und Lenin gab am 26.November 1920 folgende Weisung an Moskauer Parteifunktionäre:
„Vorläufig sitzen die Imperialisten da und warten auf einen günstigen Augenblick, um die Bolschewiki zu vernichten. Wir aber schieben diesen Augenblick hinaus. … Noch mehr würde uns der Umstand retten, wenn die imperialistischen Mächte sich in einen Krieg verwickelten. Wenn wir gezwungen sind, solche Lumpen wie die kapitalistischen Diebe zu dulden, von denen jeder das Messer gegen uns wetzt, so ist es unsere direkte Pflicht, diese Messer gegeneinander zu richten. Wenn zwei Diebe streiten, so gewinnen dabei die ehrlichen Leute.“

Der Abschluß des Nichtangriffsvertrages entspricht exakt diesen Weisungen.

Da bleibt nur zu sagen: Ruhm und Ehre und Dank der Sowjetführung, die diese Weisungen von Marx und Lenin so klug, kühn, konsequent und erfolgreich in die Tat umgesetzt hat!

Was aber ist zur DKP zu sagen, die es zuläßt, daß in ihrer Internet-Zeitung ein Artikel erscheint, in dem der Nichtangriffvertrag als Pakt zwischen Hitler und Stalin dargestellt wird, ein Artikel also, dessen ideologische Grundlage die Totalitarismus-Doktrin, „Rot gleich Braun, Stalin gleich Hitler“ ist. Glücklicherweise ist dieser Artikel nicht unwidersprochen geblieben, sondern hat DKP-Genossen zum Widerspruch und Protest veranlaßt. Mir bekannt wurden bisher die folgenden Proteste:
Erstens ein Schreiben des DKP-Kreisvorstandes Gießen an die Mitglieder des Parteivorstandes der DKP, in dem festgestellt wird, daß der Artikel „Stalin, der Verräter bist du“ nichts mehr mit kommunistischen Positionen zu tun hat und die Geschichte in unsäglicher Weise verfälscht. Der Parteivorstand wird aufgefordert, den bisherigen Verantwortlichen für „kommunisten.de“, Michael Maercks, durch einen anderen Genossen zu ersetzen.
Das zweite Schreiben stammt von Hans-Günter Szalkiewicz, DKP Berlin, und ist an die Parteivorsitzende Bettina Jürgensen und die Mitglieder des Sekretariats gerichtet mit der Bitte, die Tätigkeit des Internet-Publikationsorgans „kommunisten.de“ einzuschätzen und diese Einschätzung den Mitgliedern bekannt zu geben..
Das dritte Dokument ist ein Protest Dr. Hans-Peter Brenners als Mitglied des Parteivorstandes gegen die Veröffentlichung des von ihm als „provokative Dummheit“ bezeichneten Artikels.

Was aber bisher völlig fehlt, ist eine öffentlich bekannt gegebene Stellungnahme der Parteiführung der DKP zu diesem antikommunistischen Artikel in einem Organ der Partei. Das wirft dringender als je vorher die seit langem akute Frage auf:

Quo vadis, DKP?

Dr. Kurt Gossweiler, Berlin

* inzwischen wurde bekannt, daß es sich hier um einen Heribert Thomalla handelt.


Und hier noch ein paar fälschende Begriffe:
„National-Sozialismus“: man vermeidet den Begriff des „Faschismus“
„bürgerliche Elite“: man vermeidet den Begriff „Bourgeoisie“
„Berliner Mauer“: man vermeidet den Begriff „Staatsgrenze der DDR“
„Übergangsregierung in der Ukraine“: man vermeidet den Begriff „faschistische Junta“
„Ostblockstaaten“: man vermeidet den Begriff „Sozialistische Staatengemeinschaft“
„Warschauer-Pakt-Staaten“: man vermeidet den Begriff „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand…“ (in den sozialistischen Ländern war niemals von einem ‚Pakt‘ die Rede – hier also wieder der verleumderische Begriff ‚Pakt‘)
„westliche Wertegemeinschaft“: man vermeidet den Begriff „imperialistische Staaten“
„(soziale) Marktwirtschaft“: man vermeidet den Begriff „Kapitalismus“
„Bekämpfung des Terrors“: man vermeidet den Begriff „Eroberungsstrategie“
„Demokratie“: man vertuscht damit die Klassengegensätze im heutigen Kapitalismus und erweckt so den Eindruck, bürgerliche Wahlen seien allein schon ein demokratischer Akt…

Siehe auch:
Der sowjetisch-deutsche Nichtangriffsvertrag
Kurt Gossweiler: Anmerkungen zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag
Alexej Brjagin: Fälscher im Russischen Staatsarchiv
Ljubow Pribytkowa: Sieben Millionen für einen Fälscher
Kurt Gossweiler: Zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag (pdf-Datei)

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17 Antworten zu Die Begriffe der Kommunisten und ihre Fälschungen durch die Massenmedien der Ausbeuterklasse…

  1. jauhuchanam schreibt:

    пакта

    Nun bei der Übersetzung ist dann nun gerade doch der gleiche Fehler unterlaufen:

    „Die Prawda schrieb:
    „Правда“ от 24 августа 1939 г.: „23 августа в 1 час дня в Москву прибыл министр иностранных дел Германии г-н Иоахим фон Риббентроп…. В 3 часа 30 минут дня состоялась первая беседа председателя Совнаркома и Наркоминдел СССР тов. Молотова с министром иностранных дел Германии г. фон Риббентропом по вопросу о заключении пакта о ненападении. Беседа происходила в присутствии тов. Сталина и германского посла г. Шуленбурга и продолжалась около 3-х часов. После перерыва в 10 часов вечера беседа была возобновлена и закончилась подписанием договора о ненападении.“

    Übersetzung:
    „Am 23. August um 1 Uhr tags kam der Außenminister Deutschlands Herr Joachim von Ribbentrop nach Moskau… Um 3.30 Uhr fand das erste Gespräch des Vorsitzenden des Volkskommissariats und Volkskommissars für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR Gen. Molotow mit dem Außenminister Deutschlands Hr. von Ribbentrop statt über die Frage des Abschlusses eines Paktes über den Nichtangriff. Das Gespräch wurde in Anwesenheit des Gen. Stalin und des deutschen Botschafters Hr. Schulenburg geführt und dauerte ungefähr 3 Stunden. Nach einer Pause wurde das Gespräch am Abend um 10 Uhr fortgesetzt und endete mit der Unterschrift unter einen Nichtangriffsvertrag.“

    Die richtige Übersetzung muss lauten:

    пакта о ненападении
    VERTRAG des gegenseitigen Verzichts auf Angriffshandlungen [oder (besser!):]
    VERTRAG über den Verzicht [auf] gegenseitige(r) Angriffshandlungen

    пакта о = umgangssprachlich: „Pakt‘, ‚Bund‘, ‚Bündnis‘ – aber dort wurde ja ein Vertrag nach Recht (Römisches Recht) geschlossen.
    Und wegen dem ‚a‘ nach ‚пакт‘ und weil das ‚о‘ das „worüber“ bestimmt (andeutet): „Worüber handelt der Vertrag?“ -> „über (‚wen‘ oder’was‘?) den Verzicht“, muss auch wegen des Kontextes ‚Vertrag‘ und nicht ‚Pakt‘ in der deutschen Sprache übersetzt werden!!! (Bitte sehr: und ich kann nicht ein Wort Russisch schreiben, kaum die Buchstaben transponieren, geschweige den Russisch sprechen oder lesen! Es gibt doch Online-Wörterbücher.😉 )

  2. sascha313 schreibt:

    Nein, nein, Georg, das ist kein Übersetzungsfehler. Die Übersetzung ist korrekt. Es sind tatsächlich zwei unterschiedliche Begriffe. Offenbar bestand der faschistische Botschafter Herr von Ribbentrop zunächst darauf, dies einen „Pakt“ zu nennen, was dann aber zu später Stunde übereinstimmend und abschließend in beiden Dokumenten (dem deutschen und dem russichen Original) „Vertrag“ genannt wurde. Auch Molotow nannte dies in seiner Rede auf der Sitzung des Obersten Sowjets am 31. August 1939 konsequent einen „Vertrag“ (im Gegensatz zu dem vorher langwierig verhandelten, aber leider mißlungenen englisch-französisch-sowjetischen Beistandspakt). Daß man es heute in den bürgerlichen Medien wieder einen „Pakt“ nennt, ist nichts anderes als die Fortsetzung der Goebbelsschen Diktion!

    • jauhuchanam schreibt:

      Ich denke, ein Missverständnis, ich wollte nicht damit zum Ausdruck bringen, dass es ein Übersetzungsfehler sei, aber trotz korrekter Übersetzung wird das eben falsch verstanden

      пакт – догово́р [пол.] [воен.] м. = Vertrag

      пакт о ненападе́нии [пол.] [воен.] м. der Nichtangriffsvertrag

      So jedenfalls alle „gängigen“ Online-Wörterbücher leo.org de.bab.la andere haben sogar nur „Friedensvertrag“ als Begriff.

      Da nun auch die übrigen europäischen Sprachen den Begriff ‚Pakt‘ im Sinne von ‚Beistand‘, ‚Bund‘, ‚Bündnis‘ auch haben, jedoch im „politischen“ bzw. „juristischen“ immer Vertrag verstanden wird und dies auch der ursprüngliche Sinn ist, wenn ‚Pakt‘ auch eine umgangssprachliche Bedeutungsverschiebung erfahren hat. („böser Vertrag“, Teufelspakt)

      Bedeutungen
      [schriftliche] rechtsgültige Abmachung zwischen zwei oder mehreren Partnern; Kontrakt
      Schriftstück, in dem ein Vertrag niedergelegt ist
      Synonyme zu Vertrag
      Abkommen, Abmachung, Abschluss, Absprache, Beschluss, Einigung, Einvernehmen, Kontrakt, Pakt, Übereinkommen, Übereinkunft, Vereinbarung; (bildungssprachlich) Arrangement; (umgangssprachlich) Deal; (Rechtssprache, Kaufmannssprache) Stipulation
      Herkunft
      spätmittelhochdeutsch (mitteldeutsch) vertraht, rückgebildet aus mittelhochdeutsch vertragen = übereinkommen
      DUDEN

      Bei einer Übersetzung – gerade, wo es doch um etwas sehr wichtiges geht – sollte darauf geachtet werden, dass dem Gegner keine „Argumente“ geliefert werden („sagen es doch selbst, war eh nur ein Pakt“) – dann lieber die Synonyme „wurde Einvernehmen erzielt“
      „Übereinkommen, Übereinkunft, Vereinbarung getroffen werden“ … und … „Vertrag geschlossen werden“

    • Nadja schreibt:

      Hallo Genosse Nobert,
      „Pacta sunt servanda“ (lat.; dt. Verträge sind einzuhalten) wußte man schon im alten imperiale Rom, und ist ein Grundbegriff der Diplomatie. Die Bezeichnung ändet nichts an den Tatsachen. Sobald die aggressive Staaten Pakte bzw. Verträge ein Hindernis wird, verbrechen sie diesen. Nichtangriffsverträge bzw. –Pakte werden in der Regel nur geschlossen zwischen Staaten wovon mindestens eine ein potentieller Aggressor ist. Ich habe schon lange zurück hingewiesen auf der Tatsache daß das sowjetische „Geschichte der Diplomatie“ (Moskau 1947) in Bezug auf die deutsch-sowjetische Verträge von 1939-1940 sowohl „Pakt“ als „Vertrag“ benutzt. Bericht an die unbelehrbare Besserwisser!!!
      Freundschaft,
      Nadja

  3. sascha313 schreibt:

    …ist schon klar, Georg. Aber Du siehst ja, wie heute die Begriffe vermanscht werden. Dann schon lieber präzise!

    • jauhuchanam schreibt:

      Wenn es nur „heute“ wäre, aber hier – und sehr speziell in den Kreisen, die dem sogenannten Protestantismus zugeordnet sind – hat das durch die Luther-Bibel und das Gegenstück die King-James-Bibel seit Jahrhunderten „Tradition“. Ich lese die ja seit 39 Jahren und wenn ich das mit den alten hebräischen und griechischen Texten vergleiche … da ist durch die Sprache und die Verdrehung der Inhalte alles so „hineingeschrieben“, dass alles in ein „Konzept“ passt, das es ihren aufgestellten Regeln folgt, selbst gedanklich kaum ein entrinnen. Das geht bis in die belanglosesten Dinge.
      An einem kleinen Beispiel verdeutliche ich das mal. Ich hatte vor ein paar Monaten mit zwei Söhnen und dem Enkel den Zoo besucht. Dort auf dem Spielplatz war ein kleines Kind hingefallen. es schrie und war „trotzig“ (obwohl das ein Zustand der Verwirrung und Unsicherheit ist). Ein ich nette Mutter, die sich schon ein paar Meter vom Kind entfernt hatte kam zurück und noch beim in die Arme nehmen sagte sie – „wie unter einer Hypnose“ vollkommen unbewusst des Gesagten, geschweige denn des Inhalts: „Da bist du jetzt aber selber schuld.“ Und davon ist hier in der „BRD“ jedenfalls alles und zwar alle Aspekte des Lebens durchdrungen.
      Und obwohl auf „protestantischer Seite“ bereits 25 Millionen Menschen aus den Behörden/Beamten-Kirchen ausgetreten sind, geht es nicht aus den Köpfen heraus, wie hinein gegossen und die einfachsten logischen Schlüsse aushebelnd. Echte mentale Sklaverei mit all den Konsequenzen.
      Kaum durch Logik zu bezwingen und deren Vertreter maßen sich sogar an, dass Theologie eine Wissenschaft sei, und kaum ein Philosoph erhebt gegen derartigen Unsinn auch nur sein Wort. (Hatte meiner Tochter, die Französisch und Theologie studiert – will Lehrerin werden – bei einer Hausarbeit (das darf ich jetzt nicht schreiben) zu einem Thema des Paul Tillich „ein ganz großer“ Theologe, während es mich schüttelte, als ich seinen absurden Unsinn gelesen hatte … es ist krank, irre, komplett wahnsinnig, was da gefaselt und spekuliert wird – mental jedenfalls noch zerstörerischer als der Hokuspokus bei dem aus Brot und Wein das Fleisch und Blut einer Gottheit würde, die jeden Tag mindestens 420.000 mal geopfert wird).

  4. pawel schreibt:

    Die Bandbreite der ganz zielgerichteten Begriffswahl ist sehr groß. Die geht durch alle Medien und Informationsarten und scheint fester Bestandteil der Taktik der Medien zu sein. Je nachdem ob etwas verbal als gut vermittelt werden soll oder ob es Ziel ist, etwas verbal zu diffamieren. Das ist auch anzutreffen bereits in den Nachrichten. Zum einen schon durch die Auswahl der Themen und deren Reihenfolge. Und dann über die Begriffswahl. Zum Beispiel bei Berichten über die KVDR, oder über den Iran, oder besonders über Syrien, da wird immer von „Regimen“ gesprochen („Assad-Regime“, oder das „kommunistische Regime Nordkoreas“, bzw. „Diktatur“) während bei Infos über die imperialistischen Länder immer von „, Regierungen“ usw. gesprochen wird.
    Ganz schnell fand man auch in den Ereignissen um die Ukraine den positiv besetzten Begriff „Übergangsregierung“. Und während man bei den Ereignissen vor einigen Monaten in Kiew von der „Opposition“ sprach, die für Freiheit und Demokratie stünde, und die aber vom Janukowitsch-Regime unterdrückt wurde, spricht man nun nicht mehr von unterdrückter Oppositionsbewegung, sondern jetzt hat man für die Vorgänge im Ostteil der Ukraine ganz schnell den negativ besetzten Begriff „Separatisten“ die natürlich nur von Rußland gesteuert sein können, aus der Propagandakiste herausgeholt.
    Und während man vor ein paar Monaten noch aus alle Propagandageschützen der Medien damit bombardiert wurde, daß der syrische Diktator Assad, der auf sein eigenes Volk schießt, das allerletzte sei, hört man nun in Bezug auf das Vorgehen der an die Macht geputschten Kräfte in der Ukraine gegen die Volksbewegungen in deren Ostteil nichts mehr derartiges. Da ist das gleiche Vorgehen nun auf einmal richtig. Und ganz schnell fließen Milliarden an die „Übergangsregierung“ …

  5. sascha313 schreibt:

    Danke, Pawel, so ist es!

  6. sascha313 schreibt:

    Sie haben völlig recht, Herr Schnehen, daß dies auf Seite LII (Bd.II) der Großen Sowjet-Enzyklopädie, erschienen im Verlag Kultur und Fortschritt Berlin, 1952, so steht. Auch im Text auf Seite 1778 wird dieser Begriff „Nichtangriffspakt mit Deutschland“ wiederholt. Aber erstens haben sie offenbar meine Argumentation nicht gelesen, oder Sie sind nicht willens, ihr zu folgen, und zweitens handelt es sich bei dieser Ausgabe der Großen Sowjet-Enzyklopädie auch nur um eine Übersetzung, wobei im russischen Original (ebenso wie im Sowjetischen diplomatischen Wörterbuch) ausschließlich von СОВЕТСКО-ГЕРМАНСКИЕ ДОГОВОРЫ И СОГЛАШЕНИЯ (Sowjetisch-deutsche Verträge und Vereinbarungen) die Rede ist, und drittens war der Jurist, Akademiemitglied Andrej Januarjewitsch Wyschinski, nicht irgendein ein „Vertrauter“ Stalins, wie Sie behaupten, sondern in diesem Falle lediglich ein Redaktionsmitglied bei der Erarbeitung der großen Sowjet-Enzyklopädie. (Sie kennen die sowjetischen Strukturen nicht.) Die Übersetzungen waren also eine Sache der deutschen Seite. Und hier nahm man es wohl in diesem Falle auch nicht allzu genau. Die von Ihnen aufgeführten Gründe für diese Vereinbarung sind ja nicht unbekannt.

    Nebenbei bemerkt starb A.Wyszinski (ebenso wie Prof. Iluchin!) „plötzlich und unerwartet“ („скоропостижно“, wie es heißt!) 1954 während seines Aufenthaltes in New York (!). Man kann also davon ausgehen, daß dies nach der Ermordung Stalins ein Jahr zuvor auch kein Zufall war – einfach gesagt: auch dies war ein Mord!

  7. jauhuchanam schreibt:

    Kurze Frage.

    Ich habe ja den Verdacht, dass du dich tatsächlich gut im Kommunismus auskennst.
    Meine Ansicht ist, dass es keinen Sinn macht als Don Quichotte gegen Windmühlen anzutreten. Bei meiner „Suche“ bin ich unter anderem auf die MLPD gestoßen. Kann ich die Ernst nehmen oder würdest du eher raten, die Finger davon zu lassen?

    • sascha313 schreibt:

      🙂 Danke, Georg, für das Kompliment! Mit den Windmühlen hast Du völlig recht. Es ist vor allem auch Sache der Arbeiterklasse, sich gegen die Ausbeutung zu wehren. Ohne sie wird es nicht gehen. Und das wird auch geschehen. Es mischen sich aber unter jede Protestbewegung immer wieder Spitzel, Denunzianten und auch solche, die für Irreführung bezahlt werden. Sie verbreiten falsche Ansichten, säen Zweifel und lenken mit endlosen Diskussionen vom Klassenkampf ab. Bei Demonstrationen werden bspw. auch Provokateure eingesetzt, die Steine, Brandsätze usw. werfen (oder von hinten auf die Demonstranten zu schießen – das haben wir ja alles gesehen!), um somit brutale Gegenreaktionen des Staates zu rechtfertigen. So ist beispielsweise im Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention auch die Tötung von Menschen ausdrücklich erlaubt, um einen Aufruhr oder Aufstand ‚rechtmäßig‘ niederzuschlagen, wie es da heißt. Soviel zu Macht und Angst der Ausbeuterklasse. Die russische Revolution von 1905 und die Februarrevolution 1917 brachten viele unschuldige Opfer mit sich…

      Tja, die MLPD ist so ein kleiner halblinker, revisionistischer Verein. Die sind DDR-feindlich eingestellt, haben aber offensichtlich keine Ahnung, und sie verstricken sich in immer neue Widersprüche. Lies mal was Kurt Gossweiler dazu schrieb:
      http://www.kurt-gossweiler.de/index.php/diskussionen-und-positionen/53-zu-den-positionen-der-mlpd-november-1994
      Mehr kann man dazu wirklich nicht sagen… die sind aber offenbar „beratungsresistent“…

      • jauhuchanam schreibt:

        Ja, das ist ja mal ganz große Klasse einer als schön und harmonisch zu bezeichnenden Logik, was der Kurt Gossweiler da so schreibt!
        „Wie es dennoch dazu kommen konnte – diese Frage zu beantworten, ist vordringlich, weil Voraussetzung für einen neuen, endgültig erfolgreichen Sieg über den Imperialismus, dessen fortdauernde Herrschaft das Überleben der Menschheit in Frage stellt.“
        Klar und deutlich auf den Punkt gebracht!
        Ich frage mich wirklich, wie mir die letzten dreißig Jahre entgehen konnte, dass es sogar außerhalb meiner Selbst, Menschen geben könnte, die zu den gleichen Schlussfolgerungen gekommen sind, wie ich.

        Die fortdauernde Gewalt* des Imperialismus stellt das Überleben der Menschheit in Frage!

        *Gewalt, weil ich Herrschaft mit harmonischer Ordnung in meinem Denken verbinde und ich eigentlich Tyrannei oder Diktatur der Tyrannei schreiben müsste, aber ich muss davon ausgehen, blind und verdummt – wie ich ja selber in vielen Denkmustern noch bin – wird das dann kaum einer nachvollziehen können.

  8. jauhuchanam schreibt:

    „Es ist vor allem auch Sache der Arbeiterklasse, sich gegen die Ausbeutung zu wehren.
    Ohne sie wird es nicht gehen. Und das wird auch geschehen.“

    Theoretisch ist mir das irgendwie einleuchtend. Praktisch „erlebe“ ich aber die Arbeiterklasse in Deutschland als [Metapher an] Eunuchen, der mal seine Potenz unter Beweis stellen soll, [Metapher aus] mit anderen Worten, ich halte sie für kastriert, verwirrt und durch fressen, ficken, fernsehen für verblödet und faul (das ist nicht als Urteil, sondern als meine Diagnose zu verstehen). Schafe und Lämmer ohne Hirten ist eine Redefigur aus der Bibel dafür.

    Ich bin seit 20 Jahren sehr viel in Uganda. Selbst die Buschneger haben dort ein höheres politisches Bewusstsein als ich es hier unter Studenten antreffe. Da könnte ich eigentlich fast das Schämen anfangen, ein Mensch zu sein, worauf ich nun allerdings nicht konditioniert wurde, weshalb es bei einem bloßen Gedankenausflug bleibt. LOL.

    • sascha313 schreibt:

      Du hast natürlich recht, Georg. Man wird nicht umhin kommen, das politische Bewußtsein in die Massen hineinzutragen. Zudem werden die ständigen Auseinandersetzungen im Arbeitsleben und im kapitalistischen Alltag unweigerlich dazu führen, daß sich vor allem die Arbeiter über ihren Zustand werden Gedanken machen müssen. Irgendwann ist auch das Maß voll. Sie werden sich auf der Suche nach der WAHRHEIT über vieles hinwegsetzen, was heute noch Erkenntnisschranken sind. Und eines schönen Tages werden sie wieder anfangen, sich als Klasse zu organisieren. Wenn die Knete alle ist, geht es eben an die nackte Existenz…

      • jauhuchanam schreibt:

        „Man wird nicht umhin kommen, das politische Bewußtsein in die Massen hineinzutragen.“
        Daran möchte ich mich, so sehr mein Denken auch noch aus meiner eigenen Selbstreflexion betrachtet, als schwer indoktriniert bezeichnet werden muss, gerne beteiligen.

        „Wenn die Knete alle ist, geht es eben an die nackte Existenz …
        … nun habe ich aber in Afrika Erfahrungen sammeln dürfen, die mich darüber belehrt haben, dass selbst unter der Bedrohung des nackten Überlebens, dem Menschen derart die Würde genommen werden kann, dass sogar jeder innere Widerstand sich aufzulehnen, erstorben ist. Eine äußere Handlung des Aufbegehren ist damit auch erledigt und damit auch jede Hoffnung auf Veränderung genommen. Und in meinem Vergleich zwischen den Menschen dort und hier – aber wie gesagt, ist es mein subjektiver Eindruck – ist der Zustand hier fataler als dort.
        Das mag daran liegen, dass die große Mehrheit der Menschen dort von diesem Fatalismus und dieser hier herrschenden Apathie auch gar nicht verschlungen werden konnten, denn wo es nichts mehr zu verlieren gibt, kann der Mensch wohl nur noch gewinnen (?) , aber hier ist der Mensch so konditioniert, dass er nicht einmal mehr bemerkt, dass er gar nichts zu verlieren hat, was er sich aber einbildet verlieren zu würden.

        Im Kern meiner Kommentare und meiner Fragen an dich, geht es aber um etwas viel grundlegenderes, als meinen Beitrag, das politische Bewußtsein zu fördern, sondern um eine Aussage in der Präambel der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“

        “ … da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen,
        damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei
        und Unterdrückung zu greifen,“

        Das bedeutet doch schlicht, dass schon 1948 als die Generalversammlung der Vereinten Nationen diese Resolution fasste Tyrannei und Unterdrückung herrschte!!! Wenn ich den Satz logisch und folgerichtig zu Ende denke, bin ich gezwungen, zum Aufstand als Mittel zur Beseitigung dieser herrschenden Tyrannei und Unterdrückung zu greifen, da mit der Herrschaft des Rechtes, die Menschenrechte nicht geschützt werden können, und somit diese Menschenrechte und die Herrschaft des Rechts ein unsichtbarer Schatten von leeren Gespenstern ist, und damit handelt es sich doch um gar nichts anderes, als eine Art Pille, um mich in meinem Handeln zu betäuben, sprich daran zu hindern, mich mit dem Mittel des Aufstandes gegen die Gewaltherrschaft zu erheben.
        Was ich also suche, sind Menschen – und mir ist das vollkommen wurst und piep egal, welcher „Rasse“, „Kultur“, „Religion“ oder „Nationalität“ die angehören mögen oder angehört haben – mit denen ich das Gemeinsam tun kann. Ich „plapper“ in einem gewissen Sinne darüber seit 40 Jahren, es wird langsam für mich Zeit in die Hufe zu kommen.
        Ich habe alles, was sich ein Mensch nur wünschen kann, in meinem Leben bekommen – klar da war auch vieles, was ich nun nicht gerade gerne erlebt hätte – dennoch finde ich es für mich Zeit, das Gute, was mir die Menschheit getan hat, in der Form meinen Dank auszusprechen, dass ich sie verteidige. Und der Angriff ist nun einmal die beste Verteidigung. Meine „innere“ Freiheit, soll doch bitte nicht im Äußeren durch Nichtstun versauern. Da würde ich ja griesgrämig drüber werden.😉 … was ich lieber den Haumiblaus und Schlaumeiern dieser Welt überlasse. Ich aber will den Kampf, sonst sterbe ich noch darüber in einem Schlaganfall drüber weg. Fände ich schade.

        Und da nun der lang geplante Krieg gegen Russland angelaufen ist und sich nicht von der Wolfowitz Doktrin getrennt wird, kommt es zu einem Nuklearen Schlagabtausch oder zu einem Erstschlag, der denjenigen lähmen wird, der ihn halt zuerst aufs Dach bekommt. Da brauche ich mir gar keine Hirngespinste von irgendeinem „Frieden“ einreden lassen. Schließlich spielen die an der Grenze zu Russland keine Sandkastenspiele … Auch die letzten doofen Sesselpupser kriegen dabei ihr Fett weg, aber nicht wie sie sich das so vorstellen, dass das ein kurzes Ende ohne Schrecken sein würden, sondern ein langer, grausamer Schrecken ohne Ende.

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