Antikommunistische Hetze auf DKP-Website

DKP-WebsiteAuch in der DKP gab einige Leute (oder gibt es die noch?), die partout nicht bereit sind, sich von gewissen antikommunistischen und sowjetfeindlichen Lügen der bürgerlichen Massenmedien zu lösen. Das wurde vor allem auch in der Auseinandersetzung des vormaligen Chefideologen dieser Partei, R.Steigerwald, mit dem Historiker Kurt Gossweiler deutlich. [1] Auf der offiziellen Website der DKP erschien seinerzeit auch ein anonymer Artikel, der in offen geschichtsfälschender Absicht die Politik Stalins, insbesondere den Nichtangriffsvertrag zwischen der Sowjetunion und dem faschistischen Deutschland, behandelt. Wir geben hier in leicht gekürzter und bearbeiteter Form den Beitrag von kommunisten-online wieder:

Antikommunistische Hetze auf einer DKP-Homepage

Von Günter Ackermann

Kommunisten-online vom 30. August 2011 – Er nennt seinen Namen nicht, zeichnet seine Machwerke mit „hth“, veröffentlicht recht oft auf der Internetseite des DKP-Vorstands „kommunisten.eu“, und immer sind es Artikel zu grundsätzlichen Fragen. Aber auch bei der Homosexuellen-AG der DKP veröffentlicht er. So z.B. einen Artikel zur Situation der Schwulen und Lesben in China. Da wir nicht davon ausgehen können, daß die bei sich Hinz und Kunz veröffentlichen lassen, und da „hth“ bereits mehrfach antikommunistisches Zeug auf der sich Kommunisten nennenden Internet-Seite brachte (so betete er kritiklos die Goebbels-Lüge nach, die UdSSR habe die polnischen Offiziere in Katyn ermordet), müssen wir davon ausgehen, daß nicht unwesentliche Personen in der DKP-Führung diesen ominösen „hth“ kennen und dessen Meinung teilen. Die Tatsache, daß sich „hth“ bereits mehrfach in ähnlicher Weise hervortat, verwundert da schon nicht mehr.

Zu beachten ist auch, daß laut Impressum dieser Homepage der Verantwortliche im Sinne des Presserechts kein Geringerer als Klaus Weißmann, der Bundesgeschäftsführer der DKP, ist. Also nehmen wir ihn in die Verantwortung und schieben wir es nicht auf eine anonyme Redaktion. Dieser „hth“ veröffentlicht auf dieser Homepage zu oft, um ihn als der Parteiführung Unbekannten vom Hochofen bei ThyssenKrupp anzusehen. Da hätten schon längst Konsequenzen gezogen werden müssen. Teile der DKP-Führung kennen diesen „hth“ und nehmen dessen antikommunistische Ausfälle billigend in Kauf und/oder teilen sie.

Es geht um den Artikel „Stalin, der Verräter bist du“

Dabei zitiert er u.a. Willi Münzenberg:

Münzenberg

Zum Artikel des „hth“:

Der Autor folgt bewußt der Bezeichnung der bürgerlichen Propaganda und nennt den Vertrag „Hitler-Stalin-Pakt“. Er relativiert das auch nicht, sondern klammert die gesamte kommunistische Bewegung, inkl. Komintern, aus der Gestaltung des Vertrags aus. Nur Hitler und die Nazi-Führung, und Stalin und die Führung der KPdSU machten diesen Vertrag, und das in der Absicht, die Sowjetmacht zu schwächen und letztlich zu vernichten. Damit folgt „hth“ der Logik eines der schlimmsten und übelsten Verräter am Kommunismus: Leo Trotzki. Der nämlich sprach vom Doppelgestirn Hitler-Stalin.

Heuchlerisch fordert „hth“: „An einer umfassenden und tief gehenden dialektisch-materialistischen Aufarbeitung, Analyse und Bewertung dieses so verhängnisvollen Paktes fehlt es noch immer. Die nachstehende Analyse soll – aus Anlaß des heutigen Jahrestages – ein Beitrag zum Schließen dieser Lücke sein.“

Daß es diese Analyse bereits gibt, verschweigt der famose Schreiber dieses Machwerks. Bereits 1948 erschien im Verlag für Fremdsprachige Literatur in Moskau eine umfassende Analyse der Entstehung dieses Vertrages. Allerdings behaupten dessen Autoren nicht, an einer „umfassenden und tief gehenden dialektisch-materialistischen Aufarbeitung, Analyse und Bewertung…“ dieses Vertrags arbeiten zu wollen. Diese auch soll das keine Analyse zum „Schließen dieser Lücke“ sein. Der sowjetische Text von 1948 ist eine „umfassende und tief gehenden dialektisch-materialistischen Aufarbeitung, Analyse und Bewertung“ dieses Vertrages, der man nichts hinzu fügen muß, und der auch keine zu schließenden Lücken hinterläßt. [2] Deshalb werden wir auch keine schreiben.

Allerdings erwähnt „hth“ in keinem Satz, daß sich aus seiner Partei schon zwei Autoren mit dem Thema beschäftigten und zu ganz anderen Ergebnissen kamen: Der frühere Vorsitzende der DKP, Kurt Bachmann, und Josef Schleifstein, schrieben darüber, und das, gestützt auf die Positionen des Textes von 1948.

Warum dieses antikommunistische und antisowjetische Machwerk?

Teile der DKP wetteifern mit der Partei die Linke in Anpassung an das kapitalistische System. Sie wollen, daß die DKP in der europäischen (rechten) Linkspartei nicht mehr am Katzentisch sitzen muß, sondern Vollmitglied wird. Und die Gysi-Partei verlangt ganz einfach Antikommunismus, will sie doch vergessen lassen, daß sie als SED selbst einmal kommunistisch war. Auch die Linkspartei übt sich in Anpassung an das imperialistische System, wenn auch auf höherem Niveau als die DKP, ist doch bei ihr der Anpassungsprozeß weiter fortgeschritten. Sie beschließt inzwischen ewige Treue und Hingabe an das zionistische Apartheidsystem, und das auch noch einstimmig. Oder sie entschuldigt sich ständig für das Unrecht, das den Menschen in der DDR zugefügt worden sei. Also dafür,

  • daß alle Menschen Arbeit hatten,
  • daß es weder Hartz IV, noch Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld-Empfänger geben mußte,
  • daß niemand auch nur einen Pfennig für Krankheitskosten, Kuren, Arztbehandlungen und Medikamente zahlen mußte,
  • daß es bezahlbare Wohnungen für alle gab und Spekulationen mit Grund und Boden unmöglich waren,
  • daß eine Politik des Friedens und der Völkerverständigung betrieben wurde usw.

Dafür entschuldigt sich die Truppe um Gysi ständig. Soweit ist die DKP noch nicht, aber ich bin guten Mutes, dahin kommt sie auch noch. Sie ist schon auf dem besten Weg dahin (siehe den Artikel von diesem „hth“).

„hth“ übernimmt die Lügen der Nazis über Katyn

So erschien am 10. April 2010, ebenfalls auf der Website kommunisten.eu, der Artikel
„Katyn – 70 Jahre danach“ des gleichen Autors. Auch hier werden kritiklos die Goebbelsschen Lügen übernommen, es wird nicht daran gezweifelt, daß sowjetische Staatssicherheitsorgane die polnischen Soldaten ermordet haben. Auch hier das gleiche Strickmuster einer Aneinanderreihung antikommunistischer Klischees:

„Stalin war in dieser Sache zunächst offen. Der zuständige Armee-Kommandeur war für die Freilassung aller Polen, Mechlis (Kommissar für staatliche Planung und Vertrauter Stalins) war für eine Behandlung als ‚Volksfeinde‘. Letztlich entschied das Politbüro der KPdSU am 5.März 1940, den größeren Teil der Gefangenen frei zu lassen, jedoch etwa 14.700 Offiziere, Grundbesitzer und Polizisten sowie 11.000 „Konterrevolutionäre“ (ohne Anklagen und Verfahren) zu erschießen. Stalin, Molotow, Mikojan und Woroschilow unterzeichneten den von Berija erstellten Befehl [3] eigenhändig, die Zustimmung von Kalinin und Kaganowitsch wurde gesondert auf der ersten Seite des Befehls vermerkt. Im April und Mai 1940 erfolgte der Vollzug in verschiedenen Orten in Weißrußland und der Ukraine durch den sowjetischen Geheimdienst NKWD in schalldichten Hütten. Etwa 5.000 Ermordete wurden in Katyn in Massengräbern vergraben.“ [4]

Wer ist nun der Autor „hth“?

Vorweg: Keine Ahnung. Es gibt aber einige Hinweise. Der Autor bringt in einem, Artikel den Hinweis, daß er einen Text aus dem Englischen übersetzt hat. Auch der antikommunistische Hetztext weist darauf hin. Er hat – so erklärte es mir einer, der perfekt Russisch kann – die englische Schreibweise der russischen Namen übernommen. Also kann er kein russisch, wohl aber englisch. Das weist darauf hin, daß er nicht aus dem Osten stammt, sondern aus dem Westen. Ferner schreibt er auch einen Text auf der Homepage der DKP-Schwulen-AG Queer über Schwule in China. Ein Hinweis darauf, daß er in der DKP-AG-Queer aktiv ist. Und es gibt Hinweise darauf, daß er aus NRW stammt. Also: Ein Wessi, der in der Schwulen-AG der DKP aktiv ist und wahrscheinlich in NRW wohnt und gut Englisch kann.

Überlegt mal, liebe Leser. Kennt ihr einen aus der DKP, der diese Kriterien erfüllt? Dann schreibt uns, wir werden dann schon herausbekommen, wer es ist und ihm seine Anonymität nehmen. Wer solch ein Zeug herauskotzt, der muß bloßgestellt werden, der darf sich nicht hinter einem Pseudonym verstecken können.

Fazit:
Die Website kommunisten.eu ist ein offizielles Organ des Vorstands der DKP und ausdrücklich die Ergänzung der UZ. „hth“ muß also Gönner im Parteivorstand haben oder ist selbst Mitglied des PV. Wenn solch ein antikommunistischer Hetzartikel erscheint, dann ist das wohlüberlegt und gewollt. Auch muß dem DKP-Vorstand bekannt sein, daß „hth“ gern auf antisowjetischen und antikommunistischen Irrwegen wandelt. Niemand klopfte „hth“ auf die Finger, niemand kritisierte diesen Artikel – zumindest nicht öffentlich. Mehr noch: „hth“ ist immer noch einer der Autoren, die die meisten Artikel auf kommunisten.eu schreiben dürfen, und das sind vor allem Grundsatzartikel.

Ich frage die linken Genossen in der DKP: Wann legt ihr diesem „hth“ und den anderen Revisionisten das Handwerk? Die Website kommunisten.de ist, neben der UZ, das wichtigste Organ der DKP-Bundespartei. Selbst wenn man bedenkt, daß die DKP (bedingt durch ihre revisionistische Grundausrichtung) keine klare kommunistische Position erwarten kann, aber solche offen antikommunistischen Hetzartikel auf einer offiziellen Homepage des Parteivorstands – das ist schon stark!

Andererseits: Sind einmal die Schranken gebrochen, ist also der korrekte Weg des Marxismus-Leninismus einmal verlassen, schleichen sich die Konterrevolutionäre ein. Führende Leute der DKP, so der stellv. Parteivorsitzende Leo Mayer oder der vormalige Chefideologe der DKP, Robert Steigerwald, liebäugeln mit den Trotzkisten, der Ex-Vorsitzende Heinz Stehr lobt schon mal die Kollaboration mit den USA im Irak, der frühere stellv. UZ-Chef Ulrich Sander, scharwenzelt mit den Antideutschen und verleumdet die Kritiker des Zionismus. Sie alle blieben ungeschoren und wurden nicht aus der DKP ausgeschlossen. Warum dann nicht auch solche offen antikommunistischen Artikel, wie der von diesem „hth“?

[1] vgl. Artikel des Genossen Dr. Kurt Gossweiler: Brief an Robert Steigerwald (10. Dezember 2005) inkl. vorhergehender Schriftstücke (seit 11.9.2002) und nachfolgendem Briefwechsel (bis 11.5.2006) auf www.kurt-gossweiler.de
[2] Siehe: Geschichtsfälscher
[3] Inzwischen weiß man, daß es sich bei dem „Dokument“ um eine Fälschung handelt. Siehe: http://www.kommunisten-online.de/Archive/blackchanel/katyn_vk.htm und
http://kommunisten-online.de/Archive/blackchanel/katyn1.htm
[4] siehe: kommunisten.eu

Quelle:
Kommunisten-online

siehe auch:
Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch?
Katyn: Waren die Dokumente gefälscht?
Über die Nazimorde im Wald von Katyn
Über Katyn: Fälscher im russischen Staatsarchiv
Elena Prudnikowa: Die Story der Fälscher

P.S. Inzwischen wurden die Buchstaben „DKP“ im Titel dieser Website entfernt, der verleumderische Artikel gelöscht und durch einen ebenso fälschenden ersetzt; bekannt ist nun auch: hth = Heribert Thomalla. Und im Impressum steht ein gewisser Leo Mayer.

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8 Antworten zu Antikommunistische Hetze auf DKP-Website

  1. Pingback: Was versteht man unter einer Revolution? | Sascha's Welt

  2. raimundbaytz schreibt:

    Etiketten Schwindel.
    Das ist keine offizielle Seite der DKP sondern der Reformisten die auf dem Parteitag am vom 14 bis 16.11. Entgültig ausgebootet werden. Der Drobs ist gelutscht. Die Talsole ist durchschritten und es geht nach vorne.
    Die DKP ist und bleibt eine Marxistisch Leninistische Partei und die legitime Nachfolgeorganisation der alten KPD. Der größte Teil der Gründungsmitglieder hat auf Grund des KPD Verbotes 1956 bis zu Gründung der DKP in der Illegalität als KPD weitergemacht.
    Eine einheitliche Kommunistische Massenpartei gilts wieder aufzubauen und den Einfluss innerhalb der Arbeiterbewegung zurück zu gewinnen.

  3. raimundbaytz schreibt:

    Hier zwei offizielle Seiten der DKP.
    Insbesondere der in einer Woche stattfindende 21 Parteitag und die Ausseinandersetzung dazu sin interessant.
    Ich werfe euch vor befor so ein Artikel veröffentlicht wird das man erst recherchiert. Die Reformistisch ausgerichteten Krãfte innerhalb der DKP Ssind eine kleine Minderheit die jedoch siehe kommunisten.de und kommunisten.eu sehr manipulierend vorgehen. Das sind definitiv seit Jahren keine DKP seiten mehr.
    Jetzt die Websits
    News Site mit der Diskussion zum 21. Parteitag.
    http://news.dkp.subhail.uberspace.de/
    und die UZ
    http://www.unsere-zeit.de

  4. teardown schreibt:

    Die Fraktion um Leo Mayer und Konsorten ist ein Ärgernis!
    Dieser hat eine innerparteiliche Fraktion/Verein – die „marxistische Linke“ – gegründet um die DKP zu „sozialdemokratisieren“. Besagter Gruppe schwebt eine „linke Beliebigkeit“ nach dem Vorbild der Linken vor.
    Meine Mitgliedschaft in der DKP wird sich nach dem Parteitag entscheiden.
    Wenn es nicht gelingt die „Mayeristen“mit ihrem Verein aus der Partei auszuschließen – bei der Linken wären die Gruppe definitiv besser aufgehoben – oder anderweitig zu „entmachten“ werde ich die Partei verlassen.

    • sascha313 schreibt:

      So ist es! Sektierertum schadet, Trotzkismus und Revisionismus (d.h. Antikommunismus!) muß entlarvt und aus der kommunistischen Partei entfernt werden. Siehe auch VI.Konferenz der SDAPR in Prag (1912):
      Lenin: Die Vertreibung der charakterlosen Scheißkerle aus der Partei

      • teardown schreibt:

        Die Mitgliedschaft in der DKP ist für mich eine „emotionale Angelegenheit“ – aber wenn ich mich nicht mehr „wohlfühle“ werde ich nicht wie ein „verbohrter und unzufriedener Sozialdemokrat“ in der Partei „kleben“. Idioten die seit Schröder mehr als unzufrieden sind und nicht austreten gibt es nicht wenige…

        Alternativ bleibt mir die KPD!

        P.S. Das beide Parteien – DKP & KPD – politisch völlig unbedeutend sind dürfte jedem Genossen bewußt sein – und deshalb binde ich mich nicht an eine Partei von der mir ein Teil der Mitglieder bzw. deren Ziele nicht passt.

  5. sascha313 schreibt:

    Tja, welcher Partei sollte man überhaupt beitreten. Parteilose Genossen gibt es ja nicht wenige. Eine neue Partei gründen?? Versuche dazu gab es etliche. Ich denke – auch wenn besser heute als morgen – alles muß wachsen. Das Zusammengehen mit dem Proletariat, genauso wie das Verständnis, wie man sich am besten organisieren kann. Auf alle Fälle muß man die Geschichte studieren, das ist besser, als überstürzt und gewissermaßen kopflos „vereinigen“ zu wollen, wo es am Ende keine Einigkeit gibt. Interessant ist bspw. hier das: https://sascha313.wordpress.com/2015/10/16/bismarck-und-das-sozialistengesetz/

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