Baschar al-Assad: „Es geht um den Frieden! Es geht um unser syrisches Vaterland!“

gegen Krieg2Immer mehr machen sich deutsche Massenmedien und deren dreckige Auftragsschreiber zum Sprachrohr der USA-Kriegsverbrecher. Da wird in deutschen Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen gegen die rechtmäßige Regierung Syriens gehetzt, insbesondere gegen den Präsidenten Bashar al Assad. Da werden fanatische Banditen herangezogen, mit Waffen, Geld und Propaganda unterstützt, um an allen Ecken und Enden Syriens Krieg zu führen, friedliche Einwohner zu ermorden, Wohnviertel und Kulturschätze zu zerstören und in der syrischen Bevölkerung Unruhen anzustiften. Da werden Lügen verbreitet über angebliche Verbrechen der syrischen Armee. Und alles das nur, um ein Land zu erobern, das sich den Großmachtansprüchen des USA-Imperialismus nicht beugen will, um ein Land auszuplündern, das reich ist an Bodenschätzen, um ein Land zu besetzen, das sich wie auch schon der Irak, wie Libyen und die Ukraine als Aufmarschbasis eignet, um später einmal auch Rußland erobern zu können. Die Pläne der imperialistischen Strategen sind bekannt. Sie ähneln denen, die auch das faschistische Hitlerdeutschland schon hatte, als es Österreich besetzte, die ČSSR und Polen überfiel und 1941 in der Sowjetunion einmarschierte. Aus aktuellem Anlaß, nämlich der imperialistische Interventionspolitik der USA, der NATO und Israels, zitieren wir hier erneut den vollständigen Text der Rede des syrischen Präsidenten Dr. Bashar al-Assad vom 6. 1. 2013:

Baschar al-Assad: „Es geht um den Frieden! Es geht um unser syrisches Vaterland!“

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Dr.Bashar al-Assad

„Denn der Konflikt … besteht zwischen dem Vaterland und seinen Feinden, zwischen dem Volk und den kriminellen Mördern, zwischen den Bürgern und denen, die dem Volk das Brot stehlen, sein Wasser, seine Wärmequellen und ihm die Sicherheit verwehren, auf die es so stolz war, und die seinen Geist dafür mit Angst und Panik füllen.“ (BasharAssad)

Am 06. Januar 2013 hielt der vom Volk gewählte syrische Präsident Baschar al-Assad eine von der progressiven Welt vielbeachtete Rede an sein Volk. Sie wurde in Französisch auf der Webseite von „Le Grand Soir“ mit der Bemerkung veröffentlicht: „Die Leser des LGS haben ein Recht auf den Originaltext der Rede, die schon eher übersetzt ist als das Niederprasseln des zu lesenden und zu hörenden Geschreis sowohl von hiesigen Politikern als auch von unterwürfigen Journalisten.“ – Nach dem verbrecherischen Luftangriff in der Gegend von Jamraya nordwestlich von Damaskus durch israelische Kampfflugzeuge am 30.1.13 gegen 2 Uhr morgens hat sich die Lage um Syrien weiter verschärft…

Meine Schwestern und Brüder!
Heute sehe ich euch an, und ich blicke in die Gesichter der Söhne und Töchter meines Vaterlandes voller Trauer und Schmerzen. Ich sehe die Augen der Kinder Syriens nicht mehr glänzen durch das strahlende Lachen der Unschuld. Ich sehe, wie die Hände der Älteren nicht mehr wissen, wie sich gen Himmel erheben um zu beten und um Gnade zu flehen für das Wohl ihrer Kinder, Enkel und Urenkel. Wir sind hier versammelt, weil sich das Leid der syrischen Erde bemächtigt, ohne auch nur der Freude den geringsten Platz zu lassen. Ruhe und Sicherheit sind aus den Straßen und Gassen verschwunden. Wir sind hier versammelt, weil die Mütter ihre Söhne verloren haben, die besten der Söhne. Familien haben ihre Unterstützer verloren, Kinder sind Waisen geworden. Brüder wurden getrennt, die einen sind Märtyrer geworden, die anderen wurden versetzt, und wieder andere sind verschwunden.

Unendliches Leid

4893056Dieses Leid schwebt über dem Land wie eine schwarze Wolke. Sich dessen bewußt zu sein, ist nobel, aber reicht nicht, um den Verlust teurer Wesen zu verschmerzen, um die Stabilität und Sicherheit wieder herzustellen, Brot, Wasser, Treibstoff und Medikamente für alle abzusichern. Denn aus der Beherrschung des Schmerzes muß Hoffnung und letztlich müssen aus dem tiefsten Innern dieses Leides die besten Lösungen erwachsen. So, wie die Wolke das Licht der Sonne verbirgt, trägt sie in sich auch die Reinheit des Regenwassers, das die Hoffnung und die Großzügigkeit keimen lässt, sobald es Regen brachte. Diese Gefühle und Emotionen von Schmerz, bitterer Trauer, Herausforderung und Bestimmung tragen in sich eine unwahrscheinliche Energie. Syrien wird die Prüfung nur überstehen, wenn es diese Energie in eine allgemeine nationale Bewegung überträgt, die das Land aus den Klauen einer in der Geschichte der Region nie dagewesenen unerhörten Aggression befreien wird.

…wir werden das Vaterland verteidigen!

Einziger Balsam für die tiefen Wunden, die unser soziales Gefüge erlitten und wodurch es zerstört wurde, ist diese Nationale Bewegung. Sie allein ist in der Lage, das geografische Syrien zu erhalten, es sozial und politisch viel stärker zu machen und es kulturell und moralisch neu aufleben zu lassen. Dafür trägt jeder einzelne Bürger Verantwortung. Jeder kann entsprechend seinen Möglichkeiten dazu beitragen, selbst, wenn er sie für schwach oder begrenzt hält. Das Vaterland gehört allen, und wir verteidigen es alle, jeder wie er kann und seinem eigenen Potential gemäß. Denn die Idee heißt Verteidigung, die Situation nennt sich Verteidigung, der Wiederaufbau ist Verteidigung und der Schutz der Volksgüter ist Verteidigung! Verteidigung – aus gutem Grunde. Angesichts dieser Aggression aller Bereiche des Vaterlandes weiß jeder denkende Bürger ganz genau: Der Versuch, in fremde Rechte einzugreifen, der Negativismus oder die Hoffnung, jemand anderes würde die Probleme lösen, würde das Land in einen Abgrund führen. Nicht an der Suche nach Lösungen teilzunehmen hieße, das Land aufzugeben und nicht, es vorwärts zu bringen.

Ein Konflikt zwischen Syrien und seinen Feinden

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Banditen des Islamischen Staates

Viele sind in die Falle getappt, die da glauben machte, daß der Konflikt zwischen Macht und Opposition bestünde, oder anders gesagt: Es wäre ein Kampf um Sessel, einen Posten oder die Macht! Deshalb haben sie sich abseits gehalten, haben die Stille gewählt und die Neutralität. Heute aber ist es die Pflicht eines jeden von uns, den Blick auf den wirklichen Kompaß fürs Vaterland zu lenken. Denn der Konflikt, meine Damen und Herren, besteht zwischen dem Vaterland und seinen Feinden, zwischen dem Volk und den kriminellen Mördern, zwischen den Bürgern und denen, die ihm das Brot stehlen, sein Wasser, seine Wärmequellen und ihm die Sicherheit wehren, auf die er so stolz war, und seinen Geist dafür mit Angst und Panik füllen.

Unendliche Barbarei

Sie haben Zivilisten und Unschuldige getötet, um das Licht und die Ausstrahlung unseres Landes zu löschen. Sie haben das Talent und die Intelligenz ermordet, um die Ignoranz in unsere Köpfe zu säen. Sie haben die Infrastruktur verwüstet, die mit den Mitteln unseres Volkes erbaut wurde, um das Leiden in unser Leben zu bringen. Sie haben den Kindern die Schulen verweigert, um unsere Zukunft zu zerstören und ihre Dummheit zu übernehmen. Sie haben die Stromleitungen, die Kommunikationsverbindungen und die Kraftstoffversorgung unterbrochen, um die älteren Leute und die Kinder der Kälte des Winters auszusetzen, und sie haben solcherart ihre unendliche Barbarei bewiesen. Sie haben die Getreidesilos, Körner, Mehl gestohlen, damit die Bürger Hungers sterben und von Brot träumen. Und das alles soll ein Konflikt um die Macht sein? Oder ist es nicht eher eine Rache am Volke, das den mordenden Terroristen nicht das Stichwort zur Auflösung Syriens und der Teilung seiner Gesellschaft zugestanden hat? Sie sind die Feinde des Volkes, und die Feinde des Volkes sind die Feinde Gottes, und die Feinde Gottes sind am Tage der Auferstehung dem Fegefeuer geweiht!

Nicht: „friedliche Revolution“ – sondern es ist feindlicher Terror!

In einer ersten Etappe haben sie uns ihre vorgebliche Revolution aufgedrückt. Aber das Volk hat sich dagegen aufgelehnt und abgelehnt, sie zu unterstützen, trotz Strömen von verteiltem Geld, dem Wüten der Medien und der Einschüchterung mit noch versteckt gehaltenen Waffen. Als sie ihre Niederlage merkten, sind sie zur zweiten Etappe übergegangen und haben die Maske der „friedlichen Revolution“ fallen lassen. Sie haben drohend ihre Waffen gezeigt, denn es war nun unnütz, das Arsenal zu verstecken. Danach haben sie die Besetzung einiger Städte versucht, um von ihnen aus wie tolle Wölfe auf andere Städte zuzugreifen. Sie haben grausam gewütet. Aber je mehr sie zuschlugen, umso bewußter wurde dem Volk, was gespielt wird, und es widerstand und zeigte seinen Widerwillen und ihre Falschheit. An diesem Punkte haben sie ihre Rache mittels Terrorismus gegen alle und ohne Unterschied beschlossen, überall wo sie sich einschleichen konnten.

Was ist eine Revolution?

Sie sprechen von «Revolution», derweilen sie nichts mit Revolutionen zu tun haben, weder von nahem noch von weitem! Eine Revolution braucht Denker. Eine Revolution baut sich um ein Denken auf. Wo denn ist der Denker? Wer hat auch nur einen ihrer Denker getroffen? Die Revolutionen brauchen Führer. Wer weiß denn, wer derjenige ist, der sie führt?

Die Revolutionen setzen Wissen und Ideen voraus, nicht Unwissen. Die Revolutionen setzen ein Vorwärts gehen voraus und nicht den Rückgang in vergangene Jahrhunderte. Revolutionen werden gemacht, um die gesamte Gesellschaft zu erleuchten, nicht ihr den Strom abzuschneiden. Normalerweise wird die Revolution vom Volke gemacht, nicht durch aus dem Ausland importierte Individuen, die ihre „Revolution“ dem Volke aufdrücken wollen. Sie wird für das Volk gemacht, nicht gegen seine Interessen.

Also, ist das um Gottes Willen eine Revolution und haben wir es mit Revolutionären zu tun? Oder ist es nicht doch eine Bande von Verbrechern? Das ist für die Fassade, während im Hintergrund die Takfiristen mit ihren Sprengstoffen langsam weiterzündeln und morden und durch logistische Unterstützung der bewaffneten Banden im Vordergrund wirken. [Takfiristen: Sektiererische und extrem am Rande des sunnitischen Islam wirkende Strömung, die überall Ungläubige und ihre Ermordung als erlaubt sieht. Anm.d.Ü.]

Eine Bande von Verbrechern

Dennoch waren sie jedes Mal, wenn die Armee und das Volk sie Hand in Hand zurückgeworfen haben, am Rande des Zusammenbruchs. Darum haben sie sich verpflichtet gefühlt, sich in vorderste Linie zu schlagen und koste, was es wolle, loszumarschieren mit Feuer, Blut und Folter. Weil aber das Denken der Takfiristen dem unseres Landes fremd ist, mußten sie aus dem Ausland Individuen und deren Ideen importieren. Und da wurde es problematischer. Einerseits Takfiristen, Terroristen, Al Quaida, die sich rühmen, „Dschihadisten“ aus aller Welt zu sein, um terroristische Operationen auf unserem Boden auszuführen. Andererseits unterlegene bewaffnete Banden, die deshalb als Assistenten für Entführungsoperationen, Plünderungen und Sabotage in den Hintergrund geschoben wurden, bestenfalls Sklaven und Agenten im Solde der Feinde. Spione, die gegen ihre Landsleute arbeiten zugunsten und auf Rechnung der takfiristischen Mörder, die nur die Sprache des Gemetzels und des Zerstückelns der Körper ihrer Opfer verstehen.

Meine Brüder!
Eben genau die sind es, die wir bekämpfen. Viele sind keine Syrer. Sie sind durch perverse Konzepte und einen verfälschten Wortschatz gekennzeichnet. Sie sprechen von einem Dschihad, der weit entfernt von dem des Islam ist. Sicher ist, daß der größte Teil, mit dem wir zu tun haben, heute zu den Terroristen gehört, welche der Ideologie Al-Quaidas anhängen. Ich denke, daß der größte Teil von euch weiß, in welcher Weise der Westen in Afghanistan diesen Terroristen-Typ unterstützt hat, der seit drei Jahrzehnten von arabischem Geld finanziert wird. Mit der Zerstückelung der Sowjetunion und ihrem Rückzug aus Afghanistan hat sich diese Terroristenorganisation aufgemacht, sich überall in der arabischen Welt auszubreiten und zuzuschlagen. Sie hat in den moslemischen Ländern zugeschlagen und sich dann Richtung Westen aufgemacht. Der hat versucht, sich ihrer zu entledigen im Verlaufe seines Krieges in Afghanistan.

Einfluß der westlichen Kräfte

Sie haben es auf andere Art versucht nach ihrer Invasion in Irak. Das hat diesen organisierten Terrorismus nicht daran gehindert, immer besessener und weitläufiger zu werden. Und siehe da, „diese Ereignisse“ sind in der arabischen Welt angekommen, vor allem in Syrien, als eine passende Gelegenheit für diese Kräfte – ich meine die westlichen Kräfte -, damit sie die größte dieser „zukünftig unerwünschten“ Meute nach Syrien bringen und hier einen neuen Boden für den Dschihad bereiten können. Solchermaßen dachten sie, zwei unliebsame Gegner auf einen Schlag loszuwerden: Den Terrorismus und den „problematischen Knoten“ Syrien!

Es geht um die Existenz Syriens!

Vor etwas mehr als einem Monat hat eine Organisation – an deren Namen ich mich nicht mehr erinnere –, die sich mit Fragen des Terrorismus beschäftigt, einen Bericht über das Sinken terroristischer Akte in der Welt und vor allem in Zentral- und Ostasien veröffentlicht. Er stimmt, denn der Großteil der in diesen Regionen und selbst in einigen westlichen Ländern ihr Unwesen treibenden Terroristen ist nach Syrien gekommen. Das Eindringen dieser Terroristen ist für jedes Land gefährlich, das ist augenscheinlich, ohne dabei anzuerkennen, daß es unmöglich wäre, sie verschwinden zu lassen, wenn man den Willen und die Courage hätte. Aber das gefährlichste ist ihr Eindringen in das Denkvermögen und die sozialen Bereiche. Einmal ihre Denkweise ins Innere einer Gemeinschaft eingedrungen, verwandelt sie sich in ein unförmiges Monster. Wir müssen dieser Frage mit Ernsthaftigkeit begegnen, unabhängig von der Syrien überziehenden politischen Krise. Anders ausgedrückt: Wir müssen unsere Meinungsverschiedenheiten überwinden, denn wenn wir diese Frage nicht behandeln, lassen wir nur Blut als Erbschaft für Generationen und aber Generationen zurück. Das uns bekannte Syrien wird nicht mehr existieren. Sein Name und seine Geographie werden nicht notwendigerweise verschwinden, sondern vielmehr die uns vertraute syrische Gesellschaft wird verschwinden. Das heißt, es ist nicht ausgeschlossen, daß dieses auf der „Fitna“ beruhende Denken die Geographie und den politischen Sinn jeder Gesellschaft zerstört, in die es einmal eingegangen ist. Unsere Verantwortung angesichts dieser Gefahr erfordert unsere Einigung.

Gewisse Leute bewaffnen und finanzieren diese Krimimellen

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Der USA-Senator McCain mit ISIL-Banditen

Diese Krise ist nicht allein intern und zeigt noch andere Dimensionen auf. Für alle, die sehen wollen, was hier passiert, dürfte das zukünftig klar sein. In der Tat gibt es auf regionalem Niveau jene, die des Landes Teilung suchen, und jene, die es schwächen wollen. Gewisse Leute finanzieren und bewaffnen die Kriminellen, derweilen andere sie trainieren und unterstützen. Über das Verhalten von Feindstaaten, die sich aufgebaut haben, indem sie okkupieren und Aggressionen verüben, sind wir nicht übermäßig erstaunt. Es gibt Nachbarländer, die Syrien und sein Volk ungerecht heruntermachen, um seine Beherrschung zu erreichen und Staaten, die sich einen geschichtlichen Platz suchen, ohne erhoffen zu dürfen, sich darin wiederzufinden. – Also haben sie beschlossen, die Geschichte neu zu schreiben mit dem Blut Unschuldiger des arabischen Volkes, des syrischen Volkes im besonderen. Aber Syrien und sein Volk sind viel stärker und solider. Wir versprechen ihnen, nichts zu vergessen!

Syrien war und ist ein freies Land!

Was die internationale Ebene betrifft, ist es kein Geheimnis, daß Syrien frei und souverän geblieben ist, daß es die Unterordnung verweigert und die Vormundschaft nicht akzeptiert. Das hat schon immer gewisse westliche Länder gestört. Sie haben also interne Ereignisse auszunutzen versucht, um Syrien aus dem regionalen politischen Gleichgewicht zu lösen und Schluß zu machen mit dem „problematischen Knotenpunkt“, hier alle Widerstandsbestrebungen zu zerschlagen und uns anschließend in ein unterwürfiges Land zu verwandeln wie so viele, die uns umgeben. Aber die internationale Gemeinschaft ist nicht auf die westlichen Länder begrenzt. Zahlreiche Länder, insbesondere Rußland, China und die anderen BRICS-Staaten und viele andere verweigern die innere Einmischung in die Angelegenheiten der Staaten und die Destabilisierung unserer Region und respektieren damit ihre eigenen Interessen und Prinzipien, unter ihnen Selbstbestimmung und die Freiheit der Völker. Staaten, die die Souveränität Syriens respektieren, seine Unabhängigkeit und seine Entscheidungsfreiheit. Staaten, die wir im Gegenzug nur schätzen und achten können und denen wir danken. Ich danke insbesondere Rußland, China und dem Iran und jedem Land, das die Selbstbestimmung des syrischen Volkes unterstützt hat.

Innere Meinungsverschiedenheiten

Im Lichte dessen, was vorgegangen ist, können wir nicht von Lösungen sprechen, ohne folgenden Faktoren Rechnung zu tragen: Dem inneren Faktor, dem regionalen Faktor und der Internationalen Arbeitsgruppe. Wir wissen, daß jede Aktion erfolglos sein wird, ohne auf diese Faktoren näher einzugehen. Fangen wir mit dem inneren an. Für gewisse Leute bestand also der Konflikt im Sagen, daß es Unstimmigkeiten zwischen Oppositionellen und Anhängern ging. Ich denke nicht, daß dem so war und zwar bereits ganz von Beginn der Ereignisse an. In der zivilisierten Welt kann sich eine solche Diskrepanz nur um die zu lösenden Fragen drehen, nämlich: Wie kann der Aufbau des Vaterlandes konsolidiert werden, nicht, wie es zu zerstören ist. Wie kann es voranschreiten und sich entwickeln und nicht, wie es rückwärtsgewandt wird. Die Beziehung zwischen Opposition und Regierung ist eine innere. Aber wenn innere Elemente zum integralen Bestandteil ausländischer Elemente werden, läuft der Konflikt zwischen In- und Ausland, zwischen Unabhängigkeit des Landes und seiner Unterwerfung, zwischen Souveränität und politischer Kolonisation. Dieser Kontext fordert die Verteidigung des Vaterlandes und den Zusammenschluss aller gegen die ausländische Aggression heraus, die mit internem Handwerkszeug ausgerüstet ist. Deshalb legen wir nicht den Wohnort von diesem oder jenem zugrunde, wenn wir von externer Opposition sprechen, sondern allein, worauf er Herz und Geist richtet, mit wem er akzeptiert sich zu verbünden, auf wen er wettet und von wem er eine Finanzierung akzeptiert. Das ist für uns ausländische Opposition, egal, ob sie sich im Innern oder im Ausland aufhält. Unabhängig davon leben Menschen im Ausland, die ihr Vaterland verteidigen.

Unbarmherzige Aggression externer Mördergruppen

Ja, meine Damen und Herren, es handelt sich weder um einen Konflikt zwischen Opposition und Anhängern, nicht mal um einen einfachen Kampf zwischen Armee und Mördergruppen. Heute sind wir im Kriegszustand im wahrsten Sinne des Wortes. Wir verteidigen uns gegen eine unbarmherzige Aggression, eine neue Art von Krieg, viel gefährlicher und viel mörderischer als die konventionellen Kriege, denn er nutzt nicht seine eigenen Mittel uns zu schlagen, sondern nutzt uns, um an seine Ziele zu kommen. Er visiert Syrien an mittels einer Handvoll Syrer und zahlreicher Ausländer. Es ist unglücklicherweise Dank einvernehmlicher Kooperation mit gewissen Leuten von uns, daß er hofft, uns zum Ausreißen unserer Bäume und zum Demolieren unserer Unternehmen zu stoßen. Ein solcher Krieg fordert von uns, das Vaterland zu verteidigen und gleichzeitig den Weg der Reformen fortzusetzen, selbst wenn sie wahrscheinlich wenig an der Realität dieses Krieges ändern können. Tatsache bleibt deshalb nicht weniger, daß sie uns stärken in unserer Einheit und Unantastbarkeit. Manche denken, daß die Lösung durch Reformen die einzige Lösung unserer Probleme wäre. Nein. Das ist ein wichtiger Faktor, aber nicht die einzige Lösung.

Der Krieg wurde Syrien aufgezwungen!

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ISIL-Banditen ermorden syrische Soldaten

In der Tat ist die Reform ohne Sicherheit wie die Sicherheit ohne Reform. Die eine kann nicht ohne die Hilfe der anderen erfolgreich sein. Das haben wir schon erklärt und werden wir weiterhin erklären. Jene, die nicht aufhören zu wiederholen, daß Syrien die „Lösung der Sicherheitsprobleme“ brauche, hören und sehen nichts. Wir haben noch und noch wiederholt: Politische Lösung mit einer Hand, Abschaffung des Terrorismus mit der anderen Hand. Wir fragen jene, die unter diesem Vorwand versuchen, die Situation umzukehren: Wenn eine Person einer Aggression widersteht, würden Sie sagen, daß sie sich verteidigt hat oder eher, daß sie eine „Lösung der Sicherheitsprobleme“ brauche? Warum von einer „Lösung der Sicherheitsprobleme“ sprechen, wenn ein Staat das Volk und das Volk sein Vaterland verteidigt? Jedermann würde in diesem Falle die legitime Selbstverteidigung zugestanden, aber nicht, für eine „Lösung der Sicherheitsprobleme“ optiert zu haben. Wir, wir haben den Krieg nicht gewählt. Der Krieg wurde Syrien aufgezwungen. Weil der Staat das Volk verteidigt und wir uns alle verteidigen, dürfte demzufolge keine denkende Person fortfahren zu erklären, daß wir eine Sicherheitsentscheidung getroffen hätten.

Dialog mit ferngesteuerten Banditen???

Die Verteidigung des Vaterlandes ist eine Pflicht und die einzige mögliche Entscheidung. Der Fakt, daß wir eine politische Lösung akzeptiert haben, impliziert in keinem Fall, daß wir aufhören müßten uns zu verteidigen. Diese Tatsache setzt aber ebenfalls einen Partner voraus, der diese Lösung akzeptiert und dialogbereit ist. Wir haben niemals die politische Lösung verweigert. Wir haben vom ersten Tag an auf die fundamentale Basis des Dialogs gesetzt. Wir haben allen Menschen die Hand gereicht, die als Träger eines politischen Projekts Syrien voranbringen wollten. Aber mit wem den Dialog führen? – Mit den Trägern von extremistischem Gedankengut, die sich nur in der Sprache des Blutes, von Mord und Terror ausdrücken können? Mit aus dem Ausland ferngesteuerten Banden? Mit denen, die den Befehlen des Auslands Folge leisten?

…sie haben ihre Völker in Lügen ertränkt!

Das Ausland befiehlt, den nationalen Dialog abzulehnen, weil seine Repräsentanten wissen, daß er alle ihre aufgestellten Pläne zur Zerstörung Syriens zum Scheitern bringen kann. Und das um so mehr, weil einige regionale Chefs sehr gut begriffen haben, daß ihre politische Zukunft ernsthaft kompromittiert, wenn die syrische „Krise“ beendet wäre, jetzt, wo sie sich selbst und ihre Völker in Lügen ertränkt und ihre Reichtümer zur Unterstützung des Terrorismus vergeudet haben, jetzt, da sie ihre Aggressionspolitik nicht rechtfertigen können, sich bloßgestellt haben durch Verbrechen, Mord und das Blutvergießen Unschuldiger. Und schließlich: Können wir den Dialog führen mit vom Westen aufgebauten Marionetten, der ihnen ihre zu rezitierende Rolle diktiert und zugeteilt hat? Wenn wir den Dialog führen müssen, dann wohl eher mit dem Original als mit der Kopie, nicht mit dem, dem er alle Stücke kreïert hat, um sie auf der ganzen Welt zur Schau zu stellen. Eher mit dem Meister den Dialog führen, als mit dem Sklaven!

In Kolonialmanier: Sie sind gewohnt, Befehle zu erteilen

Der Westen, Nachfahre des Kolonialismus und erster Siegelbewahrer der politischen Teilungen und der schändlichen sektiererischen Rivalitäten, hat die Tür des Dialogs geschlossen, nicht wir. Denn er hat die Gewohnheit angenommen, Befehle zu geben. Wir aber sind gewohnt an die Souveränität, die Unabhängigkeit und an Willensfreiheit. Wir ändern uns nicht! Abgesehen davon, wie könnte er mit uns den Dialog führen? Und warum sollte er? Demzufolge befindet sich, wer diese Tatsachen ignoriert und sich mit der politischen Lösung zufriedengibt, in Unkenntnis der Realitäten oder ist Komplize und gibt sein Vaterland und seine Mitbürger preis, um die hinter ihm stehenden Verbrecher zu nähren. Er verkauft sein Volk und das Blut der fürs Vaterland Gefallenen. Das werden wir nicht erlauben!

Für das Wohl des Vaterlandes arbeiten

Manche sprechen von einer politischen Lösung, ohne von der Ausrottung des Terrorismus zu sprechen und umgekehrt. Diesen fehlt es an Präzision, weil die Lösung nur global sein kann und mehrere Gebiete betrifft: Die Politik, den Kampf gegen den Terrorismus und das Soziale. Die dritte Achse erweist sich als äußerst wichtig, und wäre es nur, um die Schlußfolgerungen des in Homs und Deraa beobachteten „Modells“ zu ziehen, wo wir gesehen haben, daß sich die Lage auf spektakuläre Art infolge dieser sozialen Lösung verbessert hat. So haben auf hoher moralischer Stufe stehende Personen, bewaffnet nur mit ihrem Gefühl nationaler Zugehörigkeit und Patriotismus, die Initiative ergriffen, zwischen Staat, gewissen hinters Licht geführten Aufständischen und selbst Terroristen zu vermitteln. Sie haben handfeste Ergebnisse erreicht, die wir alle vor Ort überprüfen konnten. Diese Staatsbürger gehörten keiner Partei an, hatten kein politisches Programm, abgesehen von ihrem nationalen Gefühl. Diese Art an Initiative ist von höchster Wichtigkeit, vor allem, wenn sich irgendeine Krise in irgendeinem Land verstärkt. Man muß immer auf die gesellschaftlichen Wurzeln zurückkommen. Ich grüße alle Menschen, die so wunderbar für das Wohl des Vaterlandes gearbeitet haben, wobei jeder das ihm mögliche Beste gegeben hat. Manche habe ich selbst getroffen, von anderen habe ich gehört. Es gibt unbekannte Soldaten … Wir grüßen sie alle, und wir sagen, daß wir viel von ihren Initiativen erwarten.


Wir sind gesprächsbereit für jene, die ihre Waffen niederlegen

Das Vorstehende könnte denken lassen, daß wir niemanden zur Führung des Dialogs sehen. Das ist nicht wahr! Trotz allem sind wir immer bereit zum Dialog und wir fahren fort, die Hand zum Dialog zu reichen. Wir führen das Gespräch mit denjenigen, die zu unserer Politik in Opposition stehen, solange sie nicht unsere grundlegenden nationalen Prinzipien angreifen. Wir sprechen mit Parteien und Einzelpersonen, solange sie sich nicht ausländischen Kräften verkaufen. Wir sind gesprächsbereit für jene, die ihre Waffen niederlegen, damit das echte syrische Blut in ihre Adern zurückfließt. Wir bleiben die wahrhaften und seriösen Partner eines jeden ehrenhaften patriotischen Bürgers, der edel und unbeirrbar an Syrien hängt, an seinen Interessen, seiner Sicherheit und seiner Unabhängigkeit.

Syrien ist ein souveräner Staat!

Ausgehend davon und von unseren prinzipiellen Auffassungen: Souveränität des Staates, Unabhängigkeit seiner Entscheidung, Prinzipien und Ziele der Charta der Vereinten Nationen, dem internationalen Recht, denen alle die Souveränität, die Unabhängigkeit, die territoriale Integrität der Staaten sowie die Nichteinmischung in ihre inneren Angelegenheiten zugrunde liegen. Und im Wissen um die Notwendigkeit des Dialogs zwischen den Kindern Syriens unter syrischer Leitung, um die Sicherheit und die politische Stabilität wieder herzustellen, wird die politische Lösung in Syrien folgende sein:

Erste Etappe

  1. Die betroffenen regionalen und internationalen Staaten verpflichten sich, die Finanzierung, Bewaffnung und Beherbergung bewaffneter Kämpfer gleichzeitig mit dem Anhalten deren terroristischer Operationen einzustellen. Das wird die geordnete und sichere Rückkehr syrischer Bürger zu den Orten ihrer Ursprungswohnorte vereinfachen. Erst anschließend werden unsere bewaffneten Kräfte ihre militärischen Operationen beenden. Sie behalten sich das Recht vor, im Falle der Bedrohung der Sicherheit des Vaterlandes, der Bürger und privater und öffentlicher Einrichtungen durch Angriffe irgendwelcher Art zurückzuschlagen.
  2. Es ist eine Vorgehensweise zu finden, die absichert, daß alle Parteien die vorstehende Verpflichtung einhalten und ganz speziell die Kontrolle der Grenzen.
  3. Die amtierende Regierung veranlaßt die direkte Kontaktaufnahme mit allen Kategorien der syrischen Gesellschaft, der Parteien und Organisationen zum Zwecke des Austauschs und zur Vorbereitung einer Konferenz des Nationalen Dialogs. An ihr werden alle auswärtigen und inländischen Kräfte teilnehmen, die eine Lösung in Syrien wünschen.

Zweite Etappe

  1. Die amtierende Regierung lädt zum Abhalten einer Konferenz des nationalen und globalen Dialogs ein, um eine Nationale Charta zu vereinbaren, die die Souveränität und territoriale Integrität Syriens, die Zurückweisung des Einmischens in seine Angelegenheiten sowie den Verzicht auf Terrorismus und Gewalt in all seinen Formen beschließt. Diese Charta wird die politische Zukunft Syriens vorgeben und das verfassungsmäßige und juristische System, die politischen und ökonomischen Charakteristika und die aus dem Übereinkommen hervorgehenden Gesetzesvorschläge bezüglich der Parteien, der Wahlen, der lokalen Administration usw. vorschlagen.
  2. Die Charta wird einem nationalen Referendum unterstellt.
  3. Ihr folgt die Bildung einer durch alle Glieder der syrischen Gesellschaft erweiterten Regierung mit dem Auftrag, die Anordnungen der Nationalen Charta umzusetzen.
  4. Organisation eines Referendums über die Verfassung. Nach ihrer Annahme setzt die erweiterte Regierung die aus der Konferenz des Nationalen Dialogs hervorgegangenen einvernehmlichen Gesetze entsprechend der neuen Verfassung in Kraft, darunter jene über das Wahlgesetz, welches das Durchführen neuer legislativer Wahlen ermöglicht. Bleibt bezüglich der Verfassung und der Gesetze hinzuzusetzen, daß die Bedingung „wenn“ voraus geht oder anders ausgedrückt: Im Falle des Einvernehmens während der Konferenz des Nationalen Dialogs wird eine Konferenz dafür sorgen, daß die neuen Gesetze und die neue Verfassung diskutiert werden. Die Regierung arbeitet an ihrer Veröffentlichung.

Dritte Etappe

  1. Bildung einer neuen Regierung entsprechend der angenommenen Verfassung nach vorgenannten Modalitäten.
  2. Abhalten einer Konferenz der Nationalen Aussöhnung und Erklärung einer Generalamnestie mit Aufrechterhaltung der staatsbürgerlichen Rechte für die, die aufgrund der Ereignisse gefangen gehalten werden.
  3. Vorbereitungsarbeiten für die Wiederherstellung der Infrastruktur, des Wiederaufbaus und der Entschädigung der Bürger für die aufgrund der Ereignisse zugefügten Schäden.
    Was die Generalamnestie betrifft, so wird sie in der Tat mit der Aufrechterhaltung der staatsbürgerlichen Rechte einhergehen, denn der Staat hat das Recht, auf dem Gebiet des Strafrechts Gnade walten zu lassen, derweilen er über diese Möglichkeit nicht im Zivilrecht verfügt. Ich denke, wenn wir in diesem Stadium angelangt sind, wird es Angelegenheit aller sein zu verzeihen, nicht nur per Amnestie des Staates. Wir werden praktisch nur auf dem Wege zur nationalen Aussöhnung kommen, indem jeder jedem verzeiht.

Das sind die charakteristischen Prinzipien der politischen Lösung, wie wir sie verstehen. Sie ist in großen Zügen abgehandelt und muß gestützt und vertieft werden. Die Regierung wird diese Vision zu leiten haben und Details hinzufügen müssen in Form einer Initiative, die sie in einigen Tagen vorstellen wird. Die Folgemaßnahmen müßten ihren vorstehend dargelegten Ablauf nehmen.

Eine politische Lösung für Syrien

Bringen wir nun jeden Gegenstand genauer in seinen Kontext, denn wir leben in einer Ära der Falsifikation und irriger Interpretationen. Wir, wir haben nichts gefälscht. Aber gesetzt der Tatsache, daß dies im Moment die allgemeine Tendenz ist, wollen wir Mißverständnisse vermeiden:

1. In Anbetracht unserer Sichtweise könnten sich manche beunruhigen, indem sie sie als einen Rückzug vom Sicherheitsstandpunkt einschätzen. Seien Sie beruhigt. Der Kampf gegen den Terrorismus hört nicht auf, solange sich auch nur noch ein Terrorist in Syrien befindet. Was wir begonnen haben, werden wir fortführen, und diese Initiative beinhaltet keine Zugeständnisse im Kampf gegen den Terrorismus. Im Gegenteil, je mehr wir in unserem Kampf voranschreiten, umso mehr steigen die Aussichten auf den Erfolg unserer Sicht der Dinge.
2. Unsere Vision oder Initiative – welches auch immer der Name sein wird, den man ihr gibt – wendet sich an all jene, die den Dialog und eine politische Lösung in naher Zukunft in Syrien wollen. Sie wendet sich nicht an jene, die sie ablehnen. Wir wissen, daß wir viele Kommentare von denen hören werden, die sie ablehnen, diejenigen, die Sie immer besser kennenlernen werden. Von vornherein, damit sie nicht ihre Zeit verlieren, sagen wir ihnen: Warum verweigern Sie Dinge, die grundsätzlich nicht an Sie gerichtet sind?
3. Jede Initiative, die von einer anderen Seite, Persönlichkeit oder Staat, kommen könnte, muß sich auf die „syrische Vision“ gründen. Das heißt, es gibt keine Initiative, die das ersetzen könnte, was wir als Lösung in Syrien vorsehen. Noch deutlicher: Irgendeine andere Initiative wird eventuell den Syrern helfen bei dem, was sie selbst entschieden haben. Aber in keinem Fall kann sie unsere ersetzen.

Zwei Dinge: Politische Aktion und Kampf gegen den Terrorismus

Jetzt, nachdem die syrische Regierung ihre Ansichten dargelegt hat, muß sich jede ausländische Initiative von dem Moment an, wo sie helfen könnte, unsere Initiative zu konkretisieren, auf die gleichen Ansichten berufen. Es ist deshalb unnütz, unsere Zeit und die der anderen mit von diesem Kontext abweichenden Initiativen zu verlieren. Fragen wir uns gleichzeitig, wie ausländische Initiativen uns helfen könnten. Wir würden sagen, auf zwei Linien: Die Linie der politischen Aktion und die Linie des Kampfes gegen den Terrorismus. Für erstere haben wir keine Hilfe nötig. Wir Syrer sind fähig, eine politische Aktion vorzunehmen. Derjenige, der seriös, effektiv und ehrlich Syrien helfen wollte, müßte sich auf Mittel konzentrieren, die imstande sind, den Verkehr bewaffneter Kämpfer und von Geld über seine Grenzen zu verhindern. Das ist eine Nachricht an all jene, die von außen arbeiten, damit sie wissen, worüber nachzudenken ist. Wir wünschen nicht, daß man nach Syrien kommt, um uns zu sagen, wie wir unsere politischen Operationen zu führen haben. Ein tausendjähriges Land weiß seine Angelegenheiten zu regeln.

„Übergangsregierung“ – wozu???

4. Wenn wir ausländische Initiativen akzeptieren, heißt das absolut nicht, daß wir eine mit unserer Vision nicht vereinbare Interpretation akzeptieren. Aber wir erkennen keine Interpretation an, die nicht den syrischen Interessen dient. Das führt mich zur in Genf beglaubigten, aber einen obskuren Artikel enthaltenden Initiative, nämlich dem, der sich auf eine „Übergangsregierung“ bezieht. Dieser Artikel ist eindeutig nicht klar aus dem einfachen Grunde, daß von Übergang geredet wird, ohne die Fragen zu beantworten: Übergang von wo nach wo? Überführen was zu wem?

Wäre das zum Beispiel: Ein unabhängiges Land in ein besetztes Land überführen? Oder noch, ein Land mit Staat überführen in ein Land ohne Staat, wo das Chaos herrscht? Müßten wir uns letztlich unserer Entscheidungsgewalt entledigen, um sie dem guten Willen von Ausländern anzuvertrauen? Sicherlich, unsere Gegner möchten diese drei Übergänge vereint sehen. Für uns sind die aktuellen Bedingungen dermaßen verschwommen, dass sie uns von der Stabilität in die Instabilität führen würden. Alle anderen Interpretationen betreffen uns nicht. Also, unter normalen Bedingungen setzt ein Übergang voraus, vom weniger Guten zum Besseren zu gelangen und das läuft im Rahmen der Verfassung. Das machen wir, und was uns betrifft und was wir tun, so sind unsere Vorstellungen unsere eigene „Übergangsperiode“.

5. Jedes Mal, wenn wir eine Initiative akzeptiert haben, haben wir bedacht, ob sie die Souveränität und die Entscheidung des Volkes respektiert, denn tatsächlich anerkannten jene, mit denen wir zu tun hatten, diese zwei Prinzipien von vornherein. Also die Punkte, die das Innere und das Äußere einvernehmlich machen, müssen in der Entscheidung des Volkes liegen. Selbst die aus der Konferenz des Nationalen Dialogs hervorgehende Nationale Charta wird nicht ohne Referendum passieren. Es muß hier eine Referendum-Aussprache über alle Probleme stattfinden, vor allem unter diesen schwierigen Verhältnissen. Wir haben das allen gesagt, die wir getroffen haben. Jede uns aus dem Inneren und von außen zukommende Idee, jedes Vorhaben, muß einem Referendum unterliegen und nicht nur durch den Präsidenten, die Regierung, die Aussprache o.a. in Kraft gesetzt werden. Das garantiert uns, nur mit Zustimmung des Volkes und im Interesse des Vaterlandes zu handeln. Wenn wir uns an dieses klare und einfache Prinzip halten, werden alle, die nach Syrien kommen und wieder gehen, wissen, daß Syrien den Rat akzeptiert und das Diktat verweigert, die Hilfe akzeptiert und die Tyrannei ablehnt.

Die verlogene „Frühlings-Terminologie“

Infolgedessen interessiert uns alles nicht, was Sie gehört haben oder hören werden als Idee, Meinung, Initiative und Deklaration von Medien oder Verantwortlichen, solange sie fortfahren ihre „Frühlings-Terminologie“ zu nutzen, übrigens vergleichbar mit letztlich platzenden Seifenblasen. Alle Erklärungen zu irgendeinem Objekt, das die Souveränität Syriens nicht in Rechnung stellt, bleiben im Bereich der Chimären. Sie können immer träumen und fabulieren in ihrer imaginären Welt, aber sie können uns nicht fortführen, um in ihrer Welt zu leben. Wir unternehmen nichts, wir entscheiden keine Aktion, die nicht auf der syrischen Realität und dem Willen des Volkes basiert.


Meine Schwestern und Brüder,
das Vaterland ist unüberwindbar, Syrien ist unüberwindbar, wir stärken es durch Tatkraft, verteidigen jede Krume seiner Erde. Syrien atmet die Toleranz und die Nachsicht, und die nationale Würde fließt durch seine Adern solchermaßen, dass die große Mehrheit der Syrer sich gegen den Terrorismus gewendet hat. Es gibt jene, die mit ihrer Arbeit den zuständigen Organen wertvolle Informationen zugehen ließen und ihnen damit erlaubten, den gegen die Bürger vorgesehenen terroristischen Operationen zuvor zu kommen. Es gibt wieder andere, die sich geweigert haben, Terroristen aufzunehmen und die ihnen trotz Lebensgefahr Widerstand geleistet haben. Es gibt noch andere, die sich Schulter an Schulter mit unseren bewaffneten Kräften für die Verteidigung der Städte, Wohngebiete und Infrastruktur geschlagen haben. Die Beispiele sind zahlreich.

Syrischer Patriotismus

Mir fällt ein, was sich im fernen Norden Syriens im Gouvernement Hassaké und genauer in Ras el-Ein ereignet hat. Die jungen Leute dieses kleinen Dorfes haben es mehrere Tage lang gegen wiederholte Angriffe von Terroristen, die über die nahe türkische Grenze gekommen waren, verteidigt und sie letztlich besiegt. Ich grüße sie. Andere haben aktiv an Aussöhnungsinitiativen auf lokaler und nationaler Ebene teilgenommen und solchermaßen den Terroristen den Weg verlegt und die Ausbreitung der Gewalt durch Dialog und Solidaritätsgeist verhindert.

Diese Bürger zeugen von einem tiefen Bewußtsein, wobei man wissen muß, daß die gewünschte Sicherheit weder durch Abwarten und Neutralität hergestellt wird, weder durch Flucht nach vorn noch durch servile Unterordnung unter das Ausland. Wenn es unserem Vaterland schlecht geht, geht es uns allen schlecht. Das Vaterland gehört nicht nur denen, die es bewohnen, sondern denen, die es auch verteidigen. Das Vaterland gehört nicht denen, die in seinem Schatten wuchsen und von seinen guten Seiten profitiert haben, aber verschwanden, als es rief. Das Vaterland gehört all denen, die seinen Ruf gehört haben, selbst denen, die bei zahlreichen Gelegenheiten schwach waren, aber sich besonnen haben, als es schwer geschlagen wurde, und sich gleich welcher politischen oder sozialen Zugehörigkeit mit allen anderen erhoben haben und sagen: Der Zeitpunkt der Opfergabe ist gekommen. Sie haben also gegeben ohne zu rechnen.

Ehre den mutigen Verteidigern Syriens!

Manche sind auf dem Feld der Ehre gefallen. Ihr Blut hat den „falschen Frühling“ demaskiert und das Volk vor dem Riesenbetrug gerettet, der vom Beginn der Ereignisse an bestimmt war, es aufs Schlimmste zu treffen. Ihr Blut hat besiegt, was der Westen fälschlicherweise als Frühling bezeichnet hat, aber der mit seinem blinden und haßerfüllten Feuer alles, was er erreichen konnte, durch sein widerliches Sektierertum und seinen Wunsch einer destabilisierenden Teilung verbrannt hat. Das war nur der Frühling derer, die ihn geplant und auszuführen versucht haben. Aber siehe, er ist fehlgeschlagen, und das Blut der Märtyrer schützte und fährt fort, das Vaterland und die Region zu beschützen. Dieses vergossene Blut wird die Unantastbarkeit unseres Territoriums bewahren, wird unsere Union in der Vielfalt durchsetzen, unsere Gesellschaften reinigen von Heimtücke und Verrat und die moralische und menschliche Dekadenz unserer Zivilisation für die zukünftigen Generationen und Jahrhunderte verhindern. Solchermaßen sind die wichtigsten und stärksten Siege des Vaterlandes, welches diejenigen nicht vergißt, die sich für seinen Sieg geopfert haben. Weil das Vaterland ein Recht ist, das jedem das ihm zustehendes Recht wiederverschafft.

Ruhm und Ehre den Helden der Syrischen Arabischen Armee!

Assad Armee

Die heldenhaften Verteidiger Syriens

Zu würdigen sind die Männer, denen dieses Recht am meisten zusteht: Ich würdige die Männer der Syrischen Arabischen Armee. Mein Gruß gilt den couragierten Offizieren und Soldaten, die ohne zu rechnen Schweiß und Blut für Syrien geben, weil das vor allem Vorrang hat. Ich wende mich mit meinen Grüßen an unsere bewaffneten Kräfte, die im grausamsten der Kriege entschlossen sind, bis zur Vernichtung des letzten Terroristen zu kämpfen, um den Frieden und die Sicherheit für das gesamte Vaterland und seine Bürger wieder herzustellen. Aber unsere bewaffneten Kräfte, die sich durch ihre Kühnheit, ihre Geschlossenheit und ihren Patriotismus auszeichnen, sind nur der Widerschein der Kühnheit und der Einheit unseres Volkes. Sie haben gewacht über seine Sicherheit und Würde; es hat sie ebenso unterstützt. Ruhm jedem bei der Verteidigung der Heimaterde gefallenen Soldaten, und Ruhm jedem Soldaten, der die Waffe eines Gefallenen aufnimmt, um zu vollenden, was dieser nicht vollenden konnte!
Aufrichtige Grüße jedem Bürger, der auf seine Art und nach seinen Möglichkeiten seine Pflicht bei der Unterstützung unserer bewaffneten Kräfte erfüllt hat. Diese Bürger sind der Stolz und die Würde Syriens. Die Geschichte wird ihre Namen in Buchstaben aus Licht und Feuer festhalten, weil sie diejenigen sind, die sie mit ihrem Blut und ihrer Stärke schreiben. Sie sind und bleiben die Partner unserer Armee der Vaterlandsverteidiger, an der Seite der Houmatal’dyari.

Meine Schwestern und Brüder.
Ich weiß wie Sie, daß das Land eine schwere und schmerzhafte Phase durchläuft. Ich teile die Gefühle einer Mehrheit des syrischen Volkes, die dem Verlust ihrer Lieben gegenüberstehen, denn der Haß hat alle berührt und die Särge unschuldiger Märtyrer haben zahlreiche Familien in Trauer versetzt, darunter die meine. Denn ich bin Teil dieses Volkes, und ich gehöre immer zu ihm. Posten sind vorübergehend, aber das Vaterland ewig! Die Tränen der am Verlust ihrer unschuldigen Kinder leidenden Mütter sind vergossen für den Frieden ihrer unschuldigen Seelen, aber sie schwellen an zu einer wahrhaften Verdammung der kriminellen Mörder. Sie haben das Lachen unserer Kinder gestohlen. Sie haben zuvor versucht, deren Zukunft in einem starken, friedlichen und stabilen Land zu stehlen.

Solidarität mit Palästina

Syrien wird bleiben, wie Sie es gekannt haben, und so Gott will, wird es viel stärker denn je auferstehen. Man muß also nicht auf unsere Prinzipien verzichten. Jene, die auf die Schwächung Syriens gewettet haben, damit es sein Golan und seine besetzten Gebiete vergißt, täuschen sich. Denn Golan ist unser, und die palästinensische Sache ist und bleibt die unsere, dieses Palästina, für das wir unser Bestes gegeben haben – Blut und Märtyrer!

Wir werden fortfahren, den Widerstand gegen die Koalition seiner Feinde zu stärken, denn es gibt nur den Weg des Widerstandes, nicht Einzelschicksale. Der Widerstand ist der praktische Geisteszustand, nicht Zugeständnisse und Opportunismus. Volk und Staat haben während Jahrzehnte das schwere Gewicht ihrer Unterstützung für die gerechte palästinensische Sache getragen und das jeglicher Herausforderung zum Trotz: Druck, Bedrohung, zu von jedem Bürger zu zahlendem erhöhten Preis. Volk und Staat können ihre Position angesichts ihrer palästinensischen Brüder nicht ändern, aus welchem Grunde auch immer.

Denn der Versuch, die Palästinenser zu kompromittieren und in die syrischen Ereignissen zu verwickeln, hat nur ein Ziel: Den Kompaß von den wahren Feinden abzulenken. Alle diese Versuche sind von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Der Palästinenser in Syriern geht seiner Pflicht gegenüber seinem zweiten Vaterland nach wie jeder Syrer. Und wir, Staat und Volk Syriens, gehen unserer Verantwortung gegenüber den Palästinensern nach, wie wir es für jeden Syrer tun. Ehre allen stolzen Palästinensern, die unseren Vertrag respektiert, mit allem notwendigen Verständnis von unseren Positionen Kenntnis genommen, sich mit ihren syrischen Brüdern durch Blut und Schicksal verbunden haben, ohne jemals Syrien als Ferienaufenthalt zu betrachten, den man verläßt je nach Umstand.

Syrien wird seinen Feinden widerstehen!

Meine Schwestern und Brüder, trotz allem, was gegen Syrien geplant worden ist und wir seitens unserer Nächsten und den weniger Nahen ertragen haben: Sie werden keinen Erfolg haben zu verändern, was so stark, solide und unerschütterlich in uns lebt – den Patriotismus, der in unseren Adern fließt. Es geht um Syrien, viel wertvoller als alles andere. Der von Ihnen seit fast zwei Jahren bewiesene Widerstand angesichts der Ereignisse sagt der Welt, daß Syrien dem Zusammenbruch widersteht, daß sein Volk der Unterordnung und Demütigung widersteht, und daß der Widerstand und die Aufnahme von Herausforderungen im syrischen Körper verankert sind. Wir vererben das von Generation zu Generation. Wir waren schon immer so und bleiben so. Hand in Hand und unserer Wunden trotzend, gehen wir mit Syrien in eine bessere und schönere Zukunft. Wir bringen Syrien voran. Wir bringen es voran, ohne uns noch von ihrer Bewaffnung einschüchtern, noch uns durch ihren Haß terrorisieren zu lassen, weil wir auf der Seite der Gerechten sind, und Gott ist immer und alle Zeiten mit der Gerechtigkeit!

Ich danke Ihnen.
Dr. Bashar al-Assad
Président de la République arabe syrienne
06/01/2013
الخطاب الكامل للسيد الرئيس بشار الأسد 6 1 2013

Übersetzung: A.L. Übersetzung a.d. Frz. nach der Transkription und Übersetzung von Mouna Alno-Nakhal. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

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  15. Hanna Fleiss schreibt:

    Eine beeindruckende Rede, ein Aufruf an das syrische Volk, gegen die direkte und indirekte Invasion der westlichen Staaten über Söldnerbanden als Handlanger. Was mir aber aufgefallen ist: Mit keinem Wort weist Assad auf das Grundproblem hin (oder habe ich es überlesen?), weshalb der Mittlere Osten brennt, nämlich das Erdöl, die neuen Erdölfunde vor der Küste Syriens und das Erdgas.Diese Rohstoffvorkommen sind doch die Ursache für all die Verbrechen des gegenwärtigen Krieges, deshalb geht es dem Westen um geostrategische Interessen, deshalb die gekauften Mörderbanden, deshalb Saudi-Arabiens, Katars, Kuweits und Israels Hass gegen Syrien, die Unterstützung durch Waffenlieferungen über Saudi-Arabien, über die Türkei, über Katar etc. der deutsch dominierten EU, das ganze Gerede vom Kalifat usw.

    Der Berliner Syriengipfel hat, wenn ich die Meldungen richtig gelesen habe, noch nicht mal Andeutungen für eine Friedensbereitschaft des Westens gebracht. Im Gegenteil, Russland und Syrien selbst (!) wurden als Aggressoren verunglimpft. Der Westen ist bei allen „Friedensbeteuerungen“ und bei aller Bereitschaft zu „politischen Lösungen“ nicht an einer Beendigung des Krieges interessiert, solange Assad nicht gestürzt ist, was heißen würde, dass Syrien als Staat nicht mehr existiert. Sämtliche Erklärungen des Westens triefen vor Heuchelei und Krokodilstränen. Es geht wie immer nur um eines: um den Profit.

    • Doed schreibt:

      Zum Glück begreifen immer mehr das falsche Spiel des Westens und die Rolle der Medien. Die Medienmanipulation begreifen ist der erste Schritt, um die Gesellschaft zu verändern.

      Was ich übrigens auch auffällig finde. Überlegt mal welche Staaten die gravierendsten Veränderungen durchmachten und welche im Chaos versunken sind.
      1. Tunesien: Die Ausnahme in der Liste. Mehr oder weniger liberale Republik, dafür kurzer Konflikt.
      2. Ägypten: Hatte offiziell eine sozialistische Ausrichtung und der Konflikt zog sich über Jahre, wie ist jetzt die Situation eigentlich dort?
      3. Libyen: Sozialistische Ausrichtung –> Bürgerkrieg
      4. Syrien: Sozialistische Ausrichtung –> Bürgerkrieg
      5. Jemen: Hatte keine sozialistische Verfassung, bzw. seit der Wiedervereinigung hat der die VR Jemen ihre Verfassung aufgegeben. Allerdings unterstehen verfassungsrechtlich alle natürlichen (Energie-)Ressourcen dem Staat.

      Der Rest des Arabischen Frühlings sind eher Randerscheinungen. Zieht man den Irak hinzu, haben wir einen weiteren sozialstisch ausgerichten Staat der zugrunde gerichtet wurde. Also alle bis auf Tunesien hatten mehr oder weniger sozialistische Ausrichtungen, die zudem alle gefährlich waren, wegen eines Zusammenschluss (siehe Panarabische Bewegung).

      • sascha313 schreibt:

        Das Beispiel der sozialistischen Staatengemeinschaft nach dem 2. Weltkrieg blieb nicht ohne Auswirkung auf viele junge Entwicklungsländer. Ungeachtet der bereits nach 1956 spürbaren revisionistischen Tendenzen war die Sowjetunion immer ein Land des proletarischen Internationalismus. Man kann eine Revolution nicht exportieren, auch den Sozialismus nicht, aber die Verstataatlichung der Rohstoffquellen und des Bodens waren schon ein erster Schritt auf dem Weg zur Überwindung des Kapitalismus…

  16. Hanna Fleiss schreibt:

    Doed, ich sehe das ein bisschen anders. Die von dir genannten arabischen Staaten waren bestimmt nicht sozialistisch, auch nicht sozialistisch ausgerichtet. Es waren Staaten, die sich aus der kolonialistischen Unterdrückung befreit und nun erst einmal das nationale Element gestärkt hatten. Dabei hatten sie freundschaftliche Verbindungen zur Sowjetunion und den sozialistischen Staaten aufgebaut, was aber noch nicht heißen kann, dass sie selbst sozialistisch waren. Die kommunistischen Parteien spielten dort eine sehr kleine Rolle, waren auch oftmals revisionistisch, so dass von sozialistischer Ausrichtung wirklich nicht gesprochen werden kann. Was sie aber wollten: sich dem Westen, also Europa und den USA, nicht mehr unterordnen und dabei freundschaftliche Beziehungen vor allem zur Sowjetunion einzugehen. Das fandest du in all diesen Staaten. Wobei diese Haltung auch schwankte, zum Beispiel im Irak, der ja im Auftrage der USA den Iran angegriffen hatte, was ich beim besten Willen nicht als sozialistische Ausrichtung ansehen kann. Was aber geschah, dass in den befreiten arabischen Ländern gerade auf sozialem Gebiet sehr viel gemacht wurde, auch in Maßen für die Gleichberechtigung der Frauen. Es gibt heute noch hochgebildete arabische Frauen, was eben auf diese Zeit zurückgeht.

    Was nun aber den „Arabischen Frühling“ angeht, so wurde ja offenbar, dass er vom Westen, vor allem den USA, inszeniert worden war mit dem Ziel des Regime Change, also dort willfährige Marionetten einzusetzen. Die Völker, die sich erhoben hatten, wurden getäuscht und missbraucht, und das Ergebnis ist das von den USA gewollte.

    • Doed schreibt:

      Ich habe auch „mehr oder weniger sozialistisch geschrieben“. Sowjetisch ausgerichtet waren diese nicht. Das spielt aber erstmal keine Rolle. Der Iran war/ist übrigens nicht sozialistisch wie ich weiß. Das letzte mal vielleicht in den 50ern. Für die anderen Staaten findest aber sozialistische Elemente bzw. auch die Idee. Ägypten, Libyen und Syrien hatten vor dem Arabischen Frühling offizell eine sozialstische Verfassung gehabt und eindeutig Staatsbesitz und/oder Planwirtschaft in der Verfassung verankert. Ich möchte aber nicht den Sozialismus alleine hervorheben. Den Panarabismus sollte man unbedingt mit in seine Überlegungen einbeziehen. Hätte er doch einen neuen einflussreichen Machtblock geschaffen.

  17. Tankist schreibt:

    Vor 60 Jahren jagte und lynchte der Mob im Auftrag der Imperialisten und mit Duldung der Moskauer Revisionisten in Budapest Kommunisten.
    Als der Verrat in den Jahren 1989/91 die vom Klassenfeind und seinen kleinbürgerlichen Lakaien lang ersehnten Ergebnisse zeigte, konnten die Imperialisten ungestört ihre Kriege nach Europa und in den Nahen Osten tragen.

    Jetzt in der Situation in welcher sie ihre Ziele in Syrien nicht militärisch durchsetzen können und am verlieren sind, jetzt vergiessen sie Krokodilstränen. Ihre bis zur Selbstverleumdung schreibenden und quasselnden Schmierfinken/“Qualitätsjournalisten“ rufen „Kriegsverbrechen“, zeigen immer wieder die selben Bilder der Zerstörung und schieben alle Schuld Assad und Putin in die Schuhe. Der s.g. „Arabische Frühling“ ist nichts anderes als eine imperialistische Aggression, das Recht der Angegriffenen sich mit Verbündeten- in dem Fall Damaskus und Moskau- mit aller Entschlossenheit dagegen zu wehren, wird ausgeblendet.

    Worum geht es im Krieg gegen das Syrische Volk und seine rechtmässig gewählte Regierung? Wie immer bei diesen Imperialistischen Aggressoren: um die völkerrechtswidrige und höchst inhumane Besitzergreifung an Produktionsmitteln in diesem Falle Öl. Sie kriegen ihre Systemimanenten Krisen nur noch durch Ausbeutung ihrer eigenen und Aggressionen gegen andere Völker gelöst. Bei diesen an Lächerlichkeit (das ist jetzt von mir wohlmeinend) grenzenden Illnerwillmaischberger Quasselbuden wird das als Kampf um Demokratie und Freiheit verkauft.

    Worum geht es u.a. in Aleppo: ihre „Berater“ die Al Nurse und Co. bei der Aggression gegen das Syrische Volk lenken, sind da eingeschlossen. Die möchte man rausholen. Man stelle sich nur mal vor, die Dachschützen vom Maidan wären gefasst, der Weltöffentlichkeit präsentiert und ihre Auftraggeber entlarvt worden.

    • sascha313 schreibt:

      Danke für die Erinnerung an den faschistischen Putsch in Ungarn 1956. Es handelte sich tatsächlich bei all diesen orangenen und sonstwie farbigen „Revolutionen“, „Volksaufständen“ und „Frühlingen“ stets um konterrevolutionäre Putsche, die fast immer blutig verliefen (außer vielleicht in der DDR 1989, wo der Sozialismus bereits so herunter-gewirtschaftet war, daß es Modrow, Krenz und Konsorten leicht fiel, auch noch die „Reste“ der sozialistischen Gesellschaftsordnung zu beseitigen). Das sagt Bashar Assad sehr genau. Leider eben gibt es heute keine Sowjetmacht unsd kein „Nürnberg“ mehr…. .

  18. Tankist schreibt:

    Sascha, Du sagst es. Kleinbürgerliche Figuren haben für ein Handgeld den Weg zur Befreiung der Menschen von Krieg, Ausbeutung und Verblödung verbaut und verraten. Wie muss sich ein ehemaliger Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion heute fühlen? Er sieht Krieg, Terror und Flüchtlingsströme. Er sieht, wie der ungehinderten Finanzimperialismus die Ersparnisse der von ihm ausgebeuteten Massen schmelzen lässt. Er sieht die Realität des Imperialismus, welche Marx, Engels und Lenin beschrieben haben. Er sieht den Weg der Bolschewiki unter Führung Lenins und Stalins, den Weg zum Aufbau des Sozialismus in einem Land. Er sieht den Weg hin zur Zerschlagung des bisher schlimmsten Auswuchses des Imperialismus: des Faschismus. Dennoch haben er und seine Vorgänger und Kumpane uns verraten.

    Mit einer bolschewistisch geführten Sowjetunion als Partner Syriens hätten es diese imperialistischen Geier niemals gewagt, ihre Aggression gegen das Syrische Volk zu starten. Viele Kriege haben diese „überlegenen Freiheitsdemokraten“ seit 45 vom Zaun gebrochen, gewonnen haben sie keinen. Profit hat es ihnen bei unendlichem menschlichen Leid in die Kassen gespült. Ihre Völker verblöden sie ungeniert mit ihrem, gerade in Deutschland pastoralem, Gelaber von Freiheit.

    Wir, der Sozialismus unter Führung von Stalin, haben einen Krieg gewonnen. Es war die Abwehr des Angriffs-und Vernichtungskrieges der Imperialisten auf die junge Sowjetunion. Im Ergebnis ihrer Aggression durften die Imperialisten die bedingungslose Kapitulation unterschreiben, unser Siegesbanner wehte über ihrem „Demokratietempel“.

    • sascha313 schreibt:

      ..wenn Du Gorbatschow meinst (?), dann ist eines klar: Gorbatschow war von Anfang an Antikommunist – ein Feind des Sozialismus! (Siehe Gossweiler: „Die Zwiebel Gorbatschow“). Mit einer bolschewistisch geführten Sowjetunion hätte es 1990 auch keine Konterrevolution gegeben! Syrien war mit der SU brüderlich verbunden, und viele Syrer haben damals in der DDR studiert.

  19. Tankist schreibt:

    Ja ich meine Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Revisionist, Verräter, Konterrevolutionär. Gefeiert von den Feinden Lenins, Stalins und Berijas. Könnten die Gefallenen der Roten Armee über ihn richten, richten über die anderen Revisionisten von Chruschtschow über Breschnew bis hin zum Selbstdarsteller Gorbatschow, das Urteil wäre endgültig.

  20. Hanna Fleiss schreibt:

    Tankist, Gorbatschow ist keine außergewöhnliche Figur im Parteiapparat der Sowjetunion gewesen, auch nicht Chruschtschow, Breshnew, Andropow. Sie gehörten konterrevolutionären Gruppierungen an, die, solange die Sowjetunion existierte, ein einziges Ziel ihrer Wühltätigkeit hatten: den Sozialismus in der Sowjetunion zu beseitigen und durch den Kapitalismus zu ersetzen. Du fragst, wie sich ein Gorbatschow nach all seinen Reden heute fühlen könnte. Na, wie wohl? Gut fühlt er sich, er hat sein Ziel erreicht! Der hat sogar den Friedensnobelpreis gekriegt! Oder glaubst du immer noch, wie das zum Beispiel Krenz ausdrückte, dass Gorbatschow es ernst meinte mit Glasnost und Perestroika, die Partei zu „erneuern“, dass ihm die Sache aber aus der Hand geglitten ist und die Feinde des Sozialismus die Oberhand gewinnen konnten? Wenn du dir die Geschichte der Sowjetunion ansiehst, wirst du feststellen, dass die Konterrevolution niemals geschlafen hatte, sie hatte sich nur verstellt, um im geeigneten Moment zuschlagen zu können, wenn nämlich das sowjetische Volk und mit ihm die Partei das Vertrauen in den Sozialismus verloren hätte. Und dieser Moment war mit Gorbatschow und Jelzin gekommen. Die konnten triumphieren. Über uns, die Völker, die nicht glauben konnten, was in der Sowjetunion geschah.

  21. Tankist schreibt:

    Ja Hanna, Gorbatschow und all die anderen Verräter waren in ihrem ganzen Berufsleben Apparatschiks. Von ihresgleichen an die Spitze der KPdSU lanciert, planten, organisierten und verwirklichten die Rückkehr zum Kapitalismus. Diese bittere Niederlage ist eine Katastrophe. Für mich ist es schwer zu verstehen, warum sich in den vielen Jahren nach Stalins Ermordung niemand gefunden hat, die Verräter anzuprangern und die Partei von ihnen zu säubern.

    In der Sowjetunion waren die Grundlagen für den Sozialismus gelegt, die imperialistische Bestie Faschismus war vernichtend geschlagen. In der DDR begann der planmässige Aufbau des Sozialismus. Ich kann mich nur an helle, freundliche Kinder- und Jugendtage erinnern. Schulisch erhielten wir eine erstklassige Ausbildung und Erziehung. Die Art Probleme zu lösen, welche uns beigebracht wurde, lässt heute in Meetings und Entscheidungsprozessen regelmässig meine westdeutschen Kollegen alt aussehen.

    Als die Konterrevolution in der DDR siegte, war ich 29 und gerade in Moskau. Viele unserer Dozenten haben in der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland für den Frieden gedient. Oft war ich bei ihnen und ihren Familien eingeladen. Da sagte zu fortgeschrittener Stunde einer meiner sowjetischen Ausbilder, dass wir von innen verraten werden. Ich konnte das damals nicht glauben. Ja, damals dachte ich, Perestroika und Glasnost sind Instrumente um auf den Weg Lenins zurück zu kehren. Sehr viel später begriff ich – es war die Konterrevolution.

  22. Hanna Fleiss schreibt:

    Tankist, dass du das sehr viel später begriffen hast, was Gorbatschow im Schilde führte, ist bedauerlich, aber nicht unnormal angesichts der Zustände in der SED. Die Dinge geschehen, und ehe wir begreifen, was sie bezwecken, dauert es eben ein Weilchen. Ich hatte begriffen, dass es sich um die Konterrevolution der Partei selbst handelte, und zwar am 4. November 1989, als ich mir die Reden führender Leute anhörte, zum Beispiel von Markus Wolf, Gregor Gysi usw. Der RBB hatte vor Jahren die Demo in voller Länge noch einmal gebracht, und als ich sie mir diesmal genauer anhörte, war ich erstaunt, was alles ich mit dem Wissen von heute überhört hatte. Das zeigt mir, wie weit der Revisionismus unbemerkt in mein Denken eingegriffen hatte.

    Aber wie gesagt, der Mensch ist so konstruiert, er braucht eben ein Weilchen, bis er begreift. Und darauf hatte die Konterrevolution gesetzt, sie hatte ein fait accompli geschaffen mit der Maueröffnung fünf Tage nach dem 4. November 89, und ich fühlte mich mit meiner Einschätzung der Demo zumindest nicht daneben, auch wenn ich dafür mit dem Urteilen meiner Ex-Genossen leben musste, ich sei eine Dogmatikerin und Betonkommunistin. Damals war mir vieles aus der Geschichte der Konterrevolution seit 1917 innerhalb der KPdSU nicht bekannt, und ich denke, so ging es nicht nur mir. Dass aber die Konterrevolution in der DDR eine Grundlage mit der in der Sowjetunion hatte, so viel wenigstens war mir klar.

    • sascha313 schreibt:

      Du hast ja so recht, Hanna! Wie lange erst wird es brauchen, ehe das Proletariat begreift, was man wissen muß, wenn man seine Lage verändern will! Ich bin immer wieder erfreut zu lesen, mit welcher Geduld Lenin Fehler und Irrtümer aufgedeckt hat. Das haben in der DDR so einige Generatonen versäumt zu lernen..

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